Änderungen

134 Bytes hinzugefügt ,  09:40, 19. Mär. 2025
keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 10: Zeile 10:  
Die Älteste Maria Anna Magdalena  wurde bereits zehn Monate nach der Hochzeit geboren. Ihr folgten die Söhne Anton Joannis Baptista (* [[1773]]) , Joannis Baptista Matheus (* [[1776]])  und Thaddäus Vincentius [[(*]] 1779)  bevor am 12. Februar 1781 Josephus August zur Welt kam. Seine Patin war, wie bei den anderen Kindern, "Maria Magdalena Gasettin Materialistin  zu Salzburg", die auch eigenhändig im Taufbuch unterzeichnete. Die drei Jüngsten waren die Schwestern Maria Anna Theccla (* [[1782]]), Maria Anna (* [[1784]]) und Maria Antonia (* [[1788]]).
 
Die Älteste Maria Anna Magdalena  wurde bereits zehn Monate nach der Hochzeit geboren. Ihr folgten die Söhne Anton Joannis Baptista (* [[1773]]) , Joannis Baptista Matheus (* [[1776]])  und Thaddäus Vincentius [[(*]] 1779)  bevor am 12. Februar 1781 Josephus August zur Welt kam. Seine Patin war, wie bei den anderen Kindern, "Maria Magdalena Gasettin Materialistin  zu Salzburg", die auch eigenhändig im Taufbuch unterzeichnete. Die drei Jüngsten waren die Schwestern Maria Anna Theccla (* [[1782]]), Maria Anna (* [[1784]]) und Maria Antonia (* [[1788]]).
    +
== Ausbildung ==
 
Zunächst besuchte Joseph August sehr wahrscheinlich die deutsche Schule (Primarstufe) in Mülln, die im Jahr [[1804]] 86 Schüler hatte und somit die bestbesuchte [[Volksschule Mülln|Vorstadtschule]] war. <ref>Karl Wagner (1932): "Zur Geschichte der Schulverbesserung in Salzburg unter Kurfürst [[Ferdinand III. von Toskana|Ferdinand]].", in: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde|Mitt(h)eilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] 72, 137–154, hier: 141</ref> [[1792]] wurde er als Elfjähriger in die Matriken der [[Benediktineruniversität Salzburg]] zu den "I. Grammatices" (1. Klasse Grammatik) eingetragen und erhielt die Matrikelnummer 30.995. <ref>P. Virgil Redlich OSB, Hg., Die Matrikel der Universität Salzburg, Salzburg 1933. </ref> 1793 erreichte er "Ex Geographia et Elementis Historiae" den 12. Platz.<ref>Catalogus Disciplinorum qui in Gymnasio [...] 1793</ref>  Bei den jährlichen Prüfungen erreichte er nie vordere Plätze und darf folglich als eher mäßig erfolgreicher Schüler bezeichnet werden. Im Jahr [[1800]] schloss er das Gymnasium ab. Aus der von Claudia Niese anlässlich des [[400 Jahre Akademisches Gymnasium Salzburg|400 Jahrjubiläums]] des [[Akademisches Gymnasium Salzburg|Akademischen Gymnasiums]] zusammengestellten Liste aller Absolventen sieht man, dass außer ihm noch viele andere Mitglieder seiner näheren Familie das Gymnasium abschlossen. Es handelte sich also bei den Susans um eine aufstrebende Bürgerfamilie, die ihren Söhnen eine Ausbildung am Gymnasium und auch an der Universität ermöglichen konnte.
 
Zunächst besuchte Joseph August sehr wahrscheinlich die deutsche Schule (Primarstufe) in Mülln, die im Jahr [[1804]] 86 Schüler hatte und somit die bestbesuchte [[Volksschule Mülln|Vorstadtschule]] war. <ref>Karl Wagner (1932): "Zur Geschichte der Schulverbesserung in Salzburg unter Kurfürst [[Ferdinand III. von Toskana|Ferdinand]].", in: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde|Mitt(h)eilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] 72, 137–154, hier: 141</ref> [[1792]] wurde er als Elfjähriger in die Matriken der [[Benediktineruniversität Salzburg]] zu den "I. Grammatices" (1. Klasse Grammatik) eingetragen und erhielt die Matrikelnummer 30.995. <ref>P. Virgil Redlich OSB, Hg., Die Matrikel der Universität Salzburg, Salzburg 1933. </ref> 1793 erreichte er "Ex Geographia et Elementis Historiae" den 12. Platz.<ref>Catalogus Disciplinorum qui in Gymnasio [...] 1793</ref>  Bei den jährlichen Prüfungen erreichte er nie vordere Plätze und darf folglich als eher mäßig erfolgreicher Schüler bezeichnet werden. Im Jahr [[1800]] schloss er das Gymnasium ab. Aus der von Claudia Niese anlässlich des [[400 Jahre Akademisches Gymnasium Salzburg|400 Jahrjubiläums]] des [[Akademisches Gymnasium Salzburg|Akademischen Gymnasiums]] zusammengestellten Liste aller Absolventen sieht man, dass außer ihm noch viele andere Mitglieder seiner näheren Familie das Gymnasium abschlossen. Es handelte sich also bei den Susans um eine aufstrebende Bürgerfamilie, die ihren Söhnen eine Ausbildung am Gymnasium und auch an der Universität ermöglichen konnte.
   Zeile 16: Zeile 17:  
Ab [[1804]] studierte August Susan an der neu gegründeten und nur drei Jahre bestehen medizinischen Fakultät in Salzburg Medizin. Er war einer der drei Ärzte, die an dieser kurzlebigen Fakultät ihr Studium abschlossen.<ref>Carl Ozlberger: "Die medicinisch-chirurgische Lehranstalt zu Salzburg", Salzburg 1864, 22; Medizinisch chirurgische Zeitung, 5. Mai 1806, 176.</ref> Von seinem Studienbeginn in Salzburg bis zu seiner Graduierung vergingen nur drei Semester. Anlässlich seiner Promotion [[1805]] hielt Susan einen Vortrag über die natürliche Ernährung des Kleinkindes.<ref>Udo Reisp: "Über die Medizin an der Kurfürstlichen und Kaiserlichen Universität zu Salzburg," Inaugural-Dissertation Universität Erlangen-Nürnberg, o.O. 1970, 27.</ref>  
 
Ab [[1804]] studierte August Susan an der neu gegründeten und nur drei Jahre bestehen medizinischen Fakultät in Salzburg Medizin. Er war einer der drei Ärzte, die an dieser kurzlebigen Fakultät ihr Studium abschlossen.<ref>Carl Ozlberger: "Die medicinisch-chirurgische Lehranstalt zu Salzburg", Salzburg 1864, 22; Medizinisch chirurgische Zeitung, 5. Mai 1806, 176.</ref> Von seinem Studienbeginn in Salzburg bis zu seiner Graduierung vergingen nur drei Semester. Anlässlich seiner Promotion [[1805]] hielt Susan einen Vortrag über die natürliche Ernährung des Kleinkindes.<ref>Udo Reisp: "Über die Medizin an der Kurfürstlichen und Kaiserlichen Universität zu Salzburg," Inaugural-Dissertation Universität Erlangen-Nürnberg, o.O. 1970, 27.</ref>  
   −
Am [[10. März]] [[1806]] legte er in Salzburg folgenden Eid ab: "Ich Joseph Susann schwöre zu Gott einen leiblichen Eid, daß ich in Criminalfällen sowohl bey Vornehmung gerichtl. Angelegenheiten als in der Abgabe schriftlicher Zeugniße, dann in allen dem, was in dergleichen Begebenheiten von mir durch die kurfürstl. Obrigkeit gefordert wird, nach Wissen und Gewissen sohin ganz nach der reinen Pflicht eines Medici mich betrage werde. Diese nemliche Vorschrift und Treue wie auch die genaueste Beobachtung der in der Dienstordnung dd. 1 Hornung 1805 den praktischen Aerzten vergeschriebenen Pflichten gelobe ich unter obiger Eidschwur in den mir vorkommenden Krankheites. und Heilungsfällen, sowahr mit Gott helfe und alle seine Heiligen."<ref>SLA churf. u k.k. österr Reg XI 038 Susan.</ref> Er bekleidete in Salzburg die Funktion eines unentgeltlichen Armenarztes und wurde auch zur Behandlung einer Ruhrepidemie im [[Pongau]] herangezogen. Bei dieser Gelegenheit stellte er fest, dass "eine gebürgige Gegend seiner Gesundheit nachtheilig ist", da er trotz seines jugendlichen Alters unter "geschwächten Lungen" litt. Durch die unsicheren Verhältnisse in dieser Zeit war er "in einen Vermögens-Rückstand versetzt worden" und er hoffte durch eine Anstellung im flachen Land wieder zu Geld zu kommen.<ref>SLA kur. Reg. II B 32.</ref>
+
== Salzburg ==
 +
Am [[10. März]] [[1806]] legte er in Salzburg folgenden Eid ab: "Ich Joseph Susann schwöre zu Gott einen leiblichen Eid, daß ich in Criminalfällen sowohl bey Vornehmung gerichtl. Angelegenheiten als in der Abgabe schriftlicher Zeugniße, dann in allen dem, was in dergleichen Begebenheiten von mir durch die kurfürstl. Obrigkeit gefordert wird, nach Wissen und Gewissen sohin ganz nach der reinen Pflicht eines Medici mich betrage werde. Diese nemliche Vorschrift und Treue wie auch die genaueste Beobachtung der in der Dienstordnung dd. 1 Hornung 1805 den praktischen Aerzten vergeschriebenen Pflichten gelobe ich unter obiger Eidschwur in den mir vorkommenden Krankheites. und Heilungsfällen, sowahr mit Gott helfe und alle seine Heiligen."<ref>SLA churf. u k.k. österr Reg XI 038 Susan.</ref> Er bekleidete in Salzburg die Funktion eines unentgeltlichen Armenarztes und wurde auch zur Behandlung einer Ruhrepidemie im [[Pongau]] herangezogen. Bei dieser Gelegenheit stellte er fest, dass "eine gebürgige Gegend seiner Gesundheit nachtheilig ist", da er trotz seines jugendlichen Alters unter "geschwächten Lungen" litt. Durch die unsicheren Verhältnisse in dieser Zeit war er "in einen Vermögens-Rückstand versetzt worden" und er hoffte durch eine Anstellung im flachen Land wieder zu Geld zu kommen.<ref>SLA kur. Reg. II B 32.</ref> Nachdem er keine geeignete Stelle gefunden hatte, blieb Dr. Susan als praktischer Arzt in Salzburg und erlebt dort den Einmarsch bayerischer Truppen im April [[1810]].
   −
Nachdem er keine geeignete Stelle gefunden hatte, blieb Dr. Susan als praktischer Arzt in Salzburg und erlebt dort den Einmarsch bayerischer Truppen im April [[1810]]. Unter der bayerischen Regierung erhielt er nun erstmals eine Anstellung als Landgerichtsarzt und zwar ausgerechnet in [[St. Johann im Pongau]] – möglicherweise hatten sich seine Lungenprobleme mittlerweile gebessert. Im Jahr [[1814]] war er von Februar bis September Landgerichtsarzt in Mauerkirchen, das in diesem Jahr aber an das [[Kaisertum Österreich]] fiel und daher zum Ausland wurde. Er wechselte zurück nach St. Johann und [[1815]] nach [[Thalgau]], das ein Landgericht erster Klasse war. Dort erlebte er das Ende der bayerischen Regierung und [[1818]] wurde er als Bezirksarzt nach [[Radstadt]] versetzt, wo er zwölf Jahre wirkte bis zu seiner Berufung als Kreisarzt nach [[Ried im Innkreis|Ried]].
+
== St. Johann, Mauerkirchen, Thalgau, Radstadt ==
 +
Unter der bayerischen Regierung erhielt Susan erstmals eine Anstellung als Landgerichtsarzt und zwar ausgerechnet in [[St. Johann im Pongau]] – möglicherweise hatten sich seine Lungenprobleme mittlerweile gebessert. Im Jahr [[1814]] war er von Februar bis September Landgerichtsarzt in Mauerkirchen, das in diesem Jahr aber an das [[Kaisertum Österreich]] fiel und daher zum Ausland wurde. Er wechselte zurück nach St. Johann und [[1815]] nach [[Thalgau]], das ein Landgericht erster Klasse war. Dort erlebte er das Ende der bayerischen Regierung und [[1818]] wurde er als Bezirksarzt nach [[Radstadt]] versetzt, wo er zwölf Jahre wirkte bis zu seiner Berufung als Kreisarzt nach [[Ried im Innkreis|Ried]].
    
Als er nach Radstadt versetzt wurde war er bereits 37 Jahre alt. Hier findet sich auch – abgesehen von seinem Epitaph – der einzige Hinweis auf sein Privatleben. Am [[17. September]] [[1821]] wurde ihm in Radstadt Nr. 45 sein Sohn Franz Joseph Eugen geboren. Seine Frau war Leopoldine von Grafenstein, von Weydn in der Oberpfalz. Sie war die eheliche Tochter des Ignatz Michael von Grafenstein und der Freifrau Johanna von Kronegg. Beide waren schon verstorben und kurfürstliche Pfleger. Pate war [[Franz Ferchl]], kais. königl. Salinenarzt in [[Hallein]]. Dr. Franz Ferchl war fünf Jahre älter als Susan, aber beide waren gemeinsam am Gymnasium in Salzburg und natürlich Berufskollegen.  
 
Als er nach Radstadt versetzt wurde war er bereits 37 Jahre alt. Hier findet sich auch – abgesehen von seinem Epitaph – der einzige Hinweis auf sein Privatleben. Am [[17. September]] [[1821]] wurde ihm in Radstadt Nr. 45 sein Sohn Franz Joseph Eugen geboren. Seine Frau war Leopoldine von Grafenstein, von Weydn in der Oberpfalz. Sie war die eheliche Tochter des Ignatz Michael von Grafenstein und der Freifrau Johanna von Kronegg. Beide waren schon verstorben und kurfürstliche Pfleger. Pate war [[Franz Ferchl]], kais. königl. Salinenarzt in [[Hallein]]. Dr. Franz Ferchl war fünf Jahre älter als Susan, aber beide waren gemeinsam am Gymnasium in Salzburg und natürlich Berufskollegen.  
    +
== Kreisarzt in Ried ==
 
Als Susan [[1830]] die Kreisarzt Stelle in Ried antrat, verfasste [[Benedikt Pillwein]] gerade sein Buch über den Innkreis. In diesem Buch sind auch einige von Dr. Joseph Susan gelieferte Fakten zu finden, die Pillwein in der Endphase des Buches noch einarbeitete. Susans Witterungsbeobachtungen mit dem Thermometer und dem Barometer ergaben u. a. als höchste Temperatur 26° Reamur, was 32,5° Celsius entspricht und gemessen an den heutigen Temperaturen relativ niedrig erscheint. Susan berichtete Pillwein auch von einer Quelle dem Frankenberger Bad, ¼ Stunde von Obernberg.<ref>Benedikt Pillwein:  "Geschichte, Geographie und Statistik des Erzherzogthums Oesterreich ob der Enns und des Herzogthums Salzburg, Vierter Theil: Der Innkreis", Linz 1843.</ref>
 
Als Susan [[1830]] die Kreisarzt Stelle in Ried antrat, verfasste [[Benedikt Pillwein]] gerade sein Buch über den Innkreis. In diesem Buch sind auch einige von Dr. Joseph Susan gelieferte Fakten zu finden, die Pillwein in der Endphase des Buches noch einarbeitete. Susans Witterungsbeobachtungen mit dem Thermometer und dem Barometer ergaben u. a. als höchste Temperatur 26° Reamur, was 32,5° Celsius entspricht und gemessen an den heutigen Temperaturen relativ niedrig erscheint. Susan berichtete Pillwein auch von einer Quelle dem Frankenberger Bad, ¼ Stunde von Obernberg.<ref>Benedikt Pillwein:  "Geschichte, Geographie und Statistik des Erzherzogthums Oesterreich ob der Enns und des Herzogthums Salzburg, Vierter Theil: Der Innkreis", Linz 1843.</ref>
    +
== Kreisarzt in Salzburg ==
 
Von [[1833]] bis zu seinem Tod 1844 war Dr. Susan Kreisarzt von Salzburg, Studiendirektor des medizinisch-chirurgischen Studiums und auch korrespondierendes Mitglied des k.k. Vereins der Ärzte in Wien.<ref>Karl Friedrich Hermann: "Zur Geschichte der theologischen Fakultät in Salzburg im 19. Jahrhundert." in: Mitt(h)eilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 109 (1969), 295–338, hier: 313.</ref> Im Juli [[1832]] erhielt er von Kaiser [[Franz I.|Franz]] die Erlaubnis das "Ehrenamt eines Direktors der medizinisch-chyrurgischen Studien an dem Lyceum zu Salzburg" zu übernehmen (also vermutlich unentgeltlich). Kaiser Franz merkte an, dass es ihm nach einiger Zeit anzuzeigen sei, "wie er sich dabey in jeder Hinsicht benommen habe" (siehe Abbildung).
 
Von [[1833]] bis zu seinem Tod 1844 war Dr. Susan Kreisarzt von Salzburg, Studiendirektor des medizinisch-chirurgischen Studiums und auch korrespondierendes Mitglied des k.k. Vereins der Ärzte in Wien.<ref>Karl Friedrich Hermann: "Zur Geschichte der theologischen Fakultät in Salzburg im 19. Jahrhundert." in: Mitt(h)eilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 109 (1969), 295–338, hier: 313.</ref> Im Juli [[1832]] erhielt er von Kaiser [[Franz I.|Franz]] die Erlaubnis das "Ehrenamt eines Direktors der medizinisch-chyrurgischen Studien an dem Lyceum zu Salzburg" zu übernehmen (also vermutlich unentgeltlich). Kaiser Franz merkte an, dass es ihm nach einiger Zeit anzuzeigen sei, "wie er sich dabey in jeder Hinsicht benommen habe" (siehe Abbildung).