Phyllonorycter issikii: Unterschied zwischen den Versionen
K (Textersetzung - „Kategorie: Pflanzen und Tiere“ durch „“) |
|||
| Zeile 3: | Zeile 3: | ||
'''Phyllonorycter issikii''' (''Lithocolletis issikii'' Kumata, 1963) ist eine Art aus der Ordnung [[Lepidoptera]], Familie [[Gracillariidae]]. | '''Phyllonorycter issikii''' (''Lithocolletis issikii'' Kumata, 1963) ist eine Art aus der Ordnung [[Lepidoptera]], Familie [[Gracillariidae]]. | ||
==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie== | ==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie== | ||
| − | ''P. issikii'' ist ein Neozoon, das ursprünglich in Ostasien beheimatet war. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts gelang es der Art dann relativ rasch, ganz Südsibirien zu erobern und um das Jahr 2000 traf sie in Europa ein. Der erste Fund in Salzburg gelang schließlich im Jahr 2008 (Kurz et al. 2010). Zuerst fanden sich nur einzelne Minen im Bereich der [[Stadt Salzburg]], nicht einmal vier Jahre später tritt die Art bereits massenweise an Linden im Stadtgebiet auf und wurde Ende 2011 erstmals auch außerhalb des Salzburger Beckens in [[Thalgau]] an einer jungen Linde im Friedhof gefunden. Somit sind heute Nachweise aus den Zonen I (Alpenvorland und Flyschzone), Ia ([[Stadt Salzburg]]) und II (nördliche Kalkalpen) bekannt (Zoneneinteilung nach Embacher et al. 2011). Die bisher dokumentierte Höhenverbreitung erstreckt sich von rund 400 - 680 m (Kurz & Kurz 2012). Hinsichtlich des Lebensraumes ist ''P. issikii'' wenig wählerisch. Sie kommt in Gärten, Parks und an Alleebäumen genauso vor wie an natürlichen, sonnigen Waldrändern. Die Generationsfolge ist bisher nicht zufriedenstellend dokumentiert, das Massenauftreten der Raupen fällt aber jedenfalls in den Herbst. | + | ''P. issikii'' ist ein Neozoon, das ursprünglich in Ostasien beheimatet war. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts gelang es der Art dann relativ rasch, ganz Südsibirien zu erobern und um das Jahr 2000 traf sie in Europa ein. Der erste Fund in Salzburg gelang schließlich im Jahr 2008 (Kurz et al. 2010). Zuerst fanden sich nur einzelne Minen im Bereich der [[Stadt Salzburg]], nicht einmal vier Jahre später tritt die Art bereits massenweise an Linden im Stadtgebiet auf und wurde Ende 2011 erstmals auch außerhalb des Salzburger Beckens in [[Thalgau]] an einer jungen Linde im Friedhof gefunden. Somit sind heute Nachweise aus den Zonen I (Alpenvorland und Flyschzone), Ia ([[Stadt Salzburg]]) und II (nördliche Kalkalpen) bekannt (Zoneneinteilung nach Embacher et al. 2011). Die bisher dokumentierte Höhenverbreitung erstreckt sich von rund 400 - 680 m ([[Michael Kurz|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]]2012). Hinsichtlich des Lebensraumes ist ''P. issikii'' wenig wählerisch. Sie kommt in Gärten, Parks und an Alleebäumen genauso vor wie an natürlichen, sonnigen Waldrändern. Die Generationsfolge ist bisher nicht zufriedenstellend dokumentiert, das Massenauftreten der Raupen fällt aber jedenfalls in den Herbst. |
==Biologie und Gefährdung== | ==Biologie und Gefährdung== | ||
| − | Die Raupen von ''P. issikii'' leben in Faltenminen an der Blattunterseite von Linden-Arten. In Salzburg fressen sie fast ausschließlich an der Winterlinde (''[[Tilia cordata]]''), sowie an der Hybridlinde (''Tilia cordata x platyphyllos''). Nur ausnahmsweise wurden Minen auch an der Sommerlinde (''[[Tilia platyphyllos]]'') gefunden. An gelegentlich in Parks gepflanzten Silberlinden (''[[Tilia tomentosa]]'') dagegen konnten die Tiere noch nicht festgestellt werden (Kurz & Kurz 2012). Die Art ist in Salzburg ungefährdet. | + | Die Raupen von ''P. issikii'' leben in Faltenminen an der Blattunterseite von Linden-Arten. In Salzburg fressen sie fast ausschließlich an der Winterlinde (''[[Tilia cordata]]''), sowie an der Hybridlinde (''Tilia cordata x platyphyllos''). Nur ausnahmsweise wurden Minen auch an der Sommerlinde (''[[Tilia platyphyllos]]'') gefunden. An gelegentlich in Parks gepflanzten Silberlinden (''[[Tilia tomentosa]]'') dagegen konnten die Tiere noch nicht festgestellt werden ([[Michael Kurz|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]]2012). Die Art ist in Salzburg ungefährdet. |
==Weiterführende Informationen== | ==Weiterführende Informationen== | ||
{{NKIS | taxonid=53313}} | {{NKIS | taxonid=53313}} | ||
Version vom 29. April 2016, 12:06 Uhr
Phyllonorycter issikii (Lithocolletis issikii Kumata, 1963) ist eine Art aus der Ordnung Lepidoptera, Familie Gracillariidae.
Verbreitung, Lebensraum und Phänologie
P. issikii ist ein Neozoon, das ursprünglich in Ostasien beheimatet war. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts gelang es der Art dann relativ rasch, ganz Südsibirien zu erobern und um das Jahr 2000 traf sie in Europa ein. Der erste Fund in Salzburg gelang schließlich im Jahr 2008 (Kurz et al. 2010). Zuerst fanden sich nur einzelne Minen im Bereich der Stadt Salzburg, nicht einmal vier Jahre später tritt die Art bereits massenweise an Linden im Stadtgebiet auf und wurde Ende 2011 erstmals auch außerhalb des Salzburger Beckens in Thalgau an einer jungen Linde im Friedhof gefunden. Somit sind heute Nachweise aus den Zonen I (Alpenvorland und Flyschzone), Ia (Stadt Salzburg) und II (nördliche Kalkalpen) bekannt (Zoneneinteilung nach Embacher et al. 2011). Die bisher dokumentierte Höhenverbreitung erstreckt sich von rund 400 - 680 m (Kurz & Kurz2012). Hinsichtlich des Lebensraumes ist P. issikii wenig wählerisch. Sie kommt in Gärten, Parks und an Alleebäumen genauso vor wie an natürlichen, sonnigen Waldrändern. Die Generationsfolge ist bisher nicht zufriedenstellend dokumentiert, das Massenauftreten der Raupen fällt aber jedenfalls in den Herbst.
Biologie und Gefährdung
Die Raupen von P. issikii leben in Faltenminen an der Blattunterseite von Linden-Arten. In Salzburg fressen sie fast ausschließlich an der Winterlinde (Tilia cordata), sowie an der Hybridlinde (Tilia cordata x platyphyllos). Nur ausnahmsweise wurden Minen auch an der Sommerlinde (Tilia platyphyllos) gefunden. An gelegentlich in Parks gepflanzten Silberlinden (Tilia tomentosa) dagegen konnten die Tiere noch nicht festgestellt werden (Kurz & Kurz2012). Die Art ist in Salzburg ungefährdet.
Weiterführende Informationen
|
Projekt: Fauna und Flora von Salzburg
Quellen
- Embacher, G., P. Gros, M.E. Kurz, M.A.Kurz & C. Zeller-Lukashort 2011: Die Schmetterlinge des Landes Salzburg. Teil I: Systematisches Verzeichnis mit Verbreitungsangaben für die geologischen Zonen des Landes (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen aus dem Haus der Natur 19: 3-87.
- Kurz, M. A., Gros, P., Kurz, M. E., Pilsl, P. & O. Stöhr 2010: Neozoa in Salzburg. (Insecta: Hymenoptera, Hemiptera, Lepidoptera). – Mitteilungen aus dem Haus der Natur, Salzburg 18: 63-72.
- Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2012. Naturkundliches Informationssystem. – URL: http://www.nkis.info [online 24 Jänner 2012].