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Rettung des [[Sportverein Austria Salzburg|Sportvereins Austria Salzburg]]
 
Rettung des [[Sportverein Austria Salzburg|Sportvereins Austria Salzburg]]
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==Vorgeschichte==
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Mit dem Aufstieg in die [[SKY Go Erste Liga]] erreichte der [[Sportverein Austria Salzburg]] nach einem vergeblichen Versuch 2014/15 (scheiterte am Floridsdorfer AC in der Relegation). In der darauffolgenden Saison stieg Salzburg als Meister der [[Regionalliga West|Regionalliga]] in die Erste Liga auf, da in dieser Saison der Meister der Westliga ohne Relegation aufstieg. Bereits bei der Lizenzvergabe durch die Liga mussten einige Auflagen der Liga erfüllt werden, die mit großem finanziellen Aufwand verbunden waren. Neben der Verbesserung der Flutlichtanlage und einer neuen Tribüne, was durch eine Subvention der Stadt ermöglicht wurde, musste auch ein Stadion für die Hochsicherheitsspiele gegen Wacker Innsbruck und dem LASK  genannt werden, da der Gästesektor in [[Maxglan]] dafür nicht geeignet war. Nach längerer Suche wurde man in Schwanenstadt fündig. So konnte die Liga auch die Lizenz erteilen.
  
Mit dem Aufstieg in die [[SKY Go Erste Liga]] erreichte der [[Sportverein Austria Salzburg]] nach einem vergeblichen Versuch 2014/15 (scheiterte am Floridsdorfer AC in der Relegation). In der darauffolgenden Saison stieg Salzburg als Meister der [[Regionalliga West|Regionalliga]] in die Erste Liga auf, da in dieser Saison der Meister der Westliga ohne Relegation aufstieg. Bereits bei der Lizenzvergabe durch die Liga mussten einige Auflagen der Liga erfüllt werden, die mit großem finanziellen Aufwand verbunden waren. Neben der Verbesserung der Flutlichtanlage, was durch eine Subvention der Stadt ermöglicht wurde, musste auch ein Stadion für die Hochsicherheitsspiele gegen Wacker Innsbruck und dem LASK  genannt werden, da der Gästesektor in Maxglan dafür nicht geeignet war. Nach längerer Suche wurde man in Schwanenstadt fündig. So konnte die Liga auch die Lizenz erteilen.
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Ende 2015 stellte sich heraus, dass die Schulden des Vereins auf 1,4 Millionen Euro angewachsen war. Verursacht wurde die enorme Schuldenlast durch die Adaptierungsarbeiten im Stadion Schwanenstadt. Erschwerend kam hinzu, dass der Kader für einen Zweitligaverein sehr groß war.
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==Der Weg zur finanziellen Sanierung==
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Um sich zu entschulden stellte Austria Salzburg am 30. November am Landesgericht Salzburg den Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung (Ausgleich).  
  
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Die Eröffnung eines Ausgleichsverfahrens war auch gleichbedeutend mit dem Abstieg aus dem Profifußball. Die Liga verhängte den bei Ausgleichsverfahren zwingend vorgeschriebenen Zwangsabstieg in die Regionalliga West. Daneben erhielt der Verein noch wegen Nichteinhaltung von Lizenzbestimmungen eine Geldstrafe.
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Am 16. Februar fand im [[Salzburger Landesgericht]] die Gläubigerversammlung statt. Der Verein benötigte die Kopf- und Summenmehrheit, um den Spielbetrieb fortsetzen zu können, denn wenn sich  die Gläubiger nicht mit 20 Prozent ihrer Forderungen zufrieden, dann muss die Austria zusperren. Nach gut 75 Minuten stimmte eine knappe Mehrheit der Gläubiger gegen den Sanierungsplan. Eine "Kopfmehrheit" hatte sich zwar für den Plan ausgesprochen, jedoch konnte die "Kapitalmehrheit" nicht erreicht werden. Eine Allianz der Baufirmen, darunter der Hauptgläubiger RHZ Bau Gmbh, will sich nicht mit 20 Prozent zufriedengeben und forderte 40 Prozent. Wie der Kreditschutzverband 1870 mitteilt, konnte die Austria nur zwei Prozent gesichertes Kapital aufbringen.  Ein letzter Hoffnungsschimmer für die Violetten: Das Verfahren wurde "erstreckt" - am 1. März wird erneut verhandelt. Die Gläubiger verlangen eine deutlich höhere Quote. In den zwei Wochen muss der Verein 100 000 Euro aufbringen.
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In der Verhandlung am 1. März 2015 stimmten nach zähen Verhandlungen dem Sanierungsplan der Violetten zu. Vereinbart wurde eine Ausgleichsquote von 25 Prozent auf zwei Jahre sowie eine Barquote von fünf Prozent - die rund 70.000 Euro sind binnen vier Wochen zu zahlen. Dem Ausgleichsangebot haben 89 Gläubiger mit einem Forderungsvolumen von rund 1,068 Mio. Euro zugestimmt, sieben Gläubiger stimmten gegen die Annahme.
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Mit diesem Ergebnis kann nun der Verein den Spielbetrieb fortsetzen. In zwei Jahren muss der Verein jedoch finanziell wieder gesundet sein, da sonst das endgültige aus der Neugründung droht.
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*[[15. Dezember]] [[2016]]: Die Austria muss die erste Rate in Höhe von 70 000 Euro an die Gläubiger überweisen, was durch verschiedene Benefizaktionen gesichert ist.
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*[[15. Mai]] [[2017]]: Fälligkeit der zweiten Rate
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*[[15. Oktober]] [[2017]]: Fälligkeit der dritten Tranche
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*[[28. Februar]] [[2018]]: Mit der fristgerechten Überweisung der vierten Rate wäre die Austria schuldenfrei
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==Reaktionen==
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<blockquote>"Die Wettbewerbskontinuität ist wesentlicher Bestandteil jeder Meisterschaft. Deswegen ist es trotz aller Schwierigkeiten wichtig, dass die Meisterschaft der Sky Go Ersten Liga nicht nur mit zehn Clubs begonnen hat, sondern auch mit ebenso vielen endet"- Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer</blockquote>
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<blockquote>Die Gläubiger glauben noch einmal an die Salzburger Austria. Der Ball für die Erfüllung liegt nun beim Verein."-KSV 1870</blockquote>
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<blockquote>Wir mussten viel Überzeugungsarbeit leisten.Es war bis zum Schluss eine ganz enge Sache. Die Erleichterung ist jetzt sehr,sehr groß. -Freddy Scheucher SV Austria Salzburg </blockquote>
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==Solidaraktionen==
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Die Einnahmen aus einem Spiel gegen den deutschen Traditionsklub Union Berlin und einem Spiel gegen SV Wacker Burghausen kamen dem Verein zugute. Ebenso boykottierten die Anhänger des 1. FC Heidenheim das Auswärtsspiel gegen RasenBallsport Leipzig, veranstalteten stattdessen ein Public Viewing, desses Einnahmen ebenfalls dem Salzburger Verein gespendet werden. Um den Nachwuchsbetrieb zu sichern, sammelten die Nachwuchsspieler Spenden im [[Europark]], die Summe wurde von der Betreiberfirma auf 15 000 Euro aufgerundet.
 
==Quelle==
 
==Quelle==
 
Salzburger Nachrichten Lokalteil
 
Salzburger Nachrichten Lokalteil

Version vom 3. März 2016, 06:38 Uhr

Rettung des Sportvereins Austria Salzburg

Vorgeschichte

Mit dem Aufstieg in die SKY Go Erste Liga erreichte der Sportverein Austria Salzburg nach einem vergeblichen Versuch 2014/15 (scheiterte am Floridsdorfer AC in der Relegation). In der darauffolgenden Saison stieg Salzburg als Meister der Regionalliga in die Erste Liga auf, da in dieser Saison der Meister der Westliga ohne Relegation aufstieg. Bereits bei der Lizenzvergabe durch die Liga mussten einige Auflagen der Liga erfüllt werden, die mit großem finanziellen Aufwand verbunden waren. Neben der Verbesserung der Flutlichtanlage und einer neuen Tribüne, was durch eine Subvention der Stadt ermöglicht wurde, musste auch ein Stadion für die Hochsicherheitsspiele gegen Wacker Innsbruck und dem LASK genannt werden, da der Gästesektor in Maxglan dafür nicht geeignet war. Nach längerer Suche wurde man in Schwanenstadt fündig. So konnte die Liga auch die Lizenz erteilen.

Ende 2015 stellte sich heraus, dass die Schulden des Vereins auf 1,4 Millionen Euro angewachsen war. Verursacht wurde die enorme Schuldenlast durch die Adaptierungsarbeiten im Stadion Schwanenstadt. Erschwerend kam hinzu, dass der Kader für einen Zweitligaverein sehr groß war.

Der Weg zur finanziellen Sanierung

Um sich zu entschulden stellte Austria Salzburg am 30. November am Landesgericht Salzburg den Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung (Ausgleich).

Die Eröffnung eines Ausgleichsverfahrens war auch gleichbedeutend mit dem Abstieg aus dem Profifußball. Die Liga verhängte den bei Ausgleichsverfahren zwingend vorgeschriebenen Zwangsabstieg in die Regionalliga West. Daneben erhielt der Verein noch wegen Nichteinhaltung von Lizenzbestimmungen eine Geldstrafe.

Am 16. Februar fand im Salzburger Landesgericht die Gläubigerversammlung statt. Der Verein benötigte die Kopf- und Summenmehrheit, um den Spielbetrieb fortsetzen zu können, denn wenn sich die Gläubiger nicht mit 20 Prozent ihrer Forderungen zufrieden, dann muss die Austria zusperren. Nach gut 75 Minuten stimmte eine knappe Mehrheit der Gläubiger gegen den Sanierungsplan. Eine "Kopfmehrheit" hatte sich zwar für den Plan ausgesprochen, jedoch konnte die "Kapitalmehrheit" nicht erreicht werden. Eine Allianz der Baufirmen, darunter der Hauptgläubiger RHZ Bau Gmbh, will sich nicht mit 20 Prozent zufriedengeben und forderte 40 Prozent. Wie der Kreditschutzverband 1870 mitteilt, konnte die Austria nur zwei Prozent gesichertes Kapital aufbringen. Ein letzter Hoffnungsschimmer für die Violetten: Das Verfahren wurde "erstreckt" - am 1. März wird erneut verhandelt. Die Gläubiger verlangen eine deutlich höhere Quote. In den zwei Wochen muss der Verein 100 000 Euro aufbringen.

In der Verhandlung am 1. März 2015 stimmten nach zähen Verhandlungen dem Sanierungsplan der Violetten zu. Vereinbart wurde eine Ausgleichsquote von 25 Prozent auf zwei Jahre sowie eine Barquote von fünf Prozent - die rund 70.000 Euro sind binnen vier Wochen zu zahlen. Dem Ausgleichsangebot haben 89 Gläubiger mit einem Forderungsvolumen von rund 1,068 Mio. Euro zugestimmt, sieben Gläubiger stimmten gegen die Annahme.

Mit diesem Ergebnis kann nun der Verein den Spielbetrieb fortsetzen. In zwei Jahren muss der Verein jedoch finanziell wieder gesundet sein, da sonst das endgültige aus der Neugründung droht.

  • 15. Dezember 2016: Die Austria muss die erste Rate in Höhe von 70 000 Euro an die Gläubiger überweisen, was durch verschiedene Benefizaktionen gesichert ist.
  • 15. Mai 2017: Fälligkeit der zweiten Rate
  • 15. Oktober 2017: Fälligkeit der dritten Tranche
  • 28. Februar 2018: Mit der fristgerechten Überweisung der vierten Rate wäre die Austria schuldenfrei

Reaktionen

"Die Wettbewerbskontinuität ist wesentlicher Bestandteil jeder Meisterschaft. Deswegen ist es trotz aller Schwierigkeiten wichtig, dass die Meisterschaft der Sky Go Ersten Liga nicht nur mit zehn Clubs begonnen hat, sondern auch mit ebenso vielen endet"- Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer

Die Gläubiger glauben noch einmal an die Salzburger Austria. Der Ball für die Erfüllung liegt nun beim Verein."-KSV 1870

Wir mussten viel Überzeugungsarbeit leisten.Es war bis zum Schluss eine ganz enge Sache. Die Erleichterung ist jetzt sehr,sehr groß. -Freddy Scheucher SV Austria Salzburg

Solidaraktionen

Die Einnahmen aus einem Spiel gegen den deutschen Traditionsklub Union Berlin und einem Spiel gegen SV Wacker Burghausen kamen dem Verein zugute. Ebenso boykottierten die Anhänger des 1. FC Heidenheim das Auswärtsspiel gegen RasenBallsport Leipzig, veranstalteten stattdessen ein Public Viewing, desses Einnahmen ebenfalls dem Salzburger Verein gespendet werden. Um den Nachwuchsbetrieb zu sichern, sammelten die Nachwuchsspieler Spenden im Europark, die Summe wurde von der Betreiberfirma auf 15 000 Euro aufgerundet.

Quelle

Salzburger Nachrichten Lokalteil