Parectopa robiniella: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | ''P. robiniella'' wurde bisher nur in der [[Stadt Salzburg]], in Bucklreuth am 21.9.1996 durch den Fund mehrerer Raupen und der charakteristischen Minen für Salzburg nachgewiesen. Die Art ist ein Neozoon und wurde mit der Futterpflanze aus Nordamerika nach Europa eingeschleppt (Kurz et al. 2010c). Der Fundort liegt in rund 430 m Höhe. Lebensraum der Art sind sonnige Wald- und Gebüschränder, an denen die Futterpflanze der Raupen, die Scheinakazie (''[[Robinia pseudoacacia]]'') verwildern konnte ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] | + | ''P. robiniella'' wurde bisher nur in der [[Stadt Salzburg]], in Bucklreuth am 21.9.1996 durch den Fund mehrerer Raupen und der charakteristischen Minen für Salzburg nachgewiesen. Die Art ist ein Neozoon und wurde mit der Futterpflanze aus Nordamerika nach Europa eingeschleppt (Kurz et al. 2010c). Der Fundort liegt in rund 430 m Höhe. Lebensraum der Art sind sonnige Wald- und Gebüschränder, an denen die Futterpflanze der Raupen, die Scheinakazie (''[[Robinia pseudoacacia]]'') verwildern konnte ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). Zur Generationsfolge der Art liegen aus Salzburg keine weiteren Daten vor. |
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| + | Der Erstfund des 1970 nach Norditalien eingeschleppten Neozoons erfolgte nach Huemer & Rabitsch (2002) für Österreich 1989 oder 1987. Mittlerweile kommt die Art in allen österreichischen Bundesländern mit Ausnahme von Vorarlberg und Osttirol vor (Huemer 2013). In Oberösterreich ist sie seit 1994 bekannt (Deschka 1995). In Bayern dagegen ist sie nur aus dem ostbayrischen Grundgebirge nachgewiesen worden (Haslberger & Segerer 2016). | ||
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Über die Biologie in Salzburg und die Ansprüche an den Lebensraum ist nichts bekannt, doch dürfte die Art warme und trockene Lebensräume bevorzugen. Die Raupen minieren lebenslang in den Blättern von ''[[Robinia pseudoacacia]]'', wobei sie sehr charakteristische, blattoberseite Platzminen erzeugen. Diese sind weiß und weisen vom Zentrum aus sternförmig verzweigte, kurze Fraßgänge auf. Eine Beurteilung einer eventuellen Gefährdung des Vorkommens im Land ist mangels Daten nicht möglich, doch ist die Art in Europa mittlerweile gut etabliert und dürfte jederzeit in der Lage sein, nach Salzburg wieder einzuwandern. Diese Einwanderung erfolgt dabei vermutlich vorwiegend passiv durch Verfrachtung mit Luftströmungen. ''P. robiniella'' ist aber in jedem Fall wesentlich seltener als die an der gleichen Futterpflanze lebende und ebenfalls aus Nordamerika eingeschleppte ''[[Phyllonorycter robiniella]]''. | Über die Biologie in Salzburg und die Ansprüche an den Lebensraum ist nichts bekannt, doch dürfte die Art warme und trockene Lebensräume bevorzugen. Die Raupen minieren lebenslang in den Blättern von ''[[Robinia pseudoacacia]]'', wobei sie sehr charakteristische, blattoberseite Platzminen erzeugen. Diese sind weiß und weisen vom Zentrum aus sternförmig verzweigte, kurze Fraßgänge auf. Eine Beurteilung einer eventuellen Gefährdung des Vorkommens im Land ist mangels Daten nicht möglich, doch ist die Art in Europa mittlerweile gut etabliert und dürfte jederzeit in der Lage sein, nach Salzburg wieder einzuwandern. Diese Einwanderung erfolgt dabei vermutlich vorwiegend passiv durch Verfrachtung mit Luftströmungen. ''P. robiniella'' ist aber in jedem Fall wesentlich seltener als die an der gleichen Futterpflanze lebende und ebenfalls aus Nordamerika eingeschleppte ''[[Phyllonorycter robiniella]]''. | ||
Version vom 4. Mai 2025, 08:30 Uhr
Parectopa robiniella Clemens, 1863: 4-5 ist eine Art aus der Ordnung Lepidoptera, Familie Gracillariidae.
Diagnose
Obwohl in der Zeichnungsanlage sehr ähnlich Parectopa ononidis ist die Art an der dunkler schwärzlichen Grundfarbe, den mehr strichförmigen weißen Fleckchen am Innenrand und den kontrastreicher weiß und schwarz gestreiften Vorderflügelfransen meist leicht zu erkennen. Die sternförmig verzweigten Minen an der Robinie sind unverwechselbar.
Verbreitung, Lebensraum und Phänologie[1]
P. robiniella wurde bisher nur in der Stadt Salzburg, in Bucklreuth am 21.9.1996 durch den Fund mehrerer Raupen und der charakteristischen Minen für Salzburg nachgewiesen. Die Art ist ein Neozoon und wurde mit der Futterpflanze aus Nordamerika nach Europa eingeschleppt (Kurz et al. 2010c). Der Fundort liegt in rund 430 m Höhe. Lebensraum der Art sind sonnige Wald- und Gebüschränder, an denen die Futterpflanze der Raupen, die Scheinakazie (Robinia pseudoacacia) verwildern konnte (Kurz & Kurz 2025). Zur Generationsfolge der Art liegen aus Salzburg keine weiteren Daten vor.
Nachbarfaunen
Der Erstfund des 1970 nach Norditalien eingeschleppten Neozoons erfolgte nach Huemer & Rabitsch (2002) für Österreich 1989 oder 1987. Mittlerweile kommt die Art in allen österreichischen Bundesländern mit Ausnahme von Vorarlberg und Osttirol vor (Huemer 2013). In Oberösterreich ist sie seit 1994 bekannt (Deschka 1995). In Bayern dagegen ist sie nur aus dem ostbayrischen Grundgebirge nachgewiesen worden (Haslberger & Segerer 2016).
Biologie und Gefährdung
Über die Biologie in Salzburg und die Ansprüche an den Lebensraum ist nichts bekannt, doch dürfte die Art warme und trockene Lebensräume bevorzugen. Die Raupen minieren lebenslang in den Blättern von Robinia pseudoacacia, wobei sie sehr charakteristische, blattoberseite Platzminen erzeugen. Diese sind weiß und weisen vom Zentrum aus sternförmig verzweigte, kurze Fraßgänge auf. Eine Beurteilung einer eventuellen Gefährdung des Vorkommens im Land ist mangels Daten nicht möglich, doch ist die Art in Europa mittlerweile gut etabliert und dürfte jederzeit in der Lage sein, nach Salzburg wieder einzuwandern. Diese Einwanderung erfolgt dabei vermutlich vorwiegend passiv durch Verfrachtung mit Luftströmungen. P. robiniella ist aber in jedem Fall wesentlich seltener als die an der gleichen Futterpflanze lebende und ebenfalls aus Nordamerika eingeschleppte Phyllonorycter robiniella.
Weiterführende Informationen
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Quellen
- Embacher, G., P. Gros, M.E. Kurz, M.A.Kurz & C. Zeller-Lukashort 2011: Die Schmetterlinge des Landes Salzburg. Teil I: Systematisches Verzeichnis mit Verbreitungsangaben für die geologischen Zonen des Landes (Insecta: Lepidoptera). In Vorbereitung
- Kurz, M. A., P. Gros, M. E. Kurz, P. Pilsl & O. Stöhr 2010c. Neozoa in Salzburg (Insecta: Hymenoptera, Hemiptera, Lepidoptera). Mitteilungen aus dem Haus der Natur 18: 63-66.
- Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2011. Naturkundliches Informationssystem. – URL: http://www.nkis.info [online 11 Oktober 2011].
- ↑ siehe Phänologie