Rudolf Budja: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Rudolf Budja''' (* [[6. Juli]] [[1968]] in Graz, [[Steiermark|Stmk.]]<ref>[https://www.club-carriere.com/index.php/es/cb-profile/53084-53084 Club-Carriere- Profil "Rudolf Budja"]</ref>) ist Galerist und Gastronom.
'''Rudolf Budja''' (* [[6. Juli]] [[1968]] in Graz, [[Steiermark|Stmk]]<ref>[https://www.club-carriere.com/index.php/es/cb-profile/53084-53084 Club-Carriere-Profil "Rudolf Budja"]</ref>) ist Galerist und Gastronom.


== Leben (Auszug) ==
== Leben (Auszug) ==
Im Alter von 18 Jahren jobbte Budja in verschiedenen Clubs in New York, [[USA]], als DJ. Darunter war auch das Lokal ''Art Area'', wo er mit Künstlern wie Andy Warhol oder Michael Basquiat in Kontakt kam. Damals war Budja noch nicht an Kunst interessiert, seine Tätigkeit als DJ wurde ihm mit Bildern bezahlt. Diese verkaufte Budja, um seine Miete bezahlen zu können. Bilder begann er jedoch damals auch schon zu sammeln und begann mit rund 100 Bildern später seine Tätigkeit als Galerist.
Im Alter von 18 Jahren jobbte Budja in verschiedenen Clubs in New York, [[USA]], als DJ. Darunter war auch das Lokal ''Art Area'', wo er mit Künstlern wie Andy Warhol oder Jean-Michel Basquiat in Kontakt kam. Damals war Budja noch nicht an Kunst interessiert. Seine Tätigkeit als DJ wurde ihm mit Bildern bezahlt. Diese verkaufte Budja, um seine Miete zu bezahlen. Bilder begann er jedoch damals auch schon zu sammeln und nutzte rund 100 davon später als Ausgangspunkt für seine Tätigkeit als Galerist.


== Salzburgbezüge ==
== Salzburgbezüge ==
Seit mehr als 20 Jahren (Stand [[2024]]) betreibt der gebürtige Grazer in der [[Salzburger Altstadt]] auf 500 Quadratmetern im [[Palais Kuenburg]] nahe den [[Festspielhäuser]]n die [[Rudolf-Budja-Galerie]]. Außerdem führt er seit mehr als 30 Jahren eine Galerie in Graz und eine in Miami Beach in den USA, wo Budja seit [[1986]] lebt. Weiters betreibt er Ausstellungsräume in [[Wien]], New York und [[London]].
Seit mehr als 20 Jahren (Stand [[2024]]) betreibt der gebürtige Grazer in der [[Salzburger Altstadt]] auf 500 Quadratmetern im [[Palais Kuenburg]] nahe den [[Festspielhäuser]]n die [[Rudolf-Budja-Galerie]]. Außerdem führt er seit mehr als 30 Jahren eine Galerie in Graz und eine in Miami Beach, USA, wo Budja seit [[1986]] lebt. Weiters betreibt er Ausstellungsräume in [[Wien]], New York und [[London]].  


Den [[Salzburger Festspiele|Festspielsommer]] verbringt er jedes Jahr in Salzburg.
Den [[Salzburger Festspiele|Festspielsommer]] verbringt er jedes Jahr in Salzburg.


=== Budja und das Franziski-Schlössl ===
=== Budja und das Franziski-Schlössl ===
Seit dem Herbst [[2023]] ist er auch Pächter des [[Franziski-Schlössl]]s auf dem [[Kapuzinerberg]] in Salzburg. In einem Gespräch am [[6. Dezember]] 2023 mit den "[[Salzburger Nachrichten]]" erzählt Budja, dass von einen Freund auf das Franziski-Schlössl aufmerksam gemacht wurde. Im Oktober 2023 hatte dann Budja das Schlössl als Pächter übernommen. Es soll wieder eine öffentlich zugängliche Gastronomie bekommen, in der "vom Wanderer bis zum Staatsbesuch" alle willkommen seien. Budja möchte auch ein Kulturzentrum für Kunst und Musik einrichten. Eine Überlegung sei, die Meisterklasse der [[Wiener Philharmoniker]] auf den Kapuzinerberg hinauf zu holen. Räume möchte Budja zudem als Ateliers für Künstler bereitstellen, die sich als ''Artists in Residence'' einmieten können. Auch an Übernachtungsgäste will er Zimmer vermieten. Mit einem bereits angekauften Allradbus sollen Gäste vom [[Salzburger Flughafen]] abgeholt und zum Schlössl gebracht werden. Budja sieht sich auch als Partner der Stadt für Veranstaltungen, beispielsweise hin und wieder klassische Konzerte oder ''[[Event]]s'' für junge Leute.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/galerist-franziskischloessl-kapuzinerberg-salzburg-149741725 www.sn.at], "Galerist übernimmt das Franziskischlössl am Kapuzinerberg in Salzburg", ein Beitrag von [[Barbara Haimerl]]</ref>
Seit dem Herbst [[2023]] ist er Pächter des [[Franziski-Schlössl]]s auf dem [[Kapuzinerberg]] in Salzburg. In einem Gespräch am [[6. Dezember]] 2023 mit den "[[Salzburger Nachrichten]]" erzählt Budja, dass er von einem Freund auf das Franziski-Schlössl aufmerksam gemacht wurde. Im Oktober 2023 übernahm er das Schlössl als Pächter. Es soll wieder eine öffentlich zugängliche Gastronomie bekommen, in der "vom Wanderer bis zum Staatsbesuch" alle willkommen seien. Budja möchte zudem ein Kulturzentrum für Kunst und Musik einrichten. Eine Überlegung sei, die Meisterklasse der [[Wiener Philharmoniker]] auf den Kapuzinerberg zu holen. Räume möchte er als Ateliers für Künstler bereitstellen, die sich als ''Artists in Residence'' einmieten können. Auch Zimmer für Übernachtungsgäste sind geplant. Mit einem bereits angekauften Allradbus sollen Gäste vom [[Salzburger Flughafen]] abgeholt und zum Schlössl gebracht werden. Budja sieht sich außerdem als Partner der Stadt für Veranstaltungen, etwa klassische Konzerte oder ''[[Event]]s'' für junge Leute.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/galerist-franziskischloessl-kapuzinerberg-salzburg-149741725 www.sn.at], "Galerist übernimmt das Franziskischlössl am Kapuzinerberg in Salzburg", ein Beitrag von [[Barbara Haimerl]]</ref>


Im Herbst 2023 begann der Galerist das denkmalgeschützte Gebäude adaptieren zu lassen und richtete vier Suiten ein, die er vermieten möchte. Zwei waren mit [[1. April]] [[2024]] bereit zur Vermietung. In einem Gespräch mit Margit Skias in der "[[Salzburger Wirtschaft (Zeitung)|Salzburger Wirtschaft]]"<ref name="SW2024">"Salzburger Wirtschaft", Ausgabe 10/2024, Seite 14f</ref> gab Budja als Richtwert der Monatsmiete € 30.000,-- inkl Verpflegung an. In einer der Suiten erwarten zahlungskräftige Kunden - die Nacht kostet 1.200 Euro - nicht nur ein Himmelbett, sondern auch originale Le-Corbusier<ref>Le Corbusier war ein schweizerisch-französischer Architekt, Architekturtheoretiker, Stadtplaner, Maler, Zeichner, Bildhauer und Möbel-Designer.</ref>-Sessel und eine frisch mit schwarzem Pony-Fell überzogene Le-Corbusier-Liege aus dem Jahr [[1920]]. Als Couchtisch fungiert eine alte Louis-Vuitton-Box, die einst als Gewehrkiste gedient haben dürfte. Diese Suite verfügt sogar über eine Privatsauna, die anderen haben frei stehende Badewannen.<ref name="SNJul2024">[https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/franziskischloessl-kapuzinerberg-salzburg-the-castle-161285485?sc_src=email_4999170&sc_lid=311204811&sc_uid=xnbQXtHea1&sc_llid=38140&sc_customer=2228926 www.sn.at], "Salzburger Nachrichten" vom 6. Juli 2024</ref>
Im Herbst 2023 begann der Galerist, das denkmalgeschützte Gebäude adaptieren zu lassen, und richtete vier Suiten ein, die er vermieten möchte. Zwei davon waren mit [[1. April]] [[2024]] bereit zur Vermietung. In einem Gespräch mit Margit Skias in der "[[Salzburger Wirtschaft (Zeitung)|Salzburger Wirtschaft]]"<ref name="SW2024">"Salzburger Wirtschaft", Ausgabe 10/2024, Seite 14f</ref> gab Budja als Richtwert der Monatsmiete € 30.000,-- inkl. Verpflegung an. In einer der Suiten erwarten zahlungskräftige Kunden die Nacht kostet 1.200 Euro nicht nur ein Himmelbett, sondern auch originale Le-Corbusier<ref>Le Corbusier war ein schweizerisch-französischer Architekt, Architekturtheoretiker, Stadtplaner, Maler, Zeichner, Bildhauer und Möbel-Designer.</ref>-Sessel sowie eine frisch mit schwarzem Ponyfell überzogene Le-Corbusier-Liege aus dem Jahr [[1920]]. Als Couchtisch dient eine alte Louis-Vuitton-Box, die einst als Gewehrkiste gedient haben dürfte. Diese Suite verfügt über eine Privatsauna, die anderen über freistehende Badewannen.<ref name="SNJul2024">[https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/franziskischloessl-kapuzinerberg-salzburg-the-castle-161285485?sc_src=email_4999170&sc_lid=311204811&sc_uid=xnbQXtHea1&sc_llid=38140&sc_customer=2228926 www.sn.at], "Salzburger Nachrichten" vom 6. Juli 2024</ref>


Für Ausflugsgäste wurden im Außenbereich der Weinstube neu gestaltet, in dem seit der [[Ostern|Osterwoche]] 2024 ([[24. März|24.]] bis [[31. März]]) bei schönem Wetter von Mittwoch bis Sonntag (11 bis 18 Uhr) kleine Gerichte serviert werden. Das Restaurant mit gehobener österreichischer Küche aus regionalen Zutaten wurde im Juli 2024 eröffnen (Mittwoch bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr). Geleitet wird es vom Gastronomen Wolfgang Karner.<ref name="SW2024"></ref> Küchenchef wird Marco Morandini. Der Koch hat u. a. im ehemaligen [[Carpe Diem]] an der [[Getreidegasse]] gearbeitet, zuletzt hat er an der [[Fachhochschule Salzburg]] das Masterstudium Holztechnologie und Holzwirtschaft absolviert. Sein Bruder Fabio ist seit sieben Jahren Mitarbeiter der Galerie und wird sich um die Veranstaltungen im Schlössl kümmern.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/kultur/was-galerist-rudolf-budja-salzburger-franziskischloessl-155537266 www.sn.at], 23. März 2024: "Was Galerist Rudolf Budja im Salzburger Franziskischlössl vorhat", ein Beitrag von [[Barbara Haimerl]]</ref> An einem großen Eichentisch mit Blick in die Küche und auf einen Dry-Ager-Schrank lädt er künftig zum Chef's Table. Eine Speisekarte wird es nicht geben.<ref name="SNJul2024"></ref>
Für Ausflugsgäste wurde im Außenbereich die Weinstube neu gestaltet. Seit der [[Ostern|Osterwoche]] 2024 ([[24. März|24.]] bis [[31. März]]) werden dort bei schönem Wetter von Mittwoch bis Sonntag (11 bis 18 Uhr) kleine Gerichte serviert. Das Restaurant mit gehobener österreichischer Küche aus regionalen Zutaten sollte im Juli 2024 eröffnen (Mittwoch bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr). Geleitet wird es vom Gastronomen Wolfgang Karner.<ref name="SW2024"></ref> Küchenchef ist Marco Morandini. Er hat u. a. im ehemaligen [[Carpe Diem]] an der [[Getreidegasse]] gearbeitet und zuletzt an der [[Fachhochschule Salzburg]] das Masterstudium Holztechnologie und Holzwirtschaft absolviert. Sein Bruder Fabio ist seit sieben Jahren Mitarbeiter der Galerie und wird sich um die Veranstaltungen im Schlössl kümmern.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/kultur/was-galerist-rudolf-budja-salzburger-franziskischloessl-155537266 www.sn.at], 23. März 2024: "Was Galerist Rudolf Budja im Salzburger Franziskischlössl vorhat", ein Beitrag von [[Barbara Haimerl]]</ref> An einem großen Eichentisch mit Blick in die Küche und auf einen Dry-Ager-Schrank lädt er künftig zum Chef's Table. Eine Speisekarte wird es nicht geben.<ref name="SNJul2024"></ref>


Am Samstag, den [[6. Juli]] 2024, stellte Budja sein ''The Castle'' bei einem "Tag der offenen Tür" Interessierten vor.<ref name="SNJul2024"></ref>
Am Samstag, den [[6. Juli]] 2024, stellte Budja sein ''The Castle'' bei einem "Tag der offenen Tür" Interessierten vor.<ref name="SNJul2024"></ref>


==== 2025: Probleme mit nicht genehmigten Technopartys ====
==== 2025: Probleme mit nicht genehmigten Technopartys ====
Im Sommer [[2025]] fanden im Franziski-Schlössl immer wieder nicht genehmigte Technopartys statt. Das hatte die Stadtpolitik auf den Plan gerufen. Rudolf Budja räumte ein, dass man es wohl übertrieben habe. "Kein Sonntag ohne Techno - am Kapuzinerberg" - unter diesem Motto wird auf Social Media für lautstarke Party geworben. Klubobfrau [[Delfa Kosic]] wollte per Anfragen an die für [[Naturschutz]] zuständige [[Stadträtin]] [[Anna Schiester]] ([[Bürgerliste]]) und den für die stadteigene Immobiliengesellschaft [[Stadt Salzburg Immobilien GmbH|SIG]] ressortverantwortlichen [[Vizebürgermeister]] [[Kay-Michael Dankl]] ([[KPÖ plus]]) wissen, welche Schritte bisher gesetzt wurden bzw. wie es weitergehen soll. Aus den Anfragebeantwortungen ging unter anderem hervor, dass im Jänner 2025 von einer bevorstehenden Kündigung des Pachtverhältnisses die Rede war - zum einen wegen der Technopartys, zum anderen aber auch wegen eines ausständigen Bestandszinses. Laut Dankl sei dem Pächter zudem bereits vor einem Jahr ein Ansuchen um veranstaltungsrechtliche Genehmigung zur Abhaltung von Musik- und Tanzveranstaltungen versagt worden. Weitere Ansuchen seien nicht gestellt worden. Auch eine (für Technopartys wohl erforderliche) naturschutzrechtliche Bewilligung gab es nie. Allerdings seien Feiern im Rahmen der Betriebsanlagengenehmigung erlaubt, wie Schiester in ihrer Anfragebeantwortung ausführt.
Im Sommer [[2025]] fanden im Franziski-Schlössl wiederholt nicht genehmigte Technopartys statt, was die Stadtpolitik auf den Plan rief. Rudolf Budja räumte ein, dass man es wohl übertrieben habe. Unter dem Motto "Kein Sonntag ohne Techno am Kapuzinerberg" wurde auf Social Media für lautstarke Partys geworben. Klubobfrau [[Delfa Kosic]] stellte Anfragen an die für [[Naturschutz]] zuständige [[Stadträtin]] [[Anna Schiester]] ([[Bürgerliste]]) sowie an den für die [[Stadt Salzburg Immobilien GmbH|SIG]] verantwortlichen [[Vizebürgermeister]] [[Kay-Michael Dankl]] ([[KPÖ plus]]). Aus den Antworten ging hervor, dass im Jänner 2025 bereits von einer möglichen Kündigung des Pachtverhältnisses die Rede war wegen der Technopartys und eines ausständigen Bestandszinses. Laut Dankl war dem Pächter zudem schon ein Jahr zuvor ein Ansuchen um veranstaltungsrechtliche Genehmigung versagt worden. Weitere Ansuchen wurden nicht gestellt. Auch eine naturschutzrechtliche Bewilligung gab es nicht. Feiern im Rahmen der Betriebsanlagengenehmigung seien jedoch erlaubt, wie Schiester betonte.


Der laut Veranstalter "vorerst letzte Termin diesen Sommer" stand am [[9. August]] an. Rudolf Budja: "Das wird keine Technoparty, sondern eine Loungeparty, mit Loungemusik und viel weniger Leuten. Die werden alle zu Fuß heraufwandern und nicht mit dem Shuttle kommen. Wir fahren jetzt ein anderes Programm." Der Galerist räumte ein, dass man es mit den Technopartys "ein bissl übertrieben" habe. Er warb aber auch um Verständnis für seine Situation. Er habe eineinhalb Millionen Euro in die Revitalisierung des denkmalgeschützten Gebäudes investiert. "Wir müssen Veranstaltungen abhalten können, um wirtschaftlich überleben zu können." Dass es Anrainern zu viel geworden ist, verstehe er aber auch. "Wir werden es künftig anders machen, damit wir den Frieden wahren." Veranstaltungen im Franziski-Schlössl sollen künftig ohne Techno auskommen, was nicht heißt, dass es nicht auch einmal laut werden könnte. Zum Beispiel, wenn "[[Jedermann (Salzburg)|Jedermann]]"-Darsteller [[Philipp Hochmair]] Mitte August im Franziski-Schlössl sein Buch präsentieren und dabei eine ''Live-Performance'' darbieten werde. "Das wird laut sein, weil er hat ein Schlagzeug mit."
Der laut Veranstalter „vorerst letzte Termin dieses Sommers“ war für den [[9. August]] angesetzt. Budja erklärte: "Das wird keine Technoparty, sondern eine Loungeparty, mit Loungemusik und viel weniger Leuten. Die werden alle zu Fuß heraufwandern und nicht mit dem Shuttle kommen. Wir fahren jetzt ein anderes Programm." Er räumte ein, dass man es "ein bissl übertrieben" habe, warb aber auch um Verständnis. Er habe rund 1,5 Millionen Euro in die Revitalisierung investiert und müsse Veranstaltungen abhalten können, um wirtschaftlich zu überleben. Dass es Anrainern zu viel geworden sei, verstehe er. Künftig solle es keine Technopartys mehr geben, wenngleich Veranstaltungen auch einmal laut werden könnten – etwa wenn "[[Jedermann (Salzburg)|Jedermann]]"-Darsteller [[Philipp Hochmair]] Mitte August sein Buch präsentieren und eine ''Live-Performance'' darbieten werde.


Eines wollte Rudolf Budja aber nicht auf sich sitzen lassen: Einen Pachtrückstand habe es nie gegeben, sondern nur ein Missverständnis. Denn als neuer Pächter habe er die Schlüssel mit zwei Monaten Verspätung erhalten und sei daher auch nicht bereit gewesen, für diese zwei Monate Pacht zu zahlen. Da er auch ein Geschäftsmann sei und die Stadt den Betrag eingeklagt hatte, habe er den Betrag nun trotzdem überwiesen, weil es ihm "zu blöd" gewesen sei, dafür extra einen Anwalt zu engagieren.
Budja wies jedoch den Vorwurf eines Pachtrückstands zurück. Es habe sich um ein Missverständnis gehandelt: Er habe die Schlüssel zwei Monate verspätet erhalten und sei daher nicht bereit gewesen, für diesen Zeitraum Pacht zu zahlen. Da die Stadt den Betrag eingeklagt habe, habe er schließlich überwiesen, weil es ihm "zu blöd" gewesen sei, dafür einen Anwalt zu engagieren.


Die laute Partymusik dringt auch zu den Gämsen durch, die auf dem Kapuzinerberg, einem beliebten Naherholungsgebiet von Stadtbewohnern, leben. Sie seien in puncto Lärm aber einiges gewohnt, sagt der städtische Aufsichtsjäger Anton Kaufmann. Die auf mittlerweile 20 Tiere angewachsene Population finde auf dem Kapuzinerberg immer noch genügend Rückzugsorte.
Auch die Tierwelt war betroffen: Die laute Musik drang bis zu den Gämsen durch, die auf dem Kapuzinerberg leben. Laut dem städtischen Aufsichtsjäger Anton Kaufmann seien sie jedoch an Lärm gewöhnt und fänden weiterhin Rückzugsorte.


Doch Anrainer klagten im Spätherbst 2025 nach wie vor über Partylärm. Die Geduld mit Pächter Rudolf Budja sei nun am Ende, immer wieder finden nicht genehmigte Technopartys statt, hieß es seitens der Stadtgemeinde. Nach einem Gespräch mit mehreren Bewohnern Mitte Oktober hatte [[ÖVP]]-Klubchefin Delfa Kosic den Aufsichtsrat der Stadt Salzburg Immobilien GmbH (SIG) darüber informiert, dass im Franziski-Schlössl weiterhin laute Veranstaltungen in Form von Technopartys stattfinden. Es gäbe Videos davon und Ärger bereite auch der Verkehr, da die Gäste immer noch in Sammeltaxis und Shuttles hinauf ins Schlössl gefahren werden. Kay-Michael Dankl sagte, dass die Stadtgemeinde nun, nachdem der Pächter mehrere Zusagen nicht eingehalten hat, die Schritte für eine vorzeitige Auflösung gemäß den Bestimmungen des Pachtvertrags eingeleitet hat. Der Vertrag würde sonst bis [[2038]] laufen.  
Im Spätherbst 2025 klagten Anrainer erneut über Partylärm. Die Geduld sei am Ende, hieß es seitens der Stadt. Nach einem Gespräch mit Bewohnern Mitte Oktober informierte ÖVP-Klubchefin Kosic den Aufsichtsrat der SIG, dass weiterhin laute Veranstaltungen stattfinden. Es gebe Videos davon, und auch der Verkehr bereite Ärger, da Gäste weiterhin mit Sammeltaxis und Shuttles hinaufgebracht würden. Dankl erklärte, die Stadt habe nun Schritte zur vorzeitigen Auflösung des Pachtvertrags eingeleitet. Der Vertrag würde sonst bis [[2038]] laufen.


Die Stadt habe bereits vor dem Sommer das Gespräch mit dem Pächter gesucht, er habe zugesichert, ein Konzept für eine bewohner- und umweltfreundliche alternative Nutzung vorzulegen. Dieses Konzept lag im November noch nicht vor, im Gegenteil: Zu [[Halloween]] habe wieder eine entsprechende Party stattgefunden. Auf der Einladung war die Feier als ''Halloween Techno Party at the Castle'' angekündigt. Hauptgrund für die angestrebte vorzeitige Auflösung sei, dass der Pächter mehrfach Veranstaltungen mit einem großen Teilnehmerkreis und großen Lärm- und Lichtemissionen veranstaltet habe, ohne die erforderlichen veranstaltungs-, natur- und gewerberechtlichen Bewilligungen zu haben, betont Dankl. "Selbst Verwaltungsstrafen haben ihn nicht am Abhalten der Veranstaltungen gehindert." Diese Nutzung sei weder mit der Betriebsanlagenbewilligung noch mit dem Pachtvertrag vereinbar, der eine gastronomische Nutzung sowie Veranstaltungen mit Hintergrundmusik und maximal 120 Gästen im Freien erlaube. Außerdem ist laut Dankl ein Teil des Pachtzinses ausständig. Auch einer Nachforderung der Betriebskosten sei Budja nicht nachgekommen.
Die Stadt habe bereits vor dem Sommer das Gespräch gesucht. Budja habe zugesichert, ein Konzept für eine bewohner- und umweltfreundliche Nutzung vorzulegen. Dieses lag im November jedoch nicht vor; stattdessen habe zu [[Halloween]] erneut eine Party stattgefunden. Hauptgrund für die angestrebte Auflösung sei, dass der Pächter mehrfach Veranstaltungen mit großem Teilnehmerkreis und erheblichen Lärm- und Lichtemissionen abgehalten habe, ohne die erforderlichen Bewilligungen. Auch ein Teil des Pachtzinses sei ausständig, und einer Nachforderung der Betriebskosten sei Budja nicht nachgekommen.


Budja wies alle Vorwürfe zurück. Die Betriebsstättengenehmigung erlaube Livemusik mit Tonträgern und Verstärkern. Es seien schließlich auch Hochzeiten erlaubt. Er veranstalte die Partys mittlerweile mit einem anderen Team, betont Budja. Es handle sich um Partys in angenehmer Atmosphäre mit Führungen im Schloss. Er habe sehr wohl ein Konzept abgeliefert, betont Budja. Es sei ein Wellness-Konzept, das die Anmietung der Suiten mit Service vorsehe. "Zum Beispiel Tai Chi und Sound Healing mit Klangschalen." Was er für Kunst erachte, müsse die Stadt ihm überlassen, meint Budja. Er habe die Pacht bezahlt. Uneinig sei man über die Bezahlung von 11.000 Euro für eine Öllieferung. "Die Stadt hat das Öl geliefert, ich habe aber keines bestellt." Die Stadt sei kein Öllieferant, ist dazu im Magistrat zu hören. Sollte die Stadt den Vertrag kündigen, werde er die Sache seinen Anwälten übergeben. Gemäß dem Pachtvertrag gehen vom Pächter getätigte Um-, Zu- und Ausbauten sowie bauliche Investitionen in das Eigentum der Stadt über. Ein Anspruch auf Ersatz von Aufwendungen ist ausdrücklich ausgeschlossen. Die Sache werde wohl in einem Rechtsstreit enden, meint Stadträtin Anna Schiester (Bürgerliste). Sie sei mehrfach oben gewesen, doch die öffentliche Gastronomie sei nie offen gewesen. Budja sagt, die Taverne sei von Mittwoch bis Sonntag geöffnet – außer bei Schlechtwetter.
Budja wies die Vorwürfe zurück. Die Betriebsstättengenehmigung erlaube Livemusik mit Tonträgern und Verstärkern, und Hochzeiten seien ebenfalls erlaubt. Er veranstalte Partys inzwischen mit einem anderen Team und betonte, es handle sich um Feiern in angenehmer Atmosphäre mit Führungen im Schloss. Ein Konzept habe er sehr wohl abgeliefert ein Wellness-Konzept mit Angeboten wie Tai Chi und Sound Healing. Was er als Kunst erachte, müsse die Stadt ihm überlassen. Die Pacht habe er bezahlt. Uneinig sei man lediglich über 11.000 Euro für eine Öllieferung: "Die Stadt hat das Öl geliefert, ich habe aber keines bestellt." Die Stadt entgegnete, sie sei kein Öllieferant. Sollte der Vertrag gekündigt werden, werde er die Sache seinen Anwälten übergeben. Laut Pachtvertrag gehen alle vom Pächter getätigten baulichen Investitionen in das Eigentum der Stadt über; ein Anspruch auf Ersatz besteht nicht. Die Sache werde wohl in einem Rechtsstreit enden, meinte Stadträtin Schiester. Sie sei mehrfach vor Ort gewesen, doch die öffentliche Gastronomie sei nie geöffnet gewesen. Budja erklärte, die Taverne sei von Mittwoch bis Sonntag geöffnet – außer bei Schlechtwetter.
 
=== 2026: Vorzeitige Auflösung des Pachtvertrages ===
Nach den Problemen des Sommers 2025 musste Rudolf Budja das Franziskischlössl bis Ende Februar [[2026]] räumen, nachdem die Stadt Salzburg den Pachtvertrag vorzeitig gekündigt hatte. Ursprünglich hätte der Vertrag bis 2038 laufen sollen. Kurz vor Weihnachten 2025 brachte die Stadt eine Räumungsklage ein. Einer der Gründe waren nicht genehmigte Technopartys, die weder durch den Pachtvertrag noch durch die Betriebsanlagengenehmigung gedeckt waren.
 
Nach eigenen Angaben investierte Budja rund 1,5 Millionen Euro, darunter in Küche, Restaurant, vier luxuriöse Suiten und vier Räume für Artists in Residence.
 
Die Auflösung des Pachtvertrags nahm Budja zum Anlass, sich von der gesamten Ausstattung seines Kunstrefugiums am Kapuzinerberg zu trennen. Darunter befinden sich Kunstobjekte, Antiquitäten und Designerstücke. Mehr als 500 Positionen aus seinem Besitz kamen über das österreichische Auktionshaus Aurena zur Versteigerung.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/politik/nach-differenzen-mit-galerist-rudolf-budja-stadt-verpachtet-franziskischloessl-neu-art-633798?_gl=1*120aury*_up*MQ..*_ga*MTMzMTA5NjcxOS4xNzcwMjkxMTcx*_ga_8RT1Y6PF03*czE3NzAyOTExNzAkbzEkZzAkdDE3NzAyOTExNzAkajYwJGwwJGgw sn.at], 5. Februar 2026: Nach Differenzen mit Galerist Rudolf Budja: Stadt Salzburg verpachtet Franziskischlössl neu, sowie [https://www.sn.at/salzburg/chronik/franziskischloessl-in-salzburg-paechter-raeumt-das-haus-und-versteigert-das-gesamte-inventar-art-633810?_gl=1*1ftexn5*_up*MQ..*_ga*MjEyMjcxNTc1LjE3NzAyOTcxMDU.*_ga_8RT1Y6PF03*czE3NzAyOTcxMDQkbzEkZzAkdDE3NzAyOTcxMDQkajYwJGwwJGgw sn.at], 5. Februar 2026: Franziskischlössl in Salzburg: Pächter räumt das Haus und versteigert das gesamte Inventar</ref>


== Quellen ==
== Quellen ==
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[[Kategorie:Steiermark]]
[[Kategorie:Steiermark]]
[[Kategorie:Zuagroaste]]
[[Kategorie:Zuagroaste]]
[[Kategorie:Geboren 1968]]