Schloss Wiespach: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Schloss Wiespach''' ist ein Schloss in der Stadtgemeinde [[Hallein]]. | '''Schloss Wiespach''' ist ein Schloss in der Stadtgemeinde [[Hallein]]. | ||
==Lage und bauliche Charakteristik== | |||
Das Schloss liegt inmitten eines Parks an der Grenze zu [[Oberalm]]. | |||
Es ist ein Rechteckbau mit zwei schmalen Türmchen im Osten und Westen. | |||
===Kapelle=== | |||
Im Erdgeschoss des Hauptbaues befindet sich eine Kapelle, die urkundlich [[1607]] erwähnt ist und seit [[1735]] die Meßlizenz besitzt. | |||
==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
Der Ursprung dieses Schlosses reicht in das [[13. Jahrhundert]] zurück. Es mag schon früher bestanden haben, da das Geschlecht der Ritter von Wiespach bis in die [[1370er]] Jahre nachzuweisen ist. Erstmals findet sich [[1434]] eine urkundliche | Der Ursprung dieses Schlosses reicht in das [[13. Jahrhundert]] zurück. Es mag schon früher bestanden haben, da das Geschlecht der Ritter von Wiespach bis in die [[1370er]] Jahre nachzuweisen ist. Erstmals findet sich [[1434]] eine urkundliche Erwähnung. | ||
Hercules Rettinger von Lavant und später seine Tochter Benigna Rettinger. | |||
===Besitzgeschichte=== | |||
[[1878]] erwarb Daniel Graf Esterhazy das Schloss und 1926 wurde es von den Kuratoren des entmündigten Sohnes, Franz Graf Esterhazy | Das Schloss kam als Lehen an Veit [[Aschacher]] und [[1476]] an den [[Pongauer]] Georg Kölderer aus der [[Gewerke]]nfamilie [[Kölderer]] von Hoch. | ||
Dann folgte ab [[1555]] als Besitzer der fürstliche Leibarzt Dr. Paul [[Rettinger von Wiespach und Radeck]], nach seinem Tod sein Sohn [[Martin Hercules Rettinger]], Fürstbischof von [[Lavant]], und später seine Tochter Benigna Rettinger. | |||
[[1570]] kam der Sitz an Stephan [[Frankmann von Ochsenfeld]], den Salzburger Stadtrichter. dessen Stiefsohn Marx von Gils, erzbischöflicher Kuchelmeister und [[Pfleger]] von [[Glanegg]], erbte 1601 den Besitz. | |||
[[1647]] kaufte Johann Christof [[Paurnfeind# Pauernfeind von Eyß|Pauernfeind von Eyß]] (* 1625, † 1694) den Sitz Wiespach, den er 1660 an die Brüder [[Staudacher von Wispach|Baltasar]] – seinen Schwiegersohn -, Elias und [[Staudacher von Wispach|Staudacher]] weitergab. Im Geschlecht der Staudacher von Wispach verblieb das Schloss, bis Paris Ignaz (Enkel des Franz) Staudacher von Wispach [[1760 es an Leopold Freiherrn von [[Pranckh|Prank]] verkaufte.<ref>[[Franz Martin]], Beiträge zur Salzburger Familiengeschichte: ''9. Paurnfeind von Eyß'', in: Mitteilungen der [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] (MGSLK) Band 69 (1929) S. 72-76 (73) und ''41. Staudacher von Wispach'', MGSLK Band 77 (1937) S. 140 ff (141) = [[Franz Martin]]: ''[[Hundert Salzburger Familien]]'' (Verlag der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Salzburg [[1946]]) S. 54 ff und 176 ff.</ref> | |||
Acht Jahre später wurde der Besitz an Franz Friedrich Freiherrn von [[Negri]] veräußert. | |||
[[1816]] wurde das Schloss versteigert. | |||
[[1878]] erwarb Daniel Graf Esterhazy das Schloss und 1926 wurde es von den Kuratoren des entmündigten Sohnes, Franz Graf Esterhazy, an die Familie [[Steinbacher]] verkauft. 1958 übernahm die Stadtgemeinde Hallein das Schloss. | |||
===Bau- und Nutzungsgeschichte=== | |||
Der 1476 in den Besitz gelangte Gewerke Georg Kölderer baute den bisherigen turmartigen Bau um, oder ganz neu, sodass ein schmucker Ansitz entstand. | |||
Nach Beginn des [[17. Jahrhundert]]s erhielt das Schloss durch eine neue Fassadengestaltung ein frühbarockes Aussehen. | |||
Nach dem Erwerb (1958) durch die Stadtgemeinde Hallein wurde eine Jugendherberge im Schloss eingerichtet. | |||
Der [[Verein Jugend- und Familiengästehäuser]] betrieb die Jugendherberge bis Ende 2006, als der Vertrag auslief und nicht mehr verlängert wurde. Seither verfällt das Gebäude. | Der [[Verein Jugend- und Familiengästehäuser]] betrieb die Jugendherberge bis Ende 2006, als der Vertrag auslief und nicht mehr verlängert wurde. Seither verfällt das Gebäude. | ||
== | ==Quellen, Fußnoten== | ||
* [[Salzburger Woche|Tennengauer Nachrichten]], 12. Mai 2010 | * [[Salzburger Woche|Tennengauer Nachrichten]], 12. Mai 2010 | ||
* [http://www.rettinger.tv/62011/55780.html?*session*id*key*=*session*id*val* www.rettinger.tv] mit dortigen Quellen: Erzbischöfliches Konsistorialarchiv SalzburgBb-VI-1854 Bischöfe von Lavant von Karlmann Tangl, Verlag Lehn MDCCCXLI., | * [http://www.rettinger.tv/62011/55780.html?*session*id*key*=*session*id*val* www.rettinger.tv] mit dortigen Quellen: Erzbischöfliches Konsistorialarchiv SalzburgBb-VI-1854 Bischöfe von Lavant von Karlmann Tangl, Verlag Lehn MDCCCXLI., DEHIO Salzburg, Georg Clam-Martinic (Burgen&Schlösser in Österreich) | ||
DEHIO Salzburg, Georg Clam Martinic (Burgen&Schlösser in Österreich) | * Artikel [http://www.burgen-austria.com/Archiv.asp?Artikel=Wiespach ''„Wiespach“''] auf www.burgen-austria.com ≈ Artikel [http://de.esterhazy.net/index.php?title=Wiespach ''„Wiespach“''] auf de.esterhazy.net | ||
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[[Kategorie:Architektur|Wiespach, Schloss]] | [[Kategorie:Architektur|Wiespach, Schloss]] | ||