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| − | {{Dieser Artikel|behandelt das '''Berghotel Rudolfshütte''' ab dem Jahr 2004. Ein eigener Artikel befasst sich mit der historischen [[Rudolfshütte]].}} | + | {{Dieser Artikel|behandelt das '''Berghotel Rudolfshütte''' von 2004 bis 2024. Ein eigener Artikel befasst sich mit der historischen [[Rudolfshütte]].}} |
| − | [[Datei:Weißsee_Berghotel_Rudolfshütte_Jänner_2024.jpg|thumb|Das Berghotel Rudolfshütte, die Gebäude von vorne: Erweiterungsbau 2023, Erweiterungsbau nach 2011, die ursprüngliche Rudolfshütte, rechts das Gebäude der Bergstation der [[Weißsee Gletscherbahn]] und daran anschließend die Bergstation der ehemaligen [[ÖBB Seilbahn Weißsee]] mit dem Anbau für die Ausstellung "Gletscher-Klima-Wetter". Verdeckt die Erich-Steinböck-Hütte. Aufnahme Jänner 2024.]]
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| − | [[Datei:Weißsee Stubachtal.jpg|thumb|Der Weißsee mit dem Berghotel Rudolfshütte im August 2020.]]
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| | [[Datei:Berghotel Rudolfshütte 2016 - Kopie.JPG|thumb|Das Berghotel Rudolfshütte im September 2016.]] | | [[Datei:Berghotel Rudolfshütte 2016 - Kopie.JPG|thumb|Das Berghotel Rudolfshütte im September 2016.]] |
| − | [[Datei:Rudolfshuette Weisssee.jpg|thumb|Das Berghotel Rudolfshütte mit dem [[Weißsee]] 2011.]]
| + | Das '''Berghotel Rudolfshütte''', das ehemalige '''Alpinzentrum Rudolfshütte''', war ein hochalpines drei-Sterne-Plus-Berghotel in [[Uttendorf]] am [[Weißsee]] auf 2 315 [[m ü. A.]] in den [[Ostalpen]] im Bereich der [[Hohen Tauern]] in den [[Zentralalpen]] am Südende des [[Stubachtal]]s im [[Pinzgau]]. Mit Ende September [[2024]] wurde es geschlossen. |
| − | [[Datei:Rudolfshütte Weißsee.jpg|thumb|Das Berghotel Rudolfshütte, 2010.]]
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| − | Das '''Berghotel Rudolfshütte''', das ehemalige '''Alpinzentrum Rudolfshütte''', ist ein hochalpines drei-Sterne-Plus-Berghotel in [[Uttendorf]] am [[Weißsee]] auf 2 315 [[m ü. A.]] in den [[Ostalpen]] im Bereich der [[Hohen Tauern]] in den [[Zentralalpen]] am Südende des [[Stubachtal]]s im [[Pinzgau]]. | |
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| | == Geschichte == | | == Geschichte == |
| − | Das Berghotel Rudolfshütte befindet sich in der [[Weißsee Gletscherwelt]] außerhalb des [[Nationalpark Hohe Tauern|Nationalparks Hohe Tauern]]. Das Hotel hatte der [[Zell am See|Zeller]] Hotelier Dr. [[Wilfried Holleis]] [[2004]] vom [[Alpenverein]] erworben. 20 Millionen Euro hat er seit damals bis [[2024]] ins Hotel investiert.<ref name="SN20Jun24">[https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/berghotel-rudolfshuette-bis-betten-weisssee-160406563 www.sn.at], 20. Juni 2024: "Berghotel Rudolfshütte baut aus: Bis zu 576 Betten sind am Weißsee geplant"</ref> Es ist mit den [[Aufstiegshilfen]] der [[Weißsee Gletscherbahn]] vom [[Enzingerboden]] aus in ca. 20 Minuten mit der Sechser-Umlaufbahn über die Mittelstation am [[Grünsee]] zur Bergstation erreichbar. Von dort führt ein wettersicherer Verbindungsgang direkt zum Berghotel Rudolfshütte. | + | Das Berghotel Rudolfshütte befindet sich in der [[Weißsee Gletscherwelt]] außerhalb des [[Nationalpark Hohe Tauern|Nationalparks Hohe Tauern]]. Das Hotel hatte der [[Zell am See|Zeller]] Hotelier Dr. [[Wilfried Holleis]] [[2004]] vom [[Alpenverein]] erworben. 20 Millionen Euro hatte er seit damals bis [[2024]] ins Hotel investiert.<ref name="SN20Jun24">[https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/berghotel-rudolfshuette-bis-betten-weisssee-160406563 www.sn.at], 20. Juni 2024: "Berghotel Rudolfshütte baut aus: Bis zu 576 Betten sind am Weißsee geplant"</ref> Es ist mit den [[Aufstiegshilfen]] der [[Weißsee Gletscherbahn]] vom [[Enzingerboden]] aus in ca. 20 Minuten mit der Sechser-Umlaufbahn über die Mittelstation am [[Grünsee]] zur Bergstation erreichbar. Von dort führt ein wettersicherer Verbindungsgang direkt zum Berghotel Rudolfshütte. |
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| − | Das Hotel verfügt aktuell (2024<ref name="SN20Jun24"></ref>) über 107 Zimmer mit insgesamt 352 Betten in modernen Zimmern, Appartements und Bettenlager. Als Besonderheit bietet das Berghotel Rudolfshütte Österreichs höchstgelegenes Hallenbad, eine Saunalandschaft und eine große [[Bouldern|Boulderwand]]. Das Angebot ist familienfreundlich, da bis zu zwei Kinder bis zwölf Jahre in Begleitung der Eltern können auf der Rudolfshütte inklusive Halbpension gratis im Elternzimmer übernachten und im Winter einen Gratis-Skipass für die Weißsee Gletscherwelt erhalten.<ref>[https://www.alpinzentrum-rudolfshuette.at/de/zimmer-preise/sommerpreise/ www.alpinzentrum-rudolfshuette.at], Sommerpreise 2024, abgefragt am 20. Juni 2024</ref> | + | Das Hotel verfügte 2024<ref name="SN20Jun24"></ref>) über 107 Zimmer mit insgesamt 352 Betten in modernen Zimmern, Appartements und Bettenlager. Als Besonderheit bot das Berghotel Rudolfshütte Österreichs höchstgelegenes Hallenbad, eine Saunalandschaft und eine große [[Bouldern|Boulderwand]]. Das Angebot war familienfreundlich, da bis zu zwei Kinder bis zwölf Jahre in Begleitung der Eltern auf der Rudolfshütte inklusive Halbpension gratis im Elternzimmer übernachten konnten und im Winter einen Gratis-Skipass für die Weißsee Gletscherwelt erhielten.<ref>[https://www.alpinzentrum-rudolfshuette.at/de/zimmer-preise/sommerpreise/ www.alpinzentrum-rudolfshuette.at], Sommerpreise 2024, abgefragt am 20. Juni 2024</ref> |
| | + | [[Datei:Rudolfshütte Weißsee.jpg|thumb|Das Berghotel Rudolfshütte, 2010.]] |
| | + | Sieben Jahre nach dem Kauf der Rudolfshütte konnte Dr. Holleis im Winter [[2010]]/[[2011]] erste wirtschaftliche Erfolge verbuchen. Die Winterauslastung seines Berghotels Rudolfshütte lag bei 90 Prozent und im März 2011 rechnete er erstmals mit 8 000 Nächtigungen. Damals hatte das Hotel noch 82 Zimmern, die überwiegend mit vier Betten ausgestattet waren, die für die Familienangebote verwendet wurden und auch belegt waren.<ref name="sn">[https://www.sn.at/archivsn?img=puizpgTVdDakp1ANBSMPYQXhJHPKbMClyVtAEBPylSN7EG%2BgAKqkD80I8j6kt1EHiOO5%2Bc1fDnmszIw4gzXuoi%2FDb9Yrgr44erdOzxU%2FMRulpHv7JWbgb2Xq%2BeympRpW&id1=20110326_64&q=Rudolfsh%25C3%25BCtte#slide64 www.sn.at], Archiv der "[[Salzburger Nachrichten]]", 26. März 2011</ref>. |
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| − | Sieben Jahre nach dem Kauf der Rudolfshütte konnte Dr. Holleis im Winter [[2010]]/[[2011]] erste wirtschaftliche Erfolge verbuchen. Die Winterauslastung seines Berghotels Rudolfshütte lag bei 90 Prozent und im März 2011 rechnete er erstmals mit 8 000 Nächtigungen. Damals hatte das Hotel noch 82 Zimmern, die überwiegend mit vier Betten ausgestattet waren, die für die Familienangebote verwendet wurden und auch belegt waren.<ref name="sn">[https://www.sn.at/archivsn?img=puizpgTVdDakp1ANBSMPYQXhJHPKbMClyVtAEBPylSN7EG%2BgAKqkD80I8j6kt1EHiOO5%2Bc1fDnmszIw4gzXuoi%2FDb9Yrgr44erdOzxU%2FMRulpHv7JWbgb2Xq%2BeympRpW&id1=20110326_64&q=Rudolfsh%25C3%25BCtte#slide64 www.sn.at], Archiv der "[[Salzburger Nachrichten]]", 26. März 2011</ref>.
| + | Das Berghotel Rudolfshütte beherbergt die zweithöchst gelegene [[Wetterstation Rudolfshütte|Wetterstation]] im [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]]. |
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| | === 2011 war Planungsbeginn für eine Hotelerweiterung === | | === 2011 war Planungsbeginn für eine Hotelerweiterung === |
| | + | [[Datei:Rudolfshuette Weisssee.jpg|thumb|Das Berghotel Rudolfshütte mit dem [[Weißsee]] 2011.]] |
| | Im Sommer 2011 plante Holleis das Berghotel um 15 Millionen Euro zu erweitert. Er wollte eine "Rudolfshütte 2" als vier-Sterne-Hotel der gehobenen Kategorie errichten. Die erste Baustufe sollte 50 Zimmer, einen eigenen Wellnessbereich und einen kleiner Shop umfassen. Denn die nächste Einkaufsmöglichkeit für Gäste ist eine Stunde weiter talwärts gelegen. Wasser und Energie sollte aus eigenen Quellen, Sonne und Wind geliefert.<ref name="sn" /> Geplant war eine einzigartige thermische Solaranlage mit einer Kollektorfläche von 292 m² errichtet, die Sanierung der Dachflächen und der Außenwände einschließlich Wärmedämmung durchgeführt. So könnten jährlich rund 30 000 kg CO<sub><small>2</small></sub> eingespart werden. Die alten Fenster sollten in Absprache mit der Naturschutzbehörde gegen Vogelschutzfenster ausgetauscht. Das sind spezielle Scheiben, die durch eine Außenreflexion von weniger als 15 Prozent Beeinträchtigungen der Zugvögel vermeiden. | | Im Sommer 2011 plante Holleis das Berghotel um 15 Millionen Euro zu erweitert. Er wollte eine "Rudolfshütte 2" als vier-Sterne-Hotel der gehobenen Kategorie errichten. Die erste Baustufe sollte 50 Zimmer, einen eigenen Wellnessbereich und einen kleiner Shop umfassen. Denn die nächste Einkaufsmöglichkeit für Gäste ist eine Stunde weiter talwärts gelegen. Wasser und Energie sollte aus eigenen Quellen, Sonne und Wind geliefert.<ref name="sn" /> Geplant war eine einzigartige thermische Solaranlage mit einer Kollektorfläche von 292 m² errichtet, die Sanierung der Dachflächen und der Außenwände einschließlich Wärmedämmung durchgeführt. So könnten jährlich rund 30 000 kg CO<sub><small>2</small></sub> eingespart werden. Die alten Fenster sollten in Absprache mit der Naturschutzbehörde gegen Vogelschutzfenster ausgetauscht. Das sind spezielle Scheiben, die durch eine Außenreflexion von weniger als 15 Prozent Beeinträchtigungen der Zugvögel vermeiden. |
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| | === 2020: Geplanter Ausbau wurde durch die Infektionskrankheit Covid-19 gestoppt === | | === 2020: Geplanter Ausbau wurde durch die Infektionskrankheit Covid-19 gestoppt === |
| | + | [[Datei:Weißsee Stubachtal.jpg|thumb|Der Weißsee mit dem Berghotel Rudolfshütte im August 2020.]] |
| | Nach rund zehn Jahren Vorlaufzeit sollte Ende April [[2020]] der Spatenstich zum weiteren Ausbau erfolgen. Das Hotel mit mittlerweile 90 Zimmern sollte nun um 40 Zimmer erweitert werden. Auch eine große Solaranlage, ein Wellnessbereich und eine [[Kegelbahn]] waren geplant. Die Genehmigungen lagen schon lange vor. Holleis wartete aber, bis die ÖBB mit dem Bau des unterirdischen [[Pumpspeicherkraftwerk Tauernmoos|Pumpspeicherkraftwerks Tauernmoos]] begannen, damit man Synergien nutzen kann. Nach der durch die Schneemassen erzwungenen Sperre der Zufahrtsstraße im [[Jänner 2019]] war der Ausbruch der [[Infektionskrankheit Covid-19]] im März 2020 der zweite Rückschlag für das Skigebiet. Im Sommer 2020 konnte er aber dann doch mit dem Ausbau beginnen. Die Arbeiten wurde zeitgerecht vor dem Winterbeginn abgeschlossen.<ref>"Salzburger Nachrichten" vom 23. März 2020, Seite 12 im Lokalteil, ein Beitrag von [[Anton Kaindl]] sowie vom 18. März 2023, Seite 25 in der Stammausgabe</ref> | | Nach rund zehn Jahren Vorlaufzeit sollte Ende April [[2020]] der Spatenstich zum weiteren Ausbau erfolgen. Das Hotel mit mittlerweile 90 Zimmern sollte nun um 40 Zimmer erweitert werden. Auch eine große Solaranlage, ein Wellnessbereich und eine [[Kegelbahn]] waren geplant. Die Genehmigungen lagen schon lange vor. Holleis wartete aber, bis die ÖBB mit dem Bau des unterirdischen [[Pumpspeicherkraftwerk Tauernmoos|Pumpspeicherkraftwerks Tauernmoos]] begannen, damit man Synergien nutzen kann. Nach der durch die Schneemassen erzwungenen Sperre der Zufahrtsstraße im [[Jänner 2019]] war der Ausbruch der [[Infektionskrankheit Covid-19]] im März 2020 der zweite Rückschlag für das Skigebiet. Im Sommer 2020 konnte er aber dann doch mit dem Ausbau beginnen. Die Arbeiten wurde zeitgerecht vor dem Winterbeginn abgeschlossen.<ref>"Salzburger Nachrichten" vom 23. März 2020, Seite 12 im Lokalteil, ein Beitrag von [[Anton Kaindl]] sowie vom 18. März 2023, Seite 25 in der Stammausgabe</ref> |
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| | === Ausbau 2024 === | | === Ausbau 2024 === |
| − | Im Sommer [[2024]] gab Holleis bekannt, dass er das Hotel abermals erweitern will. Endgültig genehmigt ist der Ausbau noch nicht, eine wichtige Hürde nahm das Projekt aber nun: Laut Bescheid der [[Landesregierung]] ist für das Vorhaben in Uttendorf keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nötig. Laut Bescheid sollen künftig in dem Hotel am Rande des Nationalparks Hohe Tauern bis zu 576 Gäste beherbergt werden können. Bemerkenswert ist, dass der Zubau bereits fertig ist, zumindest die äußere Hülle. Der Ausbau erfolgte 2020 und war genehmigt - allerdings für Suiten mit deutlich weniger Betten, einen Veranstaltungssaal und einen größeren Wellness-Angebot. Da man sich auf Familien als Zielgruppe fokussiere, wolle man nun im Inneren statt der Suiten Familienzimmer einbauen, sagt Hotelier Holleis: "40 zusätzliche Zimmer mit 160 Betten sind geplant." 107 Zimmer habe die Rudolfshütte aktuell. Die im Bescheid angeführten 224 zusätzlichen Betten plane man vorerst nicht voll auszunutzen.<ref name="SN20Jun24"></ref> | + | [[Datei:Weißsee_Berghotel_Rudolfshütte_Jänner_2024.jpg|thumb|Das Berghotel Rudolfshütte, die Gebäude von vorne: Erweiterungsbau 2023, Erweiterungsbau nach 2011, die ursprüngliche Rudolfshütte, rechts das Gebäude der Bergstation der [[Weißsee Gletscherbahn]] und daran anschließend die Bergstation der ehemaligen [[ÖBB Seilbahn Weißsee]] mit dem Anbau für die Ausstellung "Gletscher-Klima-Wetter". Verdeckt die Erich-Steinböck-Hütte. Aufnahme Jänner 2024.]] |
| | + | Im Sommer [[2024]] gab Holleis bekannt, dass er das Hotel abermals erweitern will. Endgültig genehmigt war der Ausbau noch nicht, eine wichtige Hürde nahm das Projekt aber nun: Laut Bescheid der [[Landesregierung]] war für das Vorhaben in Uttendorf keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nötig. Laut Bescheid sollten künftig in dem Hotel am Rande des Nationalparks Hohe Tauern bis zu 576 Gäste beherbergt werden können. Bemerkenswert war, dass der Zubau bereits fertig war, zumindest die äußere Hülle. Der Ausbau erfolgte 2020 und war genehmigt - allerdings für Suiten mit deutlich weniger Betten, einen Veranstaltungssaal und einen größeren Wellness-Angebot. Da man sich auf Familien als Zielgruppe fokussiere, wolle man nun im Inneren statt der Suiten Familienzimmer einbauen, sagte Hotelier Holleis: "40 zusätzliche Zimmer mit 160 Betten sind geplant." 107 Zimmer habe die Rudolfshütte aktuell. Die im Bescheid angeführten 224 zusätzlichen Betten plane man vorerst nicht voll auszunutzen.<ref name="SN20Jun24"></ref> |
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| | + | Die Pläne des Ausbaus wurden seit zehn Jahren verfolgt. Dass Genehmigungen so lange dauerten, sei für ihn unverständlich. "Ich bin der Meinung, dass die Natur für die Menschen da ist. Es gibt in meiner Weltanschauung eine Prioritätenliste, und die ist sicher anders als jene der [[Grüne]]n. Die erfinden lieber noch ein [[Moose|Moos]] und noch eine Kröte, die wir schützen müssen." Der UVP-Bescheid sei ein erster Schritt.<ref name="SN20Jun24"></ref> Für den Ausbau des Hotels ist keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nötig, hatte das [[Land Salzburg (Verwaltung)|Land Salzburg]] im Juni 2024 entschieden. Die [[Landesumweltanwaltschaft]] (LUA) hat nun Beschwerde gegen den Bescheid eingelegt. Am Zug ist nun das Bundesverwaltungsgericht. Der Betreiber hatte bereits 2011 bzw. 2019 um die Erweiterung des Berghotels angesucht - und ab 2020 großteils auch umgesetzt. [[Landesumweltanwalt|Landesumweltanwältin]] [[Gishild Schaufler]] störte sich vor allem am Umstand, dass man beim Ausbau bei einer Verdoppelung der Verbauung nur 30 Zimmer angegeben hatte, für die der Bau überdimensioniert war. Nun sei der Antrag erfolgt, die Zahl der Gäste deutlich auszuweiten. Abgesehen vom bereits erfolgten Ausbau hätten mehr Gäste im hochsensiblen alpinen Bereich jedenfalls Auswirkungen auf die Umwelt, zu mehr Störung der Tierwelt und Vegetation. Zumal Urlauber ja gerade deshalb auf die Rudolfshütte kämen, um Zeit in der Natur zu verbringen. Die vom Betreiber vorgeschlagenen Maßnahmen - die Bitte, abends die Vorhänge zuzuziehen, um Störungen durch Licht zu vermeiden, und Wanderempfehlungen für Gäste - seien nicht ausreichend. Schaufler weißt auch darauf hin, dass es die alpine Wegefreiheit gibt und Empfehlungen daher nicht verpflichtend sind.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/umweltanwaeltin-causa-rudolfshuette-beschwerde-161684428 www.sn.at], 13. Juli 2024, ein Beitrag von [[Iris Burtscher]]</ref> |
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| | + | Uttendorfs [[Bürgermeister der Gemeinde Uttendorf|Bürgermeister]] [[Hannes Lerchbaumer]] ([[SPÖ]]) begrüßte die Erweiterung indes. "Ich unterstütze den Ausbau voll. Seitens der Gemeinde sind alle nötigen Beschlüsse da." Wie verträgt sich ein Großhotel mit dem angrenzenden Nationalpark? "Ich sehe das nicht kritisch. Es sind ja ohnehin viele Besucher am Berg. Es gibt den Seilbahnbetrieb und das [[Kraftwerksgruppe Stubachtal|ÖBB-Kraftwerk]]. Die Landschaft ist in dem Bereich ja bereits von der Technik geprägt."<ref name="SN20Jun24"></ref> |
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| | + | ==== September 2024 wird die Schließung bekannt ==== |
| | + | Am Tag der Nationalratswahl, den [[29. September]] 2024 endete im Stubachtal in Uttendorf der Betrieb der [[Weißsee Gletscherbahn]] sowie des Berghotels Rudolfshütte. Der Betreiber Wilfried Holleis, der heuer 65 wurde, schloss mit dem Ende des Sommerbetriebs endgültig und zog sich völlig aus der [[Weißsee Gletscherwelt]] zurück. Es waren 20 Jahre Geschäftsführung, in denen Holleis 25 Millionen Euro am Weißsee investierte Von der Liquidation der Gesellschaften sind rund 60 Mitarbeiter betroffen - rund ein Drittel davon arbeitet bei der Bergbahn. |
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| | + | Holleis hatte in den letzten Wochen versucht, Unterstützung in der Politik für den erwarteten Abgang beim Betrieb der Seilbahn von rund 500.000 Euro zu erhalten, was ihm aber nicht gelungen war. Im Mittelpunkt seiner Kritik stehen die Vertreter der weisungsfreien [[Landesumweltanwaltschaft]] (LUA). In den vergangenen Jahren sind der Bau der [[Tauernmoosbahn]] im Skigebiet oder auch der Ausbau der Mittelstation [[Grünsee]] bis zu den Höchstgerichten gegangen. Holleis: "Der aktuelle Einspruch der LUA gegen den Ausbau der Rudolfshütte hat für mich nun das Fass zum Überlaufen gebracht. Trotz eines positiven Bescheids der UVP-Behörde des Landes kam der fast schon erwartete Einspruch der LUA. Aber ohne zusätzliche Betten hat das Skigebiet keine Zukunft." Anmerkung: Holleis wollte sein Hotel auf 400 Betten ausbauen. Seine Begründung: Die Talstation am [[Enzingerboden]] erreicht man nur über eine rund 17 Kilometer lange [[Landesstraße]] von Uttendorf aus. Für Tagesskifahrer ist das Skigebiet nicht wirklich eine Option. Für Familien mit Kindern, die bis zum Alter von zwölf Jahren kostenlos im Berghotel Rudolfshütte wohnen und gratis Ski fahren, ist die Weißsee Gletscherwelt aber sehr wohl eine interessante Destination. Damit seine Seilbahn ausgelastet ist, bräuchte es also Betten. |
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| | + | Wie die Zukunft der Betriebe am Weißsee aussieht, ist ungewiss. Die Idee einer gemeinnützigen Stiftung unter Führung der Gemeinde Uttendorf und mit Hilfe des Landes wurde von der zuständigen Landespolitik nicht unterstützt. |
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| | + | Holleis sagt, dass die Rudolfshütte wirtschaftlich jährlich Gewinne abwirft und mit rund 60 000 Nächtigungen im Jahr der weitaus größte Ganzjahres-Beherbergungsbetrieb in der Gemeinde Uttendorf und einer der größeren Betriebe im gesamten Pinzgau sei. Aktuell bot sein Hotel eine Panorama-Sauna, ''Indoor''-Kletterpark, ''Indoor''-Pool und ''Spa''-Landschaft sowie Zimmer mit insgesamt 350 Betten. Das Geschäftsjahr zum Stichtag 30. April 2024 weist einen Betrag von mehr als 3,5 Millionen Euro plus auf. Das operative Ergebnis vor Abschreibung beträgt 820.000 Euro, das sind ca. 23 Prozent der Umsatzerlöse. Die Gesellschaft verfügt über eine Eigenkapitalquote von 32 Prozent. |
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| − | Die Pläne des Ausbaus werden seit zehn Jahren verfolgt. Dass Genehmigungen so lange dauerten, sei für ihn unverständlich. "Ich bin der Meinung, dass die Natur für die Menschen da ist. Es gibt in meiner Weltanschauung eine Prioritätenliste, und die ist sicher anders als jene der [[Grüne]]n. Die erfinden lieber noch ein [[Moose|Moos]] und noch eine Kröte, die wir schützen müssen." Der UVP-Bescheid sei ein erster Schritt.<ref name="SN20Jun24"></ref> Für den Ausbau des Hotels ist keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nötig, hatte das [[Land Salzburg (Verwaltung)|Land Salzburg]] im Juni 2024 entschieden. Die [[Landesumweltanwaltschaft]] (LUA) hat nun Beschwerde gegen den Bescheid eingelegt. Am Zug ist nun das Bundesverwaltungsgericht. Der Betreiber hatte bereits 2011 bzw. 2019 um die Erweiterung des Berghotels angesucht - und ab 2020 großteils auch umgesetzt. [[Landesumweltanwalt|Landesumweltanwältin]] [[Gishild Schaufler]] stört sich vor allem am Umstand, dass man beim Ausbau bei einer Verdoppelung der Verbauung nur 30 Zimmer angegeben hatte, für die der Bau überdimensioniert war. Nun sei der Antrag erfolgt, die Zahl der Gäste deutlich auszuweiten. Abgesehen vom bereits erfolgten Ausbau hätten mehr Gäste im hochsensiblen alpinen Bereich jedenfalls Auswirkungen auf die Umwelt, zu mehr Störung der Tierwelt und Vegetation. Zumal Urlauber ja gerade deshalb auf die Rudolfshütte kämen, um Zeit in der Natur zu verbringen. Die vom Betreiber vorgeschlagenen Maßnahmen - die Bitte, abends die Vorhänge zuzuziehen, um Störungen durch Licht zu vermeiden, und Wanderempfehlungen für Gäste - seien nicht ausreichend. Schaufler weißt auch darauf hin, dass es die alpine Wegefreiheit gibt und Empfehlungen daher nicht verpflichtend sind.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/umweltanwaeltin-causa-rudolfshuette-beschwerde-161684428 www.sn.at], 13. Juli 2024, ein Beitrag von [[Iris Burtscher]]</ref>
| + | Seit der Übernahme der damaligen konkursreifen Alpenvereinshütte durch Holleis sind vom privaten Betreiber rund 13 Millionen Euro in die Modernisierung der Rudolfshütte geflossen. Der Erweiterungsbau für rund 160 Betten ist im Rohbau fertiggestellt, es liegt ein positiver Bescheid nach Einzelfallprüfung seitens der zuständigen UVP-Behörde des Landes Salzburg vor - allerdings wurde dieser Bescheid von der LUA im Juni 2024 beeinsprucht, sodass erneut ein Weg in die Instanzen bevorstünde. Das wolle sich Holleis nicht mehr antun. |
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| − | Uttendorfs [[Bürgermeister der Gemeinde Uttendorf|Bürgermeister]] [[Hannes Lerchbaumer]] ([[SPÖ]]) begrüßt die Erweiterung indes. "Ich unterstütze den Ausbau voll. Seitens der Gemeinde sind alle nötigen Beschlüsse da." Wie verträgt sich ein Großhotel mit dem angrenzenden Nationalpark? "Ich sehe das nicht kritisch. Es sind ja ohnehin viele Besucher am Berg. Es gibt den Seilbahnbetrieb und das ÖBB-Kraftwerk. Die Landschaft ist in dem Bereich ja bereits von der Technik geprägt."<ref name="SN20Jun24"></ref>
| + | Die Seilbahn schreibt rote Zahlen: Die Umsatzerlöse im abgelaufenen Geschäftsjahr beliefen sich auf 1,4 Millionen Euro, abzüglich Personalkosten und sonstiger betrieblicher Aufwendungen bleibt ein negatives operatives Ergebnis vor Abschreibung (EBITDA) in Höhe von 1,4 Millionen übrig. Das negative Ergebnis kommt insbesondere zustande, weil für die erfolgreiche Verlängerung der Konzession um weitere 20 Jahre kräftig in Technik und Sicherheit investiert werden musste. Die Seilbahn vom Enzingerboden hat eine Kapazität von 1 400 Personen pro Stunde. Holleis sagt, wenn das Berghotel Rudolfshütte voll belegt ist, fahren inklusive Tagesskifahrern bis zu 1&nsp;000 Menschen im Gebiet um den Weißsee Ski. Das heißt, die Bahn könnte deutlich mehr Menschen befördern, als sich um den Weißsee an solchen Tagen aufhalten. Holleis betont, dass diese Auslastung seiner Seilbahn ohne die beeinspruchte Bettenerweiterung nicht machbar sei. Er verweist auf Gesamtinvestitionen in die Bahnen am Weißsee in den vergangenen 20 Jahren in Höhe von 11,6 Millionen Euro. Zuletzt wurde der sogenannte Hüttenlift, ein Schlepplift, der die Bahn auf den [[Medelzkopf]] mit dem restlichen Skigebiet verbindet, neu errichtet. Zu den Investitionen in die Bahn zählen auch die [[Beschneiungsanlage]] - notwendig aufgrund häufiger Windverfrachtungen im Gebiet - und die Instandhaltung der Pisten. |
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| − | === Besonderes ===
| + | An Landes-Investitionsförderung hatte Holleis 100.000 Euro pro Jahr zwischen [[2004]] und [[2014]]. In seiner Zeit wurde außerdem die Gemeindestraße ins Stubachtal als [[Stubachtal Landesstraße]] (L 264) vom Land Salzburg übernommen.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/aus-rudolfshuette-bergbahn-stubachtal-uttendorf-holleis-unternehmen-165513874 www.sn.at], 23. September 2024</ref> |
| − | Das Berghotel Rudolfshütte beherbergt die zweithöchst gelegene [[Wetterstation Rudolfshütte|Wetterstation]] im [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]].
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