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| | ==== Brief vom 8. Jänner 1875 von der Mutter Antonia Spängler, an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien ==== | | ==== Brief vom 8. Jänner 1875 von der Mutter Antonia Spängler, an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien ==== |
| − | Ein Bogen, Prägestempel "A S" mit Kranz und Verzierung; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt)<ref>Zu generellen Problemen mit der Übertragung der Briefe von [[Antonia Spängler]] siehe zum Brief vom 18. April 1870, Einzelnachweis; siehe [[Kobler-Spängler-Briefe von 1870]], und ebenso zum Brief vom 24. Januar 1873. An manchen Stellen wird mit [ ] ergänzt, was (vielleicht) angedeutet ist; Doppelkonsonanten, durch Oberstrich gekennzeichnet, werden stillschweigend aufgelöst.</ref>:<br /> | + | Ein Bogen, Prägedruck "A S" mit Kranz und Verzierung; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt)<ref>Zu generellen Problemen mit der Übertragung der Briefe von [[Antonia Spängler]] siehe zum Brief vom 18. April 1870, Einzelnachweis; siehe [[Kobler-Spängler-Briefe von 1870]], und ebenso zum Brief vom 24. Januar 1873. An manchen Stellen wird mit [ ] ergänzt, was (vielleicht) angedeutet ist; Doppelkonsonanten, durch Oberstrich gekennzeichnet, werden stillschweigend aufgelöst.</ref>:<br /> |
| | ''Salzburg den 8/1 [18]75 Meine inigst geliebten Theuren! Ich danke Euch beiden recht herzlich für die freundlichen Wünsche zum Neuen Jahr. möge sie der liebe Gott in Erfüllung bringen. Für die Beantwortung meiner Fragen danke ich recht herzlich. Lieber Franz! du hast mich so freundlich eingeladen nach Wien zu kommen und die gute Fany hat diese Einladung im Falle des nicht annehmens mit einer Drohung bekräftiget: - - nun hört meine Lieben; wen es Euch nicht ungelegen ist, so würde ich die ersten Tage im März kommen, und bleiben bis nach den Franz seinen Geburtstag, und dan meine Rückreise antretten, die 2 t[e] hälfte April erwartet die Louise ihre Entbindung da könnt Ihr schon denken, das es gut / ist, wen man wider zu Hauße kömmt und wen ich auch sonst nichts thun kann, so kann ich doch mit den Kindern spatzieren gehen, oder, bey den kleinen Kind bleiben wie es kömmt. Nun ist nur noch diese Frage ob es Euch nicht ungelegen ist wen ich so früh schon komme, aber ich denke in Wien wird es bis dahin, nicht mehr so kalt sein, später dennke ich, würde ich vieleicht, nicht mehr leicht fort gehen können, und im Sommer kömt dann Ihr, also wüßte ich keine beßere Zeit. So gott will, können wir dann im Sommer, mehrere Außfliege machen, ich freue mich schon jetzt, auf diese Zeit. Ich bin begierigbob ich mich in Wien werde zurecht finden ich denke mit der Zeit wird es schon gehen. Die Großmutter'' [ [[Franziska Kobler]], Anm.] ''hatte eine rechte Freude als ich / ihr sagte das ich im März nach Wien reisen werde.'' | | ''Salzburg den 8/1 [18]75 Meine inigst geliebten Theuren! Ich danke Euch beiden recht herzlich für die freundlichen Wünsche zum Neuen Jahr. möge sie der liebe Gott in Erfüllung bringen. Für die Beantwortung meiner Fragen danke ich recht herzlich. Lieber Franz! du hast mich so freundlich eingeladen nach Wien zu kommen und die gute Fany hat diese Einladung im Falle des nicht annehmens mit einer Drohung bekräftiget: - - nun hört meine Lieben; wen es Euch nicht ungelegen ist, so würde ich die ersten Tage im März kommen, und bleiben bis nach den Franz seinen Geburtstag, und dan meine Rückreise antretten, die 2 t[e] hälfte April erwartet die Louise ihre Entbindung da könnt Ihr schon denken, das es gut / ist, wen man wider zu Hauße kömmt und wen ich auch sonst nichts thun kann, so kann ich doch mit den Kindern spatzieren gehen, oder, bey den kleinen Kind bleiben wie es kömmt. Nun ist nur noch diese Frage ob es Euch nicht ungelegen ist wen ich so früh schon komme, aber ich denke in Wien wird es bis dahin, nicht mehr so kalt sein, später dennke ich, würde ich vieleicht, nicht mehr leicht fort gehen können, und im Sommer kömt dann Ihr, also wüßte ich keine beßere Zeit. So gott will, können wir dann im Sommer, mehrere Außfliege machen, ich freue mich schon jetzt, auf diese Zeit. Ich bin begierigbob ich mich in Wien werde zurecht finden ich denke mit der Zeit wird es schon gehen. Die Großmutter'' [ [[Franziska Kobler]], Anm.] ''hatte eine rechte Freude als ich / ihr sagte das ich im März nach Wien reisen werde.'' |
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| | ==== Brief vom 18. Jänner 1875 von der Mutter Antonia Spängler, an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien ==== | | ==== Brief vom 18. Jänner 1875 von der Mutter Antonia Spängler, an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien ==== |
| − | Ein Bogen, Prägestempel "A S" mit Kranz und Verzierung; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt):<br /> | + | Ein Bogen, Prägedruck "A S" mit Kranz und Verzierung; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt):<br /> |
| | ''Salzburg den 18/1 [18]75 Meine inigstgeliebten Theuren! Recht herzlichen dank für das Gebethbuch, welches, glaube ich der Inhalt deines Gebethbuch ist, welches du einmal als Preis bekommen hast, es ist sehr hübsch zum lesen, nur ist es in diesen großen Druck sehr groß zum mitnehmen in die Kirche, breiter noch als der Hauber<ref>Vgl. Johann Michael / Michael Hauber, ''Vollständiges Christkatholisches Gebethbuch'' / ''Gebetbuch'', Graz 1830; verschiedene Auflagen und andere Verlagsorte bis Augsburg 1864.</ref>. Wie werdet Ihr staunen das der Otto der überbringer dieses Briefes ist. Das es Euch recht ist das ich um diese Zeit komme bin ich froh – den sonst hätte es leicht sein könen das ich wider gar nicht dazu gekommen wäre hinunter'' [nach Wien, Anm.] ''zu reisen. Die Großmutter läßt Euch herzlich grüßen und wen Euch vieleicht zu lange kein Brief von ihr kömt sie hat so viel immer zu thun / Geld geschäfte und dergleichen das sie nie dazu gekommen ist Euch zu schreiben, so bald sie zeit hat, wird sie sogleich schreiben. Bey Lürzer Otto haben sie am 30 Dezemmber ein Kindlein bekommen wo sie eine recht große Freude hatten und leider ist es am 14 t[en] Tag wider gestorben, es war ein großer Jammer, die Frau ist gottlob gesund. Von der Egstenen Emmile sind in sehr kurzer Zeit 2 Knaben an Scharlach gestorben. die alte Gräfin Esterhaß ist auch heute hier gestorben.<ref>Vgl. Kasimir Graf [[Esterházy von Galántha]] (* 1805; † 1870 in der Stadt Salzburg; verheiratet mit Henriette Baronin de Montval (* 1804; † am 17. Jänner 1875 in der Stadt Salzburg).</ref> | | ''Salzburg den 18/1 [18]75 Meine inigstgeliebten Theuren! Recht herzlichen dank für das Gebethbuch, welches, glaube ich der Inhalt deines Gebethbuch ist, welches du einmal als Preis bekommen hast, es ist sehr hübsch zum lesen, nur ist es in diesen großen Druck sehr groß zum mitnehmen in die Kirche, breiter noch als der Hauber<ref>Vgl. Johann Michael / Michael Hauber, ''Vollständiges Christkatholisches Gebethbuch'' / ''Gebetbuch'', Graz 1830; verschiedene Auflagen und andere Verlagsorte bis Augsburg 1864.</ref>. Wie werdet Ihr staunen das der Otto der überbringer dieses Briefes ist. Das es Euch recht ist das ich um diese Zeit komme bin ich froh – den sonst hätte es leicht sein könen das ich wider gar nicht dazu gekommen wäre hinunter'' [nach Wien, Anm.] ''zu reisen. Die Großmutter läßt Euch herzlich grüßen und wen Euch vieleicht zu lange kein Brief von ihr kömt sie hat so viel immer zu thun / Geld geschäfte und dergleichen das sie nie dazu gekommen ist Euch zu schreiben, so bald sie zeit hat, wird sie sogleich schreiben. Bey Lürzer Otto haben sie am 30 Dezemmber ein Kindlein bekommen wo sie eine recht große Freude hatten und leider ist es am 14 t[en] Tag wider gestorben, es war ein großer Jammer, die Frau ist gottlob gesund. Von der Egstenen Emmile sind in sehr kurzer Zeit 2 Knaben an Scharlach gestorben. die alte Gräfin Esterhaß ist auch heute hier gestorben.<ref>Vgl. Kasimir Graf [[Esterházy von Galántha]] (* 1805; † 1870 in der Stadt Salzburg; verheiratet mit Henriette Baronin de Montval (* 1804; † am 17. Jänner 1875 in der Stadt Salzburg).</ref> |
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| | ==== Brief vom 18. Februar 1875 von der Mutter Antonia Spängler, an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien ==== | | ==== Brief vom 18. Februar 1875 von der Mutter Antonia Spängler, an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien ==== |
| − | Ein Bogen, Prägestempel "A S" mit Kranz und Verzierung; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); fragliche [?] Stellen:<br /> | + | Ein Bogen, Prägedruck "A S" mit Kranz und Verzierung; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); fragliche [?] Stellen:<br /> |
| | ''Salzburg den 18t[en]/2 [18]75 Meine inigst geliebten Theuren! Wie sehr freute ich mich Euer liebe[s] Briefchen welches ich am Sonntag erhielt es traf mich zwar im Bett. Ich bin schon seit Fasching Montag nicht mehr außgegangen indem ich einen zimmlich starken Husten hatte, nur am letzten Freitag machte ich Nachmittag einen Gang zum Auer etwas zu kauffen und zur Großmutter wolte ich gehen zu sehen wie es ihr geht mit den Herzklopfen, und ich fand sie auch Gottlob zimmlich gut. Am Sammstag Mittag wurde mir so schlecht. Das ich mich legen mußte Heute bin ich Gottlob den größten theil des Tages wider auf, ich hatte auch Fieber, aber Doktor brauchte / ich Gottlob keinen. Ich habe mich nur gut gehalten, und Haußmittel gebraucht. Heute ist mir wider gut nur noch etwas matt bin ich. So gott will wird es bis zur Reise wi[e]der ganz gut. Meine lieben es war in meinen Sinn nie anders gedacht, als amm 6 t[en] Hier abzureisen, um an der Fany ihren Nammensfest unten zu sein, und eben so nicht vor Franz seinen Geburtstfest unten weg zu gehen, Der liebe Gott möge zu meinen'' [unterstrichen:] ''Wollen auch das'' [unterstrichen:] ''Vollbringen geben. Ich wünsche von ganzen Herzen das die Witterung bis dahin wärmer wird. Ich freue mich schon recht sehr Euch meine lieben zu sehen ich glaube schon auch das es sehr angezeugt ist warme Kleider mit zu nehmen, als leichtere / werde ich nur das Graue mit nehmen welches du liebe Fany mir gemacht hast. Das Schwarze Seidenkleid, das Wattmal [?] Kleid zihe ich zur Reise an, und das Quatroliete [?] Kleid, sonst nehme ich mir nichts mit. einen'' [mit latein. Buchstaben:] ''Baldo möchte ich mir in Wien Kauffen. Wen du liebe Fany etwas von Hier wünschest so bitte ich es früh genug zu schreiben. Wie ist es den mit der Butter in Wien, wen sie dort schwer zu bekommen ist, so nehme ich eine große Kaffepichse voll mit, aber ein paar Tage zuvor möchte ich es wissen, damit ich von der Großmutter ihren Buttenbräuern einen bekomme. Was noch ist, bitte ich zu schreiben. Die Großmutter grüßt Euch recht herzlich. Wen nur bey der Großmutter das Herzklopfen sich endlich einmal verlieren möchte, sonst ist sie gottlob gesund. Die Großmutter will mir für das gastbett zum Kieß [?] 1 Lb'' [Pfundzeichen] ''Schleiß mitgeben sie sagt es sey gar so leer [?], ich habe gesagt / ich nehme es schon mit, ich bekomme schon einen hübsch großen Koffer, das ich alles unterbringe.'' | | ''Salzburg den 18t[en]/2 [18]75 Meine inigst geliebten Theuren! Wie sehr freute ich mich Euer liebe[s] Briefchen welches ich am Sonntag erhielt es traf mich zwar im Bett. Ich bin schon seit Fasching Montag nicht mehr außgegangen indem ich einen zimmlich starken Husten hatte, nur am letzten Freitag machte ich Nachmittag einen Gang zum Auer etwas zu kauffen und zur Großmutter wolte ich gehen zu sehen wie es ihr geht mit den Herzklopfen, und ich fand sie auch Gottlob zimmlich gut. Am Sammstag Mittag wurde mir so schlecht. Das ich mich legen mußte Heute bin ich Gottlob den größten theil des Tages wider auf, ich hatte auch Fieber, aber Doktor brauchte / ich Gottlob keinen. Ich habe mich nur gut gehalten, und Haußmittel gebraucht. Heute ist mir wider gut nur noch etwas matt bin ich. So gott will wird es bis zur Reise wi[e]der ganz gut. Meine lieben es war in meinen Sinn nie anders gedacht, als amm 6 t[en] Hier abzureisen, um an der Fany ihren Nammensfest unten zu sein, und eben so nicht vor Franz seinen Geburtstfest unten weg zu gehen, Der liebe Gott möge zu meinen'' [unterstrichen:] ''Wollen auch das'' [unterstrichen:] ''Vollbringen geben. Ich wünsche von ganzen Herzen das die Witterung bis dahin wärmer wird. Ich freue mich schon recht sehr Euch meine lieben zu sehen ich glaube schon auch das es sehr angezeugt ist warme Kleider mit zu nehmen, als leichtere / werde ich nur das Graue mit nehmen welches du liebe Fany mir gemacht hast. Das Schwarze Seidenkleid, das Wattmal [?] Kleid zihe ich zur Reise an, und das Quatroliete [?] Kleid, sonst nehme ich mir nichts mit. einen'' [mit latein. Buchstaben:] ''Baldo möchte ich mir in Wien Kauffen. Wen du liebe Fany etwas von Hier wünschest so bitte ich es früh genug zu schreiben. Wie ist es den mit der Butter in Wien, wen sie dort schwer zu bekommen ist, so nehme ich eine große Kaffepichse voll mit, aber ein paar Tage zuvor möchte ich es wissen, damit ich von der Großmutter ihren Buttenbräuern einen bekomme. Was noch ist, bitte ich zu schreiben. Die Großmutter grüßt Euch recht herzlich. Wen nur bey der Großmutter das Herzklopfen sich endlich einmal verlieren möchte, sonst ist sie gottlob gesund. Die Großmutter will mir für das gastbett zum Kieß [?] 1 Lb'' [Pfundzeichen] ''Schleiß mitgeben sie sagt es sey gar so leer [?], ich habe gesagt / ich nehme es schon mit, ich bekomme schon einen hübsch großen Koffer, das ich alles unterbringe.'' |
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| | ==== Brief vom 28. Februar 1875 von der Mutter Antonia Spängler, an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien ==== | | ==== Brief vom 28. Februar 1875 von der Mutter Antonia Spängler, an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien ==== |
| − | Ein Bogen, Prägestempel "A S" mit Kranz und Verzierung; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); fragliche [?] Stelle:<br /> | + | Ein Bogen, Prägedruck "A S" mit Kranz und Verzierung; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); fragliche [?] Stelle:<br /> |
| | ''Salzburg den 28/2 1875 Meine inigst geliebten Theuren. Wie sicher ich auch glaubte, am künftigen Sammstag reisen zu könen, so kann es leider nicht geschehen – denkt Euch ich war seit ich Euch geschrieben, noch keinen Schritt auß dem Hause, und kann noch gar nicht sagen, wan ich werde auß gehen können. Ich habe noch immer Husten und fühle mich noch oft sehr matt. Ich brauche natürlich allerley aber es braucht seine Zeit, die Wütterung [!] ist immer sehr rauh, und daher getraue ich mir nicht außzu gehen, weil ich fürchte, ich könnte eine Lungenentzündung bekommen was bey alten Leuten oft schnel den Tod herbey führt. Ich gebe also für diese Jahreszeit die Reise auf, und Hoffe wie Ihr gleich anfangs gewunschen im / May wen bey der Louise alles glücklich vorüber ist hinunter'' [zu kommen] ''. Seid ihr damit ein verstanden? mein Wille war allen genüge zu leisten – aber der Mensch'' [unterstrichen:] ''denkt, der liebe Gott der'' [unterstrichen:] ''lenkt. Heute habe ich angefangen Isländisches moos zu trünken, es wird wohl doch einmal etwas helfen. Es haben hier so viele Leute den Husten, und auch sind recht viele Leute krank, es ist dieser Winter denen Leuten zu stark. Auch in Wien soll wie ich höre, die Kripp, sehr stark herschen, gebt nur obacht das sie Euch nicht erwüscht, den sie ist böse. Die Großmutter ließ mir gestern sagen, seit 2 Tagen habe sie kein Herz und Magen klopfen mehr verspiert, nur sey sie noch ein wenig matt, und dürfe bey dieser rauhen Witterung / nicht auß gehen, damit sie sich nicht verderbe. Die Therese schükte sie her um zu fragen wie es mir gehe. Bey Schlögel'' [Schlegel, Anm.] ''haben au[c]h, wie ich höre mehrere den Husten, doch die Kinder bring[?]gens nicht hinüber. Herr Tründl [?] war auch an einen Husten und Fieber sehr krank geht aber seit ein paar Tagen wider beßer.'' | | ''Salzburg den 28/2 1875 Meine inigst geliebten Theuren. Wie sicher ich auch glaubte, am künftigen Sammstag reisen zu könen, so kann es leider nicht geschehen – denkt Euch ich war seit ich Euch geschrieben, noch keinen Schritt auß dem Hause, und kann noch gar nicht sagen, wan ich werde auß gehen können. Ich habe noch immer Husten und fühle mich noch oft sehr matt. Ich brauche natürlich allerley aber es braucht seine Zeit, die Wütterung [!] ist immer sehr rauh, und daher getraue ich mir nicht außzu gehen, weil ich fürchte, ich könnte eine Lungenentzündung bekommen was bey alten Leuten oft schnel den Tod herbey führt. Ich gebe also für diese Jahreszeit die Reise auf, und Hoffe wie Ihr gleich anfangs gewunschen im / May wen bey der Louise alles glücklich vorüber ist hinunter'' [zu kommen] ''. Seid ihr damit ein verstanden? mein Wille war allen genüge zu leisten – aber der Mensch'' [unterstrichen:] ''denkt, der liebe Gott der'' [unterstrichen:] ''lenkt. Heute habe ich angefangen Isländisches moos zu trünken, es wird wohl doch einmal etwas helfen. Es haben hier so viele Leute den Husten, und auch sind recht viele Leute krank, es ist dieser Winter denen Leuten zu stark. Auch in Wien soll wie ich höre, die Kripp, sehr stark herschen, gebt nur obacht das sie Euch nicht erwüscht, den sie ist böse. Die Großmutter ließ mir gestern sagen, seit 2 Tagen habe sie kein Herz und Magen klopfen mehr verspiert, nur sey sie noch ein wenig matt, und dürfe bey dieser rauhen Witterung / nicht auß gehen, damit sie sich nicht verderbe. Die Therese schükte sie her um zu fragen wie es mir gehe. Bey Schlögel'' [Schlegel, Anm.] ''haben au[c]h, wie ich höre mehrere den Husten, doch die Kinder bring[?]gens nicht hinüber. Herr Tründl [?] war auch an einen Husten und Fieber sehr krank geht aber seit ein paar Tagen wider beßer.'' |
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| | ==== Brief vom 19. März [1875] von Louise Spängler<ref>Ehefrau von [[Otto Spängler]], Tochter von [[Alois Johann Duregger]]</ref> und ihrer Schwiegermutter Antonia Spängler an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien ==== | | ==== Brief vom 19. März [1875] von Louise Spängler<ref>Ehefrau von [[Otto Spängler]], Tochter von [[Alois Johann Duregger]]</ref> und ihrer Schwiegermutter Antonia Spängler an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien ==== |
| − | Ein Bogen, lila Prägestempel "L S"; Datierung "1875" erschlossen, der Brief liegt in diesem Päckchen; / = Seitenwechsel:<br /> | + | Ein Bogen, lila Prägedruck "L S"; Datierung "1875" erschlossen, der Brief liegt in diesem Päckchen; / = Seitenwechsel:<br /> |
| | ''Liebe Fani! Heute belästige ich Dich mit einer Bitte, und hoffe daß Du Sie mir erfüllst. Ich möchte gerne ein Stück Leinwand, wenn möglich nicht über 30 fll. [Florin] aus der Handlung von beiliegender Adresse.<ref>liegt nicht bei</ref> Fa. Schadenböck ließ sich ein Stück kommen 1. Ell. Breit, à 27. Xr. [Kreuzer] mir wäre sie zu schmal, zu Wickeltücher, nun möchte ich Dich bitten zu schauen ob Du nicht eine Leinwand bekemmst 1 Ell. und'' [darüber klein:] ''beiläufig ¼ breit wenn auch zu 40 Xr. Beiliegendes Muster ist dasjenige, aus der Handlung wo die Ell. 27 Xr. kostete. / Dann möchte ich Dich bitten mir 2 Schlipps einen ganz rosa und einen himmelb[l]auen vielleicht zu 40 Kr. Oder auch etwas theurer zu schicken, sie gehören für mich. Sei so freundlich und besorge es mir bald, weil ich'' [durchstrichenes Wort] ''die Leinwand bald brauche, ich zögerte mit schreiben, bei uns haben die Kinder die Schafblattern'' [Windpocken, Anm.] ''und da kam ich nie zum schreiben. Herz liche Grüsse an Dich und Franz von Otto und der Mutter, welcher es sonst gut geht nur hustet sie noch immer, Großmutter freut sich sehr zu Euch, sie spricht immer was sie in den 27 Kr. Handlungen kaufen wird. Indem ich Dich herz lich grüsse bleibe ich Deine Dich liebende Schwägerin Luise [!]. 19. 3.'' / [weiter S. 3:] ''Das Geld werde ich darnach schiken weil ich es nicht genau weiß. Die Qualität von beiliegender Leinwand wäre mir recht es macht nichts wenn sie dünn ist, nur nicht grobfädriger.'' | | ''Liebe Fani! Heute belästige ich Dich mit einer Bitte, und hoffe daß Du Sie mir erfüllst. Ich möchte gerne ein Stück Leinwand, wenn möglich nicht über 30 fll. [Florin] aus der Handlung von beiliegender Adresse.<ref>liegt nicht bei</ref> Fa. Schadenböck ließ sich ein Stück kommen 1. Ell. Breit, à 27. Xr. [Kreuzer] mir wäre sie zu schmal, zu Wickeltücher, nun möchte ich Dich bitten zu schauen ob Du nicht eine Leinwand bekemmst 1 Ell. und'' [darüber klein:] ''beiläufig ¼ breit wenn auch zu 40 Xr. Beiliegendes Muster ist dasjenige, aus der Handlung wo die Ell. 27 Xr. kostete. / Dann möchte ich Dich bitten mir 2 Schlipps einen ganz rosa und einen himmelb[l]auen vielleicht zu 40 Kr. Oder auch etwas theurer zu schicken, sie gehören für mich. Sei so freundlich und besorge es mir bald, weil ich'' [durchstrichenes Wort] ''die Leinwand bald brauche, ich zögerte mit schreiben, bei uns haben die Kinder die Schafblattern'' [Windpocken, Anm.] ''und da kam ich nie zum schreiben. Herz liche Grüsse an Dich und Franz von Otto und der Mutter, welcher es sonst gut geht nur hustet sie noch immer, Großmutter freut sich sehr zu Euch, sie spricht immer was sie in den 27 Kr. Handlungen kaufen wird. Indem ich Dich herz lich grüsse bleibe ich Deine Dich liebende Schwägerin Luise [!]. 19. 3.'' / [weiter S. 3:] ''Das Geld werde ich darnach schiken weil ich es nicht genau weiß. Die Qualität von beiliegender Leinwand wäre mir recht es macht nichts wenn sie dünn ist, nur nicht grobfädriger.'' |
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| | ==== Brief vom 7. April 1875 von der Mutter Antonia Spängler, an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien ==== | | ==== Brief vom 7. April 1875 von der Mutter Antonia Spängler, an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien ==== |
| − | Ein Bogen, Prägestempel "A S" mit Kranz und Verzierung; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); fragliche [?] Stellen:<br /> | + | Ein Bogen, Prägedruck "A S" mit Kranz und Verzierung; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); fragliche [?] Stellen:<br /> |
| | ''Salzburg den 7/4 [18]75 Meine lieben Theuren Morgen ist ein festlicher Tag für uns'' [unterstrichen:] ''alle – hat ja der liebe Gott an diesen Tag ein Band geknüpft welches zwey Menschen so glücklich gemacht<ref>Hochzeitstag von Franz Spängler und Fanni Schlegel ist der 8. April 1872.</ref>, das die Mutter dieser Glücklichen, nur mit Freude – mit Beruhigung, und Zufriedenheit, auf diesen Tag zurück sehen kann – und nur immer denken und sagen muß der liebe – gütige Gott möge Euer Glück erhalten – und wen möglich noch vermehren – Ich bitte den lieben Gott wohl recht oft, er möge Euch immer in Seinen Göttlichen Schutz erhalten, das dieser gesegnete Tag, recht oft wider kehre. Das gleiche wünsche ich den guten Franz / zu seinen Geburtstag<ref>10. April 1839</ref>, einer dieser festlichen Tage bringt Ihr gewiß wenigstens den Abend in Mödling zu. Ich werde Euch'' [auf eure, Anm.] ''Gesundheit trüncken. Angermeyer'' [Angermayer, Anm.] ''wird Dir Heute den'' [Brief der] ''Frau v Schmelzing den Franz übergeben haben. Es hat mich sehr gefreut, er sieht gut auß, aber älter ist er in seinen Außsehen geworden. Er wird wohl auch mich so gefunden haben, den ganz kann ich noch nicht sagen das ich mich er holt habe, ich fühle mich oft besonders in den Füßen matt. es wird wohl nach und nach wider recht werden, wen man alt ist geht die Erhollung viel schwerer. Die Witterung ist jetzt sehr angenehm ich gehe auch seit es trocken ist mehr auß. / Heute gehe ich mit der GroßMutter zu Schneberger'' [Schneeberger, Anm.] ''. Ist es in Wien auch schon sehr warm? hier ist es in der Sonne wie im Sommer so heiß, so schnell ändert sich die Tempratur.'' | | ''Salzburg den 7/4 [18]75 Meine lieben Theuren Morgen ist ein festlicher Tag für uns'' [unterstrichen:] ''alle – hat ja der liebe Gott an diesen Tag ein Band geknüpft welches zwey Menschen so glücklich gemacht<ref>Hochzeitstag von Franz Spängler und Fanni Schlegel ist der 8. April 1872.</ref>, das die Mutter dieser Glücklichen, nur mit Freude – mit Beruhigung, und Zufriedenheit, auf diesen Tag zurück sehen kann – und nur immer denken und sagen muß der liebe – gütige Gott möge Euer Glück erhalten – und wen möglich noch vermehren – Ich bitte den lieben Gott wohl recht oft, er möge Euch immer in Seinen Göttlichen Schutz erhalten, das dieser gesegnete Tag, recht oft wider kehre. Das gleiche wünsche ich den guten Franz / zu seinen Geburtstag<ref>10. April 1839</ref>, einer dieser festlichen Tage bringt Ihr gewiß wenigstens den Abend in Mödling zu. Ich werde Euch'' [auf eure, Anm.] ''Gesundheit trüncken. Angermeyer'' [Angermayer, Anm.] ''wird Dir Heute den'' [Brief der] ''Frau v Schmelzing den Franz übergeben haben. Es hat mich sehr gefreut, er sieht gut auß, aber älter ist er in seinen Außsehen geworden. Er wird wohl auch mich so gefunden haben, den ganz kann ich noch nicht sagen das ich mich er holt habe, ich fühle mich oft besonders in den Füßen matt. es wird wohl nach und nach wider recht werden, wen man alt ist geht die Erhollung viel schwerer. Die Witterung ist jetzt sehr angenehm ich gehe auch seit es trocken ist mehr auß. / Heute gehe ich mit der GroßMutter zu Schneberger'' [Schneeberger, Anm.] ''. Ist es in Wien auch schon sehr warm? hier ist es in der Sonne wie im Sommer so heiß, so schnell ändert sich die Tempratur.'' |
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| | ==== Brief vom 24., 26. und 28. April 1875 von der Mutter Antonia Spängler, an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien ==== | | ==== Brief vom 24., 26. und 28. April 1875 von der Mutter Antonia Spängler, an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien ==== |
| − | Ein Bogen, Prägestempel "A S" mit Kranz und Verzierung; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt):<br /> | + | Ein Bogen, Prägedruck "A S" mit Kranz und Verzierung; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt):<br /> |
| | ''Salzburg den 24/4 1875 Meine lieben Theuren! Daß [!] ich erst heute dazu komme, Euch meine lieben für Eure guten Wünsche, zu meinen Geburtstag zu dannken, liegt Hauptsächlich in dem, das es mich einen großen Kammpf kostet, mein Gefühl der Vernunft zu unterwerffen, nemlich hat es mich würcklich sehr gezogen nach Wien zu gehen, um mit Euch einige Wochen zuzubringen; aber da ich noch immer mich nicht so ganz erholt habe, so räth mir alles ab, nach Wien zu gehen, da die Wiener Luft, keine Erhollung gewährt indemm sie, so Dunstig sey, und so viel Wind und Staub sey, Ich habe dan wollen für einige Wochen, in die Gnigel<ref>"die [[Gnigl]]"</ref> gehen zu Hofrichter. – da sie / mich so freundlich eingeladen haben, natürlich gegen Bezahlung, kaum vergingen über diesen Gedannken 3 Tage als Louise auf zu stehen anfing sich oft sehr matt fühlt und dem Otto erklärte, sie wünsche sehr aufs Land zu gehen, mit den Kindern, damit mann sie nicht so anzu ziehen brauche, und sich die Kinder auch erkräftigen. so hat er nun im Spáthhoff. eine Wohnung auf genohmen um 300 fl. [Gulden] Da fragten nun Louise und Otto ob ich nicht zu ihnen ziehen will, und so werde ich mit ihnen hinauß gehen, und dort, vieleicht 6 Wochen bleiben, thut es mir recht gut, vieleicht auch länger, jedenfall bin ich bis Ihr hieher kömmt, wider in meiner eigenen Behaußung. Ich freue mich schon recht sehr wen Ihr herauf kömmt / '' [darüber:] ''den 26 t'' [en] [weiter:] ''besonders wen ich mich vieleicht wider kräftiger fühle, um mit Euch einige Außflüge machen zu könen. Ich kann mich nicht krank nennen, aber ich fühle mich oft so matt, und vor allen gleich so angegrieffen. Ich lasse mir gewiß in keiner Beziehung etwas abgehen, ich trü[n]cke au[c]h Täglich etwas Wein. Es ist das Frühjahr sehr stark da die Luft immer noch so kalt ist, es sterben recht viele Leute – besonders was Lungenkranke sind, die reißt es alle. Leide[n]d sind wohl sehr viele hier.'' | | ''Salzburg den 24/4 1875 Meine lieben Theuren! Daß [!] ich erst heute dazu komme, Euch meine lieben für Eure guten Wünsche, zu meinen Geburtstag zu dannken, liegt Hauptsächlich in dem, das es mich einen großen Kammpf kostet, mein Gefühl der Vernunft zu unterwerffen, nemlich hat es mich würcklich sehr gezogen nach Wien zu gehen, um mit Euch einige Wochen zuzubringen; aber da ich noch immer mich nicht so ganz erholt habe, so räth mir alles ab, nach Wien zu gehen, da die Wiener Luft, keine Erhollung gewährt indemm sie, so Dunstig sey, und so viel Wind und Staub sey, Ich habe dan wollen für einige Wochen, in die Gnigel<ref>"die [[Gnigl]]"</ref> gehen zu Hofrichter. – da sie / mich so freundlich eingeladen haben, natürlich gegen Bezahlung, kaum vergingen über diesen Gedannken 3 Tage als Louise auf zu stehen anfing sich oft sehr matt fühlt und dem Otto erklärte, sie wünsche sehr aufs Land zu gehen, mit den Kindern, damit mann sie nicht so anzu ziehen brauche, und sich die Kinder auch erkräftigen. so hat er nun im Spáthhoff. eine Wohnung auf genohmen um 300 fl. [Gulden] Da fragten nun Louise und Otto ob ich nicht zu ihnen ziehen will, und so werde ich mit ihnen hinauß gehen, und dort, vieleicht 6 Wochen bleiben, thut es mir recht gut, vieleicht auch länger, jedenfall bin ich bis Ihr hieher kömmt, wider in meiner eigenen Behaußung. Ich freue mich schon recht sehr wen Ihr herauf kömmt / '' [darüber:] ''den 26 t'' [en] [weiter:] ''besonders wen ich mich vieleicht wider kräftiger fühle, um mit Euch einige Außflüge machen zu könen. Ich kann mich nicht krank nennen, aber ich fühle mich oft so matt, und vor allen gleich so angegrieffen. Ich lasse mir gewiß in keiner Beziehung etwas abgehen, ich trü[n]cke au[c]h Täglich etwas Wein. Es ist das Frühjahr sehr stark da die Luft immer noch so kalt ist, es sterben recht viele Leute – besonders was Lungenkranke sind, die reißt es alle. Leide[n]d sind wohl sehr viele hier.'' |
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| | ==== Brief vom 14. Mai 1875 von der Mutter Antonia Spängler, an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien ==== | | ==== Brief vom 14. Mai 1875 von der Mutter Antonia Spängler, an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien ==== |
| | [[Datei:Brief vom 14. Mai 1875, Seite 1.JPG|thumb|Brief vom 14. Mai 1875, Seite 1.]] | | [[Datei:Brief vom 14. Mai 1875, Seite 1.JPG|thumb|Brief vom 14. Mai 1875, Seite 1.]] |
| − | Ein Bogen, Prägestempel "A S" mit Kranz und Verzierung; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); fragliche [?] Stelle; die erste Seite des Briefes ist abgebildet:<br /> | + | Ein Bogen, Prägedruck "A S" mit Kranz und Verzierung; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); fragliche [?] Stelle; die erste Seite des Briefes ist abgebildet:<br /> |
| | ''Salzburg den 14/5 [18]75 Meine lieben Theuren! Wie gerne ergreife ich die Feder um mit Euch meine Lieben ein wenig plaudern zu können. Recht sehr danke ich vor allen für Eure lieben Briefe. Mit meinen fortgehen auß Wien<ref>Das bedeutet offenbar entgegen dem Wortlaut, dass sie die Reise nach Wien kurzfristig und überraschend abgesagt hat. Vgl. die Briefe davor und danach.</ref> ging es freilich so schnell, das ich nirgends mehr hin gehen konnte, daher werden auch die Leute überrascht geweßen sein. Mit meiner Gesundheit geht es gottlob beßer, ich bin wohl noch nicht so kräftig wie früher, aber ich sehe doch schon viel beßer auß. Ich habe gestern den letzten Malaga getruncken, er hat mir sehr gut gethan, und wird es noch nothwendig, so kaufe ich mir einen, die gesundheit ist ja alles werth. Ich bitte dich recht schön liebe Fany allen welche an mich grüße aufgegeben haben / ebenfalls viele grüße zu entrichten, war es mir ja selbst zu schnell. Wegen Sieber [?] bedaure ich sehr das die Nachrichten immer schlecht lauten. Liebe Fany wie froh bin ich das dein Befinden ein gutes ist, auch hoffe ich wirst du getröstet sein, wen du diesen Schmerz der F v Sauter bedennckst, welche schon so viele Freude an ihren Kindlein hatte, da es sie schon kannte, dan ist die Natalie so sehr geschwächt, das wohl zu fürchten ist, das sie kein Kind mehr bekömt. Bey dir liebe Fany ist dieß ganz anders. Ich bitte dich folge mir und trü[n]cke alle Tage etwas Wein, besonders gut wäre ein Türoller'' [Tiroler, Anm.] ''weil dieser ein gutes Blut macht, und Kraft giebt – ich dencke bey dir wird noch alles recht werden. Dencke dir bey Lürzer Otto ist Ihnen das / Kindlein mit 6 Wochen wider gestorben, der kleine Paul hat einen Lungenhusten bekommen, und ist daran gestorben kannst dir dencken wie schwer es ihnen ist. Am Dinnstag geht die Lürzer Pepi hinein<ref>Zell am See</ref> zu ihnen damit sie doch ein wenig sich zerstreut. Die kleine Margaretha ist auch schon überal aufgestanden, und hat so viel verstanden, was man mit ihr gesprochen, es thut gewiß auch sehr weh ein solches Kindlein zu verlieren. Man muß sich fiegen'' [fügen] ''und in den Willen Gottes ergeben.'' | | ''Salzburg den 14/5 [18]75 Meine lieben Theuren! Wie gerne ergreife ich die Feder um mit Euch meine Lieben ein wenig plaudern zu können. Recht sehr danke ich vor allen für Eure lieben Briefe. Mit meinen fortgehen auß Wien<ref>Das bedeutet offenbar entgegen dem Wortlaut, dass sie die Reise nach Wien kurzfristig und überraschend abgesagt hat. Vgl. die Briefe davor und danach.</ref> ging es freilich so schnell, das ich nirgends mehr hin gehen konnte, daher werden auch die Leute überrascht geweßen sein. Mit meiner Gesundheit geht es gottlob beßer, ich bin wohl noch nicht so kräftig wie früher, aber ich sehe doch schon viel beßer auß. Ich habe gestern den letzten Malaga getruncken, er hat mir sehr gut gethan, und wird es noch nothwendig, so kaufe ich mir einen, die gesundheit ist ja alles werth. Ich bitte dich recht schön liebe Fany allen welche an mich grüße aufgegeben haben / ebenfalls viele grüße zu entrichten, war es mir ja selbst zu schnell. Wegen Sieber [?] bedaure ich sehr das die Nachrichten immer schlecht lauten. Liebe Fany wie froh bin ich das dein Befinden ein gutes ist, auch hoffe ich wirst du getröstet sein, wen du diesen Schmerz der F v Sauter bedennckst, welche schon so viele Freude an ihren Kindlein hatte, da es sie schon kannte, dan ist die Natalie so sehr geschwächt, das wohl zu fürchten ist, das sie kein Kind mehr bekömt. Bey dir liebe Fany ist dieß ganz anders. Ich bitte dich folge mir und trü[n]cke alle Tage etwas Wein, besonders gut wäre ein Türoller'' [Tiroler, Anm.] ''weil dieser ein gutes Blut macht, und Kraft giebt – ich dencke bey dir wird noch alles recht werden. Dencke dir bey Lürzer Otto ist Ihnen das / Kindlein mit 6 Wochen wider gestorben, der kleine Paul hat einen Lungenhusten bekommen, und ist daran gestorben kannst dir dencken wie schwer es ihnen ist. Am Dinnstag geht die Lürzer Pepi hinein<ref>Zell am See</ref> zu ihnen damit sie doch ein wenig sich zerstreut. Die kleine Margaretha ist auch schon überal aufgestanden, und hat so viel verstanden, was man mit ihr gesprochen, es thut gewiß auch sehr weh ein solches Kindlein zu verlieren. Man muß sich fiegen'' [fügen] ''und in den Willen Gottes ergeben.'' |
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| | ==== Brief vom 17. Mai 1875 von der Mutter Antonia Spängler, an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien ==== | | ==== Brief vom 17. Mai 1875 von der Mutter Antonia Spängler, an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien ==== |
| | [[Datei:Brief vom 17. Mai 1875, Seite 1.JPG|thumb|Brief vom 17. Mai 1875, Seite 1.]] | | [[Datei:Brief vom 17. Mai 1875, Seite 1.JPG|thumb|Brief vom 17. Mai 1875, Seite 1.]] |
| − | Ein Bogen, Prägestempel "A S" mit Kranz und Verzierung; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); die erste Seite des Briefes ist abgebildet:<br /> | + | Ein Bogen, Prägedruck "A S" mit Kranz und Verzierung; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); die erste Seite des Briefes ist abgebildet:<br /> |
| | ''Salzburg den 17/5 [18]75 Meine liebsten Theuren! Wie ich oft sage, der Mensch denckt – der liebe Gott lenckt. Als ich neulich Euren Brief erhielt, welcher wohl sehr dringend mich auffordete zu kommen, ich beschloß daher zu gehen, wen es mir auch nicht so gut bekommen möge, wie die so herliche Landluft hier, ich richtete mir schon alles zusammen auf den kasten herauß die Schuhe Kleider, habe schon den Kofer besorgt schon die Nothwendigsten Abschieds besuche gemacht, kurz ich war ganz reiseferig und wollte am Dinstag den 11 t[en] reisen<ref>Zur Frage nach der Reise nach Wien vgl. den obigen Brief vom 24. bis 28. April 1875 (Anmerkung). Der 11. Mai 1875 war ein Dienstag.</ref>, als mir von 9 t[en] auf den 10 t[en] in der Nacht so unwohl wurde, und ich so auf geregt war, das ich nur zu deutlich sach, das dieß, keine Verfaßung / ist, um eine so weite Reise zu unternehmen; ich wußte mir nun nicht anders zu helfen als ich ging zum Vater der Fany<ref>[[Richard Franz Schlegel]]</ref> , um ihm zu rathe zu ziehen, und er sagte mir auch beßer als die Wienerreise wird mir gewiß der Aufenthalt auf dem Land thun, ich bath im dan er möge Euch selbst ein paar Zeilen schreiben, was er mir auch versprochen hat. Ich bin dan noch den selben Tag mit denen Ottoischen aufs Land gezogen, wo wir die herlichste Luft nebst den schönsten Wetter genießen, ich bin nur gestern in die Stadt in die Kirche gegangen, sonst bin ich den ganzen Tag im freyen, und habe immer das herliche Grün / vor den Augen was mir wohl, unendlich gut thut, diese Woche werde ich anfangen Moßbäder [!] zu brauchen.'' | | ''Salzburg den 17/5 [18]75 Meine liebsten Theuren! Wie ich oft sage, der Mensch denckt – der liebe Gott lenckt. Als ich neulich Euren Brief erhielt, welcher wohl sehr dringend mich auffordete zu kommen, ich beschloß daher zu gehen, wen es mir auch nicht so gut bekommen möge, wie die so herliche Landluft hier, ich richtete mir schon alles zusammen auf den kasten herauß die Schuhe Kleider, habe schon den Kofer besorgt schon die Nothwendigsten Abschieds besuche gemacht, kurz ich war ganz reiseferig und wollte am Dinstag den 11 t[en] reisen<ref>Zur Frage nach der Reise nach Wien vgl. den obigen Brief vom 24. bis 28. April 1875 (Anmerkung). Der 11. Mai 1875 war ein Dienstag.</ref>, als mir von 9 t[en] auf den 10 t[en] in der Nacht so unwohl wurde, und ich so auf geregt war, das ich nur zu deutlich sach, das dieß, keine Verfaßung / ist, um eine so weite Reise zu unternehmen; ich wußte mir nun nicht anders zu helfen als ich ging zum Vater der Fany<ref>[[Richard Franz Schlegel]]</ref> , um ihm zu rathe zu ziehen, und er sagte mir auch beßer als die Wienerreise wird mir gewiß der Aufenthalt auf dem Land thun, ich bath im dan er möge Euch selbst ein paar Zeilen schreiben, was er mir auch versprochen hat. Ich bin dan noch den selben Tag mit denen Ottoischen aufs Land gezogen, wo wir die herlichste Luft nebst den schönsten Wetter genießen, ich bin nur gestern in die Stadt in die Kirche gegangen, sonst bin ich den ganzen Tag im freyen, und habe immer das herliche Grün / vor den Augen was mir wohl, unendlich gut thut, diese Woche werde ich anfangen Moßbäder [!] zu brauchen.'' |
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| | ==== Brief vom 20. Juni 1875 von der Mutter Antonia Spängler, an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien ==== | | ==== Brief vom 20. Juni 1875 von der Mutter Antonia Spängler, an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien ==== |
| − | Ein Bogen, Prägestempel "A S" mit Kranz und Verzierung; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); fragliche [?] Stelle:<br /> | + | Ein Bogen, Prägedruck "A S" mit Kranz und Verzierung; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); fragliche [?] Stelle:<br /> |
| | ''Salzburg den 20/6 [18]75 Meine lieben Theuren Nun liegen 2 Briefe vor mir von Euch zur Beantwortung für welche ich Euch herzlich danke. Den ersten wo mir die Fany mittheilte das sie an ihren Geburtstag in Mödling war, und sich gut unterhalten hat. Der 2 t[e] enthielt den Glückwunsch zu meinen Nammenstag. Der liebe Gott möge Eure guten Wünsche erfühlen. Gott seys gedanckt ich fühle mich im Hof recht wohl und vergnügt Die Witterung war bis zu dato noch fast immer schön, und wir daher auch fast immer im freyen. Wie freue ich mich schon jetzt auf Eure Ankunft ich werde'' [oben auf dem Kopf:] ''Otto und Louise grüßen recht herzlich'' / ''am 20 t[en] Juli in die Stadt ziehen, damit ich vor Euerer Ankunft, in meiner Wohnung noch alles in Ordnung bringe. Ich hoffe Euch recht oft bey mir zu sehen, da die Großmutter oft mit Herzklopfen belastet ist, will ich sie mehr ruhen lassen ich hoffe Ihr werdet schon au[c]h mit meinen einfachen Speisen zufrieden sein. So Gott will wollen wir recht vergnügte Tage verleben. '' | | ''Salzburg den 20/6 [18]75 Meine lieben Theuren Nun liegen 2 Briefe vor mir von Euch zur Beantwortung für welche ich Euch herzlich danke. Den ersten wo mir die Fany mittheilte das sie an ihren Geburtstag in Mödling war, und sich gut unterhalten hat. Der 2 t[e] enthielt den Glückwunsch zu meinen Nammenstag. Der liebe Gott möge Eure guten Wünsche erfühlen. Gott seys gedanckt ich fühle mich im Hof recht wohl und vergnügt Die Witterung war bis zu dato noch fast immer schön, und wir daher auch fast immer im freyen. Wie freue ich mich schon jetzt auf Eure Ankunft ich werde'' [oben auf dem Kopf:] ''Otto und Louise grüßen recht herzlich'' / ''am 20 t[en] Juli in die Stadt ziehen, damit ich vor Euerer Ankunft, in meiner Wohnung noch alles in Ordnung bringe. Ich hoffe Euch recht oft bey mir zu sehen, da die Großmutter oft mit Herzklopfen belastet ist, will ich sie mehr ruhen lassen ich hoffe Ihr werdet schon au[c]h mit meinen einfachen Speisen zufrieden sein. So Gott will wollen wir recht vergnügte Tage verleben. '' |
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| | ==== Brief vom 26. September 1875 von der Mutter Antonia Spängler, an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien ==== | | ==== Brief vom 26. September 1875 von der Mutter Antonia Spängler, an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien ==== |
| − | Ein Bogen, Prägestempel "A S" mit Kranz und Verzierung; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt):<br /> | + | Ein Bogen, Prägedruck "A S" mit Kranz und Verzierung; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt):<br /> |
| | ''Salzburg den 26/9 [18]75 Meine lieben Theuren! Ich bringe Euch durch Otto, meinen herzlichsten Gruß. Wie ich von Leopold Spángler hörte so befindet Ihr Ech beide recht wohl, Fany soll schon zimlich dick werden. Ich bitte dich liebe Fany ziehe ja doch ein leichtes Mieder an, dammit die Außdehnung nicht zu groß wird, den dieses geht in der Mutter auß, weil die Kinder dan oft so groß werden, das beyde darunter leiden, Mutter und Kind. Gestern war die Begräbniß von der alten Großmutter<ref>Theresia Schlegel, geb. Heigel (Heygel) (* 1783; † 23. September 1875 in der [[Stadt Salzburg]]), verheiratet mit dem militär. Oberarzt Franz Schlegel (* 1769; † ca. 1845 in Leitmeritz [Litoměřice], Böhmen, Tschechien). Wann sich nach Salzburg kommt, ist unbekannt; sie lebt zuletzt beim Sohn und der zweiten Schwiegertochter Katharina am Kranzlmarkt Nr. 6; begraben auf St. Sebastian (in der Arrigler-Gruft); vgl. Dompfarre Salzburg Sterbebuch VII, fol. 87 (Auskunft Walter Schlegel, Salzburg, 2022). Franz Schlegel ist der Vater von [[Richard Franz Schlegel]].</ref> , deine Großmutter, und ich, sind mitsammen gegangen. Der Großmutter geht es halt so pasabel, sie hat trotz alles halten, und auch der Beobachtung / was der doktor verschreibt doch oft das Herzklopfen. aber sie hoft von der kühleren Witterung einen beßren Erfolg'' | | ''Salzburg den 26/9 [18]75 Meine lieben Theuren! Ich bringe Euch durch Otto, meinen herzlichsten Gruß. Wie ich von Leopold Spángler hörte so befindet Ihr Ech beide recht wohl, Fany soll schon zimlich dick werden. Ich bitte dich liebe Fany ziehe ja doch ein leichtes Mieder an, dammit die Außdehnung nicht zu groß wird, den dieses geht in der Mutter auß, weil die Kinder dan oft so groß werden, das beyde darunter leiden, Mutter und Kind. Gestern war die Begräbniß von der alten Großmutter<ref>Theresia Schlegel, geb. Heigel (Heygel) (* 1783; † 23. September 1875 in der [[Stadt Salzburg]]), verheiratet mit dem militär. Oberarzt Franz Schlegel (* 1769; † ca. 1845 in Leitmeritz [Litoměřice], Böhmen, Tschechien). Wann sich nach Salzburg kommt, ist unbekannt; sie lebt zuletzt beim Sohn und der zweiten Schwiegertochter Katharina am Kranzlmarkt Nr. 6; begraben auf St. Sebastian (in der Arrigler-Gruft); vgl. Dompfarre Salzburg Sterbebuch VII, fol. 87 (Auskunft Walter Schlegel, Salzburg, 2022). Franz Schlegel ist der Vater von [[Richard Franz Schlegel]].</ref> , deine Großmutter, und ich, sind mitsammen gegangen. Der Großmutter geht es halt so pasabel, sie hat trotz alles halten, und auch der Beobachtung / was der doktor verschreibt doch oft das Herzklopfen. aber sie hoft von der kühleren Witterung einen beßren Erfolg'' |
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| | ''Liebe Fanni! Es ist gerade 11 Uhr Mittag und ich habe das Kistl wo sich die kleine Ausstat[t]ung für euer kleines Kind<ref>Erst 1877 wird Franzi, die älteste der Spängler-Geschwister, geboren, vgl. folgenden Brief vom 15. April 1876; es ist offenbar ein totgeborenes [?] Kind davor gemeint. Auch im voranstehenden Brief vom 14. Mai 1875 ist wohl von solcher Sorge die Rede.</ref> befindet den Eillgut übergeben. Morgen wirst du es in Haus gestellt erhalten. ich hoffe das Christkind wird euch'' [erreichen] ''du kannst es glauben liebe Fanni es hat mir viele Mühe und Sorge gemach alles zusammen zu bringen. Ich habe es mit Freuden gethan. Wenn Gott mir die Gnade schänkt das kleine Wesen an mein Herz zu drücken und ihm den Urgroßmütterlichen Kuß zu geben, bin'' [ich] ''für alles belohnt. Du wirst sehn wie mit Mühe und Sorge für das kleine Wuzi wächst, nur meine ich immer es wird dir zu viel werden ohne Magd, weil dir dir schlaflosen Nächt oft Müdigkeit und Unwohlsein bereitet gemacht haben, und auch für das Geschäft deines Franzes beschwerlich ist. Doch wenn der liebe Gott dem ich täglich inig bitte Gesundheit schänkt, wirst du dich schon daran gewöhnen, die Lieb überwindet alles. Der Güttig Gott schänke dir an Geist und Korper ein gesunds Kind. Ich brauche dir nicht erst zu sagen wie gern ich dir in den Wochenbett zur Seite gestanden wäre und alles überwacht hätte. Doch ich weis ja die gute Mutter<ref>Spängler, geb. Lürzer, gest. 1882, Nr. 37; Fannis eigene Mutter stirbt bei der Geburt der Tochter 1848; auch deshalb ist die Verbindung zur Großmutter besonders eng.</ref> bey dir die ja Sorgsam, lieb und gut ist, Gott möge ihrr Gesundheit schänken. Wie wird sich dein guter Mann freuen das kleine Püpchen auf seinen Arm zu tragen und auf seinen Knien zu schaukeln. Euer Leben wird jetzt ein ganz anderes sein. Eine Kinderlose Ehe wird mit den Jahren zu Monoton, es fehl dem Leben an Jntreße'' [Interesse]''. Nun liebe Fanni hab ich einmal über das was uns beyde so sehr intresiert sprächen können nach dem ich mich schon lange gesähnt habe. Heute hab ich gerade die Lichte für meine Augen da ich mehr sehe als gewöhnlich. Ich füge daher dem besten Wunsch zum freudigen Christkind, dem aufrichtigen herzlichen Wunsch bey zum Neuenjahr bey, Gott wolle uns Gesundheit und ein Wiedersehn verleihn. | | ''Liebe Fanni! Es ist gerade 11 Uhr Mittag und ich habe das Kistl wo sich die kleine Ausstat[t]ung für euer kleines Kind<ref>Erst 1877 wird Franzi, die älteste der Spängler-Geschwister, geboren, vgl. folgenden Brief vom 15. April 1876; es ist offenbar ein totgeborenes [?] Kind davor gemeint. Auch im voranstehenden Brief vom 14. Mai 1875 ist wohl von solcher Sorge die Rede.</ref> befindet den Eillgut übergeben. Morgen wirst du es in Haus gestellt erhalten. ich hoffe das Christkind wird euch'' [erreichen] ''du kannst es glauben liebe Fanni es hat mir viele Mühe und Sorge gemach alles zusammen zu bringen. Ich habe es mit Freuden gethan. Wenn Gott mir die Gnade schänkt das kleine Wesen an mein Herz zu drücken und ihm den Urgroßmütterlichen Kuß zu geben, bin'' [ich] ''für alles belohnt. Du wirst sehn wie mit Mühe und Sorge für das kleine Wuzi wächst, nur meine ich immer es wird dir zu viel werden ohne Magd, weil dir dir schlaflosen Nächt oft Müdigkeit und Unwohlsein bereitet gemacht haben, und auch für das Geschäft deines Franzes beschwerlich ist. Doch wenn der liebe Gott dem ich täglich inig bitte Gesundheit schänkt, wirst du dich schon daran gewöhnen, die Lieb überwindet alles. Der Güttig Gott schänke dir an Geist und Korper ein gesunds Kind. Ich brauche dir nicht erst zu sagen wie gern ich dir in den Wochenbett zur Seite gestanden wäre und alles überwacht hätte. Doch ich weis ja die gute Mutter<ref>Spängler, geb. Lürzer, gest. 1882, Nr. 37; Fannis eigene Mutter stirbt bei der Geburt der Tochter 1848; auch deshalb ist die Verbindung zur Großmutter besonders eng.</ref> bey dir die ja Sorgsam, lieb und gut ist, Gott möge ihrr Gesundheit schänken. Wie wird sich dein guter Mann freuen das kleine Püpchen auf seinen Arm zu tragen und auf seinen Knien zu schaukeln. Euer Leben wird jetzt ein ganz anderes sein. Eine Kinderlose Ehe wird mit den Jahren zu Monoton, es fehl dem Leben an Jntreße'' [Interesse]''. Nun liebe Fanni hab ich einmal über das was uns beyde so sehr intresiert sprächen können nach dem ich mich schon lange gesähnt habe. Heute hab ich gerade die Lichte für meine Augen da ich mehr sehe als gewöhnlich. Ich füge daher dem besten Wunsch zum freudigen Christkind, dem aufrichtigen herzlichen Wunsch bey zum Neuenjahr bey, Gott wolle uns Gesundheit und ein Wiedersehn verleihn. |
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| − | ''Meine Gesundheit hat sich viel gebessert, doch frey bin ich von meinen Magenklopfen nicht, aber ich darf doch wieder etwas mehr genießen, und es dauert nicht 4-5 Stunden lang. Ich danke dir für den Stoff den du mir hast färben lassen er gefählt mir gut, was daraus wird, weis ich noch nicht. Die Näherin ist im Spital bedenklich krank, wenn sie wieder besser wird, werden ihr die 3 fl [Gulden] zur Erholung recht wohl thun. Ida welche dich vielmals grüßt, ist jetzt recht beschäftigt. sie geht in 3-4 Häuser wo sie Kleider macht, man ist mit ihr'' [zweites Blatt, Prägestempel "Bath"] ''zufrieden, da muß von 4 ½ Uhr bis 7 ½ Uhr fleißig nähn, und kann nicht davon laufen. Gestern war sie den ganzen Tag bey mir, da haben wir die Kindswäsche geordnet und zusammen gebunden, es hat ihr Freude gemacht, es thun zu dürfen. Jetzt muß ich schlüßen eds wird schon dunkl die Augen versagen mir ihrn Dienst. Ich meine du sollst die Wäsche wenn du selbr gesehn hast in der Küste lassen, du darfst nur einen Tepich darunter legen, da kanst du sie in jeden Zimmer stehn lassen. Grüße die Rosi, ich hoffe das Mieder wird recht sein Lebe recht wohl es umarmt Euch beyde Euere Großmutter Fanni.'' | + | ''Meine Gesundheit hat sich viel gebessert, doch frey bin ich von meinen Magenklopfen nicht, aber ich darf doch wieder etwas mehr genießen, und es dauert nicht 4-5 Stunden lang. Ich danke dir für den Stoff den du mir hast färben lassen er gefählt mir gut, was daraus wird, weis ich noch nicht. Die Näherin ist im Spital bedenklich krank, wenn sie wieder besser wird, werden ihr die 3 fl [Gulden] zur Erholung recht wohl thun. Ida welche dich vielmals grüßt, ist jetzt recht beschäftigt. sie geht in 3-4 Häuser wo sie Kleider macht, man ist mit ihr'' [zweites Blatt, Prägedruck "Bath"] ''zufrieden, da muß von 4 ½ Uhr bis 7 ½ Uhr fleißig nähn, und kann nicht davon laufen. Gestern war sie den ganzen Tag bey mir, da haben wir die Kindswäsche geordnet und zusammen gebunden, es hat ihr Freude gemacht, es thun zu dürfen. Jetzt muß ich schlüßen eds wird schon dunkl die Augen versagen mir ihrn Dienst. Ich meine du sollst die Wäsche wenn du selbr gesehn hast in der Küste lassen, du darfst nur einen Tepich darunter legen, da kanst du sie in jeden Zimmer stehn lassen. Grüße die Rosi, ich hoffe das Mieder wird recht sein Lebe recht wohl es umarmt Euch beyde Euere Großmutter Fanni.'' |
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| | Beigelegt [gehört nicht unbedingt hierher] zwei Visitenkarten "Fanni Kobler. Private". | | Beigelegt [gehört nicht unbedingt hierher] zwei Visitenkarten "Fanni Kobler. Private". |