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| | ==Der Berg== | | ==Der Berg== |
| − | Das Massiv des Untersberges befindet sich zwischen [[Bayerisch-Gmain]] und Bischofswiesen im [[Berchtesgadener Land]] und [[Großgmain]] und [[Grödig]] auf salzburger Seite. Der ''Salzburger Hochthron'' mit 1.853 m ü. A. liegt auf salzburger, der ''Berchtesgadener Hochthron'' als höchster Gipfel des Massivs mit 1.972 m ü. A. auf bayerischer Seite. | + | Das Massiv des Untersberges befindet sich zwischen [[Bayerisch-Gmain]] und Bischofswiesen im [[Berchtesgadener Land]] und [[Großgmain]] und [[Grödig]] auf salzburger Seite. Der ''Salzburger Hochthron'' mit 1.853 [[m ü. A.]] liegt auf salzburger, der ''Berchtesgadener Hochthron'' als höchster Gipfel des Massivs mit 1.972 m ü. A. auf bayerischer Seite. |
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| | Unmittelbar neben der Bergstation der Untersbergseilbahn ist das ''Geiereck'' (1.805 m ü. A.) zu finden. | | Unmittelbar neben der Bergstation der Untersbergseilbahn ist das ''Geiereck'' (1.805 m ü. A.) zu finden. |
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| | ==Geschichte und Bedeutung== | | ==Geschichte und Bedeutung== |
| − | Als markanter Gebirgstock der [[Berchtesgadener Alpen|Berchtsgadener Kalkalpen]], als Sagenberg z. B. mit dem Sitz von Kaiser Karl dem Großen und als Ausflugsberg ist der Untersberg weithin bekannt. Die ältestes schriftliche Erwähnung findet sich in einer Urkunde vom [[28. Juni]] [[1306]] unter [[Erzbischof]] [[Konrad IV. von Fohnsdorf]] als ''Vndransperch''<ref>Quelle: [[Heinz Dopsch]], Ewald Hiebl: ''Kultur, Geschichte und Wirtschaft von Anif, Niederalm, Neu-Anif'', 2003, Herausgeber: Gemeinde Anif, Beitrag ''Rund um den Untersberg'', Christian Uhlir, S. 32</ref>. | + | Als markanter Gebirgsstock der [[Berchtesgadener Alpen|Berchtsgadener Kalkalpen]], als [[Sagen und Legenden|Sagenberg]] z. B. mit dem Sitz von Kaiser Karl dem Großen und als Ausflugsberg ist der Untersberg weithin bekannt. Die ältestes schriftliche Erwähnung findet sich in einer Urkunde vom [[28. Juni]] [[1306]] unter [[Erzbischof]] [[Konrad IV. von Fohnsdorf]] als ''Vndransperch''<ref>Quelle: [[Heinz Dopsch]], Ewald Hiebl: ''Kultur, Geschichte und Wirtschaft von Anif, Niederalm, Neu-Anif'', 2003, Herausgeber: Gemeinde Anif, Beitrag ''Rund um den Untersberg'', Christian Uhlir, S. 32</ref>. |
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| | Wirtschaftlich war der Abbau von [[Untersberger Marmor]] für die Fürsterzbischöfe von Bedeutung. Bauwerke in ganz Europa wurde damit errichtet. In der [[Stadt Salzburg]] beispielsweise beim [[Residenzbrunnen]]. Auch die [[Kugelmühlen]], die Abfälle der Steinbrüche aber auch Bachsteine in Kugeln verwandelten, waren von Bedeutung. | | Wirtschaftlich war der Abbau von [[Untersberger Marmor]] für die Fürsterzbischöfe von Bedeutung. Bauwerke in ganz Europa wurde damit errichtet. In der [[Stadt Salzburg]] beispielsweise beim [[Residenzbrunnen]]. Auch die [[Kugelmühlen]], die Abfälle der Steinbrüche aber auch Bachsteine in Kugeln verwandelten, waren von Bedeutung. |
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| − | Das Quellwasser des Berges wurde schon im [[15. Jahrhundert]] von Wasserreitern in die Stadt Salzburg gebracht. Erzbischof [[Guidobald Graf von Thun und Hohenstein]] unternahm dann [[1654]] den ersten Versuch des Baues einer hölzernen Wasserleitung in die Stadt. | + | Das [[Salzburger Quellen|Quellwasser]] des Berges wurde schon im [[15. Jahrhundert]] von Wasserreitern in die Stadt Salzburg gebracht. Erzbischof [[Guidobald Graf von Thun und Hohenstein]] unternahm dann [[1654]] den ersten Versuch des Baus einer hölzernen Wasserleitung in die Stadt. |
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| | Schon sehr früh entstanden waldfreie Almflächen wie die ''Rosittenalm'', ''Klingeralm'', ''Schweigmühlalm'' oder eine Reihe von Almen mit der Endung ''kaser'' (Karkaser, Grubenkaser, Mitterkaser)<ref>''kaser'' kann vom lateinischen Wort ''casa'' = Hütte (Haus) und vom ''kasen'' = Käse erzeugen abgeleitet werden; Quelle: Quelle: [[Heinz Dopsch]], Ewald Hiebl: ''Kultur, Geschichte und Wirtschaft von Anif, Niederalm, Neu-Anif'', 2003, Herausgeber: Gemeinde Anif, Beitrag ''Rund um den Untersberg'', Christian Uhlir, S. 32</ref>. | | Schon sehr früh entstanden waldfreie Almflächen wie die ''Rosittenalm'', ''Klingeralm'', ''Schweigmühlalm'' oder eine Reihe von Almen mit der Endung ''kaser'' (Karkaser, Grubenkaser, Mitterkaser)<ref>''kaser'' kann vom lateinischen Wort ''casa'' = Hütte (Haus) und vom ''kasen'' = Käse erzeugen abgeleitet werden; Quelle: Quelle: [[Heinz Dopsch]], Ewald Hiebl: ''Kultur, Geschichte und Wirtschaft von Anif, Niederalm, Neu-Anif'', 2003, Herausgeber: Gemeinde Anif, Beitrag ''Rund um den Untersberg'', Christian Uhlir, S. 32</ref>. |
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| − | Die wisssenschaftliche Erforschung des Untersberges begann erst im [[19. Jahrhundert]], wobei der Salzburger [[Eberhard Fugger]] zu nennen wäre. | + | Die wissenschaftliche Erforschung des Untersberges begann erst im [[19. Jahrhundert]], wobei der Salzburger [[Eberhard Fugger]] zu nennen wäre. |
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| | ===Tourismus=== | | ===Tourismus=== |
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| | Von [[Sankt Leonhard (Grödig)|St. Leonhard]] bei [[Grödig]] führt die [[Untersbergseilbahn]] zum ''Geiereck'' hinauf. Bei klarer Sicht kann man vom Untersberg über das [[Rosittental]] und das Gebirgsjägerdenkmal bis hin zu den [[Salzkammergut|Salzkammergutseen]] und die [[Hohe Tauern|Hohen Tauern]] sehen. | | Von [[Sankt Leonhard (Grödig)|St. Leonhard]] bei [[Grödig]] führt die [[Untersbergseilbahn]] zum ''Geiereck'' hinauf. Bei klarer Sicht kann man vom Untersberg über das [[Rosittental]] und das Gebirgsjägerdenkmal bis hin zu den [[Salzkammergut|Salzkammergutseen]] und die [[Hohe Tauern|Hohen Tauern]] sehen. |
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| − | Während der Sommmermonate kann man ausgedehnte Wanderungen und Klettertouren unternehmen, sowie Paragleiten. Wintersportler können die [[Untersbergbahn]] als [[Aufstiegshilfen|Aufstiegshilfe]] für Skitouren und zum Skifahren auf der 7,5 km langen Talabfahrtsstrecke nutzen. Die Skiabfahrt endet in [[Fürstenbrunn]], 20 Gehminuten von der Talstation der [[Untersbergbahn]] entfernt. Alternativ verkehrt die [[Buslinie 35]] und bei Bedarf ein zusätzlicher Zubringerbus. | + | Während der Sommermonate kann man ausgedehnte Wanderungen und Klettertouren unternehmen, sowie Paragleiten. Wintersportler können die [[Untersbergbahn]] als [[Aufstiegshilfen|Aufstiegshilfe]] für Skitouren und zum Skifahren auf der 7,5 km langen Talabfahrtsstrecke nutzen. Die Skiabfahrt endet in [[Fürstenbrunn]], 20 Gehminuten von der Talstation der [[Untersbergbahn]] entfernt. Alternativ verkehrt die [[Buslinie 35]] und bei Bedarf ein zusätzlicher Zubringerbus. |
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| | =====Berghütten===== | | =====Berghütten===== |
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| | Auf der Bayerischen Seite gibt es einen Aufstieg von [[Marktschellenberg]] aus zur ''Toni Lenz Hütte'' und zur [[Schellenberger Eishöhle]]. | | Auf der Bayerischen Seite gibt es einen Aufstieg von [[Marktschellenberg]] aus zur ''Toni Lenz Hütte'' und zur [[Schellenberger Eishöhle]]. |
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| − | ==Naturschutz==
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| − | Der Untersberg ist auf Salzburger Seite größtenteils als [[Landschaftsschutzgebiet]] nach dem Salzburger Naturschutzgesetz ausgewiesen. Unmittelbar nach dem Sturm "Kyrill" wurde im Februar 2007 mit dem Bau einer Forststraße begonnen, die wegen ihrer Anlage in den Medien vielfach als "Forstautobahn" bezeichnet worden ist. Ob der massive Eingriff in das Landschaftsschutzgebiet in dieser Form von der zuständigen Behörde (Bezirkshauptmannschaft) genehmigt worden ist, ist noch nicht geklärt. Die Kritiker weisen insbesondere auf die schwerwiegende Missachtung der [[Alpenkonvention]] hin. Die Prüfung von landschaftsschonenden alternativen Bringungsmethoden (mobile Seilbahn, Helikopter) konnte bis jetzt nicht belegt werden.
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| | ==Höhlen== | | ==Höhlen== |
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| | ==Quellen== | | ==Quellen== |
| − | * [[Veitlbruch Quelle]], desssen Wasser man auch Heilkraft nachsagt (auf der Straße von [[Fürstenbrunn]] nach [[Großgmain]]) | + | * [[Veitlbruch Quelle]], dessen Wasser man auch Heilkraft nachsagt (auf der Straße von [[Fürstenbrunn]] nach [[Großgmain]]) |
| | * [[Fürstenbrunner Quellhöhle]] | | * [[Fürstenbrunner Quellhöhle]] |
| | * [[Glanegger Tiefbrunnen]] | | * [[Glanegger Tiefbrunnen]] |
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| | ==Naturschutz== | | ==Naturschutz== |
| | [[Bild:P1130277.JPG|thumb|"Forstautobahn" bei Fürstenbrunn im [[Landschaftsschutzgebiet]] Untersberg, Oktober 2007]] | | [[Bild:P1130277.JPG|thumb|"Forstautobahn" bei Fürstenbrunn im [[Landschaftsschutzgebiet]] Untersberg, Oktober 2007]] |
| | + | [[Bild:P1130337-2.jpg|thumb|Eingriff ins [[Landschaftsschutzgebiet]] Untersberg, Oktober 2007]] |
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| − | [[Bild:P1130337-2.jpg|thumb|Eingriff ins [[Landschaftsschutzgebiet]] Untersberg, Oktober 2007]] | + | Da der Untersberg in einem Naturschutzgebiet ([[Landschaftsschutzverordnung Untersberg, 1981]]) liegt, gelten für Eingriffe ins Landschaftsbild und in die Ökologie des Berges besondere Bestimmungen. Die Beachtung des Naturschutzes müsste überdies nach der auch im Bundesland Salzburg rechtsgültigen und völkerrechtlich verbindlichen [[Alpenkonvention]] erfolgen. Im Gemeindegebiet von [[Großgmain]] gibt es innerhalb des Landschaftsschutzgebiets auch noch den [[Naturpark Untersberg]]. |
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| − | Da der Untersberg in einem Naturschutzgebiet ([[Landschaftsschutzverordnung Untersberg, 1981]]) liegt, gelten für Eingriffe ins Landschaftsbild und in die Ökologie des Berges besondere Bestimmungen. Die Beachtung des Naturschutzes müsste überdies nach der auch im Bundesland Salzburg rechtsgültigen und völkerrechtlich verbindlichen [[Alpenkonvention]] erfolgen. Der Großteil des Waldes ist im Besitz von [[Maximilian Mayr-Melnhof]]. Aufgrund von starken Stürmen und den daraus sich ergebenden Waldschäden im Jänner 2007 müssen aus diesem Waldgebiet größere Mengen Bruchholz abtransportiert werden.
| + | Der Großteil des Waldes ist im Besitz von [[Maximilian Mayr-Melnhof]]. Aufgrund von starken Stürmen und den daraus sich ergebenden Waldschäden im Jänner 2007 müssen aus diesem Waldgebiet größere Mengen Bruchholz abtransportiert werden. Unmittelbar nach dem Sturm "Kyrill" wurde im Februar 2007 mit dem Bau einer Forststraße begonnen, die wegen ihrer Anlage in den Medien vielfach als "Forstautobahn" bezeichnet worden ist. |
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| | Auf einem Stück im Bereich des Großen Brunntals erfolgte die Bringung des Holzes aus dem Sturmschaden auf einer großen Fläche durch Helikopter-Bringung. Einige hundert Meter westlich davon wird derzeit das Holz auf einer großen Fläche in etwa gleicher Höhe (ca. 1100 m) im Bereich des Kühsteins mittels mobiler Seilbahn aufgearbeitet. Wieder einige hundert Meter westlich davon erfolgt nun unterhalb der Klingeralm der Bau einer Forststraße, die in den Medien vielfach als "Forstautobahn" bezeichnet wird. Begründet wird dieser Bau mit einer drohenden Schädlingsplage ([[Borkenkäfer, Scolytidae]]). Weshalb allerdings in diesem Fall keine schonende Bringung, etwa durch Helikopter oder mittels mobiler Seilbahn, erfolgt, ist eine offene Frage. Die Forststraße ist seit mehreren Monaten bis zu einer Höhe von ca. 1.000 m befahrbar. In Höhen darüber ist sie noch in Bau. Aber auch entlang der befahrbaren Strecke wurde das Holz weder entrindet noch abtransportiert. Wäre die Borkenkäfergefahr der Grund für den Bau der Forststraße, hätte der mögliche Abtransport des Holzes längst erfolgen müssen. Jetzt ist der Borkenkäfer jahreszeitgemäß längst ausgeflogen. | | Auf einem Stück im Bereich des Großen Brunntals erfolgte die Bringung des Holzes aus dem Sturmschaden auf einer großen Fläche durch Helikopter-Bringung. Einige hundert Meter westlich davon wird derzeit das Holz auf einer großen Fläche in etwa gleicher Höhe (ca. 1100 m) im Bereich des Kühsteins mittels mobiler Seilbahn aufgearbeitet. Wieder einige hundert Meter westlich davon erfolgt nun unterhalb der Klingeralm der Bau einer Forststraße, die in den Medien vielfach als "Forstautobahn" bezeichnet wird. Begründet wird dieser Bau mit einer drohenden Schädlingsplage ([[Borkenkäfer, Scolytidae]]). Weshalb allerdings in diesem Fall keine schonende Bringung, etwa durch Helikopter oder mittels mobiler Seilbahn, erfolgt, ist eine offene Frage. Die Forststraße ist seit mehreren Monaten bis zu einer Höhe von ca. 1.000 m befahrbar. In Höhen darüber ist sie noch in Bau. Aber auch entlang der befahrbaren Strecke wurde das Holz weder entrindet noch abtransportiert. Wäre die Borkenkäfergefahr der Grund für den Bau der Forststraße, hätte der mögliche Abtransport des Holzes längst erfolgen müssen. Jetzt ist der Borkenkäfer jahreszeitgemäß längst ausgeflogen. |
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| | ==Sagen und Legenden== | | ==Sagen und Legenden== |
| | :''Hauptartikel: die [[Sagen um den Untersberg]]'' | | :''Hauptartikel: die [[Sagen um den Untersberg]]'' |
| − | Die wohl bekannteste Sage ist die Sage vom [[Kaiser Karl im Untersberg]]. Weitere Sagen: | + | Die wohl bekannteste [[Sagen und Legenden|Sage]] ist die Sage vom [[Kaiser Karl im Untersberg]]. |
| | + | |
| | + | ==Gemeinden um den Untersberg== |
| | + | * im [[Bundesland Salzburg]]: |
| | + | ** [[Großgmain]] |
| | + | ** [[Grödig]] mit [[Fürstenbrunn]] und [[Sankt Leonhard (Grödig)|Sankt Leonhard]] |
| | + | ** [[Hallein]] und zwar der Stadtteil [[Gartenau]] |
| | + | * in [[Bayern]] |
| | + | ** [[Marktschellenberg]] mit [[Wallfahrtskirche Maria Ettenberg]] |
| | + | ** [[Berchtesgaden]] mit [[Wallfahrtskirche Maria Gern]] |
| | + | ** Bischofswiesen |
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| | == Weblinks == | | == Weblinks == |