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[[Datei:Pfarrkirche_Piesendorf.jpg|thumb|Pfarrkirche Piesendorf]]
[[Datei:EingangsportalPfarrkirchePiesendorf.JPG|thumb|Eingangsportal an der Südmauer der Pfarrkirche Piesendorf]]
[[Datei:OrgelemporePfarrkirchePiesendorf.JPG|thumb|Orgelempore in der Pfarrkirche Piesendorf]]
==Einführung==
Eine alte Überlieferung besagt laut [[Josef Lahnsteiner]], einem der Chronisten des [[Pinzgau]]es, dass die erste Kirche von [[Piesendorf]] in [[Walchen]] gestanden sei. Dafür führt er mehrere Gründe an:
#den Sitz des Geschlechtes der Walcher auf der Burg in Walchen.
#Das "Pfarrvidtum" war bis [[1600]] in Friedensbach, das ist in nächster Nähe vom Ortsteil Walchen.
#Auch die Kirchengründe liegen dort. Das "Angerl vor dem Walcherwirt" und angrenzende Flächen werden "Freithöfel" genannt. Um [[1830]] sollen dort bei einer Grabung auch Menschenknochen gefunden worden sein. Zwischen [[1200]] und [[1300]] ist der Walcherbach - auch heute noch ein gefürchteter Wasserlauf - ausgebrochen und hat alle Häuser zwischen Friedensbach und Vögäumühle, das beträfe auch die dort vermutete erste Kirche, zerstört. Lahnsteiner meint daher, dass daraufhin die Kirche an ihrem heutigen Standort neu errichtet wurde.
#Fast alle Kirchen des Pinzgaus waren dem [[Bistum Chiemsee]], Piesendorf unterstand jedoch den Walchern. Aufgrund dieses Umstandes wurde lange Zeit angenommen, dass Piesendorf die Urpfarre des Pinzgaus gewesen sein könnte, was von [[Heinz Dopsch]] inzwischen widerlegt wurde.
==Alter und Umfang der Altpfarre Piesendorf==
Die heutige Pfarrkirche ist dem Hl. Laurentius geweiht. Daran angebaut findet sich die Michaelskapelle, die früher als Sakristei Verwendung fand und ab [[1989]], nach dem Neubau der Sakristei, als Werktagskapelle genutzt wurde. Zur Pfarre gehören die Ortschaft [[Aufhausen]] mit der Filialkirche St. Leonhard, die schon erwähnte Ortschaft Walchen mit der Filialkirche St. Ulrich und Elisabeth, die Ortsteile [[Friedensbach]], [[Fürth]] und [[Hummersdorf]]. In der Zeit des [[Mittelalter]]s bis zum Konzil zu Trient (abgehalten von [[1545]] – [[1563]]) war die Pfarre jedoch wesentlich größer und umfasste auch die heute selbständigen Pfarren [[Kaprun]] und [[Niedernsill]]. Neben Piesendorf existierten im Mittelalter im [[Salzachtal]] nur drei Großpfarren: [[Bramberg]], [[Stuhlfelden]] und [[Zell am See]]. Das Laurentius-Patrozinium lässt eine sehr frühe Kirchengründung vermuten. Sie ist für das Hochmittelalter anzunehmen.
==Die Baugeschichte der Pfarrkirche==
Die archäologische Grabung, die von [[Eva Maria Feldinger]] und [[Fritz Moosleitner]] geleitet wurde, brachte zusammengefasst folgende Erkenntnisse: eine vorromanische Saalkirche, einen Kapellenbau an der ältesten Kirche, eine Romanische Doppelkirche, eine Doppelkirche mit [[Gotik|frühgotischem]] Chor, eine Spätgotische Saalkirche, spätgotische Abänderungen und Ergänzungen und bauliche Veränderungen in der Neuzeit.
==Quellen==
* [[Josef Lahnsteiner]], ''Oberpinzgau von Krimml bis Kaprun. Eine Sammlung geschichtlicher, kunsthistorischer und heimatkundlicher Notizen für die Freunde der Heimat.'', Hollersbach, Salzburg, Selbstverlag 1956
* Gobiet, Ronald (Hrsg.), Die Spätgotische Wandmalerei der Michaelskapelle in Piesendorf, in Salzburger Beiträge zur Kunst- und Denkmalpflege, Bd. I, Verlag Tauriska, Neukirchen/Grv., 2000