| | ''Graz 27/10 [18]59 / Liebster Otto! Leider haben mein letzter Brief u. der der Mutter sich umgangen, u. ich warte'' […] (…auf den nächsten Brief, und er schickt dann die "Quittung vom Stipendium" … "Nun erst einige Neuigkeiten." … Theodor Spängler<ref>Theodor I. Eduard Maria Spängler (* 1824; † 1916), am 13. Februar 1860 verheiratet mit Theresia Zunzer (* 1838; † 1917).</ref> in Friesach ist "verliebt", Otto soll aber bei Spängler nichts sagen, es ist ungewiss, ob aus "der ganzen Geschichte etwas Ernstes wird"; bei anderen herrscht "Eifersucht" [unterstrichen]; ein Brief von "Duscher Karl", der schreibt, dass Kießling jetzt statt Philologie Medizin studiert. [Fortsetzung nächste Seite:] ''30/10 59.'' (…für die geplante Schillerfeier in Graz war vorgesehen, die «Gloke» melodramatisch aufzuführen, aber es fand sich kein Klavierauszug, sie haben das Ganze aufgegeben; er fragt nach der Salzburger Schillerfeier, "bei der Prof. Weiss eine Rede halten wird." [Fortsetzung nächste Seite:] ''31/10 59.'' (Er erinnert den Bruder an die stenographische Zeitung. "Angerer war fast 8 Tage hier, u. hat seine Prüf[un]g<ref>Auch in späteren Briefe verwendet [[Franz Xaver Gregor Spängler]] häufig Abkürzungen: u[nd]. / d[ur]ch usw.</ref>, wenn auch nicht mit besonderm Erfolge bestanden. Troll, der ebenfalls vor Angerer hier war u. sie mit Angerer machte, ist gefallen." … "An Euren Lesungen möchte ich sehr gerne Antheil nehmen. Grüße mir alle Mitglieder herzlich; sie sollen manchmal dabei auch meiner gedenken; wenn ihnen wieder einmal eine Räthsel-Auflös[un]gs commission zusammen tritt, schreib‘ es mir; dann werde ich auch etwas einschiken." ... Er fragt nach Vinzenz und ob sie mit ihm spazieren gehen. [Es folgenden zwei Zeilen in Steno] … "Sind in Salzburg auch Vertrauensmänner zur Berath[un]g über das Gemeindegesez [!] gewählt worden? Wer ist denn bei dieser Commission dabei?" … "Alle Bekannten laße ich herzlichst grüßen resp. ihnen die Hand küßen etc." … ''kannst [d]u am Schluße des Jahres auch meine Physikschriften verkaufen; sonst schenke ich sie dem Hubert. Nun lebe wohl, grüße mir die Therese u schreibe bald Deinem ewig treuen Bruder FXSpgr.'') [folgt eine Zeile in Steno] | | ''Graz 27/10 [18]59 / Liebster Otto! Leider haben mein letzter Brief u. der der Mutter sich umgangen, u. ich warte'' […] (…auf den nächsten Brief, und er schickt dann die "Quittung vom Stipendium" … "Nun erst einige Neuigkeiten." … Theodor Spängler<ref>Theodor I. Eduard Maria Spängler (* 1824; † 1916), am 13. Februar 1860 verheiratet mit Theresia Zunzer (* 1838; † 1917).</ref> in Friesach ist "verliebt", Otto soll aber bei Spängler nichts sagen, es ist ungewiss, ob aus "der ganzen Geschichte etwas Ernstes wird"; bei anderen herrscht "Eifersucht" [unterstrichen]; ein Brief von "Duscher Karl", der schreibt, dass Kießling jetzt statt Philologie Medizin studiert. [Fortsetzung nächste Seite:] ''30/10 59.'' (…für die geplante Schillerfeier in Graz war vorgesehen, die «Gloke» melodramatisch aufzuführen, aber es fand sich kein Klavierauszug, sie haben das Ganze aufgegeben; er fragt nach der Salzburger Schillerfeier, "bei der Prof. Weiss eine Rede halten wird." [Fortsetzung nächste Seite:] ''31/10 59.'' (Er erinnert den Bruder an die stenographische Zeitung. "Angerer war fast 8 Tage hier, u. hat seine Prüf[un]g<ref>Auch in späteren Briefe verwendet [[Franz Xaver Gregor Spängler]] häufig Abkürzungen: u[nd]. / d[ur]ch usw.</ref>, wenn auch nicht mit besonderm Erfolge bestanden. Troll, der ebenfalls vor Angerer hier war u. sie mit Angerer machte, ist gefallen." … "An Euren Lesungen möchte ich sehr gerne Antheil nehmen. Grüße mir alle Mitglieder herzlich; sie sollen manchmal dabei auch meiner gedenken; wenn ihnen wieder einmal eine Räthsel-Auflös[un]gs commission zusammen tritt, schreib‘ es mir; dann werde ich auch etwas einschiken." ... Er fragt nach Vinzenz und ob sie mit ihm spazieren gehen. [Es folgenden zwei Zeilen in Steno] … "Sind in Salzburg auch Vertrauensmänner zur Berath[un]g über das Gemeindegesez [!] gewählt worden? Wer ist denn bei dieser Commission dabei?" … "Alle Bekannten laße ich herzlichst grüßen resp. ihnen die Hand küßen etc." … ''kannst [d]u am Schluße des Jahres auch meine Physikschriften verkaufen; sonst schenke ich sie dem Hubert. Nun lebe wohl, grüße mir die Therese u schreibe bald Deinem ewig treuen Bruder FXSpgr.'') [folgt eine Zeile in Steno] |