Karl Emminger: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Karl Emminger ''' (* [[26. September]] [[1878]] Deutsch Altenburg (Niederösterreich), † [[5. Mai]] [[1944]] [[Salzburg]]) war in der Zwischenkriegszeit ein führender [[SPÖ|sozialdemokratischer]] Politiker des Landes Salzburg.
[[Datei:Gedenktafel Fassadenbild Karl Emminger am Wohnhaus Bahnhofsstraße 17e Nr 13.jpg|thumb|Gedenktafel Fassadenbild Karl Emminger am Wohnhaus [[Bahnhofstraße (Stadt Salzburg)|Bahnhofstraße]] 17e.]]
'''Karl Emminger''' (* [[26. September]] [[1878]] in  Deutsch Altenburg, [[NÖ]]; † [[3. Mai]] [[1944]] in der [[Stadt Salzburg]])<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/wiener-neustadt-hauptpfarre/02-21/?pg=205 Trauungsbuch der Hauptpfarre Wiener Neustadt, Band IX, S. 201.]</ref> war in der [[Zwischenkriegszeit]] ein führender [[SDAP|sozialdemokratischer]] Politiker des Landes Salzburg, insbesondere [[Landtagsabgeordneter]] und Präsident der [[Salzburger Arbeiterkammer]].


==Leben==
== Leben ==
Nach Volksschule, Schlosserlehre und Militärdienst übersiedelte Karl Emminger [[1902]] nach Salzburg und war Werkmeister im Eisenbahnbetriebswerk in Salzburg.


Nach Volksschule, Schlosserlehre und Militärdienst übersiedelte Emminger [[1902]] nach Salzburg und war Werkmeister im Eisenbahnbetriebswerk in Salzburg.
Als Funktionär der Freien Gewerkschaft war er Hauptvertrauensmann der Salzburger Eisenbahner.


Er war Hauptvertrauensmann der Salzburger Eisenbahner.
[[1919]]–[[1920]] war Karl Emminger Vorsitzender des Landesarbeiterrates und richtete seine Energie auf die Sicherung der Versorgung und Beschaffung von Wohnraum.


[[1919]]/[[1920|20]] war Emminger Vorsitzender des Landesarbeiterrates und richtete seine Energie auf die Sicherung der Versorgung und Beschaffung von Wohnräumen.
Im Sommer 1919 stand Karl Emminger an der Spitze einer Arbeiterdelegation, die, nachdem im "[[Salzburger Volksblatt]]" eine boshafte Glosse über den Weltstreiktag erschienen war, in die Redaktion der Zeitung eindrang und (unter Karl Emmingers mäßigendem Einfluss, der eine Verwüstung der Redaktion verhindern wollte) eine öffentliche Entschuldigung sowie die Aushändigung eines (später zurückgegebenen) "Bußgeldes" von 10.000 [[Krone]]n erzwang.


Im Sommer 1919 stand Emminger an der Spitze einer Arbeiterdelegation, die, nachdem im [[Salzburger Volksblatt]] eine boshafte Glosse über den Weltstreiktag  erschienen war, in die Redaktion der Zeitung eindrang und (unter Emmingers mäßigendem Einfluss, der eine Verwüstung der Redaktion verhindern wollte) eine öffentliche Entschuldigung sowie die Aushändigung eines (später zurückgegebenen) „Bußgeldes“ von 10.000 Kronen erzwang.
Von [[1918]] bis [[1934]] bekleidete Karl Emminger auf Landesebene wichtige Parteifunktionen und öffentliche Ämter.


Von [[1918]] bis [[1934]] bekleidete Karl Emminger auf Landesebene wichtige Parteifunktionen und öffentliche Ämter.  
[[1934]] wurde Karl Emminger, wie seine Parteivorstandskollegen [[Robert Preußler]], [[Josef Witternigg]] und [[Franz Peyerl]], im Zusammenhang mit dem [[Februaraufstand]] in Haft genommen, in der er drei Monate lang verblieb.


[[1934]] wurde Emminger, wie seine Parteivorstandskollegen [[Robert Preußler|Preußler]], [[Josef Witternigg|Witternigg]] und [[Franz Peyerl|Peyerl]], in Haft genommen, in der er drei Monate lang verblieb.
Auch unter der [[NSDAP|nationalsozialistischen]] Herrschaft wurde Karl Emminger mehrmals verhaftet und war [[1942]] ein Jahr lang im Gefängnis.


Auch unter der nationalsozialistischen Herrschaft wurde Emminger mehrmals verhaftet und war 1942 ein Jahr lang im Gefängnis.
Seit [[1901]] war er verheiratet mit Anna, geborene Schmidl (* [[1. Dezember]] [[1871]] in Hochwolkersdorf, [[NÖ]]; † [[25. Jänner]] [[1957]] in Salzburg)<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/hochwolkersdorf/01-07/?pg=148 Taufbuch der Pfarre Hochwolkersdorf, Band VI, S. 121.]</ref>, der Mutter seines gleichnamigen Sohnes [[Karl Emminger junior|Karl junior]] (* [[1. August]] [[1900]]; ; † [[26. Februar]] [[1959]] in Graz, [[Steiermark]]).<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/wiener-neustadt-hauptpfarre/01-26/?pg=281 Taufbuch der Hauptpfarre Wiener Neustadt, Band XVII, S. 276.]</ref> Seine Tochter Maria (* [[20. April]] [[1902]] in Wiener Neustadt; † [[4. April]] [[1978]] in Salzburg)<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/wiener-neustadt-hauptpfarre/01-27/?pg=229 Taufbuch der Hauptpfarre Wiener Neustadt, Band XVIII, S. 225.]</ref> war die Mutter des [[SPÖ]]-Politikers [[Herbert Moritz]].
 
Karl Emminger starb im [[St. Johanns-Spital]] an einem Anfall von ''angina pectoris'', die er sich in diversen Gefängnisaufenthalten zugezogen hatte.
 
[[Datei:Stolperstein_Karl_Emminger.jpg|miniatur|Stolperstein für Karl Emminger (* 1878; † 1944) vor dem Haus [[Kreuzstraße]] Nr. 14.]]


== Parteifunktionen und öffentliche Ämter ==
== Parteifunktionen und öffentliche Ämter ==
Ab [[1920]] war Karl Emminger Zweiter Landessekretär der [[SDAP|Sozialdemokratischen Arbeiterpartei]], [[1922]] bis [[1927]] stellvertretender Klubobmann und 1927 bis 1934 Klubobmann im Landtag, ab [[1917]] Mitglied der Landesparteivertretung und des Landesparteivorstandes.
Von [[1923]] bis [[1933]] war er Landesleiter des [[Republikanischer Schutzbund|Republikanischen Schutzbundes]] (der sozialdemokratischen paramilitärischen Organisation).
Von 1918 bis 1934 war Karl Emminger Mitglied der [[Gemeindevertretung]] in der Gemeinde [[Gnigl (Gemeinde)|Gnigl]], wo er auch der örtliche Obmann der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei war.


Ab [[1920]] war Emminger Zweiter Landessekretär der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, [[1922]] bis [[1927]] stellvertretender Klubobmann und 1927 bis 1934 Klubobmann im Landtag, ab [[1917]] Mitglied der Landesparteivertretung und des Landesparteivorstandes.
Dem [[Salzburger Landtag]] und davor der Provisorischen Landesversammlung gehörte Karl Emminger von [[1918]] bis 1934 an, der [[Landesregierung]] von 1919 bis 1934.


[[1923]] bis [[1933]] war er Landesleiter des Republikanischen Schutzbundes (der sozialdemokratischen paramilitärischen Organisation).
Von 1927 bis 1933 war Karl Emminger auch Präsident der [[Salzburger Arbeiterkammer]].


1918 bis 1934 war Emminger Mitglied der Gemeindevertretung von [[Gnigl]], wo er auch der örtliche Obmann der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei war.
== Ehrungen ==
Karl Emminger ist Namensgeber der [[Karl-Emminger-Straße]] im Salzburger Stadtteil [[Alpensiedlung]].


Dem [[Salzburger Landtag|Landtag]] und davor der Provisorischen Landesversammlung gehörte Emminger [[1918]] bis 1934 an, der [[Landesregierung]] von 1919 bis 1934.
Zu seinem Andenken wurde am [[22. März]] [[2012]] in der [[Kreuzstraße]] 14 ein [[Stolperstein]] verlegt.


1927 bis 1933 war Emminger auch Präsident der [[Salzburger Arbeiterkammer]].
Auf einer [[Gedenktafel an die revolutionären bahnbediensteten Sozialisten|Gedenktafel an die revolutionären bahnbediensteten Sozialisten]] in der [[Aufnahmegebäude des Salzburger Hauptbahnhofs|Eingangshalle]] des [[Salzburger Hauptbahnhof]]s ist sein Name zu lesen.  


==Ehrungen==
== Quellen ==
* [[Richard Voithofer|Voithofer, Richard]]: ''Politische Eliten in Salzburg. Ein biografisches Handbuch. 1918 bis zur Gegenwart. '' Verlag Böhlau. Wien 2007. Schriftenreihe des Forschungsinstitutes für politisch-historische Studien der [[Dr.-Wilfried-Haslauer-Bibliothek]], Band 32. ISBN 978-3-205-77680-2. [http://books.google.at/books?id=aSi3wcMZ414C&pg=PA44&lpg=PA44#v=onepage&dq=Emminger+Karl S. 44 f.]
* [[Josef Kaut|Kaut, Josef]]: ''Der steinige Weg. Geschichte der sozialistischen Arbeiterbewegung im Lande Salzburg''. 2. Aufl. Salzburg (Graphia) 1982, S. 260f.
* [[Ernst Hanisch|Hanisch, Ernst]]: ''Die Erste Republik''. In: [[Heinz Dopsch|Dopsch, Heinz]]/[[Hans Spatzenegger (Publizist)|Spatzenegger, Hans]] (Hrsg.): ''Geschichte Salzburgs, Stadt und Land'', Band II, Teil 2, ''Neuzeit und Zeitgeschichte''; [[Verlag Anton Pustet]] Salzburg 1988; ISBN 3-7025-0243-2. S. 1057 ff.
{{Quelle Franz Martin}}
* [[Herbert Moritz|Moritz, Herbert]]: ''Gesichter. Köpfe. Gestalten. Begegnungen in sieben Jahrzehnten''. Wien/Köln (Böhlau) 2004. ISBN: 978-3-205-77204-0. [http://books.google.at/books?id=gX01ye9QQxwC&pg=PA11&lpg=PA11 S. 11 ff.]
* [https://www.stolpersteine-salzburg.at/stolperstein/Emminger,Karl Stolperstein:Karl Emminger]


[[1962]] wurde nach Karl Emminger in Salzburg eine Straße benannt.
== Einzelnachweise ==
<references/>


==Quellen==
{{Zeitfolge
* Voithofer, Richard: Politische Eliten in Salzburg. Ein biografisches Handbuch. 1918 bis zur Gegenwart. Verlag Böhlau. Wien 2007. Schriftenreihe des Forschungsinstitutes für politisch-historische Studien der Dr.-Wilfried-Haslauer-Bibliothek, Band 32. ISBN 978-3-205-77680-2. S. 44 f.
|AMT=[[Präsidenten der Salzburger Arbeiterkammer|Präsident]] der Salzburger [[Arbeiterkammer]]
* Heinisch, Ernst: Die Erste Republik. In: [[Heinz Dopsch|Dopsch, Heinz]]/[[Hans Spatzenegger|Spatzenegger, Hans]] (Hrsg.): Geschichte Salzburgs, Stadt und Land, Band II, Teil 2, Neuzeit und Zeitgeschichte; [[Verlag Anton Pustet]] Salzburg 1988; ISBN 3-7025-0243-2. S. 1057 ff.
|ZEIT=[[1927]][[1934]]
|VORGÄNGER=[[Johann Elias]]
|NACHFOLGER=[[Hermann Struber]]
}}


[[Kategorie:Person| Emminger, Karl]]
{{SORTIERUNG:Emminger, Karl}}
[[Kategorie:Person (Geschichte)| Emminger, Karl]]
[[Kategorie:Person]]
[[Kategorie:Politiker| Emminger, Karl]]
[[Kategorie:Person (Geschichte)]]
[[Kategorie:Person (Politik)]]
[[Kategorie:Politik]]
[[Kategorie:Gemeindevertreter]]
[[Kategorie:Salzburger Gemeinderat]]
[[Kategorie:Landtagsabgeordneter]]
[[Kategorie:Landesrat]]
[[Kategorie:Handwerker]]
[[Kategorie:Schlosser]]
[[Kategorie:Zuagroaste]]
[[Kategorie:Niederösterreich]]
[[Kategorie:NS-Opfer]]
[[Kategorie:Stolperstein]]
[[Kategorie:Geboren 1878]]
[[Kategorie:Gestorben 1944]]