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==Die Odyssee des Kreuzes aus Limoges==
 
==Die Odyssee des Kreuzes aus Limoges==
 
===Wiedererstehung aus dem Müll===
 
===Wiedererstehung aus dem Müll===
2004 fand eine Frau aus Zell am See in einem Müllcontainer des Nachbarhauses, der zum Zwecke der Entrümpelung nach einem Todesfall befüllt worden war, ein Kreuz aus Metall. Sie ärgerte sich über den respektlosen Umgang mit diesem für sie religiös bedeutsamen Gegenstand und fragte die Nachkommen des Verstorbenen, ob sie das Kreuz haben könne. Man sagte ihr, dass sie alles was in dem Container befindlich war, an sich nehmen könne. Die Finderin erkannte den Wert des Kreuzes nicht und bot dieses ihren Kindern an. Das Kreuz blieb jedoch in ihrem Besitz und landete für weitere Jahre in einer Truhe. Im Jahr 2007, anlässlich des Besuches eines Nachbarn, kam die Rede darauf, dass wohl auch nach ihrem Tod die Kinder die in ihrem Besitz befindlichen Gegenstände so entrümpeln würden wie es ein paar Jahre zuvor in der Nachbarschaft geschehen sei. Sie kramte in diesem Zusammenhang das Kreuz aus der Truhe und zeigte es ihrem Besucher. Dieser erkannte, dass das Kreuz ein alter und durchaus wertvoller Gegenstand sein könnte.  
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2004 fand eine Frau aus Zell am See in einem Müllcontainer des Nachbarhauses, der zum Zwecke der Entrümpelung nach einem Todesfall befüllt worden war, ein Kreuz aus Metall. Sie ärgerte sich über den respektlosen Umgang mit diesem für sie religiös bedeutsamen Gegenstand und fragte die Nachkommen des Verstorbenen, ob sie das Kreuz haben könne. Man sagte ihr, dass sie alles was in dem Container befindlich sei, an sich nehmen könne. Die Finderin erkannte den Wert des Kreuzes nicht und bot dieses ihren Kindern an. Das Kreuz blieb jedoch in ihrem Besitz und landete für weitere Jahre in einer Truhe. Im Jahr 2007, anlässlich des Besuches eines Nachbarn, kam die Rede darauf, dass wohl auch nach ihrem Tod die Kinder die in ihrem Besitz befindlichen Gegenstände so entrümpeln würden wie es ein paar Jahre zuvor in der Nachbarschaft geschehen sei. Sie kramte in diesem Zusammenhang das Kreuz aus der Truhe und zeigte es ihrem Besucher. Dieser erkannte, dass das Kreuz ein alter und durchaus wertvoller Gegenstand sein könnte.  
 
Über die Ausstellungen im Bergbau- und Gotik-Museum in Leogang informiert, brachte er zusammen mit der Finderin das Kreuz dorthin und sie zeigten es dem Kustos [[Hermann Mayerhofer]]. Die Fundgeschichte machte diesen hellhörig und man kam überein, die Polizei zu informieren, da es ja in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Diebstähle in Kirchen und Kapellen gegeben hatte.
 
Über die Ausstellungen im Bergbau- und Gotik-Museum in Leogang informiert, brachte er zusammen mit der Finderin das Kreuz dorthin und sie zeigten es dem Kustos [[Hermann Mayerhofer]]. Die Fundgeschichte machte diesen hellhörig und man kam überein, die Polizei zu informieren, da es ja in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Diebstähle in Kirchen und Kapellen gegeben hatte.
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===Identifizierung als NS-Raubgut===
 
===Identifizierung als NS-Raubgut===
 
Kriminalisten fanden schließlich heraus, dass dieses Kreuz um 1200 n. Chr. in Limoges, Frankreich, als Prozessionskreuz hergestellt worden und wie vergleichbare Stücke rund 400.000,- € wert war. Es gehörte ursprünglich zur Kunstsammlung der polnischen Adeligen Izabella Elzbieta von Czartoryski-Dzialinska im Schloss Goluchow in Polen. 1939 wurde das Kreuz vor den Nazis versteckt. 1941 wurde das Kreuz aber entdeckt und in das Polnische Nationalmuseum nach Warschau verbracht. Von dort wurde das Kreuz zusammen mit anderen polnischen Kunstschätzen geraubt und nach Österreich transportiert.  
 
Kriminalisten fanden schließlich heraus, dass dieses Kreuz um 1200 n. Chr. in Limoges, Frankreich, als Prozessionskreuz hergestellt worden und wie vergleichbare Stücke rund 400.000,- € wert war. Es gehörte ursprünglich zur Kunstsammlung der polnischen Adeligen Izabella Elzbieta von Czartoryski-Dzialinska im Schloss Goluchow in Polen. 1939 wurde das Kreuz vor den Nazis versteckt. 1941 wurde das Kreuz aber entdeckt und in das Polnische Nationalmuseum nach Warschau verbracht. Von dort wurde das Kreuz zusammen mit anderen polnischen Kunstschätzen geraubt und nach Österreich transportiert.  
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