Einsiedelei in Saalfelden
Glockenturm auf Klause der Einsiedelei am Palfen

Die Einsiedelei St. Georg am Palfen befindet sich nördlich des Stadtzentrums von Saalfelden am Steinernen Meer am Fuße des Steinernen Meeres im Pinzgau.

Allgemeines

Die Einsiedelei ist heute sowohl vom Saalfeldner Ortsteil Bachwinkl, wo auch der Weg zur Peter Wiechenthaler Hütte beginnt, als auch von der Bürgerau (über den Fuchssteig, der aber Trittsicherheit erfordert), ebenfalls ein Ortsteil von Saalfelden am Steinernen Meer, erreichbar. Der Fuchssteig führt von der Einsiedelei auf den Weg zur Steinalm, einem beliebten Ausflugsziel. In der Nähe der Einsiedelei befindet sich auch das Kühloch, eine Naturhöhle, die in der Bronzezeit benutzt wurde.

Die Eremitage gehört heute der Stadtgemeinde Saalfelden. Deshalb werden die Einsiedler nicht nur vom Pfarrer, sondern auch vom Bürgermeister angelobt.

Der Einsiedler soll zugleich Eremit und Psychologe sein (weil viele Leute kämen zum Einsiedler, um mit ihm zu reden und über ihre Sorgen zu berichten). Das Leben am Palfen ist karg. Es gibt weder Strom noch fließendes Wasser. Wer ohne Fernsehen, Computer und Zentralheizung nicht auskommt, ist in der Klause fehl am Platz.

Geschichte

Schon im 16. Jahrhundert pilgerten die Menschen zur Felsenhöhle oberhalb des Schlosses Lichtenberg, wo sie das Bildnis des hl. Georg, Schutzpatron der Tiere, verehrten.

Erstmals 1664 erhielt Thomas Pichler, ein Bauernsohn aus Embach, die Erlaubnis erteilt, sich als Einsiedler oberhalb des Schlosses Lichtenberg niederlassen zu dürfen. Er baute jene Höhle, in der das Bildnis des hl. Georg verehrt wurde, zu einer Kapelle aus. Bereits ab 1677 durften auch Heiligen Messen gefeiert werden.

Die Einsiedelei mit einer kleinen Kapelle wurde auf einem Felsen unterhalb der Höhle errichtet. Die Klausner besorgten insbesondere während der Nacht den wichtigen Dienst der Feuerwache. Sobald sie einen Brand bemerkten, läuteten sie mit der Glocke. Als Ausgleich zu ihrer wichtigen Funktion durften sie mit obrigkeitlicher Genehmigung in den Gemeinden Saalfelden, Maria Alm, Leogang, Weißbach bei Lofer, St. Martin bei Lofer und Lofer Spenden sammeln.

Obwohl das Eremitentum zu Beginn des 19. Jahrhunderts verboten wurde, erhielt sich am Palfen die Tradition. Noch heute finden sich nach dem Abgang eines Einsiedlers immer wieder genügend Bewerber, die vom Bürgermeister angelobt und vom Saalfeldner Pfarrer installiert werden. Sie "arbeiten" ohne Gehalt, weder die Gemeinde noch Kirche entlohnt sie. Der Einsiedler muss in der Lage sein seinen Lebensunterhalt selbst zu bestreiten.

Seit 1968 ist das Felsenhaus für Besucher offen und von der Bürgerau in 20 Minuten erreichbar. Die einstigen Eremiten waren Kapellenmesner und Feuermelder. Seit 1992 gibt es nur mehr freie Einsiedler. Früher mussten sie auch in Winternächten ausharren, im 19. Jahrhundert wurde ein Bruderhaus geschaffen.

1970

Acht Schüsse und das Drama eines Unschuldigen
Das aufsehenerregendste Kapitel in der Chronik der Klause wurde zwischen 1969 und 1970 geschrieben, als Karl Kurz Einsiedler war.

2004 - 2015

Zwölf Sommer lang wurde die Einsiedelei von Raimund von der Thannen während der Sommermonate ausgezeichnet betreut.

2016

2016 war der ehemalige Priester Thomas Fieglmüller aus Wien Einsiedler. Er zog nach nur einem Jahr wieder in seine Heimat, wo er als Psychotherapeut arbeitet und Bücher schreibt. In Saalfelden habe es ihm gut gefallen. "Das Leben in der Klause ist spartanisch, aber die Natur wunderschön. Ich habe sehr viele nette Menschen getroffen und mit ihnen gute Gespräche geführt. Leider gab es auch Kritik aus scheinbar rechtskatholischen Kreisen, etwa dass ich keinen Bart und keine Kutte trug. Und die Kritik wurde teilweise in sehr unangenehmer Weise vorgebracht. Vielleicht war ich der Falsche für die Einsiedelei." Fieglmüller betont aber, dass er nicht im Unfrieden scheide und zur Angelobung seines Nachfolgers kommen werde.

Weblinks

Quellen