Flussuferläufer
Der Flussuferläufer (Actitis hypoleucos) zählt zur Familie der Watvögel.
Allgemeines
Watvögel sind fast alle langbeinig, leben in der Regel entweder an Küsten, an Ufern oder in Feuchtgebieten des Binnenlandes. Sie ernähren sich von Würmern, Mollusken, Insekten und deren Larven, von Krebstieren, Kleinfischen oder auch von Pflanzen. Sie nisten in der Regel in einfachen Bodenmulden, die Küken sind Nestflüchter und suchen von Anfang an selbständig nach Nahrung, wobei sie von einem Elternteil beaufsichtigt werden.
Charakteristisches
Der Flussuferläufer brütet gern an steinigen Flüssen und Bächen, aber auch in Wäldern und an Seeufern. Er überwintert in Südeuropa oder in Afrika und begibt sich allein oder in einer kleinen Gruppe auf den Vogelzug.
Flussuferläufer im Bundesland Salzburg
Lebensweise und Lebensraum
Er kommt ab April und ist ab Ende September nur mehr vereinzelt zu beobachten. Er ist ein Bodenbrüter, dessen ursprüngliche Habitate Schotterbänke und Umlagerungsstrecken größerer Fließgewässer mit noch natürlichem Fließverhalten sind. Hier brütet er an Flüssen und größeren Bächen. Aufgrund der Flussregulierungen und dem Bau zahlreicher Laufkraftwerke ist er hierzulande selten geworden. Noch findet man ihn als Brutvogel an Schotterbänken von Lammer, Saalach, Salzach (nördlich von Tenneck, im Tauglgries und an der Fuscher Ache. Einzelne Bruten wurden auch im Wildgerlostal, am Unkenbach, an der Urslau und in St. Michael im Lungau nachgewiesen. Der gesamte Brutbestand wird aber auf weniger als 20 Paare geschätzt.
Bedrohung und Schutzmaßnahmen
Sein Lebensraum wird nicht nur durch die oben erwähnten Regulierungen und Kraftwerke und deren Auswirkungen wie Schwellbetrieb mit täglichen Hochwasserspitzen zerstört, sondern auch durch Freizeitverhalten wie Baden, Lagerfeuer, Motocross, Kanufahren, Rafting, Jetbootfahren und Angelsport gestört.
Als Schutzmaßnehmen sind die Erhaltung bzw. die Wiederherstellung von Fließgewässern, befristete Betretungsverbote von Arealen, auf denen sich Brutplätze befinden und die Beobachtung der Bestände erforderlich.
Quellen
- Killian Mullarney, Dan Zetterström, Lars Svensson, Der Kosmos Vogelführer, Große Ausgabe, S. 132, sowie 154 - 155, 2. Auflage des 2011 erschienenen KOSMOS-Vogelführers.
- Leopold Slotta-Bachmayr, Rote Liste der gefährdeten Brutvögel des Bundeslandes Salzburg, Naturschutzbeiträge 38/12, Naturschutz Land Salzburg,Salzburg 2012, S. 85