Filialkirche St. Ulrich (Ulrichshögl): Unterschied zwischen den Versionen
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| − | + | Vor dem Jahr 1470 wurde die Kirche vom Leutpriester (= Pfarrer) Leonhard Mair im Stil der [[Gotik|Spätgotik]] umgestaltet und mit einem Netzrippengewölbe versehen. Dabei wurde der Priesterchor auf die Langhausbreite erweitert und die Kirche um ein Joch verlängert. Die Grabplatte dieses Pfarrers aus rotem [[Marmor]] ist im Boden vor dem Altar eingelassen. Die Marmorplatte trägt in gotischen Minuskeln<ref>Buchstaben, siehe [http://de.wikipedia.org/wiki/Minuskel Wikipedia Minuskel]</ref> die Inschrift'' Anno d(omi)ni 1470 obiit honorabilis vir d(omi)n(u)s leonardus Mair plebandus huius ecc(le)sie hic sepultus''. | |
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| + | In der Karwoche wird auf dem Hochaltar ein heiliges Grab aus dem Jahr 1679 aufgestellt. Ein mechanisches Rad umgibt die Monstranz und zeigt den Leidensweg. | ||
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Version vom 24. September 2014, 17:03 Uhr
Die Filialkirche St. Ulrich ist die katholische Kirche des Ortsteils Ulrichshögl von Ainring im Berchtesgadener Land (Bayern, Rupertiwinkel).
Geschichte
Schon im späten 13. Jahrhundert ist urkundlich eine Kirche mit Tauf- und Begräbnisrecht nachgewiesen. Man nimmt an, dass diese erste Kirche aus der Kapelle der Burg des einflussreichen Geschlechtes der Högler entstanden war (erste urkundliche Erwähnung 1170). Mehrere Quellen geben 1030 als Weihejahr an, das aber nicht unmittelbar urkundlich belegt ist. Das Erdgeschoß ist in der Bausubstanz weitgehend ein romanischer Bau.
Vor dem Jahr 1470 wurde die Kirche vom Leutpriester (= Pfarrer) Leonhard Mair im Stil der Spätgotik umgestaltet und mit einem Netzrippengewölbe versehen. Dabei wurde der Priesterchor auf die Langhausbreite erweitert und die Kirche um ein Joch verlängert. Die Grabplatte dieses Pfarrers aus rotem Marmor ist im Boden vor dem Altar eingelassen. Die Marmorplatte trägt in gotischen Minuskeln[1] die Inschrift Anno d(omi)ni 1470 obiit honorabilis vir d(omi)n(u)s leonardus Mair plebandus huius ecc(le)sie hic sepultus.
An der Südseite kam 1671 eine Sakristei dazu. Der heutige hohe Turm wurde im Jahr 1758 an der Westseite der Kirche neu erbaut und mit seiner charakteristischen Zwiebelhaube versehen. Den Hochaltar der Kirche mit seinen gewundenen Säulen mit Rebenranken schuf im Jahr 1712 Bildhauer Thaddäus Baldauf. Das Altarblatt zeigt den Kirchenpatron, an den Seiten des Altarblattes stehen die Heiligen Petrus und Paulus, aus der Hand eines salzburger Meisters stammend. Im Chorraum steht links eine bemalte spätgotische Holzfigur, die den heiligen Ulrich im bischöflichen Ornat darstellt, in seiner Linken das Pedum, in der Rechten das Buch mit Fisch haltend. Bemerkenswert ist auch der Taufstein aus dem 11. Jahrhundert. Er belegt, dass diese Kirche fast 1000 Jahre lang Pfarrkirche von Ainring war. Unter den Landkirchen der Gegend ist St. Ulrich die größte romanische Bau in gotischem Gewand.
In der Karwoche wird auf dem Hochaltar ein heiliges Grab aus dem Jahr 1679 aufgestellt. Ein mechanisches Rad umgibt die Monstranz und zeigt den Leidensweg.
Sonstiges
Geweiht ist die Kirche dem Augsburger Bischof Ulrich. In der Karwoche ist in der Kirche eine Nachbildung des Heiligen Grabes zu sehen.
Bilder
Filialkirche St. Ulrich (Ulrichshögl) – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Quellen
Fußnote
- ↑ Buchstaben, siehe Wikipedia Minuskel