Lorenz Kräll

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Lorenz Kräll, auch Lorenz Krall (* unbekannt; † Juni 1481) war ein aus Nürnberg stammender Salzburger Kaufmann und von 1477 bis 1478 Bürgermeister der Stadt Salzburg.

Abstammung und Familie

Lorenz Kräll stammte aus dem bekannten Nürnberger Geschlecht der Kräll (Krel, Chrelle), die nachweisbar seit 1445 mit Salzburg Handel betrieb. So stammt aus diesem Jahr eine Aufzeichnung über den regelmäßigen Ankauf von Tuche durch das Erzstift St. Peter von einem „Kräll zu Nürnberg“. Im Spitalsurbar von 1453 wird zudem das Haus Nummer 7 in der Linzer Gasse als „des Pehaim und Chräl Haus von Nürnberg“ bezeichnet (die Pehaim bzw. Behaim gehörten zu den alten, ratsfähigen Geschlechtern Nürnbergs). Kräll selbst war verheiratet mit Agnes Dachauer.

Sein Siegel zeigte die Abbildung seines Familienwappens – zwei voneinander abgekehrte Vögel mit einer erhobenen Kralle und auf dem Helm ein Vogel mit ausgebreiteten Schwingen.

Berufliche und private Tätigkeiten

Kräll verdiente sich als Kaufmann und Fernhändler. Durch seine Herkunft verfügte er über weitreichende Familienbeziehungen nach Nürnberg und Wien. In der steirischen Stadt Graz zeigte er sich zudem als Faktor des dortigen Kaufmanns Heinrich Ernst tätig.

Weitere Nennungen

1457 klagte er gemeinsam mit Franz und Hans Kräll auf das Haus des verstorbenen Thomas Gürthler, der für eine Schuld sein Burgrecht verpfändet hatte. 1459 schien er als Zeuge in einem Notariatsakt auf und 1462 klagte er gemeinsam mit seinem Bruder und mit Niklas Falkner von Portugruaro den Lorenz Spällt aus Nürnberg wegen Schulden.

1468 erhielt er gegen Bezahlung das Bürgerrecht der Stadt Salzburg. Im selben Jahr erwarb er das Haus Nr. 27 in der Getreidegasse, für das er dem Stift St. Peter jährlich Geld und Sachleistungen zu Burgrecht bezahlte. 1475 bürgte er für den Neubürger Ludwig Alt.

Amtszeit als Bürgermeister

1477 wurde er gemeinsam mit Jakob Schönberger (Schönperger), der dieses Amt bereits 1476 innehatte, zum Bürgermeister der Stadt Salzburg ernannt. 1479 folgte an seine Stelle Georg Waginger.

Siehe auch

Quellenangaben

  • Michael Walz: Die Grabdenkmäler von St. Peter und Nonnberg zu Salzburg. Seite 469. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. Band 14. Salzburg 1874
  • Michaela Krissl: Die Salzburger Neubürger im 15. und 16. Jahrhundert. Seite 98f. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. Band 129. Salzburg 1989
  • Ludwig Pezolt: Die urkundlich nachgewiesenen Bürgermeister bis zur Aufhebung des geschworenen Rates 1511. Seite 152. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. Band 39. Salzburg 1899.