| | Die vielfältige Symbolsprache des Mirabellgartens wird maßgeblich auch vom Zwergelgarten mitbestimmt. Ursprünglich standen im historischen Zwergelgarten 28 Skulpturen aus [[Untersberger Marmor]] (Untersberger Forelle). Jeder von ihnen wiegt etwa 300 bis 400 Kilogramm<ref name="SN">Quelle [https://www.sn.at/salzburg/chronik/mirabellgarten-zwergerl-waren-in-hallein-auf-reha-25379473 www.sn.at], Restaurierung 2018, abgefragt am 14. März 2018</ref> Die Zwerge wurden vermutlich unter einem Künstlerkollektiv unter Leitung von [[Ottavio Mosto]] und [[Michael Bernhard Mandl]] geschaffen, in dem auch [[Sebastian Stumpfegger]] und [[Hans Schwäbl]] mitgearbeitet hatten. Verwachsene und kleinwüchsige Menschen wurden in der Barockzeit an vielen europäischen Fürstenhöfen angestellt; sie wurden ob ihrer Treue und Loyalität hoch geschätzt. | | Die vielfältige Symbolsprache des Mirabellgartens wird maßgeblich auch vom Zwergelgarten mitbestimmt. Ursprünglich standen im historischen Zwergelgarten 28 Skulpturen aus [[Untersberger Marmor]] (Untersberger Forelle). Jeder von ihnen wiegt etwa 300 bis 400 Kilogramm<ref name="SN">Quelle [https://www.sn.at/salzburg/chronik/mirabellgarten-zwergerl-waren-in-hallein-auf-reha-25379473 www.sn.at], Restaurierung 2018, abgefragt am 14. März 2018</ref> Die Zwerge wurden vermutlich unter einem Künstlerkollektiv unter Leitung von [[Ottavio Mosto]] und [[Michael Bernhard Mandl]] geschaffen, in dem auch [[Sebastian Stumpfegger]] und [[Hans Schwäbl]] mitgearbeitet hatten. Verwachsene und kleinwüchsige Menschen wurden in der Barockzeit an vielen europäischen Fürstenhöfen angestellt; sie wurden ob ihrer Treue und Loyalität hoch geschätzt. |
| − | In der Zeit der Aufklärung gerieten die Figuren missgestalteter Menschen im Mirabellgarten immer mehr in Verruf. Dem aufgeklärten bayrischen Kronprinz [[Ludwig I. von Bayern]] missfielen während der kurzen [[Herzogtum Salzburg#1810 bis 1816 (Zugehörigkeit zu Bayern)|bayrischen Regentschaft]] über den gesamten Raum des Erzbistum Salzburg dem Zeitgeist entsprechend die hier aufgestellten Zwerge. 27e Figuren wurden im Jahr 1811 größtenteils um den sehr geringen Betrag von nur zwei [[Gulden]] je Stück versteigert, Über den 28. Zwerg ist nichts bekannt. Den Großteil der Zwerge ersteigerte damals der Gärtner Rosenegger für den bekannten Park auf dem Bürgelstein, von wo sie (auch unter dem Namen "Mirabellmännchen") zum Teil rasch weiterverkauft wurden. 12 Zwerge befanden sich 1897 im Garten des Baron Scharz in Schallmoos. So waren die Salzburger Zwerge bald in alle Winde verstreut. | + | In der Zeit der Aufklärung gerieten die Figuren missgestalteter Menschen im Mirabellgarten immer mehr in Verruf. Dem aufgeklärten bayrischen Kronprinz [[Ludwig I. von Bayern]] missfielen während der kurzen [[Herzogtum Salzburg#1810 bis 1816 (Zugehörigkeit zu Bayern)|bayrischen Regentschaft]] über den gesamten Raum des Erzbistum Salzburg dem Zeitgeist entsprechend die hier aufgestellten Zwerge. 27 Figuren wurden im Jahr 1811 größtenteils um den sehr geringen Betrag von nur zwei [[Gulden]] je Stück versteigert, Über den 28. Zwerg ist nichts bekannt. Den Großteil der Zwerge ersteigerte damals der Gärtner [[Josef Rosenegger]] für den bekannten Park um den [[Bürglstein]], von wo sie (auch unter dem Namen "Mirabellmännchen") zum Teil rasch weiterverkauft wurden. Zwölf Zwerge befanden sich 1897 im Garten der [[Baron-Schwarz-Villa]] des Baron [[Karl Freiherr von Schwarz]] in [[Schallmoos]]. So waren die Salzburger Zwerge bald in alle Winde verstreut. |
| | Die Zwerge waren für fast hundert Jahre in Vergessenheit geraten. Am [[20. Oktober]] [[1919]] fasste der [[Salzburger Gemeinderat]] den Beschluss, den einzigartigen Garten am ursprünglichen Standort originalgetreu wieder zu errichten. Zuvor hatte sich der [[Salzburger Verschönerungsverein]], der heutige [[Salzburger Stadtverein]], unermüdlich darum bemüht, dieses wichtige Stück [[Salzburger Kulturgeschichte]] wieder erlebbar zu machen. Auf Antrag des Vereines stellte die [[Stadt Salzburg (Gebietskörperschaft)|Stadt Salzburg]] die neun damals wieder im Besitz des Stadtvereines befindlichen Zwerge an ihrem angestammten Platz im Zwergelgarten auf. Wegen der dort zahlreich spielenden Kinder musste zum Schutz der Skulpturen aber bald ein Platz in der Nähe des alten Gartens gefunden werden. Damals suchte vor allem der Verschönerungsverein mit Nachdruck nach weiteren Spuren der verlorenen alten Zwerge und fand sie in Salzburger Hausgärten, aber auch in Bayern, im oberösterreichischen Hausruck und im [[Pongau]]. Heute findet man 17<ref>Quelle "Neu auf'gstellt, guat aus'gstellt", eine Broschüre des [[Informationszentrum des Magistrats Salzburg|Informationszentrums]], herausgegeben anlässlich der Neuaufstellung Mai 2018</ref> der ursprünglich 28 Zwerge wieder auf der Wasserbastei. | | Die Zwerge waren für fast hundert Jahre in Vergessenheit geraten. Am [[20. Oktober]] [[1919]] fasste der [[Salzburger Gemeinderat]] den Beschluss, den einzigartigen Garten am ursprünglichen Standort originalgetreu wieder zu errichten. Zuvor hatte sich der [[Salzburger Verschönerungsverein]], der heutige [[Salzburger Stadtverein]], unermüdlich darum bemüht, dieses wichtige Stück [[Salzburger Kulturgeschichte]] wieder erlebbar zu machen. Auf Antrag des Vereines stellte die [[Stadt Salzburg (Gebietskörperschaft)|Stadt Salzburg]] die neun damals wieder im Besitz des Stadtvereines befindlichen Zwerge an ihrem angestammten Platz im Zwergelgarten auf. Wegen der dort zahlreich spielenden Kinder musste zum Schutz der Skulpturen aber bald ein Platz in der Nähe des alten Gartens gefunden werden. Damals suchte vor allem der Verschönerungsverein mit Nachdruck nach weiteren Spuren der verlorenen alten Zwerge und fand sie in Salzburger Hausgärten, aber auch in Bayern, im oberösterreichischen Hausruck und im [[Pongau]]. Heute findet man 17<ref>Quelle "Neu auf'gstellt, guat aus'gstellt", eine Broschüre des [[Informationszentrum des Magistrats Salzburg|Informationszentrums]], herausgegeben anlässlich der Neuaufstellung Mai 2018</ref> der ursprünglich 28 Zwerge wieder auf der Wasserbastei. |