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Textersetzung - „Weihnachten“ durch „Weihnachten
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''Salzburg den 5/1 [18]78 Meine lieben Theuren! Ich dancke Euch recht herzlich, für die guten Wünsche zum neuen Jahr, der liebe Gott welcher uns bis hirher so glücklich geleitet, möge uns auch ferner in seinen heiligen Schutz nehmen. Ich bethe schon immer fleißig für Euch. Einen Wunsch hege ich für dich lieber Franz – – das du recht bald eine höhere Stellung erhalten mögest, damit du dich leichter thust, in jeder Beziehung. Man braucht so viel zum Lebensunterhalt, ohne den mündesten Aufwand. Nun ist endlich der Fany ihr Wunsch in erfühlung gegangen, mit Zweck [?], ein Christbäumchen herzurichten, ich freute mich für Sie. Wie wird die Kleine gezapelt haben, als sie ihm [!] beleuchtet gesehen. Wie werde ich mich freuen, die Kleine zu sehen. / Otto und Louise wird diese Freude nun zu theil. Bey Otto war ein sehr schöner Christbaum wir halfen alle zu sammen den selben zu Zieren. Die Kindlein bekammen viele und hübsche Sachen. Auch ich wurde reichlich beschenckt mit einer sehr hübschen Haube und 6 sehr hübsche Sacktü[c]her welche ich recht gut brauchen kann. Ich dancke Euch recht schön, das Ihr mir auch woltet eine Freude machen, und etwas kaufen lassen, es wird sich schon einmal etwas finden, was ich recht gut brauchen kann. Mir ist das Liebste wen alles Gesund ist, und Alle Zufrieden sind, dann bin ich es auch. Die Therese läßt allen ein recht glückliches Neujahr wünschen, sie schreibt das ihr zittern in den Händen immermehr überhand nimt, sonnst ist sie Gottlob wohl. / sie freut sich schon wider wen wir zusammen nach Baumkirchen gehen so gott will thue ich es so lange die Therese geht.''
 
''Salzburg den 5/1 [18]78 Meine lieben Theuren! Ich dancke Euch recht herzlich, für die guten Wünsche zum neuen Jahr, der liebe Gott welcher uns bis hirher so glücklich geleitet, möge uns auch ferner in seinen heiligen Schutz nehmen. Ich bethe schon immer fleißig für Euch. Einen Wunsch hege ich für dich lieber Franz – – das du recht bald eine höhere Stellung erhalten mögest, damit du dich leichter thust, in jeder Beziehung. Man braucht so viel zum Lebensunterhalt, ohne den mündesten Aufwand. Nun ist endlich der Fany ihr Wunsch in erfühlung gegangen, mit Zweck [?], ein Christbäumchen herzurichten, ich freute mich für Sie. Wie wird die Kleine gezapelt haben, als sie ihm [!] beleuchtet gesehen. Wie werde ich mich freuen, die Kleine zu sehen. / Otto und Louise wird diese Freude nun zu theil. Bey Otto war ein sehr schöner Christbaum wir halfen alle zu sammen den selben zu Zieren. Die Kindlein bekammen viele und hübsche Sachen. Auch ich wurde reichlich beschenckt mit einer sehr hübschen Haube und 6 sehr hübsche Sacktü[c]her welche ich recht gut brauchen kann. Ich dancke Euch recht schön, das Ihr mir auch woltet eine Freude machen, und etwas kaufen lassen, es wird sich schon einmal etwas finden, was ich recht gut brauchen kann. Mir ist das Liebste wen alles Gesund ist, und Alle Zufrieden sind, dann bin ich es auch. Die Therese läßt allen ein recht glückliches Neujahr wünschen, sie schreibt das ihr zittern in den Händen immermehr überhand nimt, sonnst ist sie Gottlob wohl. / sie freut sich schon wider wen wir zusammen nach Baumkirchen gehen so gott will thue ich es so lange die Therese geht.''
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''Roll Karl [ [[Karl Roll]], Anm.] ist verlobt, mit Marie Rauscher. Es war gegenseitig große Einladung, um Weihnachten bei Rauscher bis 12 Nachts war auch die Roll dort, ich glaube am Sonntag darauf, war sie bey Roll. Von beyden, Seiten fühlen sie sich ganz Glücklich. Die Schartl zieht um Nach Wien zu ihren Bruder. Helfte dieses Monnath geht sie fort, sie will sich dort Arbeit suchen. Die Schistl'' [Schiestl, Anm.] ''will sich in Wien 3 Zähne reissen lassen, und auch wegen ihrer sonstigen Gesundheit sich mit einen Arzt besprechen – weil Otto eben in Geschäften hinunter geht, will sie die Gelegenheit benützen, und sich berathen. Louise geht wegen der Ida, um sie bey ihren Gängen zu begleiten. / Ich hoffe Euch ein paar gute Würste senden zu könen, wozu ich Euch einen guten Apedit wünsche. Lebt alle recht wohl von vielen soll ich Euch Glückwünsche zum Neujahr entrichten Lebt Alle recht wohl mit herzlicher Liebe Eure Euch von herzen liebende Mutter Spángler der kleinen Fanerl viele pußerln An Papa und allen Bekanten viele herzlich Grüße.''
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''Roll Karl [ [[Karl Roll]], Anm.] ist verlobt, mit Marie Rauscher. Es war gegenseitig große Einladung, um [[Weihnachten]] bei Rauscher bis 12 Nachts war auch die Roll dort, ich glaube am Sonntag darauf, war sie bey Roll. Von beyden, Seiten fühlen sie sich ganz Glücklich. Die Schartl zieht um Nach Wien zu ihren Bruder. Helfte dieses Monnath geht sie fort, sie will sich dort Arbeit suchen. Die Schistl'' [Schiestl, Anm.] ''will sich in Wien 3 Zähne reissen lassen, und auch wegen ihrer sonstigen Gesundheit sich mit einen Arzt besprechen – weil Otto eben in Geschäften hinunter geht, will sie die Gelegenheit benützen, und sich berathen. Louise geht wegen der Ida, um sie bey ihren Gängen zu begleiten. / Ich hoffe Euch ein paar gute Würste senden zu könen, wozu ich Euch einen guten Apedit wünsche. Lebt alle recht wohl von vielen soll ich Euch Glückwünsche zum Neujahr entrichten Lebt Alle recht wohl mit herzlicher Liebe Eure Euch von herzen liebende Mutter Spángler der kleinen Fanerl viele pußerln An Papa und allen Bekanten viele herzlich Grüße.''
 
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==== Brief vom 20. Dezember 1879 von Fanni Spängler an Fanny Kobler ====
 
==== Brief vom 20. Dezember 1879 von Fanni Spängler an Fanny Kobler ====
 
Brief von [[Franziska Spängler]] an [[Franziska Kobler]]; ein Bogen; / = Seitenwechsel; [Ergänzungen]; // = Absatz:<br />
 
Brief von [[Franziska Spängler]] an [[Franziska Kobler]]; ein Bogen; / = Seitenwechsel; [Ergänzungen]; // = Absatz:<br />
''Wien 20 Dezember 1879 Liebe Großmutter! // Mit ganz besonderer Freude empfing ich deinen lieben Brief, denn die bewundernswert festen und klaren Schriftzüge beweisen mir, daß erstens dein Befinden ein gutes ist, und daß zweitens deine Sehkraft sich stets beßert. // Ich hatte dir noch vor Weihnachten antworten wollen, doch blieb es leider beim Vorsatze. // So wünsche ich dir denn in meines Mannes Namen und in meinem eigenen recht frohe, vergnügte Weihnachten und bitte dich zugleich, den beiligenden Schuhe freundlich entgegen / zu nehmen als Zeichen aufrichtiger Dankbarkeit. // Gerne hätte ich dir eine größere Arbeit gemacht, doch wußte ich nicht, was du allenfalls brauchen könntest.
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''Wien 20 Dezember 1879 Liebe Großmutter! // Mit ganz besonderer Freude empfing ich deinen lieben Brief, denn die bewundernswert festen und klaren Schriftzüge beweisen mir, daß erstens dein Befinden ein gutes ist, und daß zweitens deine Sehkraft sich stets beßert. // Ich hatte dir noch vor [[Weihnachten]] antworten wollen, doch blieb es leider beim Vorsatze. // So wünsche ich dir denn in meines Mannes Namen und in meinem eigenen recht frohe, vergnügte [[Weihnachten]] und bitte dich zugleich, den beiligenden Schuhe freundlich entgegen / zu nehmen als Zeichen aufrichtiger Dankbarkeit. // Gerne hätte ich dir eine größere Arbeit gemacht, doch wußte ich nicht, was du allenfalls brauchen könntest.
    
''Ich freue mich sehr auf den Christbaum, denn ich hoffe, die Kinder werden sehr glücklich sein beim Weihnachtsbaum. Toni bekommt eine Gummipuppe und Franzi eine Schachtel mit Küchengeschirr und eine kleine Zimmereinrichtung, dazu eine große und kleine Puppe, die ich selbst gekleidet habe und zwar mit Kleidern aus Häckelarbeit, so wie ich sie einst für mich selbst gemacht habe. Ein kleines Bett ist auch dabei und auf besondern Wunsch meiner Tochter auch eine / kleine Schaufel und Besen, damit sie aufkehren kann. Die ganze Zimmereinrichtung, doch ohne Bettstelle, kostet 40 Kreuzer, man weiß wirklich nicht, wie die Leute so etwas liefern können. // Eine größere Puppe bekommt Franzi auch, denn ihre Mimi die schon mit in Salzburg war, ist nicht mehr schön.
 
''Ich freue mich sehr auf den Christbaum, denn ich hoffe, die Kinder werden sehr glücklich sein beim Weihnachtsbaum. Toni bekommt eine Gummipuppe und Franzi eine Schachtel mit Küchengeschirr und eine kleine Zimmereinrichtung, dazu eine große und kleine Puppe, die ich selbst gekleidet habe und zwar mit Kleidern aus Häckelarbeit, so wie ich sie einst für mich selbst gemacht habe. Ein kleines Bett ist auch dabei und auf besondern Wunsch meiner Tochter auch eine / kleine Schaufel und Besen, damit sie aufkehren kann. Die ganze Zimmereinrichtung, doch ohne Bettstelle, kostet 40 Kreuzer, man weiß wirklich nicht, wie die Leute so etwas liefern können. // Eine größere Puppe bekommt Franzi auch, denn ihre Mimi die schon mit in Salzburg war, ist nicht mehr schön.

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