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| | == Salzburg == | | == Salzburg == |
| − | Am [[10. März]] [[1806]] legte er in Salzburg folgenden Eid ab: "Ich Joseph Susann schwöre zu Gott einen leiblichen Eid, daß ich in Criminalfällen sowohl bey Vornehmung gerichtl. Angelegenheiten als in der Abgabe schriftlicher Zeugniße, dann in allen dem, was in dergleichen Begebenheiten von mir durch die kurfürstl. Obrigkeit gefordert wird, nach Wissen und Gewissen sohin ganz nach der reinen Pflicht eines Medici mich betrage werde. Diese nemliche Vorschrift und Treue wie auch die genaueste Beobachtung der in der Dienstordnung dd. 1 Hornung 1805 den praktischen Aerzten vergeschriebenen Pflichten gelobe ich unter obiger Eidschwur in den mir vorkommenden Krankheites. und Heilungsfällen, sowahr mit Gott helfe und alle seine Heiligen."<ref>SLA churf. u k.k. österr Reg XI 038 Susan.</ref> Er bekleidete in Salzburg die Funktion eines unentgeltlichen Armenarztes und wurde auch zur Behandlung einer Ruhrepidemie im [[Pongau]] herangezogen. Bei dieser Gelegenheit stellte er fest, dass "eine gebürgige Gegend seiner Gesundheit nachtheilig ist", da er trotz seines jugendlichen Alters unter "geschwächten Lungen" litt. Durch die unsicheren Verhältnisse in dieser Zeit war er "in einen Vermögens-Rückstand versetzt worden" und er hoffte durch eine Anstellung im flachen Land wieder zu Geld zu kommen.<ref>SLA kur. Reg. II B 32.</ref> Nachdem er keine geeignete Stelle gefunden hatte, blieb Dr. Susan als praktischer Arzt in Salzburg und erlebt dort den Einmarsch bayerischer Truppen im April [[1810]]. | + | Am [[10. März]] [[1806]] legte er in Salzburg folgenden Eid ab: "Ich Joseph Susann schwöre zu Gott einen leiblichen Eid, daß ich in Criminalfällen sowohl bey Vornehmung gerichtl. Angelegenheiten als in der Abgabe schriftlicher Zeugniße, dann in allen dem, was in dergleichen Begebenheiten von mir durch die kurfürstl. Obrigkeit gefordert wird, nach Wissen und Gewissen sohin ganz nach der reinen Pflicht eines Medici mich betrage werde. Diese nemliche Vorschrift und Treue wie auch die genaueste Beobachtung der in der Dienstordnung dd. 1 Hornung 1805 den praktischen Aerzten vergeschriebenen Pflichten gelobe ich unter obiger Eidschwur in den mir vorkommenden Krankheites. und Heilungsfällen, sowahr mit Gott helfe und alle seine Heiligen."<ref>SLA churf. u k.k. österr Reg XI 038 Susan.</ref> Er bekleidete in Salzburg die Funktion eines unentgeltlichen Armenarztes und wurde auch zur Behandlung einer Ruhrepidemie im [[Pongau]] herangezogen. Bei dieser Gelegenheit stellte er fest, dass "eine gebürgige Gegend seiner Gesundheit nachtheilig ist", da er trotz seines jugendlichen Alters unter "geschwächten Lungen" litt. Durch die unsicheren Verhältnisse in dieser Zeit war er "in einen Vermögens-Rückstand versetzt worden" und er hoffte durch eine Anstellung im flachen Land wieder zu Geld zu kommen.<ref>SLA kur. Reg. II B 32.</ref> [[1806]] wird Susan in Salzburg mit 500fl angestellt und die Erlaubnis zur freien Praxis erteilt.<ref>SLA churf. u k.k. österr Reg XI 038 Susan.</ref> [[1807]] bat er auch "unterthänigst, ihm die Stelle eine Armen-Arztes zu ertheilen",<ref>SLA churf. u k.k. österr Reg XI 038 Susan.</ref> |
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| | == St. Johann, Mauerkirchen, Thalgau, Radstadt == | | == St. Johann, Mauerkirchen, Thalgau, Radstadt == |
| − | Unter der bayerischen Regierung erhielt Susan erstmals eine Anstellung als Landgerichtsarzt und zwar ausgerechnet in [[St. Johann im Pongau]] – möglicherweise hatten sich seine Lungenprobleme mittlerweile gebessert. Im Jahr [[1814]] war er von Februar bis September Landgerichtsarzt in Mauerkirchen, das in diesem Jahr aber an das [[Kaisertum Österreich]] fiel und daher zum Ausland wurde. Er wechselte zurück nach St. Johann und [[1815]] nach [[Thalgau]], das ein Landgericht erster Klasse war. Dort erlebte er das Ende der bayerischen Regierung und [[1818]] wurde er als Bezirksarzt nach [[Radstadt]] versetzt, wo er zwölf Jahre wirkte bis zu seiner Berufung als Kreisarzt nach [[Ried im Innkreis|Ried]]. | + | Unter der bayerischen Regierung erhielt Susan erstmals eine Anstellung als Landgerichtsarzt und zwar ausgerechnet in [[St. Johann im Pongau]] – möglicherweise hatten sich seine Lungenprobleme mittlerweile gebessert. Im Jahr [[1814]] war er von Februar bis September Landgerichtsarzt in Mauerkirchen<ref>18. März 1814, Königlich-Baierisches Salzach-Kreis-Blatt, 390.</ref>, das in diesem Jahr aber an das [[Kaisertum Österreich]] fiel und daher zum Ausland wurde. Er wechselte zurück nach St. Johann und [[1815]] nach [[Thalgau]], das ein Landgericht erster Klasse war. Dort erlebte er das Ende der bayerischen Regierung und [[1818]] wurde er als Bezirksarzt nach [[Radstadt]] versetzt, wo er zwölf Jahre wirkte bis zu seiner Berufung als Kreisarzt nach [[Ried im Innkreis|Ried]]. |
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| | Als er nach Radstadt versetzt wurde war er bereits 37 Jahre alt. Hier findet sich auch – abgesehen von seinem Epitaph – der einzige Hinweis auf sein Privatleben. Am [[17. September]] [[1821]] wurde ihm in Radstadt Nr. 45 sein Sohn Franz Joseph Eugen geboren. Seine Frau war Leopoldine von Grafenstein, von Weydn in der Oberpfalz. Sie war die eheliche Tochter des Ignatz Michael von Grafenstein und der Freifrau Johanna von Kronegg. Beide waren schon verstorben und kurfürstliche Pfleger. Pate war [[Franz Ferchl]], kais. königl. Salinenarzt in [[Hallein]]. Dr. Franz Ferchl war fünf Jahre älter als Susan, aber beide waren gemeinsam am Gymnasium in Salzburg und natürlich Berufskollegen. | | Als er nach Radstadt versetzt wurde war er bereits 37 Jahre alt. Hier findet sich auch – abgesehen von seinem Epitaph – der einzige Hinweis auf sein Privatleben. Am [[17. September]] [[1821]] wurde ihm in Radstadt Nr. 45 sein Sohn Franz Joseph Eugen geboren. Seine Frau war Leopoldine von Grafenstein, von Weydn in der Oberpfalz. Sie war die eheliche Tochter des Ignatz Michael von Grafenstein und der Freifrau Johanna von Kronegg. Beide waren schon verstorben und kurfürstliche Pfleger. Pate war [[Franz Ferchl]], kais. königl. Salinenarzt in [[Hallein]]. Dr. Franz Ferchl war fünf Jahre älter als Susan, aber beide waren gemeinsam am Gymnasium in Salzburg und natürlich Berufskollegen. |