| | :::: "In einer päpstlichen Reform der Ketzerverfolgung sah Papst Gregor IX. die Chance, Macht und Ansehen des Heiligen Stuhls zu stärken. Auf Kosten der Ortsbischöfe. Nur ihm, nur dem Papst selber sollte sie verantwortlich sein, die neue, zentrale, streng legale Inquisition. In Deutschland sollte die Reform beginnen. 1231 ernannte der Papst den Beichtvater der heiligen Elisabeth von Thüringen, den Weltpriester Konrad von Marburg, zum Inquisitor für ganz „Teutonia“. Es war eine personelle Fehlentscheidung schlimmster Art. Wohl galt Konrad von Marburg als unbestechlich und als unerschrocken gegenüber weltlichen Behörden. Aber schon als Beichtvater der heiligen Elisabeth zeigte er merkwürdige Regungen. „Usque ad camisiam – bis aufs Hemd“ ausgezogen, musste sich die 18-jährige Heilige zu seinen Füssen niederwerfen, worauf Konrad sie persönlich auspeitschte oder sie durch seine Knechte prügeln ließ, während er selber genussreich den Bußpsalm Miserere sang. Es lag in der Logik eines solchen Charakters, dass ihm die neue Würde eines Inquisitors für Teutonien wahnsinnig in den Kopf stieg. Statt, wie ihm der Papst aufgetragen hatte, eine korruptionsfreie Gerichtsbarkeit gegen die Ketzer aufzubauen, raste Ketzermeister Konrad in einem wahren Amoklauf quer durch Deutschland. [...] Und so ging es, Ketzer mordend, Ketzer brennend, quer durchs deutsche Land. Bis endlich, am 30. Juli 1233, ein paar couragierte Edelleute – durchaus fromme katholische Laien – den amoklaufenden Inquisitor packten und ihn, wohl in der Nähe von Marburg, totschlugen. Durch ganz Deutschland ging, wie stets in solchen Fällen, der Aufschrei der Erleichterung: Nie wieder so etwas! Nie wieder Inquisition!". | | :::: "In einer päpstlichen Reform der Ketzerverfolgung sah Papst Gregor IX. die Chance, Macht und Ansehen des Heiligen Stuhls zu stärken. Auf Kosten der Ortsbischöfe. Nur ihm, nur dem Papst selber sollte sie verantwortlich sein, die neue, zentrale, streng legale Inquisition. In Deutschland sollte die Reform beginnen. 1231 ernannte der Papst den Beichtvater der heiligen Elisabeth von Thüringen, den Weltpriester Konrad von Marburg, zum Inquisitor für ganz „Teutonia“. Es war eine personelle Fehlentscheidung schlimmster Art. Wohl galt Konrad von Marburg als unbestechlich und als unerschrocken gegenüber weltlichen Behörden. Aber schon als Beichtvater der heiligen Elisabeth zeigte er merkwürdige Regungen. „Usque ad camisiam – bis aufs Hemd“ ausgezogen, musste sich die 18-jährige Heilige zu seinen Füssen niederwerfen, worauf Konrad sie persönlich auspeitschte oder sie durch seine Knechte prügeln ließ, während er selber genussreich den Bußpsalm Miserere sang. Es lag in der Logik eines solchen Charakters, dass ihm die neue Würde eines Inquisitors für Teutonien wahnsinnig in den Kopf stieg. Statt, wie ihm der Papst aufgetragen hatte, eine korruptionsfreie Gerichtsbarkeit gegen die Ketzer aufzubauen, raste Ketzermeister Konrad in einem wahren Amoklauf quer durch Deutschland. [...] Und so ging es, Ketzer mordend, Ketzer brennend, quer durchs deutsche Land. Bis endlich, am 30. Juli 1233, ein paar couragierte Edelleute – durchaus fromme katholische Laien – den amoklaufenden Inquisitor packten und ihn, wohl in der Nähe von Marburg, totschlugen. Durch ganz Deutschland ging, wie stets in solchen Fällen, der Aufschrei der Erleichterung: Nie wieder so etwas! Nie wieder Inquisition!". |
| | :::: Und nach der Einsetzung der Dominkaner als Leiter der Inquisition durch die römische Kirche: "Päpstliche Beamte, sogenannte Pönitentiare, kamen regelmäßig nach Norden gereist, um bereits überführten und verurteilten Ketzern gegen viel Geld römische Freisprüche zu verkaufen. 1249, nach sechzehn Jahren redlichem Bemühen, wurde es den Dominikanern von Toulouse zuviel. Sie traten in den Streik. Sofort griff der Streik auf „la France“ über, das heutige Nordfrankreich. Was die deutschen Inquisitoren betrifft, so brauchten sie gar nicht in den Streik zu treten. Sie waren regelrecht ausgesperrt. Wohl hatte der Papst aus den Dominikanerklöstern von Straßburg, Salzburg und Köln neue Inquisitoren für Deutschland bestellt. Nach dem Amoklauf Konrads von Marburg schlug ihnen jedoch ein solcher Hass entgegen, nicht nur aus dem Volk, sondern auch aus den staatlichen Behörden, dass sie keinen Finger mehr gegen die Ketzer rühren konnten." https://www.vatican-magazin.de/epaper/streik-bei-der-heiligen-inquisition-10-2017.html | | :::: Und nach der Einsetzung der Dominkaner als Leiter der Inquisition durch die römische Kirche: "Päpstliche Beamte, sogenannte Pönitentiare, kamen regelmäßig nach Norden gereist, um bereits überführten und verurteilten Ketzern gegen viel Geld römische Freisprüche zu verkaufen. 1249, nach sechzehn Jahren redlichem Bemühen, wurde es den Dominikanern von Toulouse zuviel. Sie traten in den Streik. Sofort griff der Streik auf „la France“ über, das heutige Nordfrankreich. Was die deutschen Inquisitoren betrifft, so brauchten sie gar nicht in den Streik zu treten. Sie waren regelrecht ausgesperrt. Wohl hatte der Papst aus den Dominikanerklöstern von Straßburg, Salzburg und Köln neue Inquisitoren für Deutschland bestellt. Nach dem Amoklauf Konrads von Marburg schlug ihnen jedoch ein solcher Hass entgegen, nicht nur aus dem Volk, sondern auch aus den staatlichen Behörden, dass sie keinen Finger mehr gegen die Ketzer rühren konnten." https://www.vatican-magazin.de/epaper/streik-bei-der-heiligen-inquisition-10-2017.html |
| − | :::: "Das Land aber atmet auf, "in heiterer Milde", wie die Chronisten verzeichnen. Auf Konrad folgt in Deutschland lange Zeit kein neuer Ketzerrichter." ( https://www.zeit.de/zeit-geschichte/2014/03/inquisition-konrad-von-marburg ) - die Hinrichtung des bösartigen Massenmörders Konrad Krötenritt sei es aufgrund eines pfalzgräflichen Richterspruches, sei es im Sinne einer pfalzgräflich und königlich geduldeten Notwehrmaßnahme durch die Grafen von Sayn und ihre wackeren Dernbacher Ritter war erfolgreich. --[[Benutzer:Hagenau|Hagenau]] ([[Benutzer Diskussion:Hagenau|Diskussion]]) 15:36, 21. Sep. 2019 (UTC) | + | :::: "Das Land aber atmet auf, "in heiterer Milde", wie die Chronisten verzeichnen. Auf Konrad folgt in Deutschland lange Zeit kein neuer Ketzerrichter." ( https://www.zeit.de/zeit-geschichte/2014/03/inquisition-konrad-von-marburg ) - die Hinrichtung des bösartigen Massenmörders Konrad Krötenritt, sei sie aufgrund eines pfalzgräflichen Richterspruches, sei sie im Sinne einer pfalzgräflich und königlich geduldeten Notwehrmaßnahme durch die Grafen von Sayn und ihre wackeren Dernbacher Ritter zustande gekommen, war im Sinne des Opferschutzes sehr erfolgreich. --[[Benutzer:Hagenau|Hagenau]] ([[Benutzer Diskussion:Hagenau|Diskussion]]) 15:36, 21. Sep. 2019 (UTC) |