Asien Tournee Austria Salzburg 1955: Unterschied zwischen den Versionen

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Mehrwöchige Tourneen in der meisterschaftsfreien Zeit waren in den [[1950er]] Jahren des [[20. Jahrhundert]]s gang und gäbe. 1955 zum Beispiel war die Wiener Austria in Südamerika, Rapid und der Wiener Sportclub in Afrika und Asien. Den Vogel aber schoss im Sommer 1955 die [[Austria Salzburg|Salzburger Austria]] ab: Ihre Asien-Tournee über 56 Tage mit 20 Spielen gilt noch heute als Rekord.  
Mehrwöchige Tourneen in der meisterschaftsfreien Zeit waren in den [[1950er]] Jahren des [[20. Jahrhundert]]s gang und gäbe. 1955 zum Beispiel war die Wiener Austria in Südamerika, Rapid und der Wiener Sportclub in Afrika und Asien. Den Vogel aber schoss im Sommer 1955 die [[Austria Salzburg|Salzburger Austria]] ab: Ihre Asien-Tournee über 56 Tage mit 20 Spielen gilt noch heute als Rekord.  


Am [[24. Juni]] [[1955]] stiegen die Lehener zwei Tage nach einem 3:5 in der Staatsliga bei Rapid Wien ins Flugzeug und hoben nach Indonesien ab. Die violette Abordnung bestand neben den 13 Spielern Rudolf Krammer, Richard Jelinek, Martin Dannerberger, Emmerich Remely, Kurt Seiser, Josef Vondrka, Hermann Hochleitner, Johann Girschik, Viktor Lindner, Willy König, Bruno Fleck, Adolf Waldner und Franz Feldinger aus dem Reiseleiter Hermann Langer, dem Delegationschef Max Breitenfelder (der auch als Trainer fungierte), dem Arzt Dr. Kepplinger und Masseur Ernst Rauscher, welcher auch zumindest zweimal als Ersatztormann zum Einsatz kam.
Am [[24. Juni]] [[1955]] stiegen die Lehener zwei Tage nach einem 3:5 in der Staatsliga bei Rapid Wien ins Flugzeug und hoben nach Indonesien ab. Die violette Abordnung bestand neben Tormann Rudolf Krammer und den 13 Feldspielern [[Martin Dannerberger]], [[Franz Feldinger]], [[Bruno Fleck]], [[Johann Girschik]], [[Hermann Hochleitner]], [[Richard Jelinek]], [[Willy König]], [[Viktor Lindner]], [[Emmerich Remely]], [[Kurt Seiser]], [[Johann Steffek]], [[Josef Vondrka]] sowie [[Adolf Waldner]] aus dem Reiseleiter Hermann Langer, dem Delegationschef Max Breitenfelder (der auch als Trainer fungierte) und dem Masseur [[Ernst Rauscher]], welcher auch zumindest zweimal als Ersatztormann zum Einsatz kam. Ferner wird noch der Arzt Dr. Kepplinger vorab als Reiseteilnehmer gemeldet.


Dass es überhaupt zu dieser Tournee kam, musste im Vorfeld mit den Dienstgebern der Spieler abgesprochen werden – die Kicker waren nämlich keine Profis. Als Verdienstentgang waren pro Kopf 8.000.- [[Schilling]] bezahlt worden, das Gesamtbudget lag bei rund 660.000.- Schilling. Die einheitliche Kleidung, hellblaues Sakko und beige Hose, hatten sich die Spieler selbst bezahlt. Schon beim ersten Spiel merkten die Salzburger, dass sie sich in einer anderen Welt befanden: Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit, fremde Verpflegung. Dennoch wurde Match Nummer 1 in Jakarta gegen Bandung glatt 3:0 gewonnen, gegen das Nationalteam von Indonesien folgte ein 2:2 inklusive Händedruck von Staatspräsident Sukarno. Nach den elf Spielen auf Java und Sumatra mit über 300 000 Besuchern und vor der Weiterreise nach Singapur meldete sich Stopper [[Viktor Lindner]] per Telegramm zuhause: "Viele Magenverstimmungen, zum Teil schlechte Laune, Heimweh."  
Dass es überhaupt zu dieser Tournee kam, musste im Vorfeld mit den Dienstgebern der Spieler abgesprochen werden – die Kicker waren nämlich keine Profis. Als Verdienstentgang waren pro Kopf 8.000.- [[Schilling]] bezahlt worden, das Gesamtbudget lag bei rund 660.000.- Schilling. Die einheitliche Kleidung, hellblaues Sakko und beige Hose, hatten sich die Spieler selbst bezahlt. Schon beim ersten Spiel merkten die Salzburger, dass sie sich in einer anderen Welt befanden: Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit, fremde Verpflegung. Dennoch wurde Match Nummer 1 in Jakarta gegen Bandung glatt 3:0 gewonnen, gegen das Nationalteam von Indonesien folgte ein 2:2 inklusive Händedruck von Staatspräsident Sukarno. Nach den elf Spielen auf Java und Sumatra mit über 300 000 Besuchern und vor der Weiterreise nach Singapur meldete sich Stopper [[Viktor Lindner]] per Telegramm zuhause: "Viele Magenverstimmungen, zum Teil schlechte Laune, Heimweh."  

Version vom 13. Oktober 2020, 12:39 Uhr

Die Asien-Tournee der Austria Salzburg im Sommer 1955 ging über 56 Tage und gilt noch heute als rekordverdächtig.

Geschichte

Mehrwöchige Tourneen in der meisterschaftsfreien Zeit waren in den 1950er Jahren des 20. Jahrhunderts gang und gäbe. 1955 zum Beispiel war die Wiener Austria in Südamerika, Rapid und der Wiener Sportclub in Afrika und Asien. Den Vogel aber schoss im Sommer 1955 die Salzburger Austria ab: Ihre Asien-Tournee über 56 Tage mit 20 Spielen gilt noch heute als Rekord.

Am 24. Juni 1955 stiegen die Lehener zwei Tage nach einem 3:5 in der Staatsliga bei Rapid Wien ins Flugzeug und hoben nach Indonesien ab. Die violette Abordnung bestand neben Tormann Rudolf Krammer und den 13 Feldspielern Martin Dannerberger, Franz Feldinger, Bruno Fleck, Johann Girschik, Hermann Hochleitner, Richard Jelinek, Willy König, Viktor Lindner, Emmerich Remely, Kurt Seiser, Johann Steffek, Josef Vondrka sowie Adolf Waldner aus dem Reiseleiter Hermann Langer, dem Delegationschef Max Breitenfelder (der auch als Trainer fungierte) und dem Masseur Ernst Rauscher, welcher auch zumindest zweimal als Ersatztormann zum Einsatz kam. Ferner wird noch der Arzt Dr. Kepplinger vorab als Reiseteilnehmer gemeldet.

Dass es überhaupt zu dieser Tournee kam, musste im Vorfeld mit den Dienstgebern der Spieler abgesprochen werden – die Kicker waren nämlich keine Profis. Als Verdienstentgang waren pro Kopf 8.000.- Schilling bezahlt worden, das Gesamtbudget lag bei rund 660.000.- Schilling. Die einheitliche Kleidung, hellblaues Sakko und beige Hose, hatten sich die Spieler selbst bezahlt. Schon beim ersten Spiel merkten die Salzburger, dass sie sich in einer anderen Welt befanden: Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit, fremde Verpflegung. Dennoch wurde Match Nummer 1 in Jakarta gegen Bandung glatt 3:0 gewonnen, gegen das Nationalteam von Indonesien folgte ein 2:2 inklusive Händedruck von Staatspräsident Sukarno. Nach den elf Spielen auf Java und Sumatra mit über 300 000 Besuchern und vor der Weiterreise nach Singapur meldete sich Stopper Viktor Lindner per Telegramm zuhause: "Viele Magenverstimmungen, zum Teil schlechte Laune, Heimweh."

Die Reise führte weiter nach Malaysia mit einem finalen 2:2 gegen eine Auswahl. Die sehnsüchtig erwartete Heimreise verzögerte sich wegen eines Defekts des Flugzeugs um drei Tage, am 18. August war die Expedition wieder in Salzburg. Die Austria hatte Österreich bestens repräsentiert und alle waren sich einig: "Es war ein einmaliges Erlebnis". In 20 Spielen gab es zwölf Siege und nur eine Niederlage. Bruno Fleck schoss mit 26 die meisten der insgesamt 67 Tore. Das Trio Franz Feldinger, Hermann Hochleitner und Lindner bestritt alle Spiele.

Quelle