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| | == St. Johann, Mauerkirchen, Thalgau, Radstadt == | | == St. Johann, Mauerkirchen, Thalgau, Radstadt == |
| − | Unter der bayerischen Regierung erhielt Susan erstmals eine Anstellung als Landgerichtsarzt und zwar ausgerechnet in [[St. Johann im Pongau]] – möglicherweise hatten sich seine Lungenprobleme mittlerweile gebessert. Im Jahr [[1814]] war er von Februar bis September Landgerichtsarzt in Mauerkirchen<ref>18. März 1814, Königlich-Baierisches Salzach-Kreis-Blatt, 390.</ref>, das in diesem Jahr aber an das [[Kaisertum Österreich]] fiel und daher zum Ausland wurde. Er wechselte zurück nach St. Johann und [[1815]] nach [[Thalgau]], das ein Landgericht erster Klasse war. Dort erlebte er das Ende der bayerischen Regierung und [[1818]] wurde er als Bezirksarzt nach [[Radstadt]] versetzt, wo er zwölf Jahre wirkte bis zu seiner Berufung als Kreisarzt nach [[Ried im Innkreis|Ried]].
| + | [[1808]] als mehrere Physikate neu zu besetzen waren, weil [[Felix Winkelhofer (Bezirksarzt)]] [[Bezirksärzte in Zall am See|in Zell]] und [[Anton Hell]] in [[Laufen]] überraschend verstorben waren sowei [[Wolfgang Oberlechner]] in [[Radstadt]] resignierte, kam es zu einer größeren Rochade. Susan erhielt das Physikat in [[St. Johann im Pongau]] – möglicherweise hatten sich seine Lungenprobleme mittlerweile gebessert.<ref>Medizinisch chirurgische Zeitung, 12. Dezember 1808, 359.</ref> |
| | + | Im Jahr [[1814]] war er von Februar bis September Landgerichtsarzt in Mauerkirchen<ref>Joseph August Sußann, vermöge Reskripts vom 27. Februar l. J. für das Landgericht Mauerkirchen angestellt und nun versetzt 23. Sept. 1814, Königlich baierisches Regierungsblatt 1814, 1561.</ref>, das in diesem Jahr aber an das [[Kaisertum Österreich]] fiel und daher zum Ausland wurde. Er wechselte zurück nach St. Johann und [[1815]] nach [[Thalgau]]<ref>Beleg?</ref>, das ein Landgericht erster Klasse war. Dort erlebte er das Ende der bayerischen Regierung und [[1818]] wurde er als Bezirksarzt nach [[Radstadt]] versetzt, wo er zwölf Jahre wirkte bis zu seiner Berufung als Kreisarzt nach [[Ried im Innkreis|Ried]]. |
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| | Als er nach Radstadt versetzt wurde war er bereits 37 Jahre alt. Hier findet sich auch – abgesehen von seinem Epitaph – der einzige Hinweis auf sein Privatleben. Am [[17. September]] [[1821]] wurde ihm in Radstadt Nr. 45 sein Sohn Franz Joseph Eugen geboren. Seine Frau war Leopoldine von Grafenstein, von Weydn in der Oberpfalz. Sie war die eheliche Tochter des Ignatz Michael von Grafenstein und der Freifrau Johanna von Kronegg. Beide waren schon verstorben und kurfürstliche Pfleger. Pate war [[Franz Ferchl]], kais. königl. Salinenarzt in [[Hallein]]. Dr. Franz Ferchl war fünf Jahre älter als Susan, aber beide waren gemeinsam am Gymnasium in Salzburg und natürlich Berufskollegen. | | Als er nach Radstadt versetzt wurde war er bereits 37 Jahre alt. Hier findet sich auch – abgesehen von seinem Epitaph – der einzige Hinweis auf sein Privatleben. Am [[17. September]] [[1821]] wurde ihm in Radstadt Nr. 45 sein Sohn Franz Joseph Eugen geboren. Seine Frau war Leopoldine von Grafenstein, von Weydn in der Oberpfalz. Sie war die eheliche Tochter des Ignatz Michael von Grafenstein und der Freifrau Johanna von Kronegg. Beide waren schon verstorben und kurfürstliche Pfleger. Pate war [[Franz Ferchl]], kais. königl. Salinenarzt in [[Hallein]]. Dr. Franz Ferchl war fünf Jahre älter als Susan, aber beide waren gemeinsam am Gymnasium in Salzburg und natürlich Berufskollegen. |
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| | Von [[1833]] bis zu seinem Tod 1844 war Dr. Susan Kreisarzt von Salzburg, Studiendirektor des medizinisch-chirurgischen Studiums und auch korrespondierendes Mitglied des k.k. Vereins der Ärzte in Wien.<ref>Karl Friedrich Hermann: "Zur Geschichte der theologischen Fakultät in Salzburg im 19. Jahrhundert." in: Mitt(h)eilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 109 (1969), 295–338, hier: 313.</ref> Im Juli [[1832]] erhielt er von Kaiser [[Franz I.|Franz]] die Erlaubnis das "Ehrenamt eines Direktors der medizinisch-chyrurgischen Studien an dem Lyceum zu Salzburg" zu übernehmen (also vermutlich unentgeltlich). Kaiser Franz merkte an, dass es ihm nach einiger Zeit anzuzeigen sei, "wie er sich dabey in jeder Hinsicht benommen habe" (siehe Abbildung). | | Von [[1833]] bis zu seinem Tod 1844 war Dr. Susan Kreisarzt von Salzburg, Studiendirektor des medizinisch-chirurgischen Studiums und auch korrespondierendes Mitglied des k.k. Vereins der Ärzte in Wien.<ref>Karl Friedrich Hermann: "Zur Geschichte der theologischen Fakultät in Salzburg im 19. Jahrhundert." in: Mitt(h)eilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 109 (1969), 295–338, hier: 313.</ref> Im Juli [[1832]] erhielt er von Kaiser [[Franz I.|Franz]] die Erlaubnis das "Ehrenamt eines Direktors der medizinisch-chyrurgischen Studien an dem Lyceum zu Salzburg" zu übernehmen (also vermutlich unentgeltlich). Kaiser Franz merkte an, dass es ihm nach einiger Zeit anzuzeigen sei, "wie er sich dabey in jeder Hinsicht benommen habe" (siehe Abbildung). |
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| − | Aus seiner Tätigkeit als Kreisarzt haben sich die Sanitätsberichte der Jahre [[1832]], [[1835]], [[1837]] und [[1838]] erhalten.<ref>SLA KR Akten B IX.9. Fasz 0212 und 0213.</ref> Ab September 1839, als Dr. Susan schwer erkrankte, bis zur Wiederbesetzung der Kreisarztstelle wurden seine Geschäfte größtenteils vom Kreiswundarzt [[Karl Tobis]] übernommen. Joseph Susan verstarb am 18. März 1840 in St. Blasius Haus Nummer 217 2.C. an "äußerem Brand". | + | Aus seiner Tätigkeit als Kreisarzt haben sich die Sanitätsberichte der Jahre [[1832]], [[1835]], [[1837]] und [[1838]] erhalten.<ref>SLA KR Akten B IX.9. Fasz 0212 und 0213.</ref> Ab September 1839, als Dr. Susan schwer erkrankte, bis zur Wiederbesetzung der Kreisarztstelle wurden seine Geschäfte größtenteils vom Kreiswundarzt [[Karl Tobis]] übernommen. Joseph Susan verstarb am 18. März 1840 in St. Blasius Haus Nummer 217 2.C. an "äußerem Brand". Im Schematismus von 1840 wir d er aber noch als Direktor des Medizinisch-chirurgischen Studiums geführt, wohnhaft auf dem Universitätsplatz 217.<ref>Schematismus Oesterreich ob der Enns für das Jahr 1840, 276.</ref> |
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| | Joseph Antons Frau Leopoldine Susan, geborene von Grafenstein, ließ eine Gedenktafel anfertigen und am [[Friedhof Sankt Sebastian|Sebastiansfriedhof]] direkt neben dem Grab des berühmten Salzburger Arztes Dr. [[Johann Jakob Hartenkeil]] anbringen. Sie selbst verstarb am [[4. März]] [[1855]] und so wurde in der Folge ein Studien-Stipendium ausgelobt, das Susan zum Gedenken an seinen Sohn Karl gestiftet hatte.<ref>"[[Salzburger Zeitung]]", 22. Februar 1856, Seite 5.</ref> | | Joseph Antons Frau Leopoldine Susan, geborene von Grafenstein, ließ eine Gedenktafel anfertigen und am [[Friedhof Sankt Sebastian|Sebastiansfriedhof]] direkt neben dem Grab des berühmten Salzburger Arztes Dr. [[Johann Jakob Hartenkeil]] anbringen. Sie selbst verstarb am [[4. März]] [[1855]] und so wurde in der Folge ein Studien-Stipendium ausgelobt, das Susan zum Gedenken an seinen Sohn Karl gestiftet hatte.<ref>"[[Salzburger Zeitung]]", 22. Februar 1856, Seite 5.</ref> |