Franz Laktanz Graf von Firmian
Franz Laktanz Graf von Firmian (* 1709 in Mezzocorona, Trento; † 1786 in Salzburg) war Künstler, Sammler, Mäzen und Neffe des Erzbischofs Leopold Anton Freiherr von Firmian.
Leben
Franz Laktanz Firmian verdankte Karriere und Vermögen nicht nur seinem aufklärerischen Geist, sondern auch seinem Onkel, dem Erzbischof Leopold Anton Freiherr von Firmian. Dieser pflegte Nepotismus in Reinform: Alle Söhne seines Bruders Alphons Georg versorgte er mit Posten. Einer wurde Bischof von Lavant, einer war Bischof in Passau und später Wien, einer wurde Gesandter in Mailand. Franz Laktanz studierte in Salzburg an der Benediktineruniversität und trat dann in die Dienste des Onkels: als geheimer Rat, dann als Obersthofmeister und ab 1737 als Kämmerer.
Er war Förderer zahlreicher Trentiner Landsleute wie des Malers Peter Anton Lorenzoni.
Franz Laktanz Firmian war ein ungewöhnlicher, hellsichtiger Salzburger. Seine Kunst- und Naturaliensammlung war die größte und kostbarste, die vermutlich je ein Salzburger – ausgenommen die Erzbischöfe – zusammengetragen hat. Werke von Tizian, Rubens, Rembrandt, Guido Reni und Veronese sowie hunderte Kupferstiche sollen darin gewesen sein. Seine Sammlung mit rund 300 Künstlerporträts, teils Selbstporträts, teils Kopien, soll größer als jene der Uffizien von Florenz gewesen sein. Und 400 ausgestopfte Singvögel seien in seiner Naturaliensammlung gewesen.
Er selbst verstand sich als Künstler, zeichnete angeblich so flott und souverän, dass er mit seinem Diamantring Porträts seiner Gäste in Fensterscheiben ritzte. Er war als Beamter am erzbischöflichen Hof u. a. für Musik zuständig und somit Chef Wolfgang Amadeus Mozarts. Und: Franz Laktanz Firmian war erster Hausherr in Leopoldskron und gab dem Schloss jenes Flair, das etwa 150 Jahre später Max Reinhardt so bezaubern sollte, dass er es 1918 kaufte. Leopoldskron hatte der Erzbischof anlässlich der Hochzeit von Franz Laktanz mit Maximiliana Lodron 1735 bauen lassen, und zudem riesige Gründe bis hin zum Untersberg erworben.
Die Sammlung Franz Laktanz begannen seine Nachfahren stückweise zu verkaufen. Dann kamen zwei Kellner aus Baden-Württemberg. Diese wollten das Schloss zum Wirtshaus machen und verscherbelten die Sammlung 1830 bei einer flohmarktähnlichen Auktion um vier oder fünf Gulden pro Stück. Von dem, was da verschleudert wurde, kamen einzelne Stücke als Schenkungen an das Salzburg Museum.
Quellen
- Salzburger Nachrichten
- Salzburg Museum