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Während der [[Römer|römischen]] Besiedlung der Provinz [[Noricum]], wahrscheinlich aber schon früher, trug die Stadt die Bezeichnung [[Iuvavum]]. Dieser Name blieb zunächst traditionsgemäß bis in das späte [[Mittelalter]] in Gebrauch. In offiziellen Urkunden erscheint Iuvavum und vor allem das Adjektiv ''Iuvavensis'' noch viel später. Die Etymologie von Iuvavum ist sehr kompliziert, es existieren dazu verschiedene Hypothesen. Hier sei dazu nur soviel gesagt, dass es sich bei Iuvavum um ein vorrömisches, evt. alteuropäisches Substratwort handelt.  
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Während der [[Römer|römischen]] Besiedlung der Provinz [[Noricum]], wahrscheinlich aber schon früher, trug die Stadt die Bezeichnung [[Iuvavum]]. Dieser Name blieb zunächst traditionsgemäß bis in das späte [[Mittelalter]] in Gebrauch. In offiziellen Urkunden erscheint Iuvavum und vor allem das Adjektiv ''Iuvavensis'' noch viel später. Die Etymologie von Iuvavum ist sehr kompliziert, es existieren dazu verschiedene Hypothesen. Hier sei dazu nur soviel gesagt, dass es sich bei Iuvavum um ein vorrömisches, eventuell alteuropäisches Substratwort handelt.  
    
Seit dem [[8. Jahrhundert]] n. Chr. jedoch, als allmählich auch althochdeutsche Sprachformen schriftlich fixiert wurden, trat das mit den Römern in Verbindung gebrachte Iuvavum in den Hintergrund zugunsten der auf dem [[Salzhandel]] basierenden deutschen Bezeichnung. Gerade das fast gleichzeitige Aufkommen der neuen Flussbezeichnung [[Salzach]] und des Stadtnamens Salzburg ist ein einzigartiges Phänomen der Namenkunde und scheint auf einen gewollten Bruch mit der römisch/romanischen Tradition abgezielt zu haben.
 
Seit dem [[8. Jahrhundert]] n. Chr. jedoch, als allmählich auch althochdeutsche Sprachformen schriftlich fixiert wurden, trat das mit den Römern in Verbindung gebrachte Iuvavum in den Hintergrund zugunsten der auf dem [[Salzhandel]] basierenden deutschen Bezeichnung. Gerade das fast gleichzeitige Aufkommen der neuen Flussbezeichnung [[Salzach]] und des Stadtnamens Salzburg ist ein einzigartiges Phänomen der Namenkunde und scheint auf einen gewollten Bruch mit der römisch/romanischen Tradition abgezielt zu haben.
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Die erste Bezeugung von Salzburg findet sich in der „Vita Bonifatii“, der Lebensbeschreibung des [[Bonifatius|Hl. Bonifatius]], die bald nach dessen Tod im Jahre [[754]] von Willibald, einem angelsächsischen Priester, abgefasst wurde. In diesem wertvollen Dokument, erhalten in einer nur wenig jüngeren Abschrift des verlorenen Originals, die in der bayerischen Staatsbibliothek in München, [[Bayern]], aufbewahrt wird, erscheint der Stadtname in seiner ältesten Gestalt: salzpurch. Zum zweiten Mal taucht der Name in der [[Notitia Arnonis]] auf als ''salzburch'', mit stimmhaftem 'b', was auf eine noch nicht gefestigte Schreibung hindeutet, die phonetische Unterschiede recht genau wiedergibt.
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Die erste Bezeugung von Salzburg findet sich in der „Vita Bonifatii“, der Lebensbeschreibung des [[Bonifatius|Hl. Bonifatius]], die bald nach dessen Tod im Jahre [[754]] von Willibald, einem angelsächsischen Priester, abgefasst wurde. In diesem wertvollen Dokument, erhalten in einer nur wenig jüngeren Abschrift des verlorenen Originals, die in der bayerischen Staatsbibliothek in München, [[Bayern]], aufbewahrt wird, erscheint der Stadtname in seiner ältesten Gestalt: [[Salzpurch]]. Zum zweiten Mal taucht der Name in der [[Notitia Arnonis]] auf als ''salzburch'', mit stimmhaftem 'b', was auf eine noch nicht gefestigte Schreibung hindeutet, die phonetische Unterschiede recht genau wiedergibt.
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Betrachtet man die Wortbildung, so ist Salzburg eine Wortzusammensetzung, in der der zweite Bestandteil durch den ersten in seiner Bedeutung präzisiert wird - also, ganz allgemein formuliert, eine 'Stadt, in der Salz eine wesentliche Rolle spielte'. Die historischen Fakten, nämlich der Salzhandel und seine wesentlichen wirtschaftlichen Konsequenzen, vermögen diese Bezeichnung überzeugend zu motivieren. - Die Übertragung des bloßen Stadtnamens auf das Land setzt erst im Spätmittelalter ein und ist in Verbindung zu bringen mit den territorialen Verhältnissen des Erzbistums.
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Betrachtet man die Wortbildung, so ist Salzburg eine Wortzusammensetzung, in der der zweite Bestandteil durch den ersten in seiner Bedeutung präzisiert wird - also, ganz allgemein formuliert, eine 'Stadt, in der [[Salz]] eine wesentliche Rolle spielte'. Die historischen Fakten, nämlich der [[Salzhandel]] und seine wesentlichen wirtschaftlichen Konsequenzen, vermögen diese Bezeichnung überzeugend zu motivieren. - Die Übertragung des bloßen Stadtnamens auf das Land setzt erst im [[Mittelalter|Spätmittelalter]] ein und ist in Verbindung zu bringen mit den territorialen Verhältnissen des Erzbistums.
    
==Stadtteile und Siedlungskerne von Salzburg==
 
==Stadtteile und Siedlungskerne von Salzburg==
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: ''Hauptartikel: [[Aigen]]''
 
: ''Hauptartikel: [[Aigen]]''
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Aigen war ursprünglich nur der Name des [[1402]] zum ersten Mal urkundlich genannten hier gelegenen Ansitzes und wurde später auf die ganze Siedlung bzw. Gegend übertragen. Ein aigen (mittelhochdeutsch) ''eigen'' bedeutet „Eigentum, namentlich ererbtes Grundeigentum“, also einen freien Eigenbesitz im Gegensatz zum Lehen. Ein Aigner ist ein freier Bauer, der ein nicht abgabepflichtiges Gut („Aigen“) besitzt. – Am [[1. Jänner]] [[1939]] nach Salzburg eingemeindet.
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Aigen war ursprünglich nur der Name des [[1402]] zum ersten Mal urkundlich genannten hier gelegenen Ansitzes und wurde später auf die ganze Siedlung bzw. Gegend übertragen. Ein ''aigen'' (mittelhochdeutsch) ''eigen'' bedeutet „Eigentum, namentlich ererbtes Grundeigentum“, also einen freien Eigenbesitz im Gegensatz zum Lehen. Ein Aigner ist ein freier Bauer, der ein nicht abgabepflichtiges Gut („Aigen“) besitzt. – Am [[1. Jänner]] [[1939]] nach Salzburg eingemeindet.
    
'''Aiglhof'''<br>
 
'''Aiglhof'''<br>
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: ''Hauptartikel: [[Andräviertel]]''
 
: ''Hauptartikel: [[Andräviertel]]''
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Als Andräviertel bezeichnet nach der hier gelegenen [[Stadtpfarrkirche St. Andrä]]. Eine dem Apostel Andreas geweihte Kirche stand ursprünglich an jener Ecke des [[Neustadt#Das_Platzl|Platzl]]s, wo [[Linzer Gasse]] und [[Dreifaltigkeitsgasse]] aufeinander treffen. Diese wurde [[1861]] aus Unverstand abgerissen und [[1892]]/[[1898|98]] durch die jetzige Kirche am [[Mirabellplatz]] ersetzt.
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Als Andräviertel bezeichnet nach der hier gelegenen [[Stadtpfarrkirche St. Andrä]]. Eine dem Apostel Andreas geweihte Kirche stand ursprünglich an jener Ecke des [[Platzl]]s, wo [[Linzer Gasse]] und [[Dreifaltigkeitsgasse]] aufeinander treffen. Diese wurde [[1861]] aus Unverstand abgerissen und [[1892]]/[[1898|98]] durch die jetzige Kirche am [[Mirabellplatz]] ersetzt.
    
'''Äußerer Stein'''<br>
 
'''Äußerer Stein'''<br>
 
: ''Hauptartikel: [[Äußerer Stein]]''
 
: ''Hauptartikel: [[Äußerer Stein]]''
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So wird das Gebiet entlang der [[Arenbergstraße]] zwischen dem äußeren Steintor (heute Engelwirtsbrunnen) und dem heutigen Beginn der [[Pausingerstraße]] (früher äußere [[Steingasse]] genannt. Später wurde im [[Innerer Stein|Inneren Stein]] am Fuß des [[Kapuzinerberg]]s vielleicht schon in der Römerzeit von [[Hochwasser|Hochwässern]] der Salzach besser geschützte Häuser gebaut, die buchstäblich „auf dem Stein“ standen. Im [[19. Jahrhundert]] wurde vorübergehend auch größere Teile des Inneren Parsch zum Äußeren Stein dazugezählt.  
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So wird das Gebiet entlang der [[Arenbergstraße]] zwischen [[Äußeres Steintor|äußerem Steintor]] (heute [[Engelwirtsbrunnen]]) und dem heutigen Beginn der [[Pausingerstraße]] (früher äußere [[Steingasse]] genannt. Später wurde im [[Innerer Stein|Inneren Stein]] am Fuß des [[Kapuzinerberg]]s vielleicht schon in der [[Römer]]zeit von [[Hochwasser|Hochwässern]] der Salzach besser geschützte Häuser gebaut, die buchstäblich „auf dem Stein“ standen. Im [[19. Jahrhundert]] wurde vorübergehend auch größere Teile des Inneren Parsch zum Äußeren Stein dazugezählt.  
    
'''Burgfried'''<br>
 
'''Burgfried'''<br>
 
: ''Hauptartikel: [[Maxglan]]''
 
: ''Hauptartikel: [[Maxglan]]''
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Möglicherweise ein alter, aber schon im Mittelalter aufgelassener Siedlungskern [[Maxglan]]s. Mit „Burgfried“ bezeichnete man im frühen Mittelalter den erhöhten rechtlichen Schutz befestigter Plätze, später auch allgemein das unmittelbare Stadtgebiet. Die Annahme eines stärker befestigten Ortskernes von Maxglan direkt im Überschwemmungsgebiet der Glan ist allerdings wenig glaubhaft. Denkbar ist aber ein Pallisadenwall im frühen Mittelalter im Raum des heutigen Kirchenviertels.   
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Möglicherweise ein alter, aber schon im [[Mittelalter]] aufgelassener Siedlungskern [[Maxglan]]s. Mit „Burgfried“ bezeichnete man im frühen Mittelalter den erhöhten rechtlichen Schutz befestigter Plätze, später auch allgemein das unmittelbare Stadtgebiet. Die Annahme eines stärker befestigten Ortskernes von Maxglan direkt im Überschwemmungsgebiet der Glan ist allerdings wenig glaubhaft. Denkbar ist aber ein Pallisadenwall im frühen Mittelalter im Raum des heutigen Kirchenviertels.   
    
'''Elisabeth-Vorstadt<br>
 
'''Elisabeth-Vorstadt<br>
 
: ''Hauptartikel: [[Elisabeth-Vorstadt]]''
 
: ''Hauptartikel: [[Elisabeth-Vorstadt]]''
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Dieser Stadtteil hieß früher Froschheim (nach den hier einst gelegenen Auen der Salzach mit ihren vielen Fröschen) und wurde auf Initiative von [[Sylvester Oberberger]] [[1901]] nach der [[Kaiserin Elisabeth von Österreich]] ([[1837]] – [[1898]]) benannt. Die Katastralgemeinde Elisabeth-Vorstadt wurde nach [[1950]] wieder in Froschheim rückbenannt, die so heute wieder den Namen Katastralgemeinde Salzburg, Abteilung Froschheim trägt. Davon unbeachtet trägt der Stadtteil an sich aber bis heute den Namen der einstigen Kaiserin.  
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Dieser Stadtteil hieß früher ''Froschheim'' (nach den hier einst gelegenen Auen der Salzach mit ihren vielen Fröschen) und wurde auf Initiative von [[Sylvester Oberberger]] [[1901]] nach der [[Kaiserin Elisabeth von Österreich]] ([[1837]] – [[1898]]) benannt. Die Katastralgemeinde Elisabeth-Vorstadt wurde nach [[1950]] wieder in Froschheim rückbenannt, die so heute wieder den Namen Katastralgemeinde Salzburg, Abteilung Froschheim trägt. Davon unbeachtet trägt der Stadtteil an sich aber bis heute den Namen der einstigen Kaiserin.  
    
'''Esch'''<br>
 
'''Esch'''<br>
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'''Glanhofen<br>
 
'''Glanhofen<br>
von „Hof/Höfe an der Glan“: Der Flussname [[Glan]], rivolus Glane, ist schon um [[700]] urkundlich belegt. Nach Hörburger kommt er aus dem keltischen „glan“, wo er „rein“, „lauter“, „schön“ bedeutet.
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von „Hof/Höfe an der Glan“: Der Flussname [[Glan]], rivolus Glane, ist schon um [[700]] urkundlich belegt. Nach Hörburger kommt er aus dem [[Kelten|keltischen]] „glan“, wo er „rein“, „lauter“, „schön“ bedeutet.
    
'''Glas'''<br>
 
'''Glas'''<br>
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: ''Hauptartikel: [[Gneis]]''
 
: ''Hauptartikel: [[Gneis]]''
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Hörburger leitet es vom romanischen „canales“ = Wasserrinne ab. Für Gneis gibt es aber auch einen zweiten, wenn auch  deutlich weniger schlüssigen Erklärungsversuch: Zillner sieht darin auf Grund der auch vorkommenden Schreibungen „Gnälls“ und „Gnäusel“ ein mundartlich entstelltes „Knaus“ oder „Knäuslein“, d.i. eine Kugel (vgl. "Knäuel"), gelegentlich aber auch ein halbkugeliges Endstück eines Brotlaibes. Angeblich - aber wenig wahrscheinlich wurde die leicht wellig verlaufende Terrassenkante der Friedhofsterrasse (des [[Kommunalfriedhof]]s) mit einer Kugel bzw. einem Brotlaibscherzel verglichen.  
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Hörburger leitet es vom romanischen „canales“ = Wasserrinne ab. Für Gneis gibt es aber auch einen zweiten, wenn auch  deutlich weniger schlüssigen Erklärungsversuch: [[Franz Valentin Zillner|Zillner]] sieht darin auf Grund der auch vorkommenden Schreibungen „Gnälls“ und „Gnäusel“ ein mundartlich entstelltes „Knaus“ oder „Knäuslein“, d. i. eine Kugel (vgl. "Knäuel"), gelegentlich aber auch ein halbkugeliges Endstück eines Brotlaibes. Angeblich - aber wenig wahrscheinlich wurde die leicht wellig verlaufende Terrassenkante der Friedhofsterrasse (des [[Kommunalfriedhof]]s) mit einer Kugel bzw. einem Brotlaibscherzel verglichen.  
    
'''Gnigl'''<br>
 
'''Gnigl'''<br>
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: ''Hauptartikel: [[Herrnau]]''
 
: ''Hauptartikel: [[Herrnau]]''
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-au ist oberdeutsch ein Hinweis auf Wasser und kommt von althochdeutsch ouwa. Schon [[1574]] wurde ein Teil der [[Hellbrunner Au]] nach den zunehmend aristokraktischen Besitzverhältnissen als Herrnau (Au der adeligen Herren) bezeichnet. [[1631]] erhielt auch das neue dort errichtete Herrenhaus (heute Eschenbachg. 21) diesen Namen.  
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-au ist oberdeutsch ein Hinweis auf Wasser und kommt von althochdeutsch ouwa. Schon [[1574]] wurde ein Teil der [[Hellbrunner Au]] nach den zunehmend aristokratischen Besitzverhältnissen als Herrnau (Au der adeligen Herren) bezeichnet. [[1631]] erhielt auch das neue dort errichtete Herrenhaus (heute Eschenbachg. 21) diesen Namen.  
    
'''Itzling'''<br>
 
'''Itzling'''<br>
 
: ''Hauptartikel: [[Itzling]]''
 
: ''Hauptartikel: [[Itzling]]''
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altdeutsch Uzilinga, gehört zu den Ortsnamen auf –ing. Die ing-Namen stellen eine sehr alte Namensschicht innerhalb des sich ab dem 7./8. Jahrhundert etablierenden althochdeutschen Namenkorpus dar. Wenn man die Funktion dieses wohl produktivsten germanischen Suffixes betrachtet, so bezeichnet es ganz allgemein gesagt die Zugehörigkeit entweder zu einer Person (vgl. ahd. edeling 'Edler') oder zu einer Sache. Einen sehr großen Teil der ahd. -ing-Bildungen in den Ortsnamen bildet die Ableitung zu Personennamen. Es handelt sich demnach um einen Insassennamentyp, der in Folge auf die Ortschaften übertragen wurde. Dieser Typus scheint in althochdeutscher Zeit neben mehreren Formen vor allem im Nominativ Plural mit der Endung -a auf (vgl. die Formen der Erstnennung in der [[Notitia Arnonis]] N. Pl. uzilinga und liueringa). Er bezeichnet die Personengruppe um die im Stamm genannte Person und ist dann auf die Siedlungsstelle, wo diese Personengruppe sesshaft gewesen war, übertragen worden. Eine Unmenge an weiteren ebenso gebildeten -ing-Namen lässt sich anführen (vgl. die alten Notitia Arnonis-Namen Aching/Eching, Pabing, [[Anthering]] u.v.a.), was die Produktivität dieses Ortsnamentyps augenfällig demonstriert. Itzling bedeutet daher soviel wie Heim, Hof, Siedlung der Sippe Uzzo. Am [[1. Juli]] [[1935]] nach Salzburg eingemeindet.
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altdeutsch Uzilinga, gehört zu den Ortsnamen auf –ing. Die ing-Namen stellen eine sehr alte Namensschicht innerhalb des sich ab dem 7./[[8. Jahrhundert]] etablierenden althochdeutschen Namenkorpus dar. Wenn man die Funktion dieses wohl produktivsten germanischen Suffixes betrachtet, so bezeichnet es ganz allgemein gesagt die Zugehörigkeit entweder zu einer Person (vgl. ahd. edeling 'Edler') oder zu einer Sache. Einen sehr großen Teil der ahd. -ing-Bildungen in den Ortsnamen bildet die Ableitung zu Personennamen. Es handelt sich demnach um einen Insassennamentyp, der in Folge auf die Ortschaften übertragen wurde. Dieser Typus scheint in althochdeutscher Zeit neben mehreren Formen vor allem im Nominativ Plural mit der Endung -a auf (vgl. die Formen der Erstnennung in der [[Notitia Arnonis]] N. Pl. uzilinga und liueringa). Er bezeichnet die Personengruppe um die im Stamm genannte Person und ist dann auf die Siedlungsstelle, wo diese Personengruppe sesshaft gewesen war, übertragen worden. Eine Unmenge an weiteren ebenso gebildeten -ing-Namen lässt sich anführen (vgl. die alten Notitia Arnonis-Namen Aching/Eching, Pabing, [[Anthering]] u.v.a.), was die Produktivität dieses Ortsnamentyps augenfällig demonstriert. Itzling bedeutet daher soviel wie Heim, Hof, Siedlung der Sippe Uzzo. Am [[1. Juli]] [[1935]] nach Salzburg eingemeindet.
    
'''Josefiau'''<br>
 
'''Josefiau'''<br>
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: ''Hauptartikel: [[Lehen]]''
 
: ''Hauptartikel: [[Lehen]]''
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[[Franz Valentin Zillner]] leitet den Namen alternativ von „Loh“, „Löhen“ = nasse, sumpfige Stellen her, weil dieses nahe dem Zusammenfluss von [[Saalach]] und Salzach gelegene Gebiet ursprünglich sehr wasserreich und sumpfig war. Er nannte den Streifen zwischen Glan und Mühlbach das "salzburgische Mesopotamien“ (Zweistromland) und beschrieb das Gebiet in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts so:
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[[Franz Valentin Zillner|Zillner]] leitet den Namen alternativ von „Loh“, „Löhen“ = nasse, sumpfige Stellen her, weil dieses nahe dem Zusammenfluss von [[Saalach]] und Salzach gelegene Gebiet ursprünglich sehr wasserreich und sumpfig war. Er nannte den Streifen zwischen Glan und Mühlbach das "salzburgische Mesopotamien“ (Zweistromland) und beschrieb das Gebiet in der zweiten Hälfte des [[19. Jahrhundert]]s so:
    
Weniger wahrscheinlich kommt der Name von früher hier gelegenen „Lehen“ = kleinen Bauerngütern, im Eigentum von Großgrundbesitzern. Das Gebiet zwischen heutiger Bahn, [[Glan]] und Glandurchstich sowie Salzach liegt im Bereich einer Alluvialterrasse, die im Gegensatz zu den höher gelegenen Stadtterrassen ständig von Überschwemmungen der Glan und der Salzach bedroht war. Zwischen der alten Vorstadt [[Mülln]] und dem uralten Bauern- und Fischerort [[Liefering]] gab es hier nur einige verstreut liegende Höfe nahe der Straße und eine kleine Gruppe von Anwesen, die neben Landbewirtschaftung die Wasserkraft des vermutlich im [[14. Jahrhundert]] von der Glan abgezweigten Gailenbachs nutzten.  
 
Weniger wahrscheinlich kommt der Name von früher hier gelegenen „Lehen“ = kleinen Bauerngütern, im Eigentum von Großgrundbesitzern. Das Gebiet zwischen heutiger Bahn, [[Glan]] und Glandurchstich sowie Salzach liegt im Bereich einer Alluvialterrasse, die im Gegensatz zu den höher gelegenen Stadtterrassen ständig von Überschwemmungen der Glan und der Salzach bedroht war. Zwischen der alten Vorstadt [[Mülln]] und dem uralten Bauern- und Fischerort [[Liefering]] gab es hier nur einige verstreut liegende Höfe nahe der Straße und eine kleine Gruppe von Anwesen, die neben Landbewirtschaftung die Wasserkraft des vermutlich im [[14. Jahrhundert]] von der Glan abgezweigten Gailenbachs nutzten.  
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: ''Hauptartikel: [[Schloss Leopoldskron]]''
 
: ''Hauptartikel: [[Schloss Leopoldskron]]''
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An einem schon vorher bestehenden Weiher im Landschaftsraum von Riedenburg ließ Erzbischof [[Leopold Anton Freiherr von Firmian]] [[1736]] – [[1740]] ein [[Schloss Leopoldskron|Schloss]] errichten. Zu diesem Schloss gehörte als Grundeigentum auch das Wildmoos, wodurch sich allmählich der neue Name Leopolskron-Moos (siehe dort) einbürgerte.  
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An einem schon vorher bestehenden Weiher im Landschaftsraum von Riedenburg ließ Erzbischof [[Leopold Anton Freiherr von Firmian]] [[1736]] – [[1740]] ein [[Schloss Leopoldskron|Schloss]] errichten. Zu diesem Schloss gehörte als Grundeigentum auch das Wildmoos, wodurch sich allmählich der neue Name Leopoldskron-Moos (siehe dort) einbürgerte.  
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Das Schloss blieb bis [[1828]] im Besitz der Grafen von Firmian, danach gab es häufige Besitzerwechsel. Bis [[1938]] gehörte es [[Max Reinhardt]], dann enteigneten es die Nazis. Nach dem [[Zweiten Weltkrieg]] wurde es an die Erben Reinhardts restituiert, die es [[1969]] an die US-Stiftung „Salzburg Seminar“ verkauften. –  
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Das Schloss blieb bis [[1828]] im Besitz der Grafen von [[Firmian]], danach gab es häufige Besitzerwechsel. Bis [[1938]] gehörte es [[Max Reinhardt]], dann enteigneten es die Nazis. Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wurde es an die Erben Reinhardts restituiert, die es [[1969]] an die US-Stiftung [[Salzburg Seminar]] verkauften. –  
    
'''Liefering'''<br>
 
'''Liefering'''<br>
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: ''Hauptartikel: [[Morzg]]''
 
: ''Hauptartikel: [[Morzg]]''
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Der Name Morzg kommt aus dem lateinischen Marciaco und bedeutet „Siedlung des Marcius“. Der Ort wurde erstmals [[790]]urkundlich erwähnt, als der Bayernherzog Theodebert dem [[Stift Nonnberg]] "Marciago" schenkt. Am [[1. Jänner]] [[1939]] nach Salzburg eingemeindet.  
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Der Name Morzg kommt aus dem lateinischen Marciaco und bedeutet „Siedlung des Marcius“. Der Ort wurde erstmals [[790]]urkundlich erwähnt, als der Bayernherzog [[Theodebert]] dem [[Stift Nonnberg]] "Marciago" schenkt. Am [[1. Jänner]] [[1939]] nach Salzburg eingemeindet.  
    
'''Mülln'''<br>
 
'''Mülln'''<br>
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: ''Hauptartikel: [[Nonnberg]]''
 
: ''Hauptartikel: [[Nonnberg]]''
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Das [[Stift Nonnberg]] ist das älteste, seit seiner Gründung [[713]] - [[715]] ununterbrochen bestehende Frauenkloster nördlich der Alpen. Als Gründer wird der [[Rupert von Worms|Heilige Rupert]] bezeichnet, der das Kloster seiner Nichte [[Erintrudis]] (auch Erentrudis) als erster Äbtissin überantwortete.
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Das [[Stift Nonnberg]] ist das älteste, seit seiner Gründung [[713]] - [[715]] ununterbrochen bestehende Frauenkloster nördlich der Alpen. Als Gründer wird der [[Rupert von Worms|Heilige Rupert]] bezeichnet, der das Kloster seiner Nichte [[Erintrudis]] (auch Erentrudis) als erster [[Äbtissinnen vom Nonnberg|Äbtissin]] überantwortete.
    
'''Nonntal'''<br>
 
'''Nonntal'''<br>
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: ''Hauptartikel: [[Taxham]]''
 
: ''Hauptartikel: [[Taxham]]''
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Ausgehend vom Grund des [[Gut Daxheim|Gutes Daxenheim]], das dem Stadtteil auch seinen Namen gab, begann die intensive Besiedlung in den 1960er Jahren. Das Bauerngut wieder hatte seinen Namen nachdem kleinen Wäldchen (Taxen = Nadelbaumzweige, Nadelholz) und dem einst nächststehenden kleinen Herrenhof. Neben den Namen auf –ing (vgl. unter Itzling) ist-heim- bzw. ham eine zweite weit verbreitete althochdeutsche Ortsnamenfamilie. Die Verbreitung dieser beiden ältesten Namentypen ist unterschiedlich: die -heim-Namen konzentrieren sich auf das oberösterreichische [[Alpenvorland]] bis gegen die Enns und den Salzburger [[Flachgau]], während die echten -ing-Namen nicht nur etwas weiter nach Süden ins beginnende Bergland hineinreichen, sondern sich vor allem über die Enns hinaus in den niederösterreichischen Donauraum bis ins Wiener Becken nach Osten erstrecken. Grund ist der unterschiedliche Bedeutungsaspekt der beiden Namentypen hinsichtlich des Wohnortes.  
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Ausgehend vom Grund des [[Gut Daxheim|Gutes Daxenheim]], das dem Stadtteil auch seinen Namen gab, begann die intensive Besiedlung in den 1960er Jahren. Das Bauerngut wieder hatte seinen Namen nachdem kleinen Wäldchen (Taxen = Nadelbaumzweige, Nadelholz) und dem einst nächst stehenden kleinen Herrenhof. Neben den Namen auf –ing (vgl. unter Itzling) ist-heim- bzw. ham eine zweite weit verbreitete althochdeutsche Ortsnamenfamilie. Die Verbreitung dieser beiden ältesten Namentypen ist unterschiedlich: die -heim-Namen konzentrieren sich auf das oberösterreichische [[Alpenvorland]] bis gegen die Enns und den Salzburger [[Flachgau]], während die echten -ing-Namen nicht nur etwas weiter nach Süden ins beginnende Bergland hineinreichen, sondern sich vor allem über die Enns hinaus in den niederösterreichischen Donauraum bis ins Wiener Becken nach Osten erstrecken. Grund ist der unterschiedliche Bedeutungsaspekt der beiden Namenstypen hinsichtlich des Wohnortes.  
    
In den -ing-Namen wird der Besitzanspruch auf Grund und Boden deutlich, so dass dieser Namentyp beim Vordringen in die slawisch besiedelten Gebiete östlich der Enns nach den Awarenkriegen Karls des Großen seit dem ausgehenden [[8. Jahrhundert]] und noch im auslaufenden [[10. Jahrhundert]] nach Errichtung der Markgrafschaft Österreich [[976]] für die Besitzergreifung und Neuansiedlung bestens geeignet war. Dagegen gab man -heim-Namen in jenen Gebieten, in denen man schon länger ansässig war und sich beheimatet fühlte. Daher umgrenzen die -heim-Namen, obwohl jünger, deutlich den ursprünglichen bairischen Siedlungsraum, wobei die heute österreichischen Gebiete Oberösterreichs und Salzburgs selbstverständlich die östlichen Bereiche der auch in Nieder- und Oberbayern massenhaft auftretenden beiden Namentypen sind.  
 
In den -ing-Namen wird der Besitzanspruch auf Grund und Boden deutlich, so dass dieser Namentyp beim Vordringen in die slawisch besiedelten Gebiete östlich der Enns nach den Awarenkriegen Karls des Großen seit dem ausgehenden [[8. Jahrhundert]] und noch im auslaufenden [[10. Jahrhundert]] nach Errichtung der Markgrafschaft Österreich [[976]] für die Besitzergreifung und Neuansiedlung bestens geeignet war. Dagegen gab man -heim-Namen in jenen Gebieten, in denen man schon länger ansässig war und sich beheimatet fühlte. Daher umgrenzen die -heim-Namen, obwohl jünger, deutlich den ursprünglichen bairischen Siedlungsraum, wobei die heute österreichischen Gebiete Oberösterreichs und Salzburgs selbstverständlich die östlichen Bereiche der auch in Nieder- und Oberbayern massenhaft auftretenden beiden Namentypen sind.  
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: ''Hauptartikel: [[Adnet]]''
 
: ''Hauptartikel: [[Adnet]]''
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Der Name 'Adnet' (mit seinem Erstbeleg in den Breves Notitiae „Atanate“) kann zumindest dem Suffix nach hohes Alter bescheinigt werden. So findet sich das keltische -ate-Suffix beispielsweise in „Arelate“ in Caesars Bellum Gallicum. Die Bedeutung des keltischen Namens ist 'Siedlung am Sumpf'.
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Der Name 'Adnet' (mit seinem Erstbeleg in den "Breves Notitiae" „Atanate“) kann zumindest dem Suffix nach hohes Alter bescheinigt werden. So findet sich das keltische -ate-Suffix beispielsweise in „Arelate“ in Caesars Bellum Gallicum. Die Bedeutung des keltischen Namens ist 'Siedlung am Sumpf'.
    
'''Anif'''<br>
 
'''Anif'''<br>
 
: ''Hauptartikel: [[Anif]]''
 
: ''Hauptartikel: [[Anif]]''
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Anif (frühe Belege: Anaua, Anua) geht nach einer Deutung von Eberhard Kranzmayer auf ein keltisches *anapa ‘ = Sumpfwasser’ zurück, das aus zwei keltischen Gewässer-wörtern zusammengesetzt ist: anos ‘Sumpf’ und apa ‘Wasser’; möglicherweise ist der Name aber schon voreinzelsprachlicher Herkunft.
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Anif (frühe Belege: Anaua, Anua) geht nach einer Deutung von Eberhard Kranzmayer auf ein keltisches *anapa ‘ = Sumpfwasser’ zurück, das aus zwei keltischen Gewässerwörtern zusammengesetzt ist: anos ‘Sumpf’ und apa ‘Wasser’; möglicherweise ist der Name aber schon voreinzelsprachlicher Herkunft.
    
'''Anthering'''<br>
 
'''Anthering'''<br>
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==Weblinks==
 
==Weblinks==
 
[http://www.sbg.ac.at/spr/people/manfred_sellner/multimedia/alphabetisches%20lexikon.htm Homepage] von Manfred Sellner, Linguist an der Universität Salzburg
 
[http://www.sbg.ac.at/spr/people/manfred_sellner/multimedia/alphabetisches%20lexikon.htm Homepage] von Manfred Sellner, Linguist an der Universität Salzburg
      
==Quellen==
 
==Quellen==

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