Torwarthaus Schloss Kleßheim

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Das Torwarthaus neben dem Schloss Kleßheim und das Montage-Team
Fünf Schüler der HTL Hallein waren nach dem Einsatz in der Werkstätte auch in einem „dislozierten Unterricht“ im Turm und halfen beim Wiederaufbau des Turmuhrwerks 1732

Das Torwarthaus Schloss Kleßheim ist eines von elf Wächterhäuschen, die den Park von Schloss Kleßheim umgeben, das sich nordwestlich der Landeshauptstadt Salzburg befindet.

Restaurierung 2010 - 2011

Das Turmuhrwerk des „Torwarthauses“ neben Schloss Kleßheim stammt von Joseph Christoph Schmid, der es 1732 fertigte. Beim Umbau 1794 von Johann Bentele sen., ein Uhrmachermeister aus Salzburg, erhielt es auch ein vier Meter langes Pendel mit einer Pendellinse aus „Höglauerstein“ – vom Steinbruch am Högl auf der bayrischen Salzachseite.

Als Michael Neureiter mit seiner Firma horologium 2010 vom Land Salzburg den Auftrag erhielt, das historische Uhrwerk zu revitalisieren, musste er feststellen, dass das Pendel samt der Pendellinse verschwunden war – 1926 war es laut einem Bericht vom Salzburger Historiker Franz Martin noch vorhanden.

Neureiter nahm mit der Steinmetzschule der HTL Hallein Kontakt auf, die die Anfertigung einer neuen Linse zusagte. Die neue Linse und die Pendelstange aus Schmiedeeisen, die ebenfalls in der HTL Hallein gefertigt wurde, entstanden unter Leitung von Fachlehrer Hans Otty.

Turmuhrenexperte Michael Neureiter lud die mit dem Nachbau der steinernen Pendellinse und der Pendelstange aus Schmiedeeisen befassten Schüler im Juni 2011 ein, beim Aufbau des Turmuhrwerks aus 1732 mitzumachen. Es wurde ein spannender Vormittag, an dem das Team auch einige Hinweise auf mehrere Umbauten des Werks fand. Das Uhrwerk wird in den kommenden Wochen komplettiert, mit neuen denkmalverträglichen Elektroaufzügen (Patent Meinhardt) sowie einem neuen Funkuhr-Abgleich versehen und dann dem Auftraggeber, dem Land Salzburg, übergeben.

Sanierung der Glocken, alte Zeiger gefunden

Georg Kolmanitsch aus Wien, spezialisiert auf Metall-Restaurierungen, hatte mittlerweile die drei Glocken im Turm des Torwarthauses renoviert. Sie stammen aus der Zeit der Errichtung des Turms 1732 und aus 1833. Die älteste Glocke, von Benedikt Eisenberger 1698, war ursprünglich im Schloss Kleßheim angebracht.

Kolmanitsch fand im Turm auch ein Paar alter Turmuhr-Zeiger, die wohl aus dem 18. Jahrhundert stammen. Neureiter datiert sie zum Umbau der Turmuhr 1794: „Ich bin sicher, dass diese Zeiger angebracht wurden, als die aus dem Jahr 1732 stammende Turmuhr von Johann Bentele sen. auf das lange Pendel umgebaut wurde!“

Quelle

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