| Zeile 24: |
Zeile 24: |
| | Am Stadtportal an der Ostseite des Neutores befinden sich links und rechts je ein ''"Medusa"''-[[:Kategorie:Datei:Relief|Relief]]. In der griechischen Mythologie war Medusa eine Schönheit, der die Männer und die Götter gleichermaßen erlagen. Doch sie verweigerte sich. Der Gott Poseidon nahm sie auf dem Altar der Pallas Athene mit Gewalt. Die eifersüchtige Göttin verwandelte daraufhin Medusa in ein Ungeheuer mit Schlangenhaar. Wer sie anschaute, wurde versteinert. Erst der Held Perseus konnte sie bezwingen, indem er ihr einen Spiegel vorhielt und Medusa enthauptete. Das Haupt der toten Medusa diente fortan dem Helden Perseus und später auch dem Helden Herakles als schützendes Amulett und Waffe zugleich. Der Zauber der Pallas Athene wirkte ja weiter. | | Am Stadtportal an der Ostseite des Neutores befinden sich links und rechts je ein ''"Medusa"''-[[:Kategorie:Datei:Relief|Relief]]. In der griechischen Mythologie war Medusa eine Schönheit, der die Männer und die Götter gleichermaßen erlagen. Doch sie verweigerte sich. Der Gott Poseidon nahm sie auf dem Altar der Pallas Athene mit Gewalt. Die eifersüchtige Göttin verwandelte daraufhin Medusa in ein Ungeheuer mit Schlangenhaar. Wer sie anschaute, wurde versteinert. Erst der Held Perseus konnte sie bezwingen, indem er ihr einen Spiegel vorhielt und Medusa enthauptete. Das Haupt der toten Medusa diente fortan dem Helden Perseus und später auch dem Helden Herakles als schützendes Amulett und Waffe zugleich. Der Zauber der Pallas Athene wirkte ja weiter. |
| | | | |
| − | Warum zwei Medusen am Neutor? Johann Baptist Hagenauer hatte in Italien studiert. Das inspirierte ihn wohl zu Formen und Bildschmuck der klassischen Antike (=Renaissance). Ihre Funktion am Neutor ist am ehesten mit der von Wachen zu erklären. Der böse Blick der beiden Medusen soll als Schutz vor Unheil dienen.<ref>Quelle [[Salzburger Nachrichten]] vom 8. November 2019, ein Beitrag von [[Daniele Pabinger]] in der Kolumne [[Kulturklauberin]];</ref> | + | Warum zwei Medusen am Neutor? Johann Baptist Hagenauer hatte in Italien studiert. Das inspirierte ihn wohl zu klassizistischeren Formen. Ihre Funktion am Neutor ist am ehesten mit der von Wachen zu erklären. Der böse Blick der beiden Medusen soll als Schutz vor Unheil dienen.<ref>Quelle [[Salzburger Nachrichten]] vom 8. November 2019, ein Beitrag von [[Daniele Pabinger]] in der Kolumne [[Kulturklauberin]];</ref> |
| | | | |
| | Für die Statue des hl. Sigismund als Bekrönung des Tores am Riedenburger Portal wurde ein 14 Schuh hohen [[Marmor]]blocks von einem Steinbruch am [[Untersberg]] geholt. Der Transport gestaltete sich dramatisch. Neunzehn Paar Pferde zogen den Block in Tagesetappen zu jeweils zehn bis zwölf Schritt. Als der Transport dann die Stadt erreicht hatte, waren die Straßen dichtgedrängt von Schaulustigen gefüllt.<ref>Quelle [https://www.traunsteiner-tagblatt.de/das-traunsteiner-tagblatt/chiemgau-blaetter/chiemgau-blaetter-2019_ausgabe,-ein-meisterwerk-der-kunst-und-der-technik-_chid,876.html www.traunsteiner-tagblatt.de], abgefragt 20. Dezember 2019</ref> | | Für die Statue des hl. Sigismund als Bekrönung des Tores am Riedenburger Portal wurde ein 14 Schuh hohen [[Marmor]]blocks von einem Steinbruch am [[Untersberg]] geholt. Der Transport gestaltete sich dramatisch. Neunzehn Paar Pferde zogen den Block in Tagesetappen zu jeweils zehn bis zwölf Schritt. Als der Transport dann die Stadt erreicht hatte, waren die Straßen dichtgedrängt von Schaulustigen gefüllt.<ref>Quelle [https://www.traunsteiner-tagblatt.de/das-traunsteiner-tagblatt/chiemgau-blaetter/chiemgau-blaetter-2019_ausgabe,-ein-meisterwerk-der-kunst-und-der-technik-_chid,876.html www.traunsteiner-tagblatt.de], abgefragt 20. Dezember 2019</ref> |
| Zeile 32: |
Zeile 32: |
| | Der Tunnel ist 135 m lang und hatte ursprünglich eine Breite von 7,60 Metern und eine Höhe von 13 Metern. Die Höhendifferenz zwischen dem inneren Portal am [[Herbert-von-Karajan-Platz]] unten und dem äußeren Portal am [[Richard-Hildmann-Platz]] oben beträgt zehn Meter. Die Fahrbahn hat dadurch ein geringes Gefälle von etwa 7,4 %. Diese Neigung sollte historischen Publikationen nach die Belichtung verbessern, weil das einfallende Licht von Westen aus der Riedenburg am Boden geringfügig reflektiert und an die Decke geworfen wird, sodass es den Tunnel dadurch angeblich etwas heller macht. Gleichzeitig ist durch die Neigung der Lichteinfall von Osten her aber etwas verschlechtert. | | Der Tunnel ist 135 m lang und hatte ursprünglich eine Breite von 7,60 Metern und eine Höhe von 13 Metern. Die Höhendifferenz zwischen dem inneren Portal am [[Herbert-von-Karajan-Platz]] unten und dem äußeren Portal am [[Richard-Hildmann-Platz]] oben beträgt zehn Meter. Die Fahrbahn hat dadurch ein geringes Gefälle von etwa 7,4 %. Diese Neigung sollte historischen Publikationen nach die Belichtung verbessern, weil das einfallende Licht von Westen aus der Riedenburg am Boden geringfügig reflektiert und an die Decke geworfen wird, sodass es den Tunnel dadurch angeblich etwas heller macht. Gleichzeitig ist durch die Neigung der Lichteinfall von Osten her aber etwas verschlechtert. |
| | | | |
| − | Der tatsächliche Grund für die Neigung des Tunnels liegt jedoch darin, dass aus militärischen Gründen das westliche Portal und die umgebende Wehranlage höher liegen sollte als seine unmittelbare Umgebung. Eine erhöhte Stellung lässt sich leichter verteidigen. [[1915]] wurde das Neutor für die Fortsetzung der [[Gelbe Elektrische|Stadtbahn]], sowie für die gleichzeitige Nutzung durch Automobile um sieben Millionen [[Krone|Kronen]] auf zwölf Meter verbreitert. <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sbw&datum=19140528&query=%22erweiterung%22+%22neutor%22&seite=1 ANNO], [[Salzburger Wacht]], 28. Mai 1914, Seite 1</ref> <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19141117&query=%22erweiterung%22+%22neutor%22&seite=6 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], 17. November 1914, Seite 6</ref> Der Fahrrad-Tunnel links parallel zum Neutor wurde [[1974]] beim Bau der [[Altstadt-Garage]] errichtet. | + | Der tatsächliche Grund für die Neigung des Tunnels liegt jedoch darin, dass aus militärischen Gründen das westliche Portal und die umgebende Wehranlage höher liegen sollte als seine unmittelbare Umgebung. Eine erhöhte Stellung lässt sich leichter verteidigen. [[1915]] wurde das Neutor für die Fortsetzung der [[Gelbe Elektrische|Stadtbahn]], sowie für die gleichzeitige Nutzung durch Automobile um sieben Millionen [[Krone]]n auf zwölf Meter verbreitert. <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sbw&datum=19140528&query=%22erweiterung%22+%22neutor%22&seite=1 ANNO], [[Salzburger Wacht]], 28. Mai 1914, Seite 1</ref> <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19141117&query=%22erweiterung%22+%22neutor%22&seite=6 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], 17. November 1914, Seite 6</ref> Der Fahrrad-Tunnel links parallel zum Neutor wurde [[1974]] beim Bau der [[Altstadt-Garage]] errichtet. |
| | | | |
| | == Restaurierung 2009/2010 == | | == Restaurierung 2009/2010 == |