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| | [[Bild:Steingasse_46.jpg|thumb|200px|das Haus der Wachswarenfabrik Gebrüder Weinkamer vom der [[Steingasse]] aus gesehen]]Die '''{{PAGENAME}}''' befand sich in der rechten Salzburger [[Altstadt]] in der [[Steingasse]]. | | [[Bild:Steingasse_46.jpg|thumb|200px|das Haus der Wachswarenfabrik Gebrüder Weinkamer vom der [[Steingasse]] aus gesehen]]Die '''{{PAGENAME}}''' befand sich in der rechten Salzburger [[Altstadt]] in der [[Steingasse]]. |
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| − | ==Geschichte== | + | == Geschichte == |
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| | [[Ignaz Weinkamer d. Ä.]], ''Conditor-Wachszieher- und Lebküchner-Gesell'' aus Kitzingen, kam [[1859]] als Wachszieher nach Salzburg und ließ sich in der [[Linzer Gasse]] nieder. [[1872]] kaufte er das Haus in der Steingasse 46 von den Erben des Wachsziehers Kipperer. In diesem Haus befand sich schon seit [[1691]] eine Wachsbleiche, die vom Wachszieher und Lebzelter Georg Gruber gegründet wurde. | | [[Ignaz Weinkamer d. Ä.]], ''Conditor-Wachszieher- und Lebküchner-Gesell'' aus Kitzingen, kam [[1859]] als Wachszieher nach Salzburg und ließ sich in der [[Linzer Gasse]] nieder. [[1872]] kaufte er das Haus in der Steingasse 46 von den Erben des Wachsziehers Kipperer. In diesem Haus befand sich schon seit [[1691]] eine Wachsbleiche, die vom Wachszieher und Lebzelter Georg Gruber gegründet wurde. |
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| | Das Unternehmen wurde bis in die vierte Generation Weinkamer geführt, bevor es im Jänner [[1987]] liquidiert wurde. | | Das Unternehmen wurde bis in die vierte Generation Weinkamer geführt, bevor es im Jänner [[1987]] liquidiert wurde. |
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| − | ==Wachs-Manufaktur== | + | == Wachs-Manufaktur == |
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| | Das Wachs musste zunächst erst gebleicht, gefärbt und für die weitere Bearbeitung vorbereitet werden. In der Zieherei wurden Hunderte Meter Docht durch Wannen mit flüssigem Wachs gezogen. Für die die konstante Dicke der Kerzen, die bis zu acht Zentimeter dick sein konnten, sorgte eine Lochschablone. Anschließend wurden sie in entsprechend gewünschte Kerzenlängen geschnitten und von flinken Finger der Verzierer mit Ornamenten und Dekorelementen verschönert. Für Kerzen und Einzelheiten an den Figuren waren die Ausstecher zuständig. Die Gewänder der Figuren wurden ebenfalls aus dünnen Wachsfolien geschnitten oder ausgestochen. Bis zu sechzig Menschen waren im Unternehmen angestellt. | | Das Wachs musste zunächst erst gebleicht, gefärbt und für die weitere Bearbeitung vorbereitet werden. In der Zieherei wurden Hunderte Meter Docht durch Wannen mit flüssigem Wachs gezogen. Für die die konstante Dicke der Kerzen, die bis zu acht Zentimeter dick sein konnten, sorgte eine Lochschablone. Anschließend wurden sie in entsprechend gewünschte Kerzenlängen geschnitten und von flinken Finger der Verzierer mit Ornamenten und Dekorelementen verschönert. Für Kerzen und Einzelheiten an den Figuren waren die Ausstecher zuständig. Die Gewänder der Figuren wurden ebenfalls aus dünnen Wachsfolien geschnitten oder ausgestochen. Bis zu sechzig Menschen waren im Unternehmen angestellt. |
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| | Überhaupt war die Wachszieherei von Wetter und Jahreszeit abhängig, der letzte Weinkamer, [[Kurt Weinkamer]], in einem Interview mit [[Reinhard Kriechbaum]] im Oktober 2001 ausführt: "''Im Sommer konnten wir nur dünne Dinge, etwa Christbaumkerzen, machen. Dickere Objekte wären nicht fertig - also: kühl - geworden." Bienenwachs schmilzt bei ungefähr 70 Grad, Paraffin gar schon bei 54 bis 56 Grad. "Zwiezach muss das Wachs sein", sagt der Meister - und er äugt misstrauisch, als ich das Wort notiere: "Zwiezach heißt: nicht zäh, aber auch nicht zu weich.''" Geschrieben habe er diesen Ausdruck nie. | | Überhaupt war die Wachszieherei von Wetter und Jahreszeit abhängig, der letzte Weinkamer, [[Kurt Weinkamer]], in einem Interview mit [[Reinhard Kriechbaum]] im Oktober 2001 ausführt: "''Im Sommer konnten wir nur dünne Dinge, etwa Christbaumkerzen, machen. Dickere Objekte wären nicht fertig - also: kühl - geworden." Bienenwachs schmilzt bei ungefähr 70 Grad, Paraffin gar schon bei 54 bis 56 Grad. "Zwiezach muss das Wachs sein", sagt der Meister - und er äugt misstrauisch, als ich das Wort notiere: "Zwiezach heißt: nicht zäh, aber auch nicht zu weich.''" Geschrieben habe er diesen Ausdruck nie. |
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| − | ==Fußnoten== | + | == Siehe auch == |
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| | + | * [[Weinkamer]] |
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| | + | == Fußnoten == |
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| | <references/> | | <references/> |
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| − | ==Quellen== | + | == Quellen == |
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| | {{Quelle Kulturlexikon}} | | {{Quelle Kulturlexikon}} |
| | * [http://www.wienerzeitung.at/Desktopdefault.aspx?TabID=3946&Alias=wzo&lexikon=Tod&letter=T&cob=4748 Wiener Zeitung] | | * [http://www.wienerzeitung.at/Desktopdefault.aspx?TabID=3946&Alias=wzo&lexikon=Tod&letter=T&cob=4748 Wiener Zeitung] |