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[oben, auf dem Kopf:] ''Die Stiefel passen der Kleinen sehr gut. Eben steht Franzi ganz allein, d. h. sie hält sich selbst am.''
 
[oben, auf dem Kopf:] ''Die Stiefel passen der Kleinen sehr gut. Eben steht Franzi ganz allein, d. h. sie hält sich selbst am.''
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''gefällt es ihr sehr gut, sie ist gar nicht scheu, deine Mutter scheint sie'' [ihr, Anm.] ''recht gut zu gefallen. Mit Otto’s Kindern, zu denen ich sie gestern brachte, unterhält sie sich recht gut. Die kleine Berta hat ihr gestern, nachdem sie ihre Scheu überwunden hatte, immer schön gethan. Noch hat Niemand etwas dagegen gesagt, daß ich das Kind trage. Franzi war gestern sehr schön mit ihrem grauen Kleidchen und dem blauen Bande. Besuch habe ich zuerst bei deiner Mutter gemacht dann bei meinen Eltern. Die Geschwister freuen sich sehr über ihre kleine Nichte, besonders lieb hat sie aber meine Mutter, die ja alle Kinder so gern hat. Gestern war ich zuerst bei Schneeberger, welche nächstens fortreist, da ich sie doch sehen wollte.  Nach Tische war ich bei Plachetka, dann bei Otto, Abends im Mirabellgarten. Heute will ich Vormittag zu Tante Alois gehen, und Nachmittag / in’s Weinbründl<ref>vielleicht ein Vorgänger der [[Villa Weinbründl]]?</ref> zu Emma'' [[[Emma Schumacher|Schumacher]], Anm.] '', welche mich sogleich am Tage meiner Ankunft besuchte.'' //
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''gefällt es ihr sehr gut, sie ist gar nicht scheu, deine Mutter scheint sie'' [ihr, Anm.] ''recht gut zu gefallen. Mit Otto’s Kindern, zu denen ich sie gestern brachte, unterhält sie sich recht gut. Die kleine Berta hat ihr gestern, nachdem sie ihre Scheu überwunden hatte, immer schön gethan. Noch hat Niemand etwas dagegen gesagt, daß ich das Kind trage. Franzi war gestern sehr schön mit ihrem grauen Kleidchen und dem blauen Bande. Besuch habe ich zuerst bei deiner Mutter gemacht dann bei meinen Eltern. Die Geschwister freuen sich sehr über ihre kleine Nichte, besonders lieb hat sie aber meine Mutter, die ja alle Kinder so gern hat. Gestern war ich zuerst bei Schneeberger, welche nächstens fortreist, da ich sie doch sehen wollte.  Nach Tische war ich bei Plachetka, dann bei Otto, Abends im Mirabellgarten. Heute will ich Vormittag zu Tante Alois gehen, und Nachmittag / in’s Weinbründl<ref>vielleicht ein Vorgänger der [[Villa Weinbründl]]?</ref> zu Emma'' [ [[Emma Schumacher|Schumacher]], Anm.] '', welche mich sogleich am Tage meiner Ankunft besuchte.'' //
    
''11 ¼ Uhr. // Du Lieber, Guter, beschämst mich heute, indem du mir die Karte schickst, und ich dir gestern nicht geschrieben habe. Deinen Brief bekam ich erst nach Tisch, da kam ich nicht mehr rechtzeitig zum Schreiben. So viel ich kann, gehe ich fort. Es geht mir im Ganzen recht gut, ich setze schon durch was ich haben will. Die kleine Maus ist recht brav, ich hoffe, sie lernt auch je[t]zt einschlafen, ohne daß ich bei ihr sitze. Sie hat ein recht nettes Gitterbett von Frau Emma, da befindet sie sich sehr wo[h]l darin. Der halck Nazi [?] ist meist ihre Schlafgesellschaft. // Wenn ich Franzi frage, wo ist der Papa, so zeigt sie mit der Hand: nicht da, oder wenn ich das Medaillon habe, zeigt sie darauf, / und giebt dann dem Papa ein Bußerl, und die Mamma thut desgleichen. // Lieber guter Franzl, ich freue mich schon schrecklich auf dich. // Deine gute Mutter sieht recht gut aus, auch die Großmutter u. die Eltern. Bei Großmutter ist es wunderbar wie sie sich wieder erholt hat. Ihr Sehen ist leider schlecht, aber sie will nicht merken laßen, wenn sie etwas nicht sieht. Mit der Kraft geht es an, es könnte wo[h]l Manches anders sein.''
 
''11 ¼ Uhr. // Du Lieber, Guter, beschämst mich heute, indem du mir die Karte schickst, und ich dir gestern nicht geschrieben habe. Deinen Brief bekam ich erst nach Tisch, da kam ich nicht mehr rechtzeitig zum Schreiben. So viel ich kann, gehe ich fort. Es geht mir im Ganzen recht gut, ich setze schon durch was ich haben will. Die kleine Maus ist recht brav, ich hoffe, sie lernt auch je[t]zt einschlafen, ohne daß ich bei ihr sitze. Sie hat ein recht nettes Gitterbett von Frau Emma, da befindet sie sich sehr wo[h]l darin. Der halck Nazi [?] ist meist ihre Schlafgesellschaft. // Wenn ich Franzi frage, wo ist der Papa, so zeigt sie mit der Hand: nicht da, oder wenn ich das Medaillon habe, zeigt sie darauf, / und giebt dann dem Papa ein Bußerl, und die Mamma thut desgleichen. // Lieber guter Franzl, ich freue mich schon schrecklich auf dich. // Deine gute Mutter sieht recht gut aus, auch die Großmutter u. die Eltern. Bei Großmutter ist es wunderbar wie sie sich wieder erholt hat. Ihr Sehen ist leider schlecht, aber sie will nicht merken laßen, wenn sie etwas nicht sieht. Mit der Kraft geht es an, es könnte wo[h]l Manches anders sein.''

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