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| − | [[Datei:Klausentor 01.jpg|thumb|Das Klausentor, Ansicht nach Süden]] | + | [[Datei:Klausentor 01.jpg|thumb|Das Klausentor, Ansicht: Nord nach Süd]] |
| | {{Googlemapsort|Ursulinenplatz_10+5020+Salzburg}} | | {{Googlemapsort|Ursulinenplatz_10+5020+Salzburg}} |
| − | [[Datei:Klausentor_Salzburg_24_November_2019_2.jpg|thumb|Das Klausentor]] | + | [[Datei:Klausentor_Salzburg_24_November_2019_2.jpg|thumb|Das Klausentor.]] |
| − | [[Datei:Klausentor_Salzburg_01_Juni_2019_1.jpg|thumb|Das Klausentor mit dem Klausenkavalier darüber, Blick vom [[Franz-Josef-Kai]]]] | + | [[Datei:Klausentor_Salzburg_01_Juni_2019_1.jpg|thumb|Das Klausentor, Blick vom [[Franz-Josef-Kai]] hinauf zum ehemaligen Stadttor.]] |
| | + | [[Datei:Salzburg Kupferstich 1740 Detail Nr 23 Müllner Schanze.jpg|thumb|[[Salzburg (Kupferstich) Friedrich Bernhard Werner|Werner, Friedrich Bernhard; Stadtansicht von 1710 (gestochen 1740), Detail Nr 23]]]] |
| | [[Datei:Salzburg Kupferstich 1750 Detail Nr 35 Klausentor.jpg|thumb|[[Salzburg (Kupferstich) Johann Friedrich Probst|Probst, Johann Friedrich; Stadtansicht von 1710 (gestochen 1750), Detail Nr 35]]]] | | [[Datei:Salzburg Kupferstich 1750 Detail Nr 35 Klausentor.jpg|thumb|[[Salzburg (Kupferstich) Johann Friedrich Probst|Probst, Johann Friedrich; Stadtansicht von 1710 (gestochen 1750), Detail Nr 35]]]] |
| | Das ''' Klausentor''' zwischen [[Ursulinenplatz]] und [[Müllner Hauptstraße]] ist ein unter [[Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|Denkmalschutz]] stehendes historisches Stadttor in der [[Altstadt]] von [[Salzburg]]. | | Das ''' Klausentor''' zwischen [[Ursulinenplatz]] und [[Müllner Hauptstraße]] ist ein unter [[Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|Denkmalschutz]] stehendes historisches Stadttor in der [[Altstadt]] von [[Salzburg]]. |
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| | == Name == | | == Name == |
| − | Das Wort "Klause", althochdeutsch "klusa" ist aus dem Lateinischen entlehnt (vergleiche "claudere" = verschließen, versperren, "clavus" = Nagel, Pflock, "clavis" = Schlüssel, vgl. auch "Klausur") und bedeutet "abgeschlossener Raum", "weltabgeschiedene Behausung", Einsiedelei, hier aber: Absperrung, (Straßen-)Sperre. Das natürliche Flussbett und die sehr schmale Uferzone der [[Salzach]] reichte in historischer Zeit bis an den Fuß des [[Mönchsberg]]es heran. Die Engstelle war sehr gut zur Sicherung der Stadt durch ein (äußeres) [[Stadttore in Salzburg|Stadttor]] geeignet. Das Klausentor wird selten auch "''äußeres Gstättentor''" genannt. | + | Das Wort "Klause", althochdeutsch "Klusa" bedeutet (entlehnt aus dem Lateinischen, vergleiche "claudere"= schleißen, versperren) bedeutet "umschlossener Raum" (auch Einsiedelei), hier aber:'Engstelle'. Das natürliche Flussbett und die sehr schmale Uferzone der [[Salzach]] reichte in historischer Zeit bis an den Fuß des [[Mönchsberg]]es heran. Die Engstelle war sehr gut zur Sicherung der Stadt durch ein (äußeres) [[Stadttore in Salzburg|Stadttor]] geeignet. Das Klausentor wird selten auch "''äußeres Gstättentor''" genannt. |
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| | == Geschichte == | | == Geschichte == |
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| | [[1835]] wurde die Zugbrücke abgebaut und eine auf zwei Bögen ruhende Steinbrücke gebaut. [[1868]] wurde die Brücke dann durch einen Damm ersetzt. [[1861]] wurde die Fortifikation aufgehoben, das Klausentor ging erneut in das Eigentum der Stadtgemeinde über. Als Wohngebäude ist das Klausentor seit etwa 1871 genutzt. Die Gemeinde "restaurierte" bzw veränderte das Gebäude im historisierenden Zeitgeschmack. Hierzu wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben. Der damalige Konservator [[Georg Pezolt]] erachtete in diesem Zusammenhang die Restaurierung der alten Gemälde durch den Historienmaler [[Josef Gold]] für sehr geeignet, er musste um seine Mitbewerber auszuschlagen, die Arbeit aber unentgeltlich durchführen <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19220531&query=%22Gold%22seite=3 ANNO], [[Salzburger Chronik]], 31. Mai 1922, Seite 3</ref>. | | [[1835]] wurde die Zugbrücke abgebaut und eine auf zwei Bögen ruhende Steinbrücke gebaut. [[1868]] wurde die Brücke dann durch einen Damm ersetzt. [[1861]] wurde die Fortifikation aufgehoben, das Klausentor ging erneut in das Eigentum der Stadtgemeinde über. Als Wohngebäude ist das Klausentor seit etwa 1871 genutzt. Die Gemeinde "restaurierte" bzw veränderte das Gebäude im historisierenden Zeitgeschmack. Hierzu wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben. Der damalige Konservator [[Georg Pezolt]] erachtete in diesem Zusammenhang die Restaurierung der alten Gemälde durch den Historienmaler [[Josef Gold]] für sehr geeignet, er musste um seine Mitbewerber auszuschlagen, die Arbeit aber unentgeltlich durchführen <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19220531&query=%22Gold%22seite=3 ANNO], [[Salzburger Chronik]], 31. Mai 1922, Seite 3</ref>. |
| − | [[1924]] war das Tor reparaturbedürftig. [[1935]] wurde das hübsche Zeicheneinnehmerhaus (=Zolleinnehmer-Häuschen) demoliert, das in der Art der "Gaffen" der Kapuzinerberg-Wehrmauer einst auf der salzachseitigen Wehrmauer aufgesetzt war. [[1937]] wurde für den Verkehr dann in Richtung Norden die bis heute bestehende Umfahrung geschaffen und die einstige Wehrmauer dabei völlig entfernt. <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19370625&query=%22Klausentor%22&seite=5 ANNO], Salzburger Chronik, 25. Juni 1937, Seite 5</ref> <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19350711&query=%22Klausentor%22&seite=7 ANNO], Salzburger Chronik, 11. Juli 1935, Seite 7</ref> | + | [[1924]] war das Tor reparaturbedürftig. [[1935]] wurde das Zeicheneinnehmerhaus demoliert. [[1937]] wurde für den Verkehr in Richtung Norden die bis heute bestehende Umfahrung geschaffen. <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19370625&query=%22Klausentor%22&seite=5 ANNO], Salzburger Chronik, 25. Juni 1937, Seite 5</ref> <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19350711&query=%22Klausentor%22&seite=7 ANNO], Salzburger Chronik, 11. Juli 1935, Seite 7</ref> |
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| | == Gebäude == | | == Gebäude == |
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| | == Künstlerische Gestaltung (Wappen, Inschriften, Fresken) == | | == Künstlerische Gestaltung (Wappen, Inschriften, Fresken) == |
| | [[Datei:Salzburger Stadtwappen am Klausentor 01.jpg|thumb|Innere Seite: [[Wappen der Stadt Salzburg]]]] | | [[Datei:Salzburger Stadtwappen am Klausentor 01.jpg|thumb|Innere Seite: [[Wappen der Stadt Salzburg]]]] |
| − | [[Datei:Wappen von Markus Sittikus und der Stadt Salzburg am Klausentor 01.jpg |thumb|220px|Äußere Seite: Wappen von [[Markus Sittikus]] und [[Wappen der Stadt Salzburg]] <br/>]] | + | [[Datei:Wappen von Markus Sittikus und der Stadt Salzburg am Klausentor 01.jpg |thumb|150px|Äußere Seite: Wappen von [[Markus Sittikus]] und [[Wappen der Stadt Salzburg]] <br/>]] |
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| − | Das Tor ist nach außen rechteckig. Es wird von gequaderten toskanischen Halbsäulen flankiert und wird mit ausladenden Gesimsen samt Triglyphenkonsolen abgeschlossen. Die Innenseite des Tores ist ein gequadertes Rundbogenportal. An der äußeren Seite (Nordseite) nach Norden gegen Mülln ist das Tor mit beidseitiger Marmor gestaltet. Halbseitig freistehende gegliederte toskanische Säulen werden nach oben durch ein dreiteiliges Gebälk mit Triglyphen abgeschlossen. Darüber befindet sich eine hohe Marmortafel, die das Wappen von Markus Sittikus und das [[Wappen der Stadt Salzburg]] zeigt. Das Salzburg-Wappen wird gehalten von den zwei Schildhaltern, hier als zwei bärtige Wassermänner. | + | Das Tor ist nach außen rechteckig. Es wird von gequaderten toskanischen Halbsäulen flankiert und wird mit ausladenden Gesimsen samt Triglyphenkonsolen abgeschlossen. Die Innenseite des Tores ist ein gequadertes Rundbogenprotal. An der äußeren Seite (Nordseite) nach Norden gegen Mülln ist das Tor mit beidseitiger Marmor gestaltet. Halbseitig freistehende gegliederte toskanische Säulen werden nach oben durch ein dreiteiliges Gebälk mit Triglyphen abgeschlossen. Darüber befindet sich eine hohe Marmortafel, die das Wappen von Markus Sittikus und das [[Wappen der Stadt Salzburg]] zeigt. Das Salzburg-Wappen wird gehalten von den zwei Schildhaltern, hier als zwei bärtige Wassermänner. |
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| − | Die lateinische Inschrift lautet: MARCO SITTICO ARCHI: EPISCOPO ET PRINCIPE <br> SENATUS SALISBUR(GENSIS): PUBLICAE SECURITA CONFECIT A:(NNO) M.DC.XII | + | Die lateinische Inschrift lautet: MARCO SITTICO ARCHI: EPISCOPO ET PRINCIPE <br> SENATUS SALISBUR: PUBLICAE SECURITA CONFECIT A:(NNO) M.DC.XII |
| − | : Übersetzung: ''Erzbischof und Fürst Markus Sittikus sowie der [[Gemeinderat]] der [[Stadt Salzburg]] haben gemeinsam zur öffentlichen Sicherheit (dieses Bauwerk) errichtet im Jahr [[1612]]. | + | : Übersetzung: ''Markus Sittikus, regierender Bischof und Fürst (und) der [[Gemeinderat]] der [[Stadt Salzburg]] haben zur Sicherheit der Öffentlichkeit (das Stadttor) zusammen errichtet im Jahr [[1612]]. |
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| | == Wissenswertes == | | == Wissenswertes == |