Friedrich Hermann: Unterschied zwischen den Versionen
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Hermann wurde im südmährischen Städtchen Jamnitz geboren, in dem seine aus [[Wien]] stammenden Eltern (sein Vater war dort Schlossergehilfe) weilten. Er wuchs zusammen mit einem Bruder und einer Schwester bei seinen Eltern in Wien auf. | Hermann wurde im südmährischen Städtchen Jamnitz geboren, in dem seine aus [[Wien]] stammenden Eltern (sein Vater war dort Schlossergehilfe) weilten. Er wuchs zusammen mit einem Bruder und einer Schwester bei seinen Eltern in Wien auf. | ||
Während seiner Volksschulzeit in Wien-[[Dornbach]] kam er über die dortige [[ | Während seiner Volksschulzeit in Wien-[[Dornbach]] kam er über die dortige [[Benediktinererzabtei St. Peter#Inkorporierte Pfarren|sanktpetrische]] [[Pfarre Dornbach]] in Kontakt mit den Patres von [[Benediktinererzabtei St. Peter|St. Peter]], die ihn zur Erziehung im Konvikt ihres Klosters empfahlen. So kam er [[1924]] in das [[Studenten-Konvikt St. Peter|Konvikt St. Peter]] und machte seine Gymnasialstudien am [[Erzbischöfliches Privatgymnasium Borromäum|Erzbischöflichen Privatgymnasium Borromãum]]. Nach der Matura trat er am [[1. September]] [[1932]] in die [[Benediktinererzabtei St. Peter]] ein, am [[24. September]] [[1936]] leistete er seine feierliche Profess. | ||
Er studierte Theologie und Philosophie an der [[Theologische Fakultät in Salzburg|Theologischen Fakultät in Salzburg]] (1933–1935) sowie an der Universität Innsbruck(1935–1939) Geschichte und Geographie für das Lehramt und Theologie; seine Studien schloss er [[1939]] als Doktor der Philosophie mit seiner Innsbrucker Dissertation über das Thema "Geschichte des Begräbnis- und Präzedenzrechtes von St. Peter" ab. Am [[26. März]] 1939 wurde er in der Pfarrkirche Wien-Dornbach anlässlich des 700-jährigen Pfarrjubiläums vom Wiener Erzbischof Kardinal Theodor Innitzer zum Priester geweiht. | Er studierte Theologie und Philosophie an der [[Theologische Fakultät in Salzburg|Theologischen Fakultät in Salzburg]] (1933–1935) sowie an der Universität Innsbruck(1935–1939) Geschichte und Geographie für das Lehramt und Theologie; seine Studien schloss er [[1939]] als Doktor der Philosophie mit seiner Innsbrucker Dissertation über das Thema "Geschichte des Begräbnis- und Präzedenzrechtes von St. Peter" ab. Am [[26. März]] 1939 wurde er in der Pfarrkirche Wien-Dornbach anlässlich des 700-jährigen Pfarrjubiläums vom Wiener Erzbischof Kardinal Theodor Innitzer zum Priester geweiht. | ||
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Von März [[1942]] bis [[November]] [[1945]] war er in der Erzdiözese Wien angestellt. Seelsorgerlich betätigte er sich zu dieser Zeit als Kaplan in der Pfarre St. Florian in Matzleinsdorf. Er betreute von dort auch die Lazarette am Wilhelminenberg und erlebte die Bombenangriffe des [[Zweiten Weltkrieg]]s, welche in der Pfarre schwere Zerstörungen anrichteten, er selbst wurde zweimal ausgebombt. | Von März [[1942]] bis [[November]] [[1945]] war er in der Erzdiözese Wien angestellt. Seelsorgerlich betätigte er sich zu dieser Zeit als Kaplan in der Pfarre St. Florian in Matzleinsdorf. Er betreute von dort auch die Lazarette am Wilhelminenberg und erlebte die Bombenangriffe des [[Zweiten Weltkrieg]]s, welche in der Pfarre schwere Zerstörungen anrichteten, er selbst wurde zweimal ausgebombt. | ||
Anfang [[1946]] kehrte er in die (vom NS-Regime im Jahr [[1942]] aufgehobene und nun restituierte) Erzabtei St. Peter zurück. [[Abt der | Anfang [[1946]] kehrte er in die (vom NS-Regime im Jahr [[1942]] aufgehobene und nun restituierte) Erzabtei St. Peter zurück. [[Abt der Benediktinererzabtei St. Peter|Erzabt]] Dr. [[Jakob Reimer|Jakobus Reimer]] ernannte ihn sogleich zum [[Bibliothekar der Stiftsbibliothek St. Peter|Bibliothekar]] und Archivar; die einmaligen Sammlungen von St. Peter sollte Hermann fast ein halbes Jahrhundert lang bis zu seinem Tod betreuen. An der Theologischen Fakultät widmete sich der Rückkehrer weiteren Studien. Er promovierte am [[11. Dezember]] [ 1948]] mit einer Arbeit über Abt [[Dominikus Hagenauer]] zum Doktor der Theologie und wurde am [[17. Juli]] [[1951]] an der Theologischen Fakultät in Salzburg mit dem Werk "Die Gründung der alten Salzburger Universität" für Österreichische Kirchen- und Geistesgeschichte habilitiert. Vom Wintersemester 1951/52 an hielt er kirchengeschichtliche Vorlesungen. Am [[17. Juli]] [[1959]] zum außerordentlichen Professor ernannt, übernahm Hermann von seinem in den Ruhestand getretenen Mitbruder P. [[Maurus Schellhorn]] OSB die Leitung des Instituts für Kirchengeschichte und die Lehrkanzel für Kirchengeschichte. Am [[30. Mai]] [[1967]] wurde er zum ordentlichen Professor ernannt. Dies entsprach auch einer schriftlichen Vereinbarung zwischen der Theologischen Fakultät, dem [[Erzbischof]] und der [[Benediktinerorden|Benediktinerkonföderation]] vom [[7. Dezember]] [[1946]], wonach die Professur für Kirchengeschichte eine "benediktinische Lehrkanzel" sei. Friedrich bekleidete diese Professur bis zu seiner Emeritierung im Jahr [[1983]]. Der Katholisch-Theologischen Fakultät diente er im Studienjahr [[1968]]/69 auch als [[Rektoren und Dekane der Universität Salzburg|Dekan]]. | ||
Hermann stellte, wie zahlreiche Publikationen zeigen, seine wissenschaftlichen Forschungen ganz in den Dienst seines Klosters, seines Ordens und der Universitätsgeschichte. Neben seiner universitären Tätigkeit war er von [[1952]] bis 1987 Geschäftsführer des Rupertuswerkes und dann des aus diesem hervorgegangenen [[Verlag St. Peter|Verlages St. Peter]] sowie Archiv- und [[Bibliothekar der Stiftsbibliothek St. Peter|Bibliotheksdirektor]] des Erzstiftes. Seit [[1966]] war er ordentliches Mitglied der Katholischen Akademie Wien. | Hermann stellte, wie zahlreiche Publikationen zeigen, seine wissenschaftlichen Forschungen ganz in den Dienst seines Klosters, seines Ordens und der Universitätsgeschichte. Neben seiner universitären Tätigkeit war er von [[1952]] bis 1987 Geschäftsführer des Rupertuswerkes und dann des aus diesem hervorgegangenen [[Verlag St. Peter|Verlages St. Peter]] sowie Archiv- und [[Bibliothekar der Stiftsbibliothek St. Peter|Bibliotheksdirektor]] des Erzstiftes. Seit [[1966]] war er ordentliches Mitglied der Katholischen Akademie Wien. | ||