Ferienpark Gastein
Ferienpark Gastein ist ein gescheitertes touristisches Großprojekt in der Pongauer Gemeinde Bad Gastein.
Geschichte
Das Areal umfasst insgesamt rund 30 000 Quadratmeter im Ortsteil Badbruck. Eine im Lungau ansässige, von Niederländern geführte GmbH, hatte 2006 die Genehmigung für den Bau von 17 Apartmenthäusern und einem zentralen Hotelkomplex mit insgesamt 460 Betten bekommen. Die Gemeinde hatte mit einer entsprechenden Widmung den Weg geebnet. Den Investoren ging jedoch schon bald nach dem Baubeginn das Geld aus. Der Bauherr geriet in weiterer Folge zusehends in finanzielle Schwierigkeiten. Auf den Baustopp im Jahr 2008 folgte zwölf Jahre später die Insolvenz. Mit Passiva von 20,5 Millionen Euro und über zehn Millionen Euro Verschuldung handelte es sich im Jahr 2019 um den größten Konkurs im Bundesland. Geschuldet war dies nach Angaben der Investoren der Finanzkrise und einem teuren Umweltverträglichkeitsprüfungs-Verfahren. Im Ort waren viele nicht unglücklich über das abrupte Ende des Vorhabens, da Gerüchte aufgekommen waren, dass es sich bei dem Projekt um Zweitwohnsitz handeln könnte.
Sechs Apartmenthäuser im Rohbau stehen seither in der Gegend herum. Im Jahr 2020 kaufte der Pongauer Bauunternehmer Georg Hinterleitner, Chef der Firma Spiluttini, die Hinterlassenschaft des gescheiterten touristischen Großprojekts "Ferienpark Gastein" um 7,5 Millionen Euro als Bestbieter aus der Zwangsversteigerung. Er erwarb die sechs Häuser im Rohbau und ein Grundstück in der Größe von 30 000 Quadratmetern. Hinterleitner wollte nun 2024 die Gebäude, die sich in der Nähe des Hotels Europäischer Hof befinden, in klassische Wohnhäuser umbauen. Geplant sind 45 bis 50 Eigentumswohnungen mit Tiefgarage. Hält der Zeitplan, dann könnten Käufer schon 2025 einziehen. Auch Mitarbeiterwohnungen sollen Teil des Projekts sein. Ein Abriss der bestehenden Häuser sei nicht nötig, erklärt Hinterleitner. Es werden lediglich der Austausch der Fenster und ähnliche Arbeiten notwendig sein, aber die Substanz der Rohbauten ist sehr gut.
Eine touristische Nutzung sei für ihn kein Thema gewesen, sagt Hinterleitner, der mit seiner Firma den Grund und die Immobilie im Rahmen einer Zwangsversteigerung erwarb. Aufgrund einer mittlerweile sehr restriktiven Politik seitens der Gemeinde wäre der Bau von Ferienapartments nicht mehr möglich, die entsprechenden Widmungen sind erloschen. Die touristische Entwicklung Bad Gasteins soll im Zentrum stattfinden.
Weblink
- Lage auf www.openstreetmap.org
Quellen
- www.sn.at, 19. Juni 2024, ein Beitrag von Michael Minichberger
- www.sn.at, 18. Mai 2025