| − | Franz ''Francesco'' Castelli<ref>In Verbindung mit "Ariernachweis" und "Ahnenpass" wird die Identität von [Nr. 78] Franz Castelli für die Familie wichtig. Aus den Belegen bei den Kobler-Spängler-Briefen ([[Kobler-Spängler-Briefe]]) [dort nicht abgedruckt]] ergibt sich, dass "Rudl" Widerhofer am 27. Dezember 1938 aus Innsbruck an Franziska Spängler schreibt. Er bedankt sich für den Brief über die Ahnen, hinter denen er "wie der Geier" her ist. Selbst will er entsprechende Geburtsscheine besorgen und fragt nach "Castelli". (Die Schwester von Franzi Spängler, Toni Spängler, * 1879; † 1918, heiratete Rudolf von Widerhofer, * 1876; † 1940.) "Tante Franzi" [Nr. 9 a; Franziska Spängler] wäre eine "noch prächtigere Tante", wenn sie "den Kerl ermitteln" könnte; er fragt, ob sie irgendein Dokument hätte und bittet Grüße auch an Holzapfel auszurichten. Dazu gehört ein Brief an Franzi Spängler, Krems, Ringstr. 2, [Poststempel] 2. Oktober 1939, von Otto Dafert ([Stempel:] Dozent Dr. Otto Dafert, Wien 27, Trunnerstraße 1), mit maschinenschriftlichen Blättern und einem Brief (vergleiche [[Kobler-Spängler-Briefe]], dort nicht abgedruckt): "Wien, am 2. Oktober 1939" an Franzi [Franziska Spängler] mit der Abschrift des Taufscheines von Franz Castelli; ebenso ein Blatt von Otto [Dafert] vom 13. Februar 1939 wegen des Totenscheins von Castelli mit dem Geburtsjahr 1798; der Vater wäre Offizier gewesen. Ein Blatt liegt bei, italienisch, datiert Brescia 1939, die maschinenschriftliche Abschrift vom Taufschein "Francesco Filastro" Castelli, Sohn des Giovanni Antonio Castelli und der Rosa, Tochter des Giovanni Palini, Brescia 18. Juli 1796, ausgestellt 1939. - "Castelli" dürfte ein verbreitete Name sein. Kaum Verwandtschaft besteht mit dem [[Wien]]er Ignaz Franz Castelli (* [[1781]]; † [[1862]]), der selbst über seine Familie in ''Aus dem Leben eines Wiener Phäaken [[1781]]–[[1862]]. Die Memoiren des I. F. Castelli'' neu hrsg. von Adolf Saager, 3. Auflage, Stuttgart (o.J.), S. 37 schreibt ''Mein Name hat zwar italienischen Klang, und es wäre wohl zu vermuten, dass meine Voreltern Italiener gewesen seien, aber ich habe darüber nie etwas Gewisses erfahren können, denn mein Vater selbst wusste über seine Ahnenleiter nichts weiter, als dass sein Vater ein ehrsamer Schneidermeister in der Leopoldstadt [Wien] gewesen sei.''</ref> aus Brescia in Oberitalien, schreibt [[1821]] und [[1827]] aus Peterwardein (damals [[Habsburgermonarchie]], heute Novi Sad) in [[Serbien]] und aus (dem ebenfalls in dieser Zeit unter österreichischem Einfluss stehenden) [[Venedig]] fünf Briefe an seine Verlobte Fanny Kobler in Salzburg. Sie heiraten nicht, bleiben aber im Kontakt. Er, Landvermesser beim Militär, im "Genie Korps" (Pioniere) im Rang eines Oberleutnants, stirbt, bevor er eine Familie ernähren kann. | + | Franz ''Francesco'' Castelli<ref>In Verbindung mit "Ariernachweis" und "Ahnenpass" wird die Identität von [Nr. 78] Franz Castelli für die Familie wichtig. Aus den Belegen bei den Kobler-Spängler-Briefen ([[Kobler-Spängler-Briefe]]) [dort nicht abgedruckt] ergibt sich, dass "Rudl" Widerhofer am 27. Dezember 1938 aus Innsbruck an Franziska Spängler schreibt. Er bedankt sich für den Brief über die Ahnen, hinter denen er "wie der Geier" her ist. Selbst will er entsprechende Geburtsscheine besorgen und fragt nach "Castelli". (Die Schwester von Franzi Spängler, Toni Spängler, * 1879; † 1918, heiratete Rudolf von Widerhofer, * 1876; † 1940.) "Tante Franzi" [Nr. 9 a; Franziska Spängler] wäre eine "noch prächtigere Tante", wenn sie "den Kerl ermitteln" könnte; er fragt, ob sie irgendein Dokument hätte und bittet Grüße auch an Holzapfel auszurichten. Dazu gehört ein Brief an Franzi Spängler, Krems, Ringstr. 2, [Poststempel] 2. Oktober 1939, von Otto Dafert ([Stempel:] Dozent Dr. Otto Dafert, Wien 27, Trunnerstraße 1), mit maschinenschriftlichen Blättern und einem Brief (vergleiche [[Kobler-Spängler-Briefe]], dort nicht abgedruckt): "Wien, am 2. Oktober 1939" an Franzi [Franziska Spängler] mit der Abschrift des Taufscheines von Franz Castelli; ebenso ein Blatt von Otto [Dafert] vom 13. Februar 1939 wegen des Totenscheins von Castelli mit dem Geburtsjahr 1798; der Vater wäre Offizier gewesen. Ein Blatt liegt bei, italienisch, datiert Brescia 1939, die maschinenschriftliche Abschrift vom Taufschein "Francesco Filastro" Castelli, Sohn des Giovanni Antonio Castelli und der Rosa, Tochter des Giovanni Palini, Brescia 18. Juli 1796, ausgestellt 1939. - "Castelli" dürfte ein verbreitete Name sein. Kaum Verwandtschaft besteht mit dem [[Wien]]er Ignaz Franz Castelli (* [[1781]]; † [[1862]]), der selbst über seine Familie in ''Aus dem Leben eines Wiener Phäaken [[1781]]–[[1862]]. Die Memoiren des I. F. Castelli'' neu hrsg. von Adolf Saager, 3. Auflage, Stuttgart (o.J.), S. 37 schreibt ''Mein Name hat zwar italienischen Klang, und es wäre wohl zu vermuten, dass meine Voreltern Italiener gewesen seien, aber ich habe darüber nie etwas Gewisses erfahren können, denn mein Vater selbst wusste über seine Ahnenleiter nichts weiter, als dass sein Vater ein ehrsamer Schneidermeister in der Leopoldstadt [Wien] gewesen sei.''</ref> aus Brescia in Oberitalien, schreibt [[1821]] und [[1827]] aus Peterwardein (damals [[Habsburgermonarchie]], heute Novi Sad) in [[Serbien]] und aus (dem ebenfalls in dieser Zeit unter österreichischem Einfluss stehenden) [[Venedig]] fünf Briefe an seine Verlobte Fanny Kobler in Salzburg. Sie heiraten nicht, bleiben aber im Kontakt. Er, Landvermesser beim Militär, im "Genie Korps" (Pioniere) im Rang eines Oberleutnants, stirbt, bevor er eine Familie ernähren kann. |
| | Castelli schreibt aus Salzburg am [[31. Dezember]] [[1820]] an [[Seraphin Kobler]]. Er beichtet dem Vater Kobler das "Unglück", den "Unfall", bittet aber, nicht nur dem "bösen Zorn" zu folgen. Nach drei Jahren erwartet er zum Hauptmann zu avancieren; er will eine zivile Stelle als Kreis-Ingenieur suchen und kann dann auch seine Familie ernähren. Im Augenblick "darf" er sich in "politischer" wie in ökonomischer Hinsicht nicht verehelichen. Ein Brief an Fanny Kobler, datiert ''Venizia 20 marzo'' [20. März 1832, im Jahr seines Todes], berichtet von seiner Krankheit. Er will nach Brescia reisen, um seine Krankheit pflegen zu lassen. Für März und April zahlt er ''16 t. C. M.'' (Taler ''courante'' Münze) ''ich wünschte der Amalia Hunderte geben zu können'', aber wegen seiner Krankheit muss er dem Arzt viel bezahlen. | | Castelli schreibt aus Salzburg am [[31. Dezember]] [[1820]] an [[Seraphin Kobler]]. Er beichtet dem Vater Kobler das "Unglück", den "Unfall", bittet aber, nicht nur dem "bösen Zorn" zu folgen. Nach drei Jahren erwartet er zum Hauptmann zu avancieren; er will eine zivile Stelle als Kreis-Ingenieur suchen und kann dann auch seine Familie ernähren. Im Augenblick "darf" er sich in "politischer" wie in ökonomischer Hinsicht nicht verehelichen. Ein Brief an Fanny Kobler, datiert ''Venizia 20 marzo'' [20. März 1832, im Jahr seines Todes], berichtet von seiner Krankheit. Er will nach Brescia reisen, um seine Krankheit pflegen zu lassen. Für März und April zahlt er ''16 t. C. M.'' (Taler ''courante'' Münze) ''ich wünschte der Amalia Hunderte geben zu können'', aber wegen seiner Krankheit muss er dem Arzt viel bezahlen. |