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ein Bogen, Brief von [[Katharina Arrigler]] an [Nr. 19] [[Franziska Schlegel]], verheiratet Spängler, ohne Datum [erschlossen etwa 1888]:<br />
 
ein Bogen, Brief von [[Katharina Arrigler]] an [Nr. 19] [[Franziska Schlegel]], verheiratet Spängler, ohne Datum [erschlossen etwa 1888]:<br />
 
''Liebe Fani! Wenn ich mich auch allzeit herzlich freue, wenn ich deine Schrift sehe, so hatte ich bei den letzten Brief doch unendlich mehr Freude, wie ich den Inhalt las. die Nachricht, daß ich Euch doch heuer noch sehe, mit dir wieder plauschen kann u. meine Enkerl wieder sehe. ich hofe zu Gott, diese Wochen gehen so rüber, u. Euch hält nichts ab, u. ich bleibe so wohl wie jetzt, den[n] es gab jetzt oft Stunden, wo ich dachte der Abschied voriges Jahr war mir nicht umsonst so trübe, doch zu end klagen ich hofe auf ein frohes Wiederseh’n. Die 2 Zimmer habe ich bekommen, wohl im 3 Stock, wenn du dich erinnern kannst unser großes Wohnzimmer u. das Zimmer von Großmutter die hübschen Sachen hatte sie sind nicht umeinand aber neben einand u. nur ein ganz kleiner Gang, so weit wie wie'' [doppelt?] ''ein Zimmer lang ist, ist Euch zu wenig Platz, so ist noch ein kleines Zimmer daneben, in Einem sind 4 Betten u. ein Schlafdivan u. im Zweiten 3 Betten. Wie geht es Lonerl? [?] ich lasse sie grüßen u. ihr sagen, die Salzburger Luft macht sie schon wieder gesund. Daß du beide Mädchen mitnimmst, finde ich sehr vernüftig, den[n] mit Einem brächtest du es nicht zusamen, da müßtest du manches zurücklassen, oder extra zahlen u. die Zweite umsonst in Krems verkösten, ich glaube auch du kommst besser u. billiger dazu so. Frau Bräuerin hat es auch recht gefreut. Auf Otto’l sind wir schon neugierig<ref>Da "Otto" genannt ist, geboren am 26. Mai 1886, müssten die "beiden Mädchen" seine älteren Schwestern sein: Johanna (* 1882) und Rosa (* 1880), hier "Roßl" genannt. Der Brief wäre dann etwa 1887 oder eher 1888 zu datieren. Von den ältesten Töchtern Franziska (* 1879) und Antonia (* 1879) ist offenbar nicht die Rede.</ref>. in diesen Alter trägt ein Jahr viel aus, ob Bubi die Großmutter noch kennt, wenn er sie sieht? Roßl wird wohl schon groß sein. Grüße mir alle herzlich Handl [?] noch extra ein Bußerl. Leb wohl liebe Fani, bald plandern wir, das thut weder meinen Augen noch Kopf weh. auf ein frohes Wiederseh’n freut sich so sehr / deine Mutter. / Viele Grüße an Franz. Viele Grüße von Otto [Otto Spängler].''
 
''Liebe Fani! Wenn ich mich auch allzeit herzlich freue, wenn ich deine Schrift sehe, so hatte ich bei den letzten Brief doch unendlich mehr Freude, wie ich den Inhalt las. die Nachricht, daß ich Euch doch heuer noch sehe, mit dir wieder plauschen kann u. meine Enkerl wieder sehe. ich hofe zu Gott, diese Wochen gehen so rüber, u. Euch hält nichts ab, u. ich bleibe so wohl wie jetzt, den[n] es gab jetzt oft Stunden, wo ich dachte der Abschied voriges Jahr war mir nicht umsonst so trübe, doch zu end klagen ich hofe auf ein frohes Wiederseh’n. Die 2 Zimmer habe ich bekommen, wohl im 3 Stock, wenn du dich erinnern kannst unser großes Wohnzimmer u. das Zimmer von Großmutter die hübschen Sachen hatte sie sind nicht umeinand aber neben einand u. nur ein ganz kleiner Gang, so weit wie wie'' [doppelt?] ''ein Zimmer lang ist, ist Euch zu wenig Platz, so ist noch ein kleines Zimmer daneben, in Einem sind 4 Betten u. ein Schlafdivan u. im Zweiten 3 Betten. Wie geht es Lonerl? [?] ich lasse sie grüßen u. ihr sagen, die Salzburger Luft macht sie schon wieder gesund. Daß du beide Mädchen mitnimmst, finde ich sehr vernüftig, den[n] mit Einem brächtest du es nicht zusamen, da müßtest du manches zurücklassen, oder extra zahlen u. die Zweite umsonst in Krems verkösten, ich glaube auch du kommst besser u. billiger dazu so. Frau Bräuerin hat es auch recht gefreut. Auf Otto’l sind wir schon neugierig<ref>Da "Otto" genannt ist, geboren am 26. Mai 1886, müssten die "beiden Mädchen" seine älteren Schwestern sein: Johanna (* 1882) und Rosa (* 1880), hier "Roßl" genannt. Der Brief wäre dann etwa 1887 oder eher 1888 zu datieren. Von den ältesten Töchtern Franziska (* 1879) und Antonia (* 1879) ist offenbar nicht die Rede.</ref>. in diesen Alter trägt ein Jahr viel aus, ob Bubi die Großmutter noch kennt, wenn er sie sieht? Roßl wird wohl schon groß sein. Grüße mir alle herzlich Handl [?] noch extra ein Bußerl. Leb wohl liebe Fani, bald plandern wir, das thut weder meinen Augen noch Kopf weh. auf ein frohes Wiederseh’n freut sich so sehr / deine Mutter. / Viele Grüße an Franz. Viele Grüße von Otto [Otto Spängler].''
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==== Druck, August 1888: Festgedicht zum dreißigjährigen Jubiläum der Salzburger Maturanten vom Jahre 1858. ====
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Einzelblatt<ref>Briefe und Dokumente verteilt auf die entspr. Jahre, gesammelt aber verblieben im Bündel "1868 im braunen Briefumschlag"</ref> mit Liedtext, sieben achtzeilige Strophen; aus dem Besitz von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]], Matura 1858; / = Seitenwechsel; Druck von R. Kiesel in Salzburg: <br />
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''Nach der Melodie von J. V. v. Scheffel's "Veit von Staffelstein": "Wohl auf die Luft geht frisch und rein u. s. w. // Wir grüßen Dich zu tasendmal, Alt-Juvanum du feine, Heut murmeln die Wellen im Salzachthal Und reden die grauen Steine … Wie wir einst im Studentenkleid'' [… alte Bischofsschule, "die Zeit auf unserm Rücken und die der jähe Tod entrafft"… "Die Welt stand rings in Sturm und Krieg", "deutschen Fahnen ward der Sieg", "der Studentzeit wir gedenken", "Alt-Salizburg, die Hand zum Gruß", "die Gläser hoch"…] ''Heut sind wir wieder die Jungen! // Rudolf H. Greinz.''
   
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''Gerade fällt mir ein wenn du etwas sc[h]icken willst sc[h]icke färbige Strümpfe, ich kann aber das Muster heute nicht schicken sonst wird der Brief zu dick, aber ich bitte dich versäume bei Euch nichts, thu der Rosi einen Handgrif daß es dan nicht zu viel wird. du glaubst nicht wie viel sich noch immer erkundigen warum sie dich nicht mehr sehen besonders in der Schwimschule sogar Herren Mani [?]. / Lorinser Giesela war sehr hübsch bei den zwei Canierten, gestern Rosa heute blau, Seide natürlich, es waren überhaupt schöne Gaderoben, Mina war mit der Zimmerman schon beim Portal, wo sie alle gut sah, sonst ist es still man glaubt nicht, daß eigentlich Festtage sind, gut, daß Mutter gasselln ist, daß die Fremden nicht schimpfen dürfen. / Viele Grüße von der Maili die erholt sich etwas, letzten Sontag war sie sogar in Plain. / XX u. Kasserer sind Verlobte müssen aber ein Jahr warten, sonst gibt es gar nichts neues. Richard'' [Schlegel] ''geht es gut, er ist gern dort, er ist im gleichen Bet. / die junge Reitlechner ist recht lieb u. freundlich im Haus, ich bin recht froh, aber denke bei Wagner brachten sie es so weit, daß die Kathi aus dem Haus mußte. F. Hinterseer räumt auf, die läßt dir vielmahls die Hand küßen. / Nun leb wohl es grüßt dich vielmhls deine aufrichtige Mutter Kathi Sch.[legel] / Viele Grüße an Alle'' [unterstrichen] [mit anderer Schrift verschiedene Zahlenreihen]
 
''Gerade fällt mir ein wenn du etwas sc[h]icken willst sc[h]icke färbige Strümpfe, ich kann aber das Muster heute nicht schicken sonst wird der Brief zu dick, aber ich bitte dich versäume bei Euch nichts, thu der Rosi einen Handgrif daß es dan nicht zu viel wird. du glaubst nicht wie viel sich noch immer erkundigen warum sie dich nicht mehr sehen besonders in der Schwimschule sogar Herren Mani [?]. / Lorinser Giesela war sehr hübsch bei den zwei Canierten, gestern Rosa heute blau, Seide natürlich, es waren überhaupt schöne Gaderoben, Mina war mit der Zimmerman schon beim Portal, wo sie alle gut sah, sonst ist es still man glaubt nicht, daß eigentlich Festtage sind, gut, daß Mutter gasselln ist, daß die Fremden nicht schimpfen dürfen. / Viele Grüße von der Maili die erholt sich etwas, letzten Sontag war sie sogar in Plain. / XX u. Kasserer sind Verlobte müssen aber ein Jahr warten, sonst gibt es gar nichts neues. Richard'' [Schlegel] ''geht es gut, er ist gern dort, er ist im gleichen Bet. / die junge Reitlechner ist recht lieb u. freundlich im Haus, ich bin recht froh, aber denke bei Wagner brachten sie es so weit, daß die Kathi aus dem Haus mußte. F. Hinterseer räumt auf, die läßt dir vielmahls die Hand küßen. / Nun leb wohl es grüßt dich vielmhls deine aufrichtige Mutter Kathi Sch.[legel] / Viele Grüße an Alle'' [unterstrichen] [mit anderer Schrift verschiedene Zahlenreihen]
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==== Druck, August 1888: Festgedicht zum dreißigjährigen Jubiläum der Salzburger Maturanten vom Jahre 1858. ====
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Einzelblatt<ref>Briefe und Dokumente verteilt auf die entspr. Jahre, gesammelt aber verblieben im Bündel "1868 im braunen Briefumschlag"</ref> mit Liedtext, sieben achtzeilige Strophen; aus dem Besitz von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]], Matura 1858; / = Seitenwechsel; Druck von R. Kiesel in Salzburg: <br />
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''Nach der Melodie von J. V. v. Scheffel's "Veit von Staffelstein": "Wohl auf die Luft geht frisch und rein u. s. w. // Wir grüßen Dich zu tasendmal, Alt-Juvanum du feine, Heut murmeln die Wellen im Salzachthal Und reden die grauen Steine … Wie wir einst im Studentenkleid'' [… alte Bischofsschule, "die Zeit auf unserm Rücken und die der jähe Tod entrafft"… "Die Welt stand rings in Sturm und Krieg", "deutschen Fahnen ward der Sieg", "der Studentzeit wir gedenken", "Alt-Salizburg, die Hand zum Gruß", "die Gläser hoch"…] ''Heut sind wir wieder die Jungen! // Rudolf H. Greinz.''
 
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