Städtetourismus: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Städtetourismus''' im  klassischen Sinn findet nur in der [[Stadt Salzburg]] statt. Im erweiterten Sinn (siehe ''Gründe für eine Städtereise'') zählen auch Orte im [[Gasteinertal]], [[St. Johann im Pongau]] (Kongresshaus), [[Zell am See]] und [[Hallein]] dazu.
 
'''Städtetourismus''' im  klassischen Sinn findet nur in der [[Stadt Salzburg]] statt. Im erweiterten Sinn (siehe ''Gründe für eine Städtereise'') zählen auch Orte im [[Gasteinertal]], [[St. Johann im Pongau]] (Kongresshaus), [[Zell am See]] und [[Hallein]] dazu.
  
==Geschichte==
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== Geschichte ==
 
Den Begriff „Städtetourismus“ wird seit etwa Mitte der [[1980er]] Jahre verwendet, obwohl sich die Anfänge dieser Art der Reise bereits über 2.000 Jahre rückverfolgen lassen. Schon die Griechen und später die Römer unternahmen Städtereisen. Die Gründe damals waren Geschäftsreisen, aber auch politischen Gründe und manchmal auch schon touristischer Art wie beispielsweise der Besuch der Gladiatorenkämpfe in Rom oder der Olympischen Spiele in Griechenland.  
 
Den Begriff „Städtetourismus“ wird seit etwa Mitte der [[1980er]] Jahre verwendet, obwohl sich die Anfänge dieser Art der Reise bereits über 2.000 Jahre rückverfolgen lassen. Schon die Griechen und später die Römer unternahmen Städtereisen. Die Gründe damals waren Geschäftsreisen, aber auch politischen Gründe und manchmal auch schon touristischer Art wie beispielsweise der Besuch der Gladiatorenkämpfe in Rom oder der Olympischen Spiele in Griechenland.  
  
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Somit kann man ''Städtereisen'' als die „Urform des Reisens“ bezeichnen <ref>vgl. Christian Oliver (2004): Städtetourismus in Barcelona und Madrid unter besonderer Berücksichtigung der deutschen Reisenden. Seite 6, Köln (dl.: http://kups.ub.uni-koeln.de [Stand: 6.7.06])</ref>.
 
Somit kann man ''Städtereisen'' als die „Urform des Reisens“ bezeichnen <ref>vgl. Christian Oliver (2004): Städtetourismus in Barcelona und Madrid unter besonderer Berücksichtigung der deutschen Reisenden. Seite 6, Köln (dl.: http://kups.ub.uni-koeln.de [Stand: 6.7.06])</ref>.
  
==Definition==
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== Definition ==
 
Der Begriff „Städtetourismus“ wird laut Leser <ref>Leser, Hartmut (Hrsg.) (1997): Diercke Wörterbuch Allgemeine Geografie. München, Braunschweig</ref> wie folgt  definiert:<br>
 
Der Begriff „Städtetourismus“ wird laut Leser <ref>Leser, Hartmut (Hrsg.) (1997): Diercke Wörterbuch Allgemeine Geografie. München, Braunschweig</ref> wie folgt  definiert:<br>
 
„''Städtetourismus ist eine Reise in eine historisch oder kunstgeschichtlich bedeutsame oder durch ihre natürliche Lage, ihre Einkaufsmöglichkeiten oder ihr Freizeitangebot attraktive Stadt zum Zweck eines relativ kurzfristigen Aufenthalts, in der Regel ein bis vier Tage. Städtetourismus wird als Individual- oder Gesellschaftsreise – häufig im Rahmen einer Rundreise – durchgeführt und findet häufig an Wochenenden statt.''“  
 
„''Städtetourismus ist eine Reise in eine historisch oder kunstgeschichtlich bedeutsame oder durch ihre natürliche Lage, ihre Einkaufsmöglichkeiten oder ihr Freizeitangebot attraktive Stadt zum Zweck eines relativ kurzfristigen Aufenthalts, in der Regel ein bis vier Tage. Städtetourismus wird als Individual- oder Gesellschaftsreise – häufig im Rahmen einer Rundreise – durchgeführt und findet häufig an Wochenenden statt.''“  
  
==Gründe für Städtereisen==
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== Gründe für Städtereisen ==
 
Der Begriff ''Städtetourismus'' stellt einen Sammelbegriff für viele Fremdenverkehrsarten dar, zu denen zählen <ref>Neuenfeldt, Henrike; Rose Olaf (1997): Stadttourismus als Wirtschaftsfaktor in Aachen. Göttingen (dl.: [http://www.geogr.uni-goettingen.de Uni Göttingen] [Stand: 7.6.06])</ref>:
 
Der Begriff ''Städtetourismus'' stellt einen Sammelbegriff für viele Fremdenverkehrsarten dar, zu denen zählen <ref>Neuenfeldt, Henrike; Rose Olaf (1997): Stadttourismus als Wirtschaftsfaktor in Aachen. Göttingen (dl.: [http://www.geogr.uni-goettingen.de Uni Göttingen] [Stand: 7.6.06])</ref>:
*Städtebesuch, Englisch: ''Sightseeing''  
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* Städtebesuch, Englisch: ''Sightseeing''  
*Besuch von Veranstaltungen, Englisch: Eventtourism
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* Besuch von Veranstaltungen, Englisch: Eventtourism
 
** Tagungsveranstaltungsverkehr  
 
** Tagungsveranstaltungsverkehr  
 
** Kongress- und Konferenzverkehr  
 
** Kongress- und Konferenzverkehr  
 
** Messereiseverkehr  
 
** Messereiseverkehr  
*private Einkaufsreisen  
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* private Einkaufsreisen  
*Geschäftsreiseverkehr  
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* Geschäftsreiseverkehr  
 
* Kur- und Badeverkehr  
 
* Kur- und Badeverkehr  
 
* Pilgertourismus  
 
* Pilgertourismus  
  
==Entwicklung Österreichweit==
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== Entwicklung Österreichweit ==
 
2007 wurden in den Landeshauptstädten 7,36 Mio. Ankünfte (+5,0% gegenüber 2006) und 15,38 Mio. Nächtigungen (+2,4%) registriert.
 
2007 wurden in den Landeshauptstädten 7,36 Mio. Ankünfte (+5,0% gegenüber 2006) und 15,38 Mio. Nächtigungen (+2,4%) registriert.
  
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Wien nimmt innerhalb der Landeshauptstädte natürlich eine dominierende Rolle ein: 57% aller Ankünfte und 63% aller Nächtigungen in den Städten entfielen 2007 auf die Bundeshauptstadt.  
 
Wien nimmt innerhalb der Landeshauptstädte natürlich eine dominierende Rolle ein: 57% aller Ankünfte und 63% aller Nächtigungen in den Städten entfielen 2007 auf die Bundeshauptstadt.  
  
==Salzburg==
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== Salzburg ==
 
Die Stadt Salzburg hatte 2007 einen Anteil von 15,9 Prozent am gesamten österreichischen Städtetourismus.
 
Die Stadt Salzburg hatte 2007 einen Anteil von 15,9 Prozent am gesamten österreichischen Städtetourismus.
  
==Einzelnachweise==
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2018 erreichte der Tourismus in der Stadt Salzburg mit 1.821.303 Ankünften (+3,6 %) und 3.141.005 Nächtigungen (+3,2 %) bei 12.451 Betten erneut einen Spitzenwert. Seit 2002 hat sich die Zahl der Nächtigungen in der Stadt Salzburg fast verdoppelt. Die Zahl der Hotelbetten stieg um 31 Prozent. Die Auslastung lag zuletzt bei 61 Prozent.<ref>Salzburger Nachrichten, Lokalteil, 18.01.2019, siehe Grafik 2000-2018</ref>
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== Einzelnachweise ==
 
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Version vom 25. September 2019, 14:26 Uhr

Städtetourismus im klassischen Sinn findet nur in der Stadt Salzburg statt. Im erweiterten Sinn (siehe Gründe für eine Städtereise) zählen auch Orte im Gasteinertal, St. Johann im Pongau (Kongresshaus), Zell am See und Hallein dazu.

Geschichte

Den Begriff „Städtetourismus“ wird seit etwa Mitte der 1980er Jahre verwendet, obwohl sich die Anfänge dieser Art der Reise bereits über 2.000 Jahre rückverfolgen lassen. Schon die Griechen und später die Römer unternahmen Städtereisen. Die Gründe damals waren Geschäftsreisen, aber auch politischen Gründe und manchmal auch schon touristischer Art wie beispielsweise der Besuch der Gladiatorenkämpfe in Rom oder der Olympischen Spiele in Griechenland.

Natürlich bestimmte zunächst der Pilger- und Geschäftsreiseverkehr den Städtetourismus. Doch spätestens in der Renaissance begann man auch Privatreisen durchzuführen. Diese waren aber meist den Adeligen vorbehalten. Sie bereisten während ihrer „Grand Tour“, die sich über Jahre hinweg zog, die wichtigsten Höfe und Städte Europas. Beispiele dafür wären unter anderem die Reisen von Wolfgang Amadé Mozart oder von Alexander von Humboldt.

Somit kann man Städtereisen als die „Urform des Reisens“ bezeichnen [1].

Definition

Der Begriff „Städtetourismus“ wird laut Leser [2] wie folgt definiert:
Städtetourismus ist eine Reise in eine historisch oder kunstgeschichtlich bedeutsame oder durch ihre natürliche Lage, ihre Einkaufsmöglichkeiten oder ihr Freizeitangebot attraktive Stadt zum Zweck eines relativ kurzfristigen Aufenthalts, in der Regel ein bis vier Tage. Städtetourismus wird als Individual- oder Gesellschaftsreise – häufig im Rahmen einer Rundreise – durchgeführt und findet häufig an Wochenenden statt.

Gründe für Städtereisen

Der Begriff Städtetourismus stellt einen Sammelbegriff für viele Fremdenverkehrsarten dar, zu denen zählen [3]:

  • Städtebesuch, Englisch: Sightseeing
  • Besuch von Veranstaltungen, Englisch: Eventtourism
    • Tagungsveranstaltungsverkehr
    • Kongress- und Konferenzverkehr
    • Messereiseverkehr
  • private Einkaufsreisen
  • Geschäftsreiseverkehr
  • Kur- und Badeverkehr
  • Pilgertourismus

Entwicklung Österreichweit

2007 wurden in den Landeshauptstädten 7,36 Mio. Ankünfte (+5,0% gegenüber 2006) und 15,38 Mio. Nächtigungen (+2,4%) registriert.

Die Landeshauptstädte zeichneten damit für 12,7% aller Nächtigungen und 23,7% aller Ankünfte österreichischer Gäste verantwortlich.

Wien nimmt innerhalb der Landeshauptstädte natürlich eine dominierende Rolle ein: 57% aller Ankünfte und 63% aller Nächtigungen in den Städten entfielen 2007 auf die Bundeshauptstadt.

Salzburg

Die Stadt Salzburg hatte 2007 einen Anteil von 15,9 Prozent am gesamten österreichischen Städtetourismus.

2018 erreichte der Tourismus in der Stadt Salzburg mit 1.821.303 Ankünften (+3,6 %) und 3.141.005 Nächtigungen (+3,2 %) bei 12.451 Betten erneut einen Spitzenwert. Seit 2002 hat sich die Zahl der Nächtigungen in der Stadt Salzburg fast verdoppelt. Die Zahl der Hotelbetten stieg um 31 Prozent. Die Auslastung lag zuletzt bei 61 Prozent.[4]

Einzelnachweise

  1. vgl. Christian Oliver (2004): Städtetourismus in Barcelona und Madrid unter besonderer Berücksichtigung der deutschen Reisenden. Seite 6, Köln (dl.: http://kups.ub.uni-koeln.de [Stand: 6.7.06])
  2. Leser, Hartmut (Hrsg.) (1997): Diercke Wörterbuch Allgemeine Geografie. München, Braunschweig
  3. Neuenfeldt, Henrike; Rose Olaf (1997): Stadttourismus als Wirtschaftsfaktor in Aachen. Göttingen (dl.: Uni Göttingen [Stand: 7.6.06])
  4. Salzburger Nachrichten, Lokalteil, 18.01.2019, siehe Grafik 2000-2018

Quellen