Alfred Berghammer: Unterschied zwischen den Versionen

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Er ist auch Mitglied  des [[Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem|Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem]], in dem er seit 2004 als leitender Komtur des Ordens für Salzburg tätig ist.
 
Er ist auch Mitglied  des [[Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem|Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem]], in dem er seit 2004 als leitender Komtur des Ordens für Salzburg tätig ist.
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==Wenn das Christsein zum Job wird==
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Artikel  am 10.04.2012 | salzburg | (SN).               
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Neustart.  Er war Salzburgs jüngster Hofrat und Landespersonalchef: Jetzt ist  Alfred Berghammer Grabesritter, Wegwart  –  und vielbeschäftigter Opa.
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Alfred Berghammers neues Leben begann mit  einer Zäsur. Kaum war er in Pension, brach er zu einer Pilgerreise auf  dem Jakobsweg auf, obwohl damals, im März  2009, noch überall Schnee  lag. Aber nach seiner Überzeugung  musste das so sein. Der neue  Lebensabschnitt sollte sofort mit einem „eindrücklichen Akzent“  beginnen.
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Vor diesem Akzent hatte er Jahrzehnte im Landesdienst  verbracht. Mit 33 Jahren wurde er Leiter der Personal-Unterabteilung des  Landes, mit 35 Abteilungsleiter und  jüngster Hofrat.  Nach 19 Jahren  als Personalchef leitete er  zuletzt die für Schulen zuständige  Abteilung beim Land.
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Auch nach Pensionierung und Pilgerreise  ging ihm die Arbeit nicht aus. Denn Berghammer ist, wie er selbst sagt,  „überzeugter Christ“. Und das will er „in die Gesellschaft einbringen“,  was wiederum mit reichlich Arbeit verbunden ist, zumal, wenn man einem  Orden vorsteht. Berghammer ist Leitender Komtur der Ritter vom Heiligen  Grab zu Jerusalem. Als solcher  organisiert er  Hilfsaktionen  im  Heiligen Land: Einmal  werden neue Stühle für eine Schule gekauft, ein  andermal  verarmte Familien unterstützt oder arabisch- christliche  Kindergärtnerinnen nach Salzburg eingeladen. Er plant  das  Jahresprogramm der Komturei Salzburg sowie Pilger- und Studienreisen für  die Ordensmitglieder. 
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Öffentlich in Erscheinung tritt der  Orden vor allem bei besonderen kirchlichen Anlässen  im Dom. Auf zehn  bis zwanzig ehrenamtliche Arbeitsstunden pro Woche  komme er schon, sagt  Berghammer. „Das ist fast wie ein Teilzeitjob.“
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Wenn er heuer  nach acht Jahren  als Komtur ausscheidet, weil die Statuten eine  neuerliche Wahl nicht zulassen, dürfte ihm  trotzdem nicht langweilig  werden. Im Gegenteil: „Ich habe noch viele andere Dinge, die mich in  Anspruch nehmen. Ich bin dankbar für den Freiraum, den ich bekommen  werde.“
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So  ist der  63-Jährige Vorsitzender im Pfarrkirchenrat  der Pfarre St. Martin in Salzburg-Liefering. Als  Wegwart beim  Alpenverein richtet er Wanderwege her. Beim Katholischen Bildungswerk  ist er Referent für den Jakobsweg,  beim Salzburger Bildungswerk Leiter  des Arbeitskreises Se niorenbildung.
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Neben dem Glauben ist es  vor allem die Familie, der er sich widmet.  Um die Zerbrechlichkeit des  Familienglücks weiß Berghammer aus eigener Erfahrung – der vierfache  Vater verlor 2005 einen 31-jährigen  Sohn.
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Heute beschäftigten  ihn vor allem seine zwölf Enkelkinder. „Ich bemühe mich, jeder Familie  einen halben Tag in der Woche zu widmen.“
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Familie, Liebe, das  „Ausrichten auf den anderen“: Das sind die „Werte“, von denen Berghammer  gern spricht, weil er sich davon überzeugt zeigt, dass just diese  „Werte“ zu sehr in den Hintergrund rücken. „Das christliche Gedankengut  wird häufig nicht mehr gelebt.  Es ist viel an Herzensbildung verloren  gegangen. Der Fokus liegt heute zu oft auf  den eigenen Interessen.  Das  ist ein Übel für die Gesellschaft.“
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Auch wenn er  auf Politik  und Verwaltung angesprochen wird,  sieht er wenig Positives, aber viel    Stillstand, Reformstau,  Klientelpolitik.  „Ich leide immer noch  darunter, wie die Dinge jetzt laufen.“ 
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Was einem da helfen  könne, sei das Weitwandern, das Pilgern. „Da bleiben diese Dinge sehr  weit zurück.“ Gerade der Jakobsweg biete sich  nicht nur ein Mal  an.  „Man möchte ihn immer wieder gehen.“
  
 
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Version vom 10. April 2012, 12:18 Uhr

Hofrat Dr. Alfred Berghammer ist Jurist. Er war Leiter der Personalabteilung des Landes Salzburg, bis ihm ab dem Jahr 2001 bis zur Pensionierung im Jahr 2009 die Leitung der Abteilung II der Salzburger Landesregierung (Bildung, Familie, Gesellschaft) oblag.

Persönliches

Anläßlich seiner Pensionierung im Jahr 2009 unternahm er im Jahr 2009 eine 90tätige Pilgerreise zu Fuß nach Santiago de Compostela in Spanien, die er größtenteils alleine zurücklegte. Aus seinen Tagebuchaufzeichnungen verfasste er das Buch Reise-Tagebuch eines Pilgers, das im Verlag Anton Pustet erschienen ist.

Er ist auch Mitglied des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem, in dem er seit 2004 als leitender Komtur des Ordens für Salzburg tätig ist.

Wenn das Christsein zum Job wird

Artikel am 10.04.2012 | salzburg | (SN).

Neustart. Er war Salzburgs jüngster Hofrat und Landespersonalchef: Jetzt ist Alfred Berghammer Grabesritter, Wegwart – und vielbeschäftigter Opa.

Alfred Berghammers neues Leben begann mit einer Zäsur. Kaum war er in Pension, brach er zu einer Pilgerreise auf dem Jakobsweg auf, obwohl damals, im März 2009, noch überall Schnee lag. Aber nach seiner Überzeugung musste das so sein. Der neue Lebensabschnitt sollte sofort mit einem „eindrücklichen Akzent“ beginnen.

Vor diesem Akzent hatte er Jahrzehnte im Landesdienst  verbracht. Mit 33 Jahren wurde er Leiter der Personal-Unterabteilung des  Landes, mit 35 Abteilungsleiter und   jüngster Hofrat.  Nach 19 Jahren   als Personalchef leitete er  zuletzt die für Schulen zuständige  Abteilung beim Land. 
Auch nach Pensionierung und Pilgerreise   ging ihm die Arbeit nicht aus. Denn Berghammer ist, wie er selbst sagt,  „überzeugter Christ“. Und das will er „in die Gesellschaft einbringen“,  was wiederum mit reichlich Arbeit verbunden ist, zumal, wenn man einem  Orden vorsteht. Berghammer ist Leitender Komtur der Ritter vom Heiligen  Grab zu Jerusalem. Als solcher  organisiert er  Hilfsaktionen  im  Heiligen Land: Einmal  werden neue Stühle für eine Schule gekauft, ein  andermal  verarmte Familien unterstützt oder arabisch- christliche  Kindergärtnerinnen nach Salzburg eingeladen. Er plant  das  Jahresprogramm der Komturei Salzburg sowie Pilger- und Studienreisen für  die Ordensmitglieder.  
Öffentlich in Erscheinung tritt der  Orden vor allem bei besonderen kirchlichen Anlässen  im Dom. Auf zehn  bis zwanzig ehrenamtliche Arbeitsstunden pro Woche  komme er schon, sagt  Berghammer. „Das ist fast wie ein Teilzeitjob.“ 
Wenn er heuer   nach acht Jahren  als Komtur ausscheidet, weil die Statuten eine  neuerliche Wahl nicht zulassen, dürfte ihm  trotzdem nicht langweilig  werden. Im Gegenteil: „Ich habe noch viele andere Dinge, die mich in  Anspruch nehmen. Ich bin dankbar für den Freiraum, den ich bekommen  werde.“ 
So  ist der  63-Jährige Vorsitzender im Pfarrkirchenrat  der Pfarre St. Martin in Salzburg-Liefering. Als  Wegwart beim  Alpenverein richtet er Wanderwege her. Beim Katholischen Bildungswerk  ist er Referent für den Jakobsweg,  beim Salzburger Bildungswerk Leiter  des Arbeitskreises Se niorenbildung. 
Neben dem Glauben ist es  vor allem die Familie, der er sich widmet.  Um die Zerbrechlichkeit des  Familienglücks weiß Berghammer aus eigener Erfahrung – der vierfache  Vater verlor 2005 einen 31-jährigen  Sohn. 
Heute beschäftigten  ihn vor allem seine zwölf Enkelkinder. „Ich bemühe mich, jeder Familie  einen halben Tag in der Woche zu widmen.“
Familie, Liebe, das  „Ausrichten auf den anderen“: Das sind die „Werte“, von denen Berghammer  gern spricht, weil er sich davon überzeugt zeigt, dass just diese  „Werte“ zu sehr in den Hintergrund rücken. „Das christliche Gedankengut  wird häufig nicht mehr gelebt.  Es ist viel an Herzensbildung verloren  gegangen. Der Fokus liegt heute zu oft auf  den eigenen Interessen.  Das  ist ein Übel für die Gesellschaft.“
Auch wenn er  auf Politik  und Verwaltung angesprochen wird,  sieht er wenig Positives, aber viel    Stillstand, Reformstau,  Klientelpolitik.  „Ich leide immer noch  darunter, wie die Dinge jetzt laufen.“  
Was einem da helfen  könne, sei das Weitwandern, das Pilgern. „Da bleiben diese Dinge sehr  weit zurück.“ Gerade der Jakobsweg biete sich  nicht nur ein Mal   an.  „Man möchte ihn immer wieder gehen.“

Weblink

Quellen