| − | ''Mein innigstgeliebter Franz! Recht herzlich freute es mich, heute von dir einen Brief erhalten zu haben, deine Briefe sind selten aber ich kann es dir gar nicht verargen, da du so oft an deine Fany'' [Fanni] ''schreibst, und die Zeit dir ohnedieß oft sehr zugemeßen sein wird. Ich freue mich schon auf den 24te wo ich so Gott will [dich] in meine Arme werde schließen könen, mit Vergnügen nehme ich heute wahr besonders Abends das die große Kälte ein wenig nachläßt, seit 1830 war es nie mehr so kalt wie diese 3 Tage, man glaubte es sey nicht zum außhalten so hat es einen gebrant, wen man auß dem Hauß ging. Wie ich höre so bekömmt man für die Füße Wärm Flaschen, dieß ist doch beßer sonst könte man am Ende ganz steif werden. Ziehe ja jetzt oft die Schafwollsocken an, und das ist klar daß du die schlechten [Hemden] mit denen Krägen als Nachthemden hernimmst, du bekömmst ja ohnedieß 24 neue Taghemden und 6 neue Nachthemden also gewiß genug. Beyliegend sende ich dir die Fingerweite von der Fany'' [Fanni] ''mit, die groß Mutter glaubt, es würde sie ein solchen sihr'' [Zier?] ''freuen, weil der von ihrer Mamma ja gebrochen ist. Ich glaube schon das bey Carl eine Einladung ist, aber ich denke, man wird uns sagen, wir sollen uns nicht genieren, wen wir zur großmutter gehen wollen den ich glaube nicht, daß es Ihre Begehren [?] ist, wenn die groß mutter auch kömmt, die Fany'' [Fanni] ''allein würde sie vieleicht auch einladen, aber die großmutter hat heute gesagt sie wünscht den letzten Weihnachts Abend mit Fany'' [Fanni] ''zu zubringen, bey Schlägl'' [Schlegel] ''ist nur die Christvertheilung, ohne alles weiter. Die großmutter glaubt, wen nicht für sie auch eine Einladung kömmt, so wollen wir 2 den Abend bey ihr zubringen. Alles wird sich geben wen du kömmst. Wir richten uns nach Umständen. Die geldangelegenheit wird Otto schon bedenken wen er eines hat. Heute habe ich wieder um 51 X [Kreuzer] Knöpf gekauft zu die Duchend'' [Bettdecke] ''und Küßziehen. | + | ''Mein innigstgeliebter Franz! Recht herzlich freute es mich, heute von dir einen Brief erhalten zu haben, deine Briefe sind selten aber ich kann es dir gar nicht verargen, da du so oft an deine Fany'' [Fanni, Anm.] ''schreibst, und die Zeit dir ohnedieß oft sehr zugemeßen sein wird. Ich freue mich schon auf den 24te wo ich so Gott will [dich, Anm.] in meine Arme werde schließen könen, mit Vergnügen nehme ich heute wahr besonders Abends das die große Kälte ein wenig nachläßt, seit 1830 war es nie mehr so kalt wie diese 3 Tage, man glaubte es sey nicht zum außhalten so hat es einen gebrant, wen man auß dem Hauß ging. Wie ich höre so bekömmt man für die Füße Wärm Flaschen, dieß ist doch beßer sonst könte man am Ende ganz steif werden. Ziehe ja jetzt oft die Schafwollsocken an, und das ist klar daß du die schlechten [Hemden] mit denen Krägen als Nachthemden hernimmst, du bekömmst ja ohnedieß 24 neue Taghemden und 6 neue Nachthemden also gewiß genug. Beyliegend sende ich dir die Fingerweite von der Fany'' [Fanni, Anm.] ''mit, die groß Mutter glaubt, es würde sie ein solchen sihr'' [Zier? Anm.] ''freuen, weil der von ihrer Mamma ja gebrochen ist. Ich glaube schon das bey Carl eine Einladung ist, aber ich denke, man wird uns sagen, wir sollen uns nicht genieren, wen wir zur großmutter gehen wollen den ich glaube nicht, daß es Ihre Begehren [?] ist, wenn die groß mutter auch kömmt, die Fany'' [Fanni, Anm.] ''allein würde sie vieleicht auch einladen, aber die großmutter hat heute gesagt sie wünscht den letzten Weihnachts Abend mit Fany'' [Fanni, Anm.] ''zu zubringen, bey Schlägl'' [Schlegel, Anm.] ''ist nur die Christvertheilung, ohne alles weiter. Die großmutter glaubt, wen nicht für sie auch eine Einladung kömmt, so wollen wir 2 den Abend bey ihr zubringen. Alles wird sich geben wen du kömmst. Wir richten uns nach Umständen. Die geldangelegenheit wird Otto schon bedenken wen er eines hat. Heute habe ich wieder um 51 X [Kreuzer, Anm.] Knöpf gekauft zu die Duchend'' [Bettdecke, Anm.] ''und Küßziehen. |
| − | ''Das die Geschnitzer gestorben ist wird dir die Fany'' [Fanni] ''schon mitgetheilt haben, gestern war ihr Gottesdienst. Der Stipitz soll heute nach Linz gebracht worden sein in ein Institut, es ist dieß sehr traurig. Dieser Fall vom Stipitz kömmt mir nicht viel beßer vor als bey Egghofer [?]. Den letzten Samstag wo es glücklicherweise noch nicht so kalt war, war ich mit Otto und Louise in Hallein wo wir auch den Schumacher gesehen haben, nun hat er Geltenhaußen bekommen es ist doch etwas und wenn der Doktor FuhXX [?] in der Nacht geholt würde so, schückt an die Leute zu Schumacher es wird wohl nach und nach beßer werden. Lebe recht wohl mein lieber Franz es freut sich inig dich recht bald zu sehen deine treu dich zärtlich liebende Mutter Spängler. Sey versichert das ich dich gewiß täglich im Gebeth einschließe. / | + | ''Das die Geschnitzer gestorben ist wird dir die Fany'' [Fanni, Anm.] ''schon mitgetheilt haben, gestern war ihr Gottesdienst. Der Stipitz soll heute nach Linz gebracht worden sein in ein Institut, es ist dieß sehr traurig. Dieser Fall vom Stipitz kömmt mir nicht viel beßer vor als bey Egghofer [?]. Den letzten Samstag wo es glücklicherweise noch nicht so kalt war, war ich mit Otto und Louise in Hallein wo wir auch den Schumacher gesehen haben, nun hat er Geltenhaußen bekommen es ist doch etwas und wenn der Doktor FuhXX [?] in der Nacht geholt würde so, schückt an die Leute zu Schumacher es wird wohl nach und nach beßer werden. Lebe recht wohl mein lieber Franz es freut sich inig dich recht bald zu sehen deine treu dich zärtlich liebende Mutter Spängler. Sey versichert das ich dich gewiß täglich im Gebeth einschließe. / |
| | [[Otto Spängler]]: ''Lieber Franz! Die Mutter eilt schrecklich mit dem Absenden des Briefes, daher ich außer dem die Mutter betreffenden Weihnachtsgeschenk nichts anderes erörtern kann. Die Mutter braucht nothwendig einen Muff. Ich habe ihr ein Kleid gekauft. Wenn du circa 5 fl spediren willst, bekomme ich einen ordentlichen Muff. Wenn nicht einverstanden, bitte um Correspondenzkarte Dein Otto.'' | | [[Otto Spängler]]: ''Lieber Franz! Die Mutter eilt schrecklich mit dem Absenden des Briefes, daher ich außer dem die Mutter betreffenden Weihnachtsgeschenk nichts anderes erörtern kann. Die Mutter braucht nothwendig einen Muff. Ich habe ihr ein Kleid gekauft. Wenn du circa 5 fl spediren willst, bekomme ich einen ordentlichen Muff. Wenn nicht einverstanden, bitte um Correspondenzkarte Dein Otto.'' |