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| − | '''Franziskus Dückher von Hasslau zu Urstein und Winckl ''' (* [[27. September]] [[1609]] Innsbruck, † [[14. Oktober]] [[1671]] in [[Salzburg]]) schrieb eine der bedeutendsten Chroniken der Salzburger Geschichte. | + | '''Franziskus Dückher von Hasslau zu Urstein und Winckl ''' (* [[27. September]] [[1609]] Innsbruck, [[Tirol]], † [[14. Oktober]] [[1671]] in [[Salzburg]]) schrieb eine der bedeutendsten Chroniken der Salzburger Geschichte. |
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| | ==Leben== | | ==Leben== |
| | Dückher kam erst mit 16 Jahren nach Salzburg, also [[1625]], um an der erst gerade gegründeten [[Universität]] zu studieren. Aber der Aufenthalt dauerte zunächst nicht lange. Die Pest machte auch vor Salzburg nicht Halt und Dückher von den Eltern, denen von drei Kindern zwei schon in jungen Jahren verstorben waren, zuerst nach Süddeutschland und dann ins Burgund (Frankreich) geschickt wurde. | | Dückher kam erst mit 16 Jahren nach Salzburg, also [[1625]], um an der erst gerade gegründeten [[Universität]] zu studieren. Aber der Aufenthalt dauerte zunächst nicht lange. Die Pest machte auch vor Salzburg nicht Halt und Dückher von den Eltern, denen von drei Kindern zwei schon in jungen Jahren verstorben waren, zuerst nach Süddeutschland und dann ins Burgund (Frankreich) geschickt wurde. |
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| − | [[1631]] wurde Franz Dückher Truchseß (ursprünglich die Amtsbezeichnung für den Küchenmeister, der die Speisen auftrug<sup>([[#1|1]])</sup>) in München am Hofe des Herzogs Albrecht von Bayern. Auch dort musste Dückher bald weg. Aber diesmal vor den anmarschierenden Schweden, die München bedrohten. Der Herzog, und mit ihm Dückher, flohen nach Salzburg. | + | [[1631]] wurde Franz Dückher Truchseß (ursprünglich die Amtsbezeichnung für den Küchenmeister, der die Speisen auftrug<sup>([[#1|1]])</sup>) in München am Hofe des Herzogs Albrecht von [[Bayern]]. Auch dort musste Dückher bald weg. Aber diesmal vor den anmarschierenden Schweden, die München bedrohten. Der Herzog, und mit ihm Dückher, flohen nach Salzburg. |
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| | [[1633]] heiratete Dückher Maria Clara Spindlerin und bezog Schloss Rettenberg bei Kolsaß in Tirol, das im Pfandbesitz der Familie war. | | [[1633]] heiratete Dückher Maria Clara Spindlerin und bezog Schloss Rettenberg bei Kolsaß in Tirol, das im Pfandbesitz der Familie war. |
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| − | Als die Mutter der Maria Clara starb, erbte diese die Besitzung [[Schloss Urstein]], die damals auf der anderen Seite der Salzach lag. Denn das uns bekannte Schloss wurde erst Jahrzehnte später von Dückhers Sohn Alfons erbaut. Nach kräftiger Renovierung siedelte Dückher mit seiner Familie [[1637]] von Rettenberg nach Urstein. Drei Jahre später trat er in die Dienste Erzbischofs [[Paris Graf Lodron]] als Hofrat und Oberstjägermeister, und wenige Monate später wurde er überdies noch Hofkammerrat. | + | Als die Mutter der Maria Clara starb, erbte diese die Besitzung [[Schloss Urstein]], die damals auf der anderen Seite der [[Salzach]] lag. Denn das uns bekannte Schloss wurde erst Jahrzehnte später von Dückhers Sohn Alfons erbaut. Nach kräftiger Renovierung siedelte Dückher mit seiner Familie [[1637]] von Rettenberg nach Urstein. Drei Jahre später trat er in die Dienste Erzbischofs [[Paris Graf Lodron]] als Hofrat und Oberstjägermeister, und wenige Monate später wurde er überdies noch Hofkammerrat. |
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| | Man vermutet, dass Dückher damals schon an seiner Chronik arbeitete. Damit wurde er der Zensur verdächtig. Das brachte ihm nicht nur Feinde, er fiel schließlich beim Erzbischof in Ungnade. So verließ er [[1644]] die erzbischöflichen Dienste, um ausschließlich an seiner Chronik zu arbeiten. | | Man vermutet, dass Dückher damals schon an seiner Chronik arbeitete. Damit wurde er der Zensur verdächtig. Das brachte ihm nicht nur Feinde, er fiel schließlich beim Erzbischof in Ungnade. So verließ er [[1644]] die erzbischöflichen Dienste, um ausschließlich an seiner Chronik zu arbeiten. |
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| | Seine Familie war sehr kinderreich, doch starben mehrere als Kleinkinder; drei seiner Söhne kamen, als sie mit einem Schiff von Urstein zurück an den Studienort Salzburg fahren wollten, unmittelbar beim heutigen [[Elisabethkai]] ums Leben. | | Seine Familie war sehr kinderreich, doch starben mehrere als Kleinkinder; drei seiner Söhne kamen, als sie mit einem Schiff von Urstein zurück an den Studienort Salzburg fahren wollten, unmittelbar beim heutigen [[Elisabethkai]] ums Leben. |
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| − | Dückher, der schon einmal ein Haus in Salzburg besessen hatte, kaufte sich in der [[Chiemseegasse]] eine Stadtbleibe. Am [[11. Mai]] [[1651]] erhielt er die Landsmannschaft im [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistum Salzburg]], und sein Wappen wurde in die Landtafel eingemalt. Einen Monat später erhielt er von Erzbischof Paris Lodron das Pflegeramt<sup>([[#2|2]])</sup> in Werfen verliehen. Der Nachfolger Lodrons, Guidobald von Thun, übertrug Dückher schließlich das Pflegeramt in [[Hallein]] und die wichtige Position des Oberwaldmeisters, dem das gesamte [[Salzbergbau|Salinenwesen]] in Hallein mit den Bergwerken und Sudhäusern, der Salzkasse und der Überwachung des Salzhandels unterstand. Der neue Pfleger versuchte Missstände abzustellen. | + | Dückher, der schon einmal ein Haus in Salzburg besessen hatte, kaufte sich in der [[Chiemseegasse]] eine Stadtbleibe. Am [[11. Mai]] [[1651]] erhielt er die Landsmannschaft im [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistum Salzburg]], und sein Wappen wurde in die Landtafel eingemalt. Einen Monat später erhielt er von Erzbischof Paris Lodron das Pflegeramt<sup>([[#2|2]])</sup> in [[Werfen]] verliehen. Der Nachfolger Lodrons, [[Guidobald Graf Thun]], übertrug Dückher schließlich das Pflegeramt in [[Hallein]] und die wichtige Position des Oberwaldmeisters, dem das gesamte [[Salzbergbau|Salinenwesen]] in [[Hallein]] mit den Bergwerken und Sudhäusern, der Salzkasse und der Überwachung des [[Salzhandel]]s unterstand. Der neue Pfleger versuchte Missstände abzustellen. |
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| − | Und er hatte insbesondere für alle Brücken und den großen Holzhandel bei Hallein zu sorgen. Überschwemmungen aber hinterließen schreckliche Verheerungen. Dückher ließ die geborstenen Holzrechen neu errichten. Er übernahm sich körperlich und wurde schwer krank. Eine neue Überschwemmung führte dazu, dass die Feinde und Neider Dückhers erreichten, dass der Erzbischof eine Untersuchungskommission nach Hallein entsandte. Die Angriffe waren ungerecht, aber Dückher trat im Juli [[1662]] sofort aus seinem Dienst und hatte nun die Ruhe, sich seiner Chronik Salzburgs zu widmen. Es wurde die erste deutschsprachige Chronik von Salzburg. Ihr Verfasser starb am 14. Oktober 1671. | + | Und er hatte insbesondere für alle Brücken und den großen Holzhandel bei Hallein zu sorgen. [[Hochwasser|Überschwemmungen]] aber hinterließen schreckliche Verheerungen. Dückher ließ die geborstenen Holzrechen neu errichten. Er übernahm sich körperlich und wurde schwer krank. Eine neue Überschwemmung führte dazu, dass die Feinde und Neider Dückhers erreichten, dass der Erzbischof eine Untersuchungskommission nach Hallein entsandte. Die Angriffe waren ungerecht, aber Dückher trat im Juli [[1662]] sofort aus seinem Dienst und hatte nun die Ruhe, sich seiner Chronik Salzburgs zu widmen. Es wurde die erste deutschsprachige Chronik von Salzburg. Ihr Verfasser starb am 14. Oktober 1671. |
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| | ==Salzburger Chronik== | | ==Salzburger Chronik== |