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==== Brief vom 10. Oktober 1843 von unbekannt an Amalie Kobler-Castelli ([[Zäzilia Amalia Kobler]]) ====
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==== Brief vom 10. Oktober 1843 von unbekannt an Amalie Kobler-Castelli ====
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im Bündel mit schwarzem Band; kleiner Bogen, 4 Seiten klein und eng beschrieben; [?] = schwer lesbare Stellen, unsichere Übertragung; XX = [für mich] nicht lesbare Wörter und Satzteile, insgesamt unsichere Lesung; Umlaute sind selten markiert; ./. und / = markierter und nicht markierter Seitenwechsel:<br />
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Brief an [[Zäzilia Amalia Kobler]] im Bündel mit schwarzem Band; kleiner Bogen, 4 Seiten klein und eng beschrieben; [?] = schwer lesbare Stellen, unsichere Übertragung; XX = [für mich] nicht lesbare Wörter und Satzteile, insgesamt unsichere Lesung; Umlaute sind selten markiert; ./. und / = markierter und nicht markierter Seitenwechsel:<br />
 
''Salzburg am 10t[en] October [1]843. Werthes Fraulein! Ihr Schreiben von 6t[e]n habe ich mit großen Vergnügen beempfangt, auch dazu noch hübsch viel schreiben Sie mir, Sie haben mir recht viel freiden verschaft, daß Sie sich bei solchen Wonnevollen Leben an mich erinnerten. – Vorerst muß ich viellmahls um Entschuldigung bitten, daß ich so unartig Gestern geblieben, und keine Zeile an Sie geschrieben, doch aber den Brief unter Ihrem Namen attressierte, aber bei dem Umstande, daß meine Zeilen bloß als Beischluß in der Theres<ref>Hausangestellte im Gasthaus [[Höllbräu]], die offenbar eine wichtige Rolle spielte und in vielen Briefen genannt wird.</ref> Schreiben hatte gelten sollen, was sich eben erst den letzten Augenblick geändert hatte, so fehlte es mir dann wirklich an Materieller Zeit, und ich entschloßen auf Ihre gütige Nachsicht sündigte. – Also vergeben sie? w[enn] ja [?], und jetzt zur Antwort. Es scheint mit den Briefwechsel doch nicht ganz in der Ordnung zu sein, wenn ich Ihr letztes Schreiben recht verstehe, ./. Sie sagen darin, daß gleich den andern Abend nach Ihrer Ankunft Sie die gütte hatten an mich zu schreiben d: h [das heißt] der erste Brief den Sie zu München<ref>Zäzilia Amalia Kobler ist offenbar auf einer Reise in München, der Brief wurde dorthin geschickt.</ref>schrieben war an mich doch erhielt die Theres einen von 2 t[e]n den Sie mir lesen ließ, und der mich sehr kränkte weil alles gegrüßt wurde, selbst Caro<ref>offenbar ein Hund, vgl. Brief vom 5. Mai 1844</ref> nur ich ward übergangen<ref>Vermutlich ist der Schreiber ein Gast oder Bewohner des Höllbräu. Die folgenden Ausführungen geben einen Einblick in die offenbar wichtige Rolle, die ausdrückliche Grüße in den Briefen spielen. In vielen Briefen sind es lange "Grußreihen".</ref> – Also da würde einer richtig fehlen, den ich schrieb bis heute erst den 2ten und beantwortete den 1t[e]n gleich, und den 2 t[e] jetzt und in Theres Brief machte ich eine kleine Einlage. – und dieß waren die wenigen zufälligen kurzen Zeilen. – Ich glaube aber mein Fraulein dürften sich zwar nicht an datum doch an der Angabe geirt haben, den ich bekam um ganze 24 stunden spather als Theres das Schreiben – und so trug ich selbst in Munchen zum Argen die Schuld, und Ihnen einen verdrißlich Abend verursachte, und doch wünschte kein Mensch mehr und lieber Ihnen nur Vergnügen zu verschaffen im Stande zu sein als ich – gewiß keiner auf der Welt lieber als ich – Vielleicht ändert sich mein Mißlich auf Sie einwirkendes Geschick. Ja ich wolte selbst wünschen daß Sie fliegen könnten ./.
 
''Salzburg am 10t[en] October [1]843. Werthes Fraulein! Ihr Schreiben von 6t[e]n habe ich mit großen Vergnügen beempfangt, auch dazu noch hübsch viel schreiben Sie mir, Sie haben mir recht viel freiden verschaft, daß Sie sich bei solchen Wonnevollen Leben an mich erinnerten. – Vorerst muß ich viellmahls um Entschuldigung bitten, daß ich so unartig Gestern geblieben, und keine Zeile an Sie geschrieben, doch aber den Brief unter Ihrem Namen attressierte, aber bei dem Umstande, daß meine Zeilen bloß als Beischluß in der Theres<ref>Hausangestellte im Gasthaus [[Höllbräu]], die offenbar eine wichtige Rolle spielte und in vielen Briefen genannt wird.</ref> Schreiben hatte gelten sollen, was sich eben erst den letzten Augenblick geändert hatte, so fehlte es mir dann wirklich an Materieller Zeit, und ich entschloßen auf Ihre gütige Nachsicht sündigte. – Also vergeben sie? w[enn] ja [?], und jetzt zur Antwort. Es scheint mit den Briefwechsel doch nicht ganz in der Ordnung zu sein, wenn ich Ihr letztes Schreiben recht verstehe, ./. Sie sagen darin, daß gleich den andern Abend nach Ihrer Ankunft Sie die gütte hatten an mich zu schreiben d: h [das heißt] der erste Brief den Sie zu München<ref>Zäzilia Amalia Kobler ist offenbar auf einer Reise in München, der Brief wurde dorthin geschickt.</ref>schrieben war an mich doch erhielt die Theres einen von 2 t[e]n den Sie mir lesen ließ, und der mich sehr kränkte weil alles gegrüßt wurde, selbst Caro<ref>offenbar ein Hund, vgl. Brief vom 5. Mai 1844</ref> nur ich ward übergangen<ref>Vermutlich ist der Schreiber ein Gast oder Bewohner des Höllbräu. Die folgenden Ausführungen geben einen Einblick in die offenbar wichtige Rolle, die ausdrückliche Grüße in den Briefen spielen. In vielen Briefen sind es lange "Grußreihen".</ref> – Also da würde einer richtig fehlen, den ich schrieb bis heute erst den 2ten und beantwortete den 1t[e]n gleich, und den 2 t[e] jetzt und in Theres Brief machte ich eine kleine Einlage. – und dieß waren die wenigen zufälligen kurzen Zeilen. – Ich glaube aber mein Fraulein dürften sich zwar nicht an datum doch an der Angabe geirt haben, den ich bekam um ganze 24 stunden spather als Theres das Schreiben – und so trug ich selbst in Munchen zum Argen die Schuld, und Ihnen einen verdrißlich Abend verursachte, und doch wünschte kein Mensch mehr und lieber Ihnen nur Vergnügen zu verschaffen im Stande zu sein als ich – gewiß keiner auf der Welt lieber als ich – Vielleicht ändert sich mein Mißlich auf Sie einwirkendes Geschick. Ja ich wolte selbst wünschen daß Sie fliegen könnten ./.
  

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