Erzherzogin Marie-Valerie-Kinderspital-Verein
Der Erzherzogin Marie-Valerie-Kinderspital-Verein war ein Verein in der Stadt Salzburg.
Über den Verein
Im Februar 1890 schloss sich Emma Schumacher einer Gruppe von Frauen unter der Leitung von Prinzessin Marie Rohan und Therese Baronin Haymerle an, die sich vorgenommen hatten, Geld für den Bau eines Kinderspitals aufzutreiben. Die Dringlichkeit dieser Aufgabe war offensichtlich, da im St. Johanns-Spital Kinder bei Erwachsenen untergebracht und behandelt wurden. Schumacher schrieb in ihrer Chronik von einer "verderblichen Situation für die Heranwachsenden".[1] Darüber hinaus gab es, wie von Gunda Barth-Scalmani erwähnt, auch verwaltungstechnische Probleme, da es keine klaren Richtlinien für die Behandlungskosten von Kindern gab. Andernorts hatte man bereits erkannt, dass nur kindgerechte Pflege und Therapie zum gewünschten Erfolg führen konnten und dass dazu eigens geschaffene Einrichtungen notwendig seien. So gab es in Wien bereits Kinderspitäler, die zwischen 1837 und 1878 entstanden waren und als vorbildhaft galten.[2]
Bei der ersten Generalversammlung des Vereins am 27. Mai 1891 im Gemeindesaal des Rathauses konnte der Verein bereits Erfolge aufweisen. Bei dieser Sitzung wurde Baronin Haymerle zur Präsidentin, Emma Schumacher zur ersten und Fürstin Wrede zur zweiten Vizepräsidentin gewählt. Weitere Mitglieder des Ausschusses waren unter anderem die Frau des Altbürgermeisters, Marie Biebl, die Frau des Vizebürgermeisters Poschacher sowie Gräfin Irene O'Donell.[3] Dass die Sitzung eines privaten Vereins im Gemeindesaal stattfand, ist der Verbindung Emma Schumachers zu kommunalen Politikern zuzuschreiben. Hier zeigt sich deutlich die Verschränkung von privatem und politischem Raum.[4]
Weblink
- Über die Generalversammlung am 8. Juni 1895 ANNO, "Salzburger Chronik", Ausgabe vom 14. Juni 1895, Seite 3