Salzburger Dialekte: Unterschied zwischen den Versionen

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''Die Mundarten der Salzburger Gebirgsgaue sind allesamt Brückendialekte. Die Pinzgauer Mundart verhält sich weitgehend wie die des Tiroler Unterlandes, die Pongauer zeigt donaubairische und die Lungauer Mundart Kärntner Einflüsse.''
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Version vom 31. Mai 2009, 01:10 Uhr

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Allgemeines und Überblick

Die Salzburger Dialekte sind keine sprachwissenschaftliche (dialektkundliche) Kategorie, da sie sich nicht durch gemeinsame sprachliche Merkmale von anderen Dialekten unterscheiden. Es handelt sich vielmehr einfach um die Dialekte, die im Land Salzburg gesprochen werden.

Die Salzburger Dialekte gehören, wie alle österreichischen Dialekte außerhalb Vorarlbergs, sprachwissenschaftlich zu den bairischen Dialekten („bairisch“ darf dabei nicht vermengt werden mit dem Wort „bayrisch“, das sich auf den Freistaat [und davor das Königreich] Bayern bezieht), öfters auch als „bayrisch-österreichische Dialekte“ bezeichnet.

Die bairischen Dialekte werden in nordbairische, mittelbairische und südbairische eingeteilt. Nordbairisch kann für uns außer Betracht bleiben, da es im nordöstlichen Bayern (Oberpfalz) gesprochen wird.

Die Sprachformen des Großteils von Tirol, Kärntens sowie (meist auch) der südlichen Steiermark und des Südburgenlandes werden (für den Nichtfachmann überraschend) zu einer Gruppe, nämlich der südbairischen zusammengefasst; dies wegen gewisser konservativer Merkmale dieser sonst doch deutlich unterschiedlichen Dialekte.

Das meiste Bairisch, sowohl in Österreich als in Bayern, ist demnach Mittelbairisch.

Ein auffallendes Merkmal des Mittelbairischen ist die Vokalisierung des L am Wortende und vor Konsonanten: Hoiz statt Holz, Gejd oder Göd statt Geld, wuid oder wüd statt wild.

Eine südliche Zone des Mittelbairischen, die einen Übergang zum Südbairischen bildet, wird als Südmittelbairisch bezeichnet, und diese Übergangszone umfasst die Salzburger Gebirgsgaue sowie angrenzende Gebiete Tirols (Unterland) und der Steiermark.

Die mittelbairischen Dialekte werden außerdem in westliche und östliche eingeteilt. Wieder für den Nichtfachmann überraschend, verläuft die Grenze zwischen Westmittelbairisch und Ostmittelbairisch in Nieder- oder Oberösterreich. Sie wandert zufolge des Einflusses des Wienerischen westwärts.

Wenn zB in der Stadt Salzburg statt „zwoa“ vielmehr „zwaa“ gesagt wird, so ist dies ein ostmittelbairisches Merkmal.

Einzelheiten

(im Folgenden werden vom Wikipedia-Artikel „Bairische Dialekte“ übernommene, zumeist aber gekürzte Teile kursiv wiedergegeben.)

Die Mischgebiete zwischen dem Mittel- und Südbairischen lassen sich durch die Zugehörigkeit zum Herzogtum Österreich (Tiroler Unterland zu Tirol und Steiermark zu Österreich) und durch Wanderbewegungen wie z. B. im damaligen Erzdiözese Salzburg|Bistum Salzburg zurückführen.

Mittelbairisch wird in Niederbayern, Oberbayern, im Süden der Oberpfalz, im Flachgau, in Oberösterreich, Niederösterreich und Wien gesprochen. Das Tiroler Unterland, Salzburg (ohne den Flachgau), die Obersteiermark und das Burgenland bilden das südmittelbairische Übergangsgebiet.

Allgemeines Kennzeichen dieser Mundarten ist, dass fortis-Laute wie p, t, k abgeschwächt werden zu den lenis-Lauten b, d, g. Beispiele: Bèch, Dåg, Gnechd („Pech, Tag, Knecht“). Lediglich k- bleibt im Anlaut vor Vokal als fortis erhalten (zum Beispiel in Khuá „Kuh“). Außerdem wird auslautendes -n nasaliert, wie in kôô („kann“) oder Môô („Mann“), der betreffende Selbstlaut (Vokal) wird als Nasalvokal gesprochen (realisiert).

Das Mittelbairische lässt sich noch untergliedern in Westmittelbairisch (auch „Altbairisch“ genannt) und Ostmittelbairisch. Die Grenze zwischen diesen verläuft durch Oberösterreich und verschiebt sich durch den starken Druck, der vom Wiener Dialekt ausgeht, allmählich westwärts zur Staatsgrenze zwischen Deutschland und Österreich hin.

Der Flachgau

Im Flachgau ist, wie im Großteil Ober- und in Teilen Niederösterreichs und im benachbarten Bayern, die altbairische Stammesmundart beheimatet (westmittelbairisch); die ansässigen Dialekte bilden mit dem angrenzenden Niederbayerischen einen Sprachverband (Donaubairisch). Anders als das Ostmittelbairische entstand sie auf dem Boden des alten Stammesherzogtums (Baiern).

Außerdem typisch für das Westmittelbairische ist die alte Form für „sind“: hand („Mir hand eam inna worn“ = „Wir sind dahintergekommen“. „Uns“ erscheint oft als „ins“ und „zu“ als „in“ („Da Schwåger is in’s Heig’n kema“ = „der Schwager kam zum Heu machen“. Das alte germanische Temporaladverb „åft“ wird neben „na“ im Sinne von „danach“, „hinterher“ verwendet. Die letztgenannten Formen sind heute auf den ländlichen Raum beschränkt.

Die Stadt Salzburg

Es wirkt sich der Wiener Einfluss dahingehend aus, dass im ostmittelbairischen Dialektgebiet in den letzten paar Jahrzehnten eine Tendenz besteht, das alte oa durch das Wiener â zu ersetzen. Beispielsweise werden oans, zwoa, gloa, gleana, Stoa, hoaß, hoazn durch âns, zwâ, glâ, glâna, Stâ, hâß und hâzn ersetzt.

Die Formen „i kumm“, „mia kumman“ für „ich komme“, „wir kommen“ gelten, im Gegensatz zu „i kimm“, „mia kemman“, ebenfalls als ostmittelbairisch.

Die Gebirgsgaue

Die Mundarten der Salzburger Gebirgsgaue sind allesamt Brückendialekte. Die Pinzgauer Mundart verhält sich weitgehend wie die des Tiroler Unterlandes, die Pongauer zeigt donaubairische und die Lungauer Mundart Kärntner Einflüsse.

Der Lungau

Siehe auch das Lungau-Lexikon.