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''Bey Schlegl [Schlegel, Anm.] geht es abwechselnt gestern war die Nacht sehr gut, vieleicht giebt es sich wider, das nur der Ubergang vom Herbst auf Winter ihm sehr weh gethan hat. / Die Kindlein werden sich ob der Veränderung freuen. Die Franzi wird dieses schon verstehen, Toni nicht. Die Kindlein bitte ich von mir recht herzlich zu küßen. Die Großmutter sagt wen die Rosa hinunter reißt, zur Ubersiedlung oder Wochenbett, so zahlt sie recht gerne einmal die Reise, ich habe gleich zur Rosa gesagt, wir nehmen sie beim Wort. Lebt recht wohl von allen Bekanten viele herzliche Grüße. Mit aller Liebe Eure treue Mutter Toni [!] Spángler.''
 
''Bey Schlegl [Schlegel, Anm.] geht es abwechselnt gestern war die Nacht sehr gut, vieleicht giebt es sich wider, das nur der Ubergang vom Herbst auf Winter ihm sehr weh gethan hat. / Die Kindlein werden sich ob der Veränderung freuen. Die Franzi wird dieses schon verstehen, Toni nicht. Die Kindlein bitte ich von mir recht herzlich zu küßen. Die Großmutter sagt wen die Rosa hinunter reißt, zur Ubersiedlung oder Wochenbett, so zahlt sie recht gerne einmal die Reise, ich habe gleich zur Rosa gesagt, wir nehmen sie beim Wort. Lebt recht wohl von allen Bekanten viele herzliche Grüße. Mit aller Liebe Eure treue Mutter Toni [!] Spángler.''
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==== Brief vom 1. Dezember 1880 von Antonia Spängler an Franz Spängler ====
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Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Wien; ein kleiner Bogen mit grünem Prägedruck "A"; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich; Leseabsatz eingefügt:<br />
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''Salzburg den 1/12 [18]80 // Meine lieber theuerer Franz! // Nimm vor allen meinen herzlichsten Glückwunsch zu deinen kommenden Nammensfeste gütig auf; der liebe Gott möge dir alles zukommen lassen, was dich beglücken kann, vor allen das deine gute Fany recht bald und gesund, wieder auß den Wochenbett herauß kommen, und die lieben Kindlein gesund bleiben. Lieber Franz es ist für Euch gewiß nicht leicht, das gerade in dieser Zeit die Ernen[n]ung für dich gekommen ist<ref>als Bezirksrichter in Pottenstein an der Triesting im November 1880</ref>, aber der liebe Gott wird schon wissen warum; es wird doch alles recht werden. Das Ihr alle wohl seid bin ich im herzen froh. / Mir geht es gottlob auch wider beßer, ich fühlte mich schon noch angegrieffen, aber nicht mehr so arg es kamm mir zu viel zusammen; die Lürzer<ref>Maria Lürzer von Zechenthal, geborene Spängler, † 15. November 1880</ref> so schnel gestorben – den Schleg[e]l'' [Richard Franz Schlegel] ''so schlecht, dann wegen der Rosa immer die Unbestimmtheit ob sie geht oder nicht – ich nahm mir dies alles zu sehr zu Herzen dies alles zusammen hätte [m]ich bald aufgerieben. Ich nehme nun wider alle Tage etwas Malaga, dieß stärkt mich doch wider mehr.''
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''Vorgestern kamm die Großmutter'' [Fanny Kobler] ''mit den Brief von Fany und sagte ich kann ihr nichts geben, mein Magdbett hat die Lürze[r], da fiel mir aber ein das ich eine Duchendreppe [? Tuchent-] und Polster Reppe [?] im Kasten habe, und sagte gleich Großmutter ich glaube ich kann / da helfen, wen du sie dan fühlen [füllen] läßt, und nähen wollen wir auch gerne alles, was du kaufst damit du für dieses kein Geld außlegen darfst, mit demm war sie zufrieden, wir gingen gestern gleich und kauften die nöthigen Sachen, und wir beeilen uns sobald als möglich fertig zu werden, damit du es so bald als möglich bekömmst. Die Großmutter hat glücklicherweise die Tage die Interessen'' [Dividende] ''von den Potenschlag [?] bekommen, so thut sie'' [sich] ''auch leichter. Ich bin froh für Euch, das es so gut geht. Was das Ubergeben der Obligationen betrieft, lassen wir für diesen Augenblü[c]k, wir werden schon etwas außfindig machen, was dir auch recht sein wird. Eine ganze menge der Bekanten wünschen dir doppelt Glück, als alle Spángler Scherlzim [?] Rosalie Lanser. / Angermeier'' [Angermayer] ''Mamma Duregger. Mamma Weitzner Meinger [?]. Die Großmutter läßt Euch auch, schön, grüßen. Wen nur du lieber Franz doch noch über die ersten 9 Tage des Wochenbett[s] in Wien bleiben köntest so wäre es für dich, und Fany leichter, Gott wird es geben. O meine lieben meine Gedanncken sind so viel bey Euch, ich möchte Euch so gerne hülfreiche Hand leisten, und meine Kräfte reichen nicht auß, das fühle ich nur zu gut. Die 77 Jahre lassen sich nicht weg läugnen. Ich werde aber den lieben Gott recht bitten, er möge einen Unsichtbaren Engel senden der hülft, wen die Noth groß ist. Lebt recht wohl Es küßt Euch alle mit aller Liebe Eure treue // Mutter Spángler.''
 
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