Franz Xaver Mangin

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Franz Mangin Franz Xaver Mangin (* 17.., † 18.. war im frühen 19. Jahrhundert ein Salzburger Leinwandhändler und Fabrikant.

Leben

Dem Namen nach dürfte Mangin französischer Abstammung gewesen sein.

1812 betrieb er zu Sinnhub bei (jetzt: in) Salzburg einen Eisenhammer.[1]

Zur Zeit der Zugehörigkeit des Landes Salzburg zum Königreich Bayern (1810 bis 1816), jedenfalls 1813, gehörte er dem Salzburger Munizipalrat an; damals wohnte er in der Judengasse (Haus [Altstadt] Nr. 66).[2]

Die Leinwandhandlung führte Franz Mangin jedenfalls noch im Jahr 1825.[3]

O-Ton

Franz Martin[4] zitiert einen Bericht Mangins, den dieser dem k. k. Salzburger Kreisamt erstattete:

„... Der übrige kleine Theil trägt das Schicksal unserer guten Stadt, die durch vieljährige Leiden und Regierungsveränderungen von dem einstigen Gipfel ihres Wohlstandes und Glückes auf den Boden der Armuth gesunken ist. Ihr früherer glücklicher Zustand hat den Kunstfleiß ihrer Bürger erwärmt und genährt - ihr Fall war auch jener der ihrigen. Die Meister unter ihnen, die sich in früheren Zeiten bei Verfertigung ihrer der Mode und dem Luxus gewidmeten Erzeugnißen wohlhabend befanden, sahen sich genötigt, ihre Kunst zum Handwerk (im engsten Sinn des Wortes) zu reducieren und ihre Hände mißmuthig den gröbsten Arbeiten zu widmen, um nur den dürftigsten Unterhalt für sich und ihre Familien zu erschwitzen. Mancher hat den größten Theil seiner Kunst vergessen, weil jahrelang keine Frage an ihn hierüber, jahrelang keine Aufmunterung an ihn erging. Jene, die wirklich die Hoffnung auf bessere Zeiten für die Zukunft und auf Vorrath arbeiteten, sahen sich getäuscht, denn während die Producenten jährlich zunahmen, ward die Klasse der Consumenten von Jahr zu Jahr geringer, und selbst diese kleine Zahl sieht sich durch die Zeitverhältnisse und Verdienstlosigkeit gezwungen, auf alles, was nicht zum unentbehrlichen gehört, zu verzichten. Auf diese Art blieben des braven Arbeiters Vorräthe liegen - auf ihnen lag ein Kapital, dessen größere Hälfte meist fremdes Eigentum war. Die Zeit der hierauf zu leistenden Bedingniße erschien und der fleißige Bürger sah sich genötigt, - um auch als ehrlich zu erscheinen - seine Vorräthe um jeden Preis zu veräußern, nur um Geld zu lösen, um sein Wort erfüllen zu können. Die Folgen sind zu einleuchtend und bedürfen keine Hinweisung. Unmuth, der größte Feind des Kunstfleißes, lagerte sich in die Werkstätte. Rückwärtsgehen in jeder Hinsicht wird sein Loos sein. - So tief sind wir gesunken!
Ich hielt diese kleine Ausbeugung für nothwendig, um ein wohllöbl. k. k. Kreisamt aufmerksam zu machen, daß nicht Mangel an Wille der Bürger Salzburgs Schuld ist, wenn das Resultat meines erhaltenen Auftrages und meiner Nachforschungen den Erwartungen nicht ganz entsprechen sollten; denn nur unter einem glücklichen sorgenfreyen Leben gedeiht der Kunstfleiß; dort soll er gesucht werden, und wenn auch mancher unter uns sein Scherflein zur Verherrlichung des befraglichen Zweckes beyzutragen sucht, so dürfte solches vielleicht trotz alles an. gewandten Studiums und Fleißes gegen jene Arbeiten aus der glücklichen Kaiserstadt, deren Schöpfern so viele mitunter manche von uns kaum geahnte Hilfsquellen, Begünstigungen und Erleichterungen zu Gebothe stehen, bescheiden im Hintergrund treten!

Quellen, Fußnoten