| | ''Salzburg, am 7. Mai 1844. Meine liebe theuere Freundin! In einer so traulichen Lebensstunde, wo wir vor kurzer Zeit oft so vergnügt beysammen auf dem Sopha saßen und welche Stunden ich so lieb habe, in eben einmal solchen sitze ich nun auch, leider ohne Dich, und muß mich begnügen Dich schriftlich anzusprechen. Wie geht es Dir, und deiner guten Mutter, was macht ihr? Unzählige Male denke ich Deiner, und kann nicht glauben, daß Du meiner so gar vergessen, daß Du nicht schreibst, da Du es mir doch versprochen. Uns geht es gut, nur hat sich unser ohnedieß sehr kleiner Zirkel noch mehr verkleinert, da Herr Hauptmann Glaeser nach Wien gereißt, und noch vielleicht längere Zeit dort bleiben wird. Es geht ihm gut, und er hat sich Deiner in einem Briefe freundlich erinnert und mir aufgetragen, wenn ich Dir schreibe Dich vielmal zu grüßen. Ich schreibe ihm öfter, und Du könntest mir einen Gefallen thun, und ihn gewiß recht angenehm überraschen, wenn Du einige Zeilen an ihn schreiben, und sie mir dann schicken möchtest, damit ich sie in meinem Brief einschließen könnte. Ich hofe [!], daß Du mir mit nächsten antworten, und meine Bitte erfüllen wirst, da die Zeit seines Aufenthalts in Wien sehr unbestimmt ist. Salzburg verliert jetzt wieder an weiblichen Schönheiten, die beiden Fräulein Müllbauer reisen fort, die Teres nach Graz, / und die Cati nach Maria Zell, jede zu einem Onkel. Dann ist die Hablin Rosa abgereißt, nach Wien wieder zu der Gräfin wo sie früher war. Außerdem ist nichts Erhebliches vorgefallen. Ich gehe meinen gewöhnlichen Gängen nach die Dir bekannt sind. Die Mutter grüßt Dich, und Deine liebe Mutter vielmahl. Entrichte ihr auch von mir alles Herzliche. Madame Schlögelhofer, und Hr. Dr. Schlegel grüßen Dich auch, von der Theres an Dich und deine Mutter viele Grüße. Was macht Dein Kind? Schreibe bald und viel. Ich habe zwei schöne Kleider, und ein Sonnentuch bekomen [!]. Wir sind gesund und zufrieden, und ich wünschte recht Dich mehr in meiner Nähe zu haben. Wer weiß, was geschieht. Lebe recht wohl, grüße die von mir die mich kennen, unbekannter Weise Deine Freundin Fanni, und nim den innigen Kuß, Deiner, Dich innig liebenden Freundin Amalie Castelli / Ich habe eine Menge hübscher Lieder bekommen, die Meisten von denen, die du kennst; auch das aus Zar u. Zimmermann'' [Lortzing 1837]''. Wenn du doch bei mir wärst.'' | | ''Salzburg, am 7. Mai 1844. Meine liebe theuere Freundin! In einer so traulichen Lebensstunde, wo wir vor kurzer Zeit oft so vergnügt beysammen auf dem Sopha saßen und welche Stunden ich so lieb habe, in eben einmal solchen sitze ich nun auch, leider ohne Dich, und muß mich begnügen Dich schriftlich anzusprechen. Wie geht es Dir, und deiner guten Mutter, was macht ihr? Unzählige Male denke ich Deiner, und kann nicht glauben, daß Du meiner so gar vergessen, daß Du nicht schreibst, da Du es mir doch versprochen. Uns geht es gut, nur hat sich unser ohnedieß sehr kleiner Zirkel noch mehr verkleinert, da Herr Hauptmann Glaeser nach Wien gereißt, und noch vielleicht längere Zeit dort bleiben wird. Es geht ihm gut, und er hat sich Deiner in einem Briefe freundlich erinnert und mir aufgetragen, wenn ich Dir schreibe Dich vielmal zu grüßen. Ich schreibe ihm öfter, und Du könntest mir einen Gefallen thun, und ihn gewiß recht angenehm überraschen, wenn Du einige Zeilen an ihn schreiben, und sie mir dann schicken möchtest, damit ich sie in meinem Brief einschließen könnte. Ich hofe [!], daß Du mir mit nächsten antworten, und meine Bitte erfüllen wirst, da die Zeit seines Aufenthalts in Wien sehr unbestimmt ist. Salzburg verliert jetzt wieder an weiblichen Schönheiten, die beiden Fräulein Müllbauer reisen fort, die Teres nach Graz, / und die Cati nach Maria Zell, jede zu einem Onkel. Dann ist die Hablin Rosa abgereißt, nach Wien wieder zu der Gräfin wo sie früher war. Außerdem ist nichts Erhebliches vorgefallen. Ich gehe meinen gewöhnlichen Gängen nach die Dir bekannt sind. Die Mutter grüßt Dich, und Deine liebe Mutter vielmahl. Entrichte ihr auch von mir alles Herzliche. Madame Schlögelhofer, und Hr. Dr. Schlegel grüßen Dich auch, von der Theres an Dich und deine Mutter viele Grüße. Was macht Dein Kind? Schreibe bald und viel. Ich habe zwei schöne Kleider, und ein Sonnentuch bekomen [!]. Wir sind gesund und zufrieden, und ich wünschte recht Dich mehr in meiner Nähe zu haben. Wer weiß, was geschieht. Lebe recht wohl, grüße die von mir die mich kennen, unbekannter Weise Deine Freundin Fanni, und nim den innigen Kuß, Deiner, Dich innig liebenden Freundin Amalie Castelli / Ich habe eine Menge hübscher Lieder bekommen, die Meisten von denen, die du kennst; auch das aus Zar u. Zimmermann'' [Lortzing 1837]''. Wenn du doch bei mir wärst.'' |