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Mit dem Freisinger Bischof Gottschalk von Hagenau begann der einstweilige Aufstieg der Hagenauer. Gottschalk von Hagenau (auch Gottschalk von Freising genannt) wurde zusammen mit den späteren Bischöfen Albin von Brixen, Godehard von Hildesheim und Theoderich (Dietrich) II. von Minden im Kloster Niederaltaich (Bayern) erzogen. Die erste urkundliche Erwähnung Gottschalks stammt aus dem Jahr 994, in der er mit dem Edlen Gerolt Liegenschaften zu Notzing gegen andere zu Biberbach tauschte. Im Jahr [[996]] nahm Bischof Gottschalk am ersten Italienfeldzug Ottos III. und an dessen Kaiserkrönung in Rom teil. Dort führten Bischof Gottschalk von Freising und Erzbischof [[Hartwig]] von Salzburg den gemeinsamen Vorsitz auf der Krönungssynode Ottos III.. Dabei gewährte Kaiser Otto III. auf Rat und mit Zustimmung des Papstes Gregor V. sowohl Bischof Gottschalk als auch Erzbischof Hartwig Marktprivilegien, die das [[Salzburger Märkte|Marktrecht]] am jeweiligen Domort (Freising und Salzburg), das [[Salzburger Münze|Münzrecht]] sowie königlichen Schutz für die Marktkaufleute beinhalteten. Im November desselben Jahres erhielt Gottschalk von Hagenau von Kaiser Otto III. die Schenkung eines Gebietes in "Ostarrichi" (erste urkundliche Erwähnung Österreichs) von ca. 1000 Hektar bei Neuhofen an der Ybbs (südlich von Amstetten in [[Niederösterreich]]) für sein Bistum Freising. Ferner hatte er bis zu seinem Tod im Jahr [[1005]] urkundlich belegten engen Kontakt zum [[Bayern]]-Herzog Heinrich II., dem späteren Kaiser. Zwischen den Jahren [[1006]] und [[1039]] wird im Stammgebiet der Hagenauer bei Freising mehrmals ein Guntpolt als Zeuge bei Tauschhandlungen nördlich von Freising genannt. 30 Jahre später wird ebenfalls ein Guntpolt von Hagenau (wahrscheinlich sein Enkelsohn) im Freisinger Raum genannt, dessen Bruder Hartwich von Hagenau im Jahr [[1068]] eine Urkunde als Vogt von [[Eichstätt]] bezeugte. Zwischen den Jahren [[1078]] und [[1098]] werden in zahlreichen Urkunden Guntpolt (der Jüngere) und Sigipolt von Hagenau bei Freising erwähnt, die sich in manchen Urkunden auch "von Aigelsdorf" nannten, wo sie Besitzungen hatten. Guntpolt von Hagenau (und Aigelsdorf) scheint im Jahr 1078 als Vogt des Klosters Neustift bei [[Brixen]] auf. Er hatte vier Kinder namens Liutold, Guntpolt, Herrant (Domherr in Freising) und Erkenbert von Hagenau.
 
Mit dem Freisinger Bischof Gottschalk von Hagenau begann der einstweilige Aufstieg der Hagenauer. Gottschalk von Hagenau (auch Gottschalk von Freising genannt) wurde zusammen mit den späteren Bischöfen Albin von Brixen, Godehard von Hildesheim und Theoderich (Dietrich) II. von Minden im Kloster Niederaltaich (Bayern) erzogen. Die erste urkundliche Erwähnung Gottschalks stammt aus dem Jahr 994, in der er mit dem Edlen Gerolt Liegenschaften zu Notzing gegen andere zu Biberbach tauschte. Im Jahr [[996]] nahm Bischof Gottschalk am ersten Italienfeldzug Ottos III. und an dessen Kaiserkrönung in Rom teil. Dort führten Bischof Gottschalk von Freising und Erzbischof [[Hartwig]] von Salzburg den gemeinsamen Vorsitz auf der Krönungssynode Ottos III.. Dabei gewährte Kaiser Otto III. auf Rat und mit Zustimmung des Papstes Gregor V. sowohl Bischof Gottschalk als auch Erzbischof Hartwig Marktprivilegien, die das [[Salzburger Märkte|Marktrecht]] am jeweiligen Domort (Freising und Salzburg), das [[Salzburger Münze|Münzrecht]] sowie königlichen Schutz für die Marktkaufleute beinhalteten. Im November desselben Jahres erhielt Gottschalk von Hagenau von Kaiser Otto III. die Schenkung eines Gebietes in "Ostarrichi" (erste urkundliche Erwähnung Österreichs) von ca. 1000 Hektar bei Neuhofen an der Ybbs (südlich von Amstetten in [[Niederösterreich]]) für sein Bistum Freising. Ferner hatte er bis zu seinem Tod im Jahr [[1005]] urkundlich belegten engen Kontakt zum [[Bayern]]-Herzog Heinrich II., dem späteren Kaiser. Zwischen den Jahren [[1006]] und [[1039]] wird im Stammgebiet der Hagenauer bei Freising mehrmals ein Guntpolt als Zeuge bei Tauschhandlungen nördlich von Freising genannt. 30 Jahre später wird ebenfalls ein Guntpolt von Hagenau (wahrscheinlich sein Enkelsohn) im Freisinger Raum genannt, dessen Bruder Hartwich von Hagenau im Jahr [[1068]] eine Urkunde als Vogt von [[Eichstätt]] bezeugte. Zwischen den Jahren [[1078]] und [[1098]] werden in zahlreichen Urkunden Guntpolt (der Jüngere) und Sigipolt von Hagenau bei Freising erwähnt, die sich in manchen Urkunden auch "von Aigelsdorf" nannten, wo sie Besitzungen hatten. Guntpolt von Hagenau (und Aigelsdorf) scheint im Jahr 1078 als Vogt des Klosters Neustift bei [[Brixen]] auf. Er hatte vier Kinder namens Liutold, Guntpolt, Herrant (Domherr in Freising) und Erkenbert von Hagenau.
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Im Zuge der Missionierung, Erschließung und Rodung neuer Territorien des altbayrischen Stammesgebietes siedelten Ende des [[11. Jahrhundert]]s einige Edelfreie Hagenauer, von ihrem bayrischen Stammsitz Hagenau bei Schrobenhausen (nördlich von Freising) kommend, in Richtung südöstlicher Grenze. Sie bekleideten Ämter der [[Salzburger Kirchenprovinz|Suffraganbistümer]] Salzburgs als Vögte des Hochstiftes [[Freising]], des Hochstiftes [[Regensburg]] und zumeist des Hochstiftes [[Passau]]. Um [[1080]] wird in einer Urkunde Guntpolt (Gumpoldus) von Hagenau auf seinem Lehen in Neuburg am Inn (bei Vornbach südlich von Passau) genannt. Guntpolts Bruder, der Edle Hartwicus von Hagenau, wird im Jahr [[1088]] auf seinem Stammsitz der Burg Hagenau bei Braunau in [[Oberösterreich]] (50 km südwestlich von Neuburg am Inn) genannt, wo er im Auftrag des Hochstiftes Passau saß. Auf dem dritten Stammsitz der Hagenauer, der Veste Hagenau-Kasten bei Böheimkirchen in Niederösterreich (200 km östlich von Neuburg am Inn), wird der Sohn Hartwigs und ebenfalls aus Freising stammende Domvogt von Passau, Reimprecht (oder Reginbert I.) von Hagenau, im Jahr [[1098]] erstmals erwähnt. Der Witwer Reimprecht von Hagenau heiratete [[1108]] die ebenso verwitwete Helena von Lanzendorf (geborene von Stille und Heft), deren vermögender Mann Lanzo ermordet worden war. Mit seinem Schwager, dem Edelfreien Udalschalk von Stille und Heft, wird er als Mitstifter des Klosters Seitenstetten gesehen. Reimprecht hatte fünf Kinder namens Werinhart (Sohn aus erster Ehe und Vogt von Mondsee), Hartwig (Sitz in Braunau, Vogt in Vöcklabruck), Richarda (Stieftochter und Nonne in Seitenstetten), Reginbert II. (Bischof von Passau) und Odalricus (Ulrich). Reimprecht selbst war von [[1110]] bis [[1114]] Vogt des [[Regensburg]]er [[Kloster Mondsee|Klosters Mondsee]], dessen Vogtamt sein Sohn Werinhart übertragen bekam. Ein "angeheirateter" Verwandter Reimprechts (der Halbbruder des verstorbenen ersten Mannes seiner Frau Helena) war der Passauer Bischof Ulrich I. (auch Ulrich von Passau), der zwischen [[1092]] und [[1121]] das Passauer Bischofs-Amt inne hatte. Reimprechts zweitgeborener Sohn Reginbert II. (auch Reginbert der Jüngere) sollte 17 Jahre später von [[1138]] bis [[1148]] (übernächster) Bischof von Passau werden. Durch ihn erwarb die niederösterreichische Linie der Herren von Hagenau weitere Ämter (z.B. Vogt von Vöcklabruck), Lehen und Eigenbesitz in Oberösterreich und Salzburg.
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Im Zuge der Missionierung, Erschließung und Rodung neuer Territorien des altbayrischen Stammesgebietes siedelten Ende des [[11. Jahrhundert]]s einige Edelfreie Hagenauer, von ihrem bayrischen Stammsitz Hagenau bei Schrobenhausen (nördlich von Freising) kommend, in Richtung südöstlicher Grenze. Sie bekleideten Ämter der [[Salzburger Kirchenprovinz|Suffraganbistümer]] Salzburgs als Vögte des Hochstiftes [[Freising]], des Hochstiftes [[Regensburg]] und zumeist des Hochstiftes [[Passau]]. Um [[1080]] wird in einer alten Chronik Guntpolt (Gumpoldus) von Hagenau auf seinem Lehen in Neuburg am Inn (bei Vornbach südlich von Passau) genannt. Guntpolts Bruder, der Edle Hartwicus von Hagenau, wird im Jahr [[1088]] auf seinem Stammsitz der Burg Hagenau bei Braunau in [[Oberösterreich]] (50 km südwestlich von Neuburg am Inn) genannt, wo er im Auftrag des Hochstiftes Passau saß. Auf dem dritten Stammsitz der Hagenauer, der Veste Hagenau-Kasten bei Böheimkirchen in Niederösterreich (200 km östlich von Neuburg am Inn), wird der Sohn Hartwigs und ebenfalls aus Freising stammende Domvogt von Passau, Reimprecht (oder Reginbert I.) von Hagenau, im Jahr [[1098]] erstmals erwähnt. Der Witwer Reimprecht von Hagenau heiratete [[1108]] die ebenso verwitwete Helena von Lanzendorf (geborene von Stille und Heft), deren vermögender Mann Lanzo ermordet worden war. Mit seinem Schwager, dem Edelfreien Udalschalk von Stille und Heft, wird er als Mitstifter des Klosters Seitenstetten gesehen. Reimprecht hatte fünf Kinder namens Werinhart (Sohn aus erster Ehe und Vogt von Mondsee), Hartwig (Sitz in Braunau, Vogt in Vöcklabruck), Richarda (Stieftochter und Nonne in Seitenstetten), Reginbert II. (Bischof von Passau) und Odalricus (Ulrich). Reimprecht selbst war von [[1110]] bis [[1114]] Vogt des [[Regensburg]]er [[Kloster Mondsee|Klosters Mondsee]], dessen Vogtamt sein Sohn Werinhart übertragen bekam. Ein "angeheirateter" Verwandter Reimprechts (der Halbbruder des verstorbenen ersten Mannes seiner Frau Helena) war der Passauer Bischof Ulrich I. (auch Ulrich von Passau), der zwischen [[1092]] und [[1121]] das Passauer Bischofs-Amt inne hatte. Reimprechts zweitgeborener Sohn Reginbert II. (auch Reginbert der Jüngere) sollte 17 Jahre später von [[1138]] bis [[1148]] (übernächster) Bischof von Passau werden. Durch ihn erwarb die niederösterreichische Linie der Herren von Hagenau weitere Ämter (z.B. Vogt von Vöcklabruck), Lehen und Eigenbesitz in Oberösterreich und Salzburg.
    
== Nach der Familienverzweigung im 11. Jahrhundert ==
 
== Nach der Familienverzweigung im 11. Jahrhundert ==
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