| − | Nachdem sich die Hagenauer von Hagenau Ende des 11. Jahrhunderts in drei Linien verzweigt hatten, besaß die "Freisinger Linie" ihren Stammsitz Hagenau vorerst weiterhin bei Schrobenhausen (ab 1348 bei Allershausen) in Bayern. Die "Braunauer Linie" saß auf der Burg Hagenau bei St. Peter am Hart in Oberösterreich und die "Böheimkirchner Linie" hatte ihren Stammsitz auf der Veste Hagenau bei Außerkasten in Niederösterreich. Streng genommen waren es nur zwei Linien, da der oberösterreichische Sitz bald von der Böheimkirchner Linie übernommen wurde. Heute existiert von diesen ehemaligen Stammsitzen keiner mehr. Selbst das heutige Schloss Hagenau in Braunau ist ein späterer Bau neben der 1571 durch Feuer und Hochwasser zerstörten alten Burg Hagenau. Inzwischen waren die Herren von Hagenau zu einem vielverzweigten und weitverbreiteten Geschlecht erblüht. Durch enge Verbindungen zur Kirche, Versippung mit mächtigen Familien, hohe Ämter, Nepotismus und vermehrten Landbesitz waren sie im [[12. Jahrhundert]] einflussreich geworden. ''"Betrachtet man das zahlreiche Auftreten der Freisinger Hagenauer in den Urkunden des 12. Jahrhunderts, so darf man daraus schließen, dass es sich um ein bedeutendes Geschlecht handelte, das eng mit Grafengeschlechtern dieses Jahrhunderts verwandt bzw. eine Seitenlinie eines Grafengeschlechts des 11. Jahrhunderts gewesen sein muß"'' (Dr. Pankraz Fried). Der Regestenforscher [[Willibald Hauthaler]] nahm an, dass die Hagenauer eng mit den [[Grafen von Plain]] verwandt waren, mit denen sie [[1167]] im Auftrag von Kaiser [[Friedrich I. Barbarossa]] gegen Salzburg zogen, um die Reichsacht zu vollziehen. Dabei wurde die Stadt und Festung Salzburg verwüstet und niedergebrannt. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht besaßen die Herren von Hagenau etliche Lehen im heutigen Bayern, in Oberösterreich, Niederösterreich, Salzburg, [[Tirol]], [[Südtirol]], [[Frankreich]] und [[Kroatien]]. In den folgenden Jahrhunderten siegelten und unterzeichneten Mitglieder aus dem Geschlecht der Hagenauer als Bischöfe, Äbte, Vögte, [[Pfleger]], Burggrafen, Stifter, Zeugen oder Lehensnehmer. In manchen Urkunden findet man die Herren von Hagenau auch als Kreuz- oder Raubritter wieder. | + | Nachdem sich die Hagenauer von Hagenau Ende des 11. Jahrhunderts in drei Linien verzweigt hatten, besaß die "Freisinger Linie" ihren Stammsitz Hagenau vorerst weiterhin bei Schrobenhausen (ab 1348 bei Allershausen) in Bayern. Die "Braunauer Linie" saß auf der Burg Hagenau bei St. Peter am Hart in Oberösterreich und die "Böheimkirchner Linie" hatte ihren Stammsitz auf der Veste Hagenau bei Außerkasten in Niederösterreich. Streng genommen waren es nur zwei Linien, da der oberösterreichische Sitz bald von der Böheimkirchner Linie übernommen wurde. Manche Historiker vermuten jedoch, dass dieses oberösterreichische Lehen Hagenau an ein Ministerialengeschlecht gegeben wurde, das sich nach der Burg Hagenau benannte. Heute existiert von allen diesen ehemaligen Stammsitzen keiner mehr. Selbst das heutige Schloss (Burg) Hagenau in Braunau ist ein späterer Bau neben der 1571 durch Feuer und Hochwasser zerstörten alten Burg Hagenau. Inzwischen waren die Herren von Hagenau zu einem vielverzweigten und weitverbreiteten Geschlecht erblüht. Durch enge Verbindungen zur Kirche, Versippung mit mächtigen Familien, hohe Ämter, Nepotismus und vermehrten Landbesitz waren sie im [[12. Jahrhundert]] einflussreich geworden. ''"Betrachtet man das zahlreiche Auftreten der Freisinger Hagenauer in den Urkunden des 12. Jahrhunderts, so darf man daraus schließen, dass es sich um ein bedeutendes Geschlecht handelte, das eng mit Grafengeschlechtern dieses Jahrhunderts verwandt bzw. eine Seitenlinie eines Grafengeschlechts des 11. Jahrhunderts gewesen sein muß"'' (Dr. Pankraz Fried). Der Regestenforscher [[Willibald Hauthaler]] nahm an, dass die Hagenauer eng mit den [[Grafen von Plain]] verwandt waren, mit denen sie [[1167]] im Auftrag von Kaiser [[Friedrich I. Barbarossa]] gegen Salzburg zogen, um die Reichsacht zu vollziehen. Dabei wurde die Stadt und Festung Salzburg verwüstet und niedergebrannt. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht besaßen die Herren von Hagenau etliche Lehen im heutigen Bayern, in Oberösterreich, Niederösterreich, Salzburg, [[Tirol]], [[Südtirol]], [[Frankreich]] und [[Kroatien]]. In den folgenden Jahrhunderten siegelten und unterzeichneten Mitglieder aus dem Geschlecht der Hagenauer als Bischöfe, Äbte, Vögte, [[Pfleger]], Burggrafen, Stifter, Zeugen oder Lehensnehmer. In manchen Urkunden findet man die Herren von Hagenau auch als Kreuz- oder Raubritter wieder. |