Lungauer Bänderzaun

Version vom 10. Januar 2022, 08:57 Uhr von Peter Krackowizer (Diskussion | Beiträge) (Linkfix, + Kategorie(n), + Bild)
Links ein Lungauer Bänderzaun bei der Hochofenanlage Franzenshütte.

Der Lungauer Bänderzaun war früher im Lungau weit verbreitet und ist auch heute noch vielerorts zu sehen. So auch in einem Schaugarten der Landwirtschaftliche Fachschule Tamsweg oder bei der Hochofenanlage in Kendlbruck in Ramingstein.

Beschreibung

Ein wesentlicher Bestandteil des Bänderzauns sind die Zaunbänder. Diese werden aus etwa daumendicken Ästen kleiner bis mittelgroßen Fichten hergestellt. Sie werden im Februar im grünen, saftlosen Zustand von den Bäumen gehackt, wobei zur Schonung des Baumes nur zwei von fünf Trieben verwendet werden durften. Da es in manchen Wäldern verboten war, geschah das nicht selten auch heimlich während der Nacht.

Nach dem Hacken wurden die Äste in Wasser gelegt, damit sie biegsamer und so leichter zu verarbeiten waren. Nach einigen Tagen erfolgte die Hauptarbeit, das "Baan", also bähen, wobei die Äste über ein Feuer gehalten und zu Ringen mit ca. 20cm Durchmesser geflochten wurden, was eine anstrengende und mit viel Schmutz verbundene Arbeit war. Auch in einem Backofen funktionierte das "Baan" sehr gut.

Mit den so hergestellten Ringen wurden die in den Boden geschlagenen Zaunstecken zusammengehalten. Hierbei wurden bis zu acht Ringe je Laufmeter Zaun benötigt.

Quelle

  • Bericht von Johann Angermann, Ramingstein