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| | == Geschichte der Wasserversorgung bis 1870 == | | == Geschichte der Wasserversorgung bis 1870 == |
| − | [[Datei:Trinkwasser von der Taugl oder dem Fuschlsee.jpg|thumb|Trinkwasser für Salzburg von der [[Taugl (St. Koloman)|Taugl]] oder aus dem [[Fuschlsee]] (1957)]]
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| | Die Geschichte der Wasserversorgung in Salzburg beginnt mit [[Römer|römischen]] Zisternen, geht über [[mittelalter]]liche Zieh- und Pumpbrunnen bis hin zum modernen System der Trinkwasserversorgungsnetze. Nachstehend sind die wichtigsten Entwicklungsschritte chronologisch. | | Die Geschichte der Wasserversorgung in Salzburg beginnt mit [[Römer|römischen]] Zisternen, geht über [[mittelalter]]liche Zieh- und Pumpbrunnen bis hin zum modernen System der Trinkwasserversorgungsnetze. Nachstehend sind die wichtigsten Entwicklungsschritte chronologisch. |
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| | Die Qualität der Ziehbrunnen in der Stadt erwies sich gegen Ende des Mittelalters, trotz regelmäßiger Reinigung, als sehr unzureichend. Die anfangs äußerst bescheidenen hygienischen Ansprüche wurden aufgrund von Seuchen immer weiter verbessert. Es wurden große Brunnstuben (öffentliche, stets gedeckte Brunnen), von denen Salzburg bald sieben aufweisen konnte, errichtet. Diese ersten öffentlichen Brunnen wurden dem Baustil ihrer Zeit manchmal auch künstlerisch gestaltet. Das [[Erzbischöfliches Brunnhaus|erzbischöfliche Brunnhaus]] und das [[städtisches Brunnhaus|städtische Brunnhaus am Gries]] waren naturgemäß selbst keine Brunnstuben, sie lieferten aber Wasser für Brunnstuben. | | Die Qualität der Ziehbrunnen in der Stadt erwies sich gegen Ende des Mittelalters, trotz regelmäßiger Reinigung, als sehr unzureichend. Die anfangs äußerst bescheidenen hygienischen Ansprüche wurden aufgrund von Seuchen immer weiter verbessert. Es wurden große Brunnstuben (öffentliche, stets gedeckte Brunnen), von denen Salzburg bald sieben aufweisen konnte, errichtet. Diese ersten öffentlichen Brunnen wurden dem Baustil ihrer Zeit manchmal auch künstlerisch gestaltet. Das [[Erzbischöfliches Brunnhaus|erzbischöfliche Brunnhaus]] und das [[städtisches Brunnhaus|städtische Brunnhaus am Gries]] waren naturgemäß selbst keine Brunnstuben, sie lieferten aber Wasser für Brunnstuben. |
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| − | ==== Almkanal und Almbrunnleitungen ====
| + | === Almkanal und Almbrunnleitungen === |
| | :''Hauptartikel [[Almkanal]]'' | | :''Hauptartikel [[Almkanal]]'' |
| | Der [[Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|denkmalgeschützte]] Almkanal übernahm von Mitte des [[12. Jahrhundert|12.]] bis zur Mitte des [[18. Jahrhundert]]s dann eine bedeutende Rolle in der Wasserversorgung der Stadt. In den Jahren [[1137]] bis [[1143]] wurde der 400 m lange [[Stiftsarmstollen]] von [[Nonntal]] bis zum [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Benediktiner-Erzstift St. Peter]] im [[Mönchsberg]] durchgeschlagen. Das Wasser des [[Rosittenbach]]s vom [[Untersbergstock]] gelangte so ab etwa 1160 direkt in die Stadt. Fünf Almbrunnleitungen, Holzleitungen aus [[Lärche]], brachten das Wasser zu etwa 80 Ausläufen an Brunnen, in [[Salzburger Badehäuser|Badehäuser]], Waschhäuser und zu [[Pferdeschwemme]]n. | | Der [[Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|denkmalgeschützte]] Almkanal übernahm von Mitte des [[12. Jahrhundert|12.]] bis zur Mitte des [[18. Jahrhundert]]s dann eine bedeutende Rolle in der Wasserversorgung der Stadt. In den Jahren [[1137]] bis [[1143]] wurde der 400 m lange [[Stiftsarmstollen]] von [[Nonntal]] bis zum [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Benediktiner-Erzstift St. Peter]] im [[Mönchsberg]] durchgeschlagen. Das Wasser des [[Rosittenbach]]s vom [[Untersbergstock]] gelangte so ab etwa 1160 direkt in die Stadt. Fünf Almbrunnleitungen, Holzleitungen aus [[Lärche]], brachten das Wasser zu etwa 80 Ausläufen an Brunnen, in [[Salzburger Badehäuser|Badehäuser]], Waschhäuser und zu [[Pferdeschwemme]]n. |
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| | [[1335]] gestattete Erzbischof [[Friedrich III. von Leibnitz]] Wasser vom [[Müllner Arm]] des Almkanales bis zum [[Bürgerspital St. Blasius]] zu leiten. Von 1335 bis [[1387]] wurde dann der städtische Arm des Almkanals vom Müllner Arm nach [[Mülln]] mit einer Abzweigung aus der [[Riedenburg]] (der Neutorarm) zum Bürgerspital und weiter in die [[Salzach]] brachte. | | [[1335]] gestattete Erzbischof [[Friedrich III. von Leibnitz]] Wasser vom [[Müllner Arm]] des Almkanales bis zum [[Bürgerspital St. Blasius]] zu leiten. Von 1335 bis [[1387]] wurde dann der städtische Arm des Almkanals vom Müllner Arm nach [[Mülln]] mit einer Abzweigung aus der [[Riedenburg]] (der Neutorarm) zum Bürgerspital und weiter in die [[Salzach]] brachte. |
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| − | ==== Gersbergwasserleitung ====
| + | === Gersbergwasserleitung === |
| | [[1485]]-[[1488]] wurde die [[Gersbergwasserleitung]] vom [[Gersberg]], einem Vorberg des [[Gaisberg (Berg)|Gaisbergs]], bis zum Florianibrunnen am Alten Markt gelegt. In über 2 000 Lärchenröhren leitete man das Wasser aus [[Parsch]] nördlich am [[Kapuzinerberg]] entlang in die Stadt. [[1639]] wurden in Parsch und in der [[Linzer Gasse]] Brunnstuben im Verlauf der Gersbergleitung errichtet. | | [[1485]]-[[1488]] wurde die [[Gersbergwasserleitung]] vom [[Gersberg]], einem Vorberg des [[Gaisberg (Berg)|Gaisbergs]], bis zum Florianibrunnen am Alten Markt gelegt. In über 2 000 Lärchenröhren leitete man das Wasser aus [[Parsch]] nördlich am [[Kapuzinerberg]] entlang in die Stadt. [[1639]] wurden in Parsch und in der [[Linzer Gasse]] Brunnstuben im Verlauf der Gersbergleitung errichtet. |
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| − | ==== Städtisches Brunnhaus ====
| + | === Städtisches Brunnhaus === |
| | :''Hauptartikel [[Städtisches Brunnhaus]]'' | | :''Hauptartikel [[Städtisches Brunnhaus]]'' |
| | [[1548]] wurde das städtische Brunnhaus gegenüber der [[Bürgerspitalskirche St. Blasius]] ''[[am Gries]]'' als Grundwasserschöpfwerk in Betrieb genommen. | | [[1548]] wurde das städtische Brunnhaus gegenüber der [[Bürgerspitalskirche St. Blasius]] ''[[am Gries]]'' als Grundwasserschöpfwerk in Betrieb genommen. |
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| − | ==== Erzbischöfliches Brunnhaus ====
| + | === Erzbischöfliches Brunnhaus === |
| | :''Hauptartikel [[Erzbischöfliches Brunnhaus]]'' | | :''Hauptartikel [[Erzbischöfliches Brunnhaus]]'' |
| | Das erzbischöfliche Brunnhaus selbst entstand [[1664]] am Südhang des Festungsberges in Nonntal. Das Wasserpumpwerk förderte seit [[1679]] mit Hilfe des Almkanals Quellwasser aus [[Hellbrunn]] auf ein Pumphaus auf dem [[Festungsberg]] und von dort im Freispiegel weiter zur Fontäne des [[Residenzbrunnen]]s und zu höher gelegenen Häusern in Nonntal und im [[Kaiviertel]]. | | Das erzbischöfliche Brunnhaus selbst entstand [[1664]] am Südhang des Festungsberges in Nonntal. Das Wasserpumpwerk förderte seit [[1679]] mit Hilfe des Almkanals Quellwasser aus [[Hellbrunn]] auf ein Pumphaus auf dem [[Festungsberg]] und von dort im Freispiegel weiter zur Fontäne des [[Residenzbrunnen]]s und zu höher gelegenen Häusern in Nonntal und im [[Kaiviertel]]. |
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| − | ==== Fürstenbrunner Quelle ====
| + | === Fürstenbrunner Quelle === |
| | Bereits im [[15. Jahrhundert]] ließen sich die Fürsterzbischöfe das Quellwasser des Untersbergstockes mit Wasserreitern täglich frisch zur [[Salzburger Fürstenhof|fürstlichen Tafel]] bringen. Wegen seiner Güte und Klarheit des Wassers aus den so genannten ''Fürstenquellen'' ([[Fürstenbrunner Quelle]]) unternahm [[1654]] [[Fürsterzbischof]] [[Guidobald Graf von Thun und Hohenstein]] den ersten Versuch, das Quellwasser unter Druck in die Stadt zu leiten. Gleichzeitig wurde der [[Residenzbrunnen]] errichtet. Man leitete in 3 237 lärchenen Röhren, Deicheln genannt, das Wasser in die Stadt. [[1661]] war das Bauvorhaben vollendet, jedoch zerbarsten die Holzröhren bereits bei ihrer Einweihung. Nachdem Fürsterzbischof [[Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg]] seine geplante Wasserleitung [[1679]] aus [[Fürstenbrunn]] aus technischen Gründen zurücklegen musste, entstand die ''[[Hellbrunn]]er Wasserleitung''. [[1719]] wurde ein weiterer Versuch unternommen eine Wasserleitung von Fürstenbrunn zu bauen, dem noch fünf weitere folgten. [[1738]] legte [[Professor]] Pater [[Bernhard Stuart]] dem Domkapitel einen weiteren Plan zum Bau einer Wasserleitung vor. Es dauerte aber nochmals weitere 120 Jahre, bis ein solches Projekt wieder aufgegriffen wurde. | | Bereits im [[15. Jahrhundert]] ließen sich die Fürsterzbischöfe das Quellwasser des Untersbergstockes mit Wasserreitern täglich frisch zur [[Salzburger Fürstenhof|fürstlichen Tafel]] bringen. Wegen seiner Güte und Klarheit des Wassers aus den so genannten ''Fürstenquellen'' ([[Fürstenbrunner Quelle]]) unternahm [[1654]] [[Fürsterzbischof]] [[Guidobald Graf von Thun und Hohenstein]] den ersten Versuch, das Quellwasser unter Druck in die Stadt zu leiten. Gleichzeitig wurde der [[Residenzbrunnen]] errichtet. Man leitete in 3 237 lärchenen Röhren, Deicheln genannt, das Wasser in die Stadt. [[1661]] war das Bauvorhaben vollendet, jedoch zerbarsten die Holzröhren bereits bei ihrer Einweihung. Nachdem Fürsterzbischof [[Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg]] seine geplante Wasserleitung [[1679]] aus [[Fürstenbrunn]] aus technischen Gründen zurücklegen musste, entstand die ''[[Hellbrunn]]er Wasserleitung''. [[1719]] wurde ein weiterer Versuch unternommen eine Wasserleitung von Fürstenbrunn zu bauen, dem noch fünf weitere folgten. [[1738]] legte [[Professor]] Pater [[Bernhard Stuart]] dem Domkapitel einen weiteren Plan zum Bau einer Wasserleitung vor. Es dauerte aber nochmals weitere 120 Jahre, bis ein solches Projekt wieder aufgegriffen wurde. |
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| − | ==== Gaisbergquellen ====
| + | === Gaisbergquellen === |
| | [[1649]] wurde am Gaisberg eine Quelle gefasst, dessen Wasser zum städtischen Ziegelstadel geleitet wurde. Es folgten weitere Quellfassungen [[1714]] und [[1806]] am [[Kühberg (Stadt Salzburg)|Kühberg]] und [[Gersberg]], darunter die städtische Gaisbergquelle mit zweieinhalb Eimer. Die Ergiebigkeit wurde auf mehrere parallele Leitungen verteilt. In der Zeit der [[Habsburgermonarchie]] bestanden vor der Fassung der Fürsternbrunnquelle folgenden Leitungen: | | [[1649]] wurde am Gaisberg eine Quelle gefasst, dessen Wasser zum städtischen Ziegelstadel geleitet wurde. Es folgten weitere Quellfassungen [[1714]] und [[1806]] am [[Kühberg (Stadt Salzburg)|Kühberg]] und [[Gersberg]], darunter die städtische Gaisbergquelle mit zweieinhalb Eimer. Die Ergiebigkeit wurde auf mehrere parallele Leitungen verteilt. In der Zeit der [[Habsburgermonarchie]] bestanden vor der Fassung der Fürsternbrunnquelle folgenden Leitungen: |
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| | Die ''Mirabellleitung'' vom [[Neuhauser Berg]] und vom unteren [[Judenbergalm|Judenberg]] führte zum [[Inneres Linzertor|Inneren Linzertor]], wo sie sich in eine Leitung zum [[Mirabellgarten]] und eine zum [[Schloss Mirabell]] teilte. Diese aus Holz bestehende Leitung bestand bis [[1919]]. | | Die ''Mirabellleitung'' vom [[Neuhauser Berg]] und vom unteren [[Judenbergalm|Judenberg]] führte zum [[Inneres Linzertor|Inneren Linzertor]], wo sie sich in eine Leitung zum [[Mirabellgarten]] und eine zum [[Schloss Mirabell]] teilte. Diese aus Holz bestehende Leitung bestand bis [[1919]]. |
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| − | Von [[1892]] bis [[1898]] wurde das Gersberg-, Kühberg-, und Gaisberg-Quellgebiet saniert und neue Quellen erschlossen.<ref>Friedrich Leitich, Salzburger Stadtwerke: Geschichte der städtischen Versorgungs- und Verkehrsbetriebe, 1990, Seite 430</ref>
| + | === Erste Hausanschlüsse der Neuzeit mit Wasserzins === |
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| − | ==== Erste Hausanschlüsse der Neuzeit mit Wasserzins ====
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| | [[1520]] wurde das erste Bürgerhaus in der Stadt mit fließendem Brunnenwasser versorgt. Erst nachdem [[1631]] mehrere [[Bürger der Stadt Salzburg|Bürger]] um Erlaubnis ansuchten, Brunnhauswasser in ihr Haus leiten zu dürfen, beschloss der [[Salzburger Stadtrat]] eine Wasserordnung. Die Anschlussgebühr betrug 100 [[Gulden]], ein auch für damalige Zeiten recht beachtlicher Betrag, sowie einen jährlichen Wasserzins von fünf Gulden. Als Maßeinheit galt der ''Steften'', der den Durchmesser des Wasserrohres angab. Durch ein einen Steften starkes Rohr flossen ständig sechs ''Wiener Maß'', das sind 8,491 Liter Wasser pro Minute. | | [[1520]] wurde das erste Bürgerhaus in der Stadt mit fließendem Brunnenwasser versorgt. Erst nachdem [[1631]] mehrere [[Bürger der Stadt Salzburg|Bürger]] um Erlaubnis ansuchten, Brunnhauswasser in ihr Haus leiten zu dürfen, beschloss der [[Salzburger Stadtrat]] eine Wasserordnung. Die Anschlussgebühr betrug 100 [[Gulden]], ein auch für damalige Zeiten recht beachtlicher Betrag, sowie einen jährlichen Wasserzins von fünf Gulden. Als Maßeinheit galt der ''Steften'', der den Durchmesser des Wasserrohres angab. Durch ein einen Steften starkes Rohr flossen ständig sechs ''Wiener Maß'', das sind 8,491 Liter Wasser pro Minute. |
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| − | ==== Leitungsnetz um und nach 1800 (Ludwig Grenier) ====
| + | === Leitungsnetz um und nach 1800 (Ludwig Grenier) === |
| | Als Salzburg [[1810]] Teil des [[Königreich Bayern|Königreichs Bayern]] wurde, präsentierten sich nach den Kriegswirren und der vielfachen militärischen Besetzung der Stadt Gebäude und Infrastruktur desolat und alles andere als zufriedenstellend, so auch das System der Wasserversorgung. In den Rinnen und Abflüssen häuften sich Schmutz und Unrat, Brunnrohre waren verfault und undicht. Die Stadtverwaltung besaß zumindest Aufzeichnungen zur Berechnung des Wasserzinses. Unterlagen für die ärarischen Leitungen fehlten wie auch generell Wasserleitungspläne, Aufzeichnungen über Brunnen und dergleichen. | | Als Salzburg [[1810]] Teil des [[Königreich Bayern|Königreichs Bayern]] wurde, präsentierten sich nach den Kriegswirren und der vielfachen militärischen Besetzung der Stadt Gebäude und Infrastruktur desolat und alles andere als zufriedenstellend, so auch das System der Wasserversorgung. In den Rinnen und Abflüssen häuften sich Schmutz und Unrat, Brunnrohre waren verfault und undicht. Die Stadtverwaltung besaß zumindest Aufzeichnungen zur Berechnung des Wasserzinses. Unterlagen für die ärarischen Leitungen fehlten wie auch generell Wasserleitungspläne, Aufzeichnungen über Brunnen und dergleichen. |
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| | Diese erste systematische Erhebung und die planliche Darstellung brachte auch die Tatsache ans Tageslicht, dass es in der Stadt Salzburg mehr Hausanschlüsse gab als dafür Wasserentnahmeberechtigungen zugeteilt waren und der Wasserzins dafür entrichtet wurde. Im Zuge der politischen Wirren und dem wirtschaftlichen Niedergang war die Lösung finanzieller Fragen offenbar weniger wichtig. | | Diese erste systematische Erhebung und die planliche Darstellung brachte auch die Tatsache ans Tageslicht, dass es in der Stadt Salzburg mehr Hausanschlüsse gab als dafür Wasserentnahmeberechtigungen zugeteilt waren und der Wasserzins dafür entrichtet wurde. Im Zuge der politischen Wirren und dem wirtschaftlichen Niedergang war die Lösung finanzieller Fragen offenbar weniger wichtig. |
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| − | == Wasserspeicher und Versorgung im späten 19. und 20. Jahrhundert == | + | == Wasserversorgung von 1870 bis ins 20. Jahrhundert == |
| | === Wasserleitung von Fürstenbrunn nach Salzburg === | | === Wasserleitung von Fürstenbrunn nach Salzburg === |
| | [[1866]] trat der Salzburger Gemeinderat an den Besitzer der Fürstenbrunner Quelle, den König [[Ludwig II. von Bayern]], mit Bitte um Überlassung von 90 österreichischen Kubikfuß Wasser in der Minute, das entspricht 47,4 Liter pro Sekunde oder rund 1,5 Millionen Kubikmeter im Jahr, heran. Mit Entschließung vom [[13. März]] 1866 bewilligte der König als Schenkung die erbetene Wassermenge der Stadt Salzburg auf immerwährende Zeiten. | | [[1866]] trat der Salzburger Gemeinderat an den Besitzer der Fürstenbrunner Quelle, den König [[Ludwig II. von Bayern]], mit Bitte um Überlassung von 90 österreichischen Kubikfuß Wasser in der Minute, das entspricht 47,4 Liter pro Sekunde oder rund 1,5 Millionen Kubikmeter im Jahr, heran. Mit Entschließung vom [[13. März]] 1866 bewilligte der König als Schenkung die erbetene Wassermenge der Stadt Salzburg auf immerwährende Zeiten. |
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| | Am [[31. Oktober]] [[1875]] wurde die neue Fürstenquellen-Wasserleitung an die [[Stadtgemeinde Salzburg]] übergeben.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18940113&seite=17&zoom=33&query=%22Wasserwerk%22&ref=anno-search anno.onb.ac.at/1894]</ref> Die jährlichen Betriebskosten wurden, abzüglich der Kosten für die 14 öffentlichen Brunnen, für die Bewässerung der öffentlichen Gärten und für die 111 Hydranten für Gassenbesprengung und die Feuerwehr, als Wasserzins anteilig an die in 416 Häusern mit 2 343 Abnahmestellen befindlichen einzelnen Haushalte weiterverrechnet.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18770220&seite=2&zoom=33&query=%22Wasserzins%22&ref=anno-search anno.onb.ac.at/1875]</ref> | | Am [[31. Oktober]] [[1875]] wurde die neue Fürstenquellen-Wasserleitung an die [[Stadtgemeinde Salzburg]] übergeben.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18940113&seite=17&zoom=33&query=%22Wasserwerk%22&ref=anno-search anno.onb.ac.at/1894]</ref> Die jährlichen Betriebskosten wurden, abzüglich der Kosten für die 14 öffentlichen Brunnen, für die Bewässerung der öffentlichen Gärten und für die 111 Hydranten für Gassenbesprengung und die Feuerwehr, als Wasserzins anteilig an die in 416 Häusern mit 2 343 Abnahmestellen befindlichen einzelnen Haushalte weiterverrechnet.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18770220&seite=2&zoom=33&query=%22Wasserzins%22&ref=anno-search anno.onb.ac.at/1875]</ref> |
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| − | === Das Städtische Wasserwerk === | + | === Städtisches Wasserwerk === |
| | :''Hauptartikel [[Städtisches Wasserwerk]] | | :''Hauptartikel [[Städtisches Wasserwerk]] |
| | Das Städtische Wasserwerk war zwischen [[1875]] und [[1922]] eine Fürsorgeanstalt der Stadtgemeinde Salzburg. Ab [[1922]] wurde die Wasserversorgung der Stadt Salzburg ein wirtschaftliches Unternehmen der [[Stadt Salzburg (Gebietskörperschaft)|Stadt Salzburg]], die [[1950]] in die [[Salzburger Stadtwerke]] eingebracht wurde, welche im Jahr [[2000]] in der [[Salzburg AG]] aufging. | | Das Städtische Wasserwerk war zwischen [[1875]] und [[1922]] eine Fürsorgeanstalt der Stadtgemeinde Salzburg. Ab [[1922]] wurde die Wasserversorgung der Stadt Salzburg ein wirtschaftliches Unternehmen der [[Stadt Salzburg (Gebietskörperschaft)|Stadt Salzburg]], die [[1950]] in die [[Salzburger Stadtwerke]] eingebracht wurde, welche im Jahr [[2000]] in der [[Salzburg AG]] aufging. |
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| | [[1888]]–[[1889]] wurde für eine höhere Versorgungssicherheit auf dem [[Kleines Linzertor-Kavalier|Kleinen Linzertor-Kavalier]] eine erste Kaverne mit 1 000 Kubikmetern Speicherreservoir in den [[Kapuzinerberg]] gesprengt und mit Zuleitungen vom Gersberg und Heuberg versorgt.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18890208&seite=3&zoom=33&query=%22Reservoir%22%2B%22Kapuzinerberg%22&ref=anno-search anno.onb.ac.at/1889]</ref>. Um 1900 folgte in nächster Nähe ein zweiter etwas größerer Speicher. | | [[1888]]–[[1889]] wurde für eine höhere Versorgungssicherheit auf dem [[Kleines Linzertor-Kavalier|Kleinen Linzertor-Kavalier]] eine erste Kaverne mit 1 000 Kubikmetern Speicherreservoir in den [[Kapuzinerberg]] gesprengt und mit Zuleitungen vom Gersberg und Heuberg versorgt.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18890208&seite=3&zoom=33&query=%22Reservoir%22%2B%22Kapuzinerberg%22&ref=anno-search anno.onb.ac.at/1889]</ref>. Um 1900 folgte in nächster Nähe ein zweiter etwas größerer Speicher. |
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| − | === Die alten Trinkwasser-Hochbehälter auf dem Mönchsberg === | + | === Neufassung der Quellen und Sanierung des alten Leitungsnetzes === |
| | + | Im eisigkalten Winter 1879/80 wurde das Wasser in Salzburg knapp. Das Übel lag jedoch nicht in der zu geringen Mächtigkeit der Fürstenbrunner-Quelle, welche selbst zur kältesten Zeit noch immer ein Quantum lieferte, das 100 Liter pro Kopf und Tag weit überstieg. Der wahre Grund des Wassermangels war die Verschwendung des Trinkwassers durch die Konsumenten, die denselben auch zu einer Zeit fortsetzten, da im Wasserzufluss zu den Reservoirs der Stadt in Folge der großen Kälte eine Abnahme eintrat. |
| | + | |
| | + | [[1889]] und [[1890]] beauftragte der [[Salzburger Gemeinderat]] das Städtische Bauamt, geeignete Vorschläge zur völligen Sanierung der Wasserversorgung zu unterbreiten. Der Amtsvortrag sah die Neufassung der Quellfassungen durch Grabungen, den Ankauf von Privatquellen, den Ersatz der alten Holzleitungen durch Gusseisenrohrleitungen mit 125 Millimeter Durchmesser vor. Der Beschluss zur Umsetzung wurde [[1891]] gefasst, jedoch verzögerte sich die Realisierung. |
| | + | |
| | + | [[1896]] wurde die Gersberg-Quellen am Südabhang des Kühberges (Gnigler Berg) neu gefasst. Ein alter, seit Jahrhunderten bestehender Stollen, sowie neu angekaufte Quellen wurden gesammelt und einem Sammelgrander zugeführt, der das Wasser über eine Gusseisenrohrleitung von 2 800 Meter Länge dem alten Reservoir auf dem Kapuzinerberg zuführte. [[1896]]—[[1898]] wurden auch die einzelnen Quellen am Nordabhange des Kühberges (Gnigler Berg), die Altbrunnquelle, die Mirabellquelle und die Residenzquelle neu gefasst, sowie die Kohlhuberquelle einbezogen, und in einen Sammelgrander geleitet, der das Wasser in einer 3 350 Meter langen Gusseisenrohrleitung zu dem neuen Reservoir auf dem Kapuzinerberg führte. |
| | + | |
| | + | Saniert wurden auch das Gaisberg-Quellgebiet. Es wurde eine 5 080 m lange Gusseisenrohrleitung von der auf dem Gaisberg (Judenberg) in einem Reservoir gesammelten Quelle nach dem Reservoir auf dem Mönchsberg hergestellt.<ref>Friedrich Leitich, Salzburger Stadtwerke: Geschichte der städtischen Versorgungs- und Verkehrsbetriebe, 1990, Seite 430</ref><ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18980827&query=text:%22Mirabellquelle%22+text:%22Gnigl%22&seite=2 ANNO], Salzburger Volksblatt, 27. August 1898, Seite 2</ref> |
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| | + | === alte Trinkwasser-Hochbehälter auf dem Mönchsberg === |
| | Es begann mit dem [[Die Geschichte der Trinkwasser-Hochbehälter auf dem Mönchsberg|ersten Trinkwasser-Hochbehälter auf dem Mönchsberg]] in den [[1870er]]-Jahren. [[1929]] wurden neue Behälter geschaffen und schließlich der heutige zwischen 1948 und 1950. | | Es begann mit dem [[Die Geschichte der Trinkwasser-Hochbehälter auf dem Mönchsberg|ersten Trinkwasser-Hochbehälter auf dem Mönchsberg]] in den [[1870er]]-Jahren. [[1929]] wurden neue Behälter geschaffen und schließlich der heutige zwischen 1948 und 1950. |
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| | Eine der größten Herausforderungen an die Wasserversorgung der Stadt Salzburg stellte der Winter [[1928]]–[[1929]]. Anfang [[Dezember]] stellte sich plötzlich eine Frostperiode mit Temperaturen bis zu minus 32 °C ein. Für drei Monaten herrschte eine durchschnittliche Temperatur von minus 26 Grad Celsius und der Frost reichte bis 1,70 m ins Erdreich. Neben dem Rückgang des Wasserdurchflusses brachen auch noch zahlreiche Rohre, Hydranten wurden durch den Frost gesprengt. Die Rohrstränge von [[St. Josef]] in Nonntal bis zur [[Hellbrunner Kaserne]], in der [[Nonnberggasse]], der Nutzwasserleitung, die [[Gersbergleitung]] über die [[Karolinenbrücke]], des [[Nonnberg]]s bis zum Hochbehälter auf dem Mönchsberg, auf dem Kapuzinerberg, und von der [[Ignaz-Harrer-Straße]] bis zur Stadtgrenze waren abgefroren. Trotz dieser Schwierigkeiten hielt die Wasserversorgung bis zum Eintritt des Tauwetters ohne besondere Schäden durch.<ref>Quelle [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19341029&query=%22Hochbeh%c3%a4lter%22&ref=anno-search&seite=8 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], Ausgabe vom 29. Oktober 1934, Seite 8</ref> | | Eine der größten Herausforderungen an die Wasserversorgung der Stadt Salzburg stellte der Winter [[1928]]–[[1929]]. Anfang [[Dezember]] stellte sich plötzlich eine Frostperiode mit Temperaturen bis zu minus 32 °C ein. Für drei Monaten herrschte eine durchschnittliche Temperatur von minus 26 Grad Celsius und der Frost reichte bis 1,70 m ins Erdreich. Neben dem Rückgang des Wasserdurchflusses brachen auch noch zahlreiche Rohre, Hydranten wurden durch den Frost gesprengt. Die Rohrstränge von [[St. Josef]] in Nonntal bis zur [[Hellbrunner Kaserne]], in der [[Nonnberggasse]], der Nutzwasserleitung, die [[Gersbergleitung]] über die [[Karolinenbrücke]], des [[Nonnberg]]s bis zum Hochbehälter auf dem Mönchsberg, auf dem Kapuzinerberg, und von der [[Ignaz-Harrer-Straße]] bis zur Stadtgrenze waren abgefroren. Trotz dieser Schwierigkeiten hielt die Wasserversorgung bis zum Eintritt des Tauwetters ohne besondere Schäden durch.<ref>Quelle [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19341029&query=%22Hochbeh%c3%a4lter%22&ref=anno-search&seite=8 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], Ausgabe vom 29. Oktober 1934, Seite 8</ref> |
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| − | ===Der Brauchwasserspeicher === | + | === Brauchwasserspeicher === |
| | [[1907]] wurde zur Entlastung der Trinkwasserleitung eine eigene Brauchwasserleitung mit einem eigenen Hochbehälter auf dem Mönchsberg mit 1 000 Kubikmetern Inhalt in der Nähe der [[Bürgerwehr]] errichtet.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sbw&datum=19320416&query=%22kapuzinerberg%22+%22hochbeh%c3%a4lter%22&ref=anno-search&seite=8 anno.onb.ac.at/Salzburger Wacht, 16. April 1932]</ref> | | [[1907]] wurde zur Entlastung der Trinkwasserleitung eine eigene Brauchwasserleitung mit einem eigenen Hochbehälter auf dem Mönchsberg mit 1 000 Kubikmetern Inhalt in der Nähe der [[Bürgerwehr]] errichtet.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sbw&datum=19320416&query=%22kapuzinerberg%22+%22hochbeh%c3%a4lter%22&ref=anno-search&seite=8 anno.onb.ac.at/Salzburger Wacht, 16. April 1932]</ref> |
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| − | === Der Wasserturm auf dem Mönchsberg === | + | === Wasserturm auf dem Mönchsberg === |
| | :''Hauptartikel [[Amalie-Redlich-Turm]]'' | | :''Hauptartikel [[Amalie-Redlich-Turm]]'' |
| | Der Wasserturm auf dem Mönchsberg wurde [[1891]]–[[1892]] vom Architekten [[Karl Demel]] im Auftrag des Bankiers [[Karl Leitner]], der das [[Schloss Mönchstein]] erworben hatte, erbaut. Er beherbergt einen kleinen Wasserbehälter, das aus der gleichzeitig neu errichteten Gersbergwasserleitung gespeist wurde. Die Quelle auf dem Gersberg liegt wesentlich höher als jene in Fürstenbrunn, deren Druck nicht ausgereicht hat, um das Wasser in die Häuser am Mönchsberg zu pumpen. | | Der Wasserturm auf dem Mönchsberg wurde [[1891]]–[[1892]] vom Architekten [[Karl Demel]] im Auftrag des Bankiers [[Karl Leitner]], der das [[Schloss Mönchstein]] erworben hatte, erbaut. Er beherbergt einen kleinen Wasserbehälter, das aus der gleichzeitig neu errichteten Gersbergwasserleitung gespeist wurde. Die Quelle auf dem Gersberg liegt wesentlich höher als jene in Fürstenbrunn, deren Druck nicht ausgereicht hat, um das Wasser in die Häuser am Mönchsberg zu pumpen. |
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| | [[1903]] wurden Wassermesser (Wasseruhren) eingeführt, um der Wasserverschwendung entgegen zu treten und um sicherzustellen, dass jeder entsprechend seinem Verbrauch bezahlen muss. Die generelle Wasserknappheit wurde erst [[1928]] durch die Errichtung des [[Grundwasserwerk Glanegg|Grundwasserwerks]] in [[Glanegg]] beseitigt. | | [[1903]] wurden Wassermesser (Wasseruhren) eingeführt, um der Wasserverschwendung entgegen zu treten und um sicherzustellen, dass jeder entsprechend seinem Verbrauch bezahlen muss. Die generelle Wasserknappheit wurde erst [[1928]] durch die Errichtung des [[Grundwasserwerk Glanegg|Grundwasserwerks]] in [[Glanegg]] beseitigt. |
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| − | ===Versorgung in Notzeiten und Desinfizierung mit Chlor === | + | === Versorgung in Notzeiten und Desinfizierung mit Chlor === |
| | Beim ersten [[Bomben auf Salzburg|Bombenangriff]] [[1944]] wurden in der Altstadt auch große Teile des Wasserversorgungsnetzes zerstört und es wurde auch der kleine Hochbehälter am Mönchsberg getroffen. Die Bereiche [[Griesgasse]] und [[Getreidegasse]] standen lange Zeit im Wasser und die Schadstellen konnten aus Materialmangel nicht ausgebessert werden. Bis Kriegsende war eine Versorgung durch Tankwagen notwendig. Eine weitere Kriegsfolge war, dass zur Aufrechterhaltung der Wasserhygiene und als Prävention gegen Infektionskrankheiten auf Anordnung der amerikanischen Militärregierung das Wasser ab [[1945]] mit Chlor desinfiziert wurde. Ein unangenehmer Geruch und Geschmack waren die unvermeidliche Folge und die Beschwerden darüber häuften sich im Lauf der Jahre. Die von den Amerikanern vorgeschriebene Chlor-Dosis war allerdings weit übertrieben. Sie wurde sofort nach dem Abzug der Besatzung stark herabgesetzt. | | Beim ersten [[Bomben auf Salzburg|Bombenangriff]] [[1944]] wurden in der Altstadt auch große Teile des Wasserversorgungsnetzes zerstört und es wurde auch der kleine Hochbehälter am Mönchsberg getroffen. Die Bereiche [[Griesgasse]] und [[Getreidegasse]] standen lange Zeit im Wasser und die Schadstellen konnten aus Materialmangel nicht ausgebessert werden. Bis Kriegsende war eine Versorgung durch Tankwagen notwendig. Eine weitere Kriegsfolge war, dass zur Aufrechterhaltung der Wasserhygiene und als Prävention gegen Infektionskrankheiten auf Anordnung der amerikanischen Militärregierung das Wasser ab [[1945]] mit Chlor desinfiziert wurde. Ein unangenehmer Geruch und Geschmack waren die unvermeidliche Folge und die Beschwerden darüber häuften sich im Lauf der Jahre. Die von den Amerikanern vorgeschriebene Chlor-Dosis war allerdings weit übertrieben. Sie wurde sofort nach dem Abzug der Besatzung stark herabgesetzt. |
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| | Von [[1961]] bis um 1980 anstelle der Chlorierung eine Ozonanlage betrieben. Seit etwa 1980 wird das Wasser mit UV-Licht desinfiziert. Die Ozonanlage war damals nicht mehr zeitgemäß, die Geruchsbelästigung durch das sehr schädliche und gefährliche Gas auf dem Mönchsberg war zum Teil erheblich. | | Von [[1961]] bis um 1980 anstelle der Chlorierung eine Ozonanlage betrieben. Seit etwa 1980 wird das Wasser mit UV-Licht desinfiziert. Die Ozonanlage war damals nicht mehr zeitgemäß, die Geruchsbelästigung durch das sehr schädliche und gefährliche Gas auf dem Mönchsberg war zum Teil erheblich. |
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| − | == Trinkwasserversorgung heute und Projekte == | + | == Trinkwasserversorgung heute == |
| | Nach 1990 wurde die direkte Zuleitung aus der Fürstenquelle aus hygienischen Gründen beendet. Das gesamte Wasser der Fürstenquelle wurde stattdessen im Bereich des Grundwasserwerks Glaneggs in tiefe Unterwasserhorizonte eingebracht, dadurch natürlich im Untergrund gereinigt und nach etwa 60 Tagen im Brunnfeld wieder gewonnen. Das [[Grundwasserwerk Glanegg]] befindet sich in der [[Flachgau]]er Marktgemeinde [[Grödig]] im Ortsteil [[Glanegg]]. | | Nach 1990 wurde die direkte Zuleitung aus der Fürstenquelle aus hygienischen Gründen beendet. Das gesamte Wasser der Fürstenquelle wurde stattdessen im Bereich des Grundwasserwerks Glaneggs in tiefe Unterwasserhorizonte eingebracht, dadurch natürlich im Untergrund gereinigt und nach etwa 60 Tagen im Brunnfeld wieder gewonnen. Das [[Grundwasserwerk Glanegg]] befindet sich in der [[Flachgau]]er Marktgemeinde [[Grödig]] im Ortsteil [[Glanegg]]. |
| | [[Datei:Wasserversorgung der Stadt Salzburg, Gesamtschema, Foto v. Herbert Strobl.jpg|thumb|Wasserversorgung der Stadt Salzburg, Gesamtschema. Foto im Wassermuseum Mönchsberg durch Herbert Strobl]] | | [[Datei:Wasserversorgung der Stadt Salzburg, Gesamtschema, Foto v. Herbert Strobl.jpg|thumb|Wasserversorgung der Stadt Salzburg, Gesamtschema. Foto im Wassermuseum Mönchsberg durch Herbert Strobl]] |
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| | Zehn Prozent kommt aus kleineren Quellen- und Quellgruppen, das mit UV-Licht desinfiziert wird. Mineralien Kalzium und Magnesium machen den Härtegrad des Wassers aus. Dieser ändert sich im Stadtgebiet je nach Herkunft des Wassers und der Tageszeit geringfügig. Das Salzburger [[Trinkwasser]] hat gemäß dem Wasserhärteplan<ref>[https://www.salzburg-ag.at/?eID=download&uid=105 Wasserhärte Stadt Salzburg]</ref> im Durchschnitt 9,5–10 Deutsche Härtegrade.<ref>[https://www.salzburg-ag.at/wasser/wasserqualitaet/ www.salzburg-ag.at/wasser/wasserqualitaet]</ref> | | Zehn Prozent kommt aus kleineren Quellen- und Quellgruppen, das mit UV-Licht desinfiziert wird. Mineralien Kalzium und Magnesium machen den Härtegrad des Wassers aus. Dieser ändert sich im Stadtgebiet je nach Herkunft des Wassers und der Tageszeit geringfügig. Das Salzburger [[Trinkwasser]] hat gemäß dem Wasserhärteplan<ref>[https://www.salzburg-ag.at/?eID=download&uid=105 Wasserhärte Stadt Salzburg]</ref> im Durchschnitt 9,5–10 Deutsche Härtegrade.<ref>[https://www.salzburg-ag.at/wasser/wasserqualitaet/ www.salzburg-ag.at/wasser/wasserqualitaet]</ref> |
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| | + | == Projekte == |
| | === Projekte Fuschlsee und Taugl === | | === Projekte Fuschlsee und Taugl === |
| | + | [[Datei:Trinkwasser von der Taugl oder dem Fuschlsee.jpg|thumb|250 px|Trinkwasser für Salzburg von der [[Taugl (St. Koloman)|Taugl]] oder aus dem [[Fuschlsee]] (1957)]] |
| | Mitte der [[1950er]]-Jahre gab es das Projekt, das Wasser des [[Fuschlsee]]s für das Trinkwasser der Stadt Salzburg zu nützen. Zugleich stand damals schon das Grundwasservorkommen der [[Taugl (Sankt Koloman)|Taugl]] bei Jadorf zur Diskussion, dessen Nutzung erst einige Jahrzehnte später verwirklicht werden wird. | | Mitte der [[1950er]]-Jahre gab es das Projekt, das Wasser des [[Fuschlsee]]s für das Trinkwasser der Stadt Salzburg zu nützen. Zugleich stand damals schon das Grundwasservorkommen der [[Taugl (Sankt Koloman)|Taugl]] bei Jadorf zur Diskussion, dessen Nutzung erst einige Jahrzehnte später verwirklicht werden wird. |
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