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Der erste Beleg für den Bestand eines Zwergengartens in Salzburg liegt erst in den Jahren nach 1710 vor. Aus dieser Zeit gibt es aber keinerlei Hinweise auf eine Gartenneugestaltung. Zahlreiche Indizien lassen eine Entstehung im Rahmen des Gesamtkonzeptes Fischer von Erlachs schon kurz nach 1690 überaus schlüssig erscheinen:
 
Der erste Beleg für den Bestand eines Zwergengartens in Salzburg liegt erst in den Jahren nach 1710 vor. Aus dieser Zeit gibt es aber keinerlei Hinweise auf eine Gartenneugestaltung. Zahlreiche Indizien lassen eine Entstehung im Rahmen des Gesamtkonzeptes Fischer von Erlachs schon kurz nach 1690 überaus schlüssig erscheinen:
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* Die 28 marmornen Götter- und Heldenfiguren (ohne den später entfernten acht kleinen Tritonen) im Mirabellgarten stehen 28 Zwerge im Zwergelgarten gegenüber.
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* Die 28 großen marmornen Götter- und Heldenfiguren (ohne den später entfernten acht kleinen Tritonen) im Mirabellgarten stehen 28 Zwerge im Zwergelgarten gegenüber.
 
* Die Zwerge bilden das Gegenstück zur antiken Götterwelt des Mirabellgartens und auch zum Riesen Anthäus, den Herkules bezwingt.
 
* Die Zwerge bilden das Gegenstück zur antiken Götterwelt des Mirabellgartens und auch zum Riesen Anthäus, den Herkules bezwingt.
 
* Die Theaterzwerge konnten das Spiel der Komödianten des direkt südlich anschließenden Heckentheaters weiterführen.
 
* Die Theaterzwerge konnten das Spiel der Komödianten des direkt südlich anschließenden Heckentheaters weiterführen.
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* Im heiteren Garten des (Fürst)-Erzbischofs Johann Ernst Graf Thun durfte die Erinnerung an die Vergänglichkeit aller Dinge nicht fehlen. Dies sollte in den allegorischen Darstellungen der einzelnen Monate deutlich werden.  
 
* Im heiteren Garten des (Fürst)-Erzbischofs Johann Ernst Graf Thun durfte die Erinnerung an die Vergänglichkeit aller Dinge nicht fehlen. Dies sollte in den allegorischen Darstellungen der einzelnen Monate deutlich werden.  
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Die vielfältige Symbolsprache des Mirabellgartens wird maßgeblich auch vom Zwergelgarten mit seinen 28 Skulpturen aus [[Untersberger Marmor]] (Untersberger Forelle) mitbestimmt. Jeder von ihnen wiegt etwa 300 bis 400 Kilogramm<ref name="SN">Quelle [https://www.sn.at/salzburg/chronik/mirabellgarten-zwergerl-waren-in-hallein-auf-reha-25379473 www.sn.at], Restaurierung 2018, abgefragt am 14. März 2018</ref> Verwachsene und kleinwüchsige Menschen wurden in der Barockzeit an vielen europäischen Fürstenhöfen angestellt; sie wurden ob ihrer Treue und Loyalität hoch geschätzt.  
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Als ''Pigatlgarten'' (so oder ursprüngliche Name des Gartenteiles), später als Pagodendarten und dann als Zwergelgarten wird seit der Barockzeit der Gartenteil südlich der Wasserbastion bezeichnet. Der Zwergelgarten besaß in der Mitte einen großen Springbrunnen. Umgeben war von vier kleinen runden Brunnen, einst „Wasserstücke“ genannt. Die Wasserbecken waren umgeben von zwölf „Gartenstücken“ in reich ornamentaler Form, die von einer 60 bis 70 cm hohen Buchshecke eingerahmt waren.
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Die vielfältige Symbolsprache des Mirabellgartens wird maßgeblich vom Zwergelgarten mit seinen 28 Skulpturen aus [[Untersberger Marmor]] (Untersberger Forelle) mitbestimmt.
 
Die Figuren zeigen, dass Größe und Kleinheit relativ ist: Nachdem die Zwerge auf Sockeln von einem Meter Höhe standen, mussten die Besucher zu den Köpfen der kleinen Barockfiguren aufschauen. Die Kleinheit der Figuren wurde dann betont, wenn man sie von den hohen Bastionsmauern aus betrachtete, die einst noch höher wirkten als im heutigen Zustand mit der großflächig 1,5 m eingeschütteten Wehrmauerbasis. Die Gartenzwerge sollten gemäß dem Volksglauben symbolisch alles Böse fernhalten.
 
Die Figuren zeigen, dass Größe und Kleinheit relativ ist: Nachdem die Zwerge auf Sockeln von einem Meter Höhe standen, mussten die Besucher zu den Köpfen der kleinen Barockfiguren aufschauen. Die Kleinheit der Figuren wurde dann betont, wenn man sie von den hohen Bastionsmauern aus betrachtete, die einst noch höher wirkten als im heutigen Zustand mit der großflächig 1,5 m eingeschütteten Wehrmauerbasis. Die Gartenzwerge sollten gemäß dem Volksglauben symbolisch alles Böse fernhalten.
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Als ''Pigatlgarten'', so der ursprüngliche Name des Zwergelgartens, wird seit der Barockzeit der Gartenteil südlich der Wasserbastion bezeichnet, auch wenn die Salzburger Zwerge derzeit auf dieser Bastion aufgestellt sind. Der Zwergelgarten besaß in der Mitte einen großen Springbrunnen, umgeben war von vier kleinen runden Brunnen, einst „Wasserstücke“ genannt. Die Wasserbecken waren umgeben von zwölf „Gartenstücken“ in reich ornamentaler Form, die von einer 60 bis 70 cm hohen Buchshecke eingerahmt waren.
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Jeder von ihnen wiegt etwa 300 bis 400 Kilogramm<ref name="SN">Quelle [https://www.sn.at/salzburg/chronik/mirabellgarten-zwergerl-waren-in-hallein-auf-reha-25379473 www.sn.at], Restaurierung 2018, abgefragt am 14. März 2018</ref> Verwachsene und kleinwüchsige Menschen wurden in der Barockzeit an vielen europäischen Fürstenhöfen angestellt; sie wurden ob ihrer Treue und Loyalität hoch geschätzt.
    
== Die einzelnen Zwerge in ihrer Bedeutung==
 
== Die einzelnen Zwerge in ihrer Bedeutung==
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