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| − | Der '''Nationalpark Hohe Tauern''' umfasst große Gebiete der Hohen Tauern im [[Salzburg (Bundesland)|Bundesland Salzburg]], Teile in [[Kärnten]] und [[Tirol]]. | + | [[Bild:SalzburgerLand.jpg|thumb|300px|Morgenstimmung auf einer Alm im Nationalpark Hohe Tauern]] |
| | + | Der '''Nationalpark Hohe Tauern''' umfasst große Gebiete der der [[Zentralalpen]] im Bereich der [[Hohe Tauern|Hohen Tauern]] im [[Salzburg (Bundesland)|Bundesland Salzburg]], Teile in [[Kärnten]] und [[Tirol]]. |
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| | == Zielsetzung und Geschichte == | | == Zielsetzung und Geschichte == |
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| | Die "Geburtswehen" begannen [[1909]]. Damals schrieb der Salzburger Anwalt und Politiker [[August Prinzinger]] dem eben gegründeten ''Verein Naturschutzpark'', dass (...)''jedes Zeitalter hat seine Einseitigkeit, seinen großen Irrtum, den die Nachkommen als solchen erkennen, bereuen und beklagen. Unsere Zeit krankt an der Missachtung und der Misshandlung der Natur. Die Naturschutzbewegung ist eine zeitgemäße Auflehnung gegen diesen Gang.'' | | Die "Geburtswehen" begannen [[1909]]. Damals schrieb der Salzburger Anwalt und Politiker [[August Prinzinger]] dem eben gegründeten ''Verein Naturschutzpark'', dass (...)''jedes Zeitalter hat seine Einseitigkeit, seinen großen Irrtum, den die Nachkommen als solchen erkennen, bereuen und beklagen. Unsere Zeit krankt an der Missachtung und der Misshandlung der Natur. Die Naturschutzbewegung ist eine zeitgemäße Auflehnung gegen diesen Gang.'' |
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| − | Der Verein erwarb dann auf Initiative von Prinzinger [[1913]] im hintersten [[Stubachtal]] 1.100 Hektar Almen. Die Absicht war, ''charakteristische Landschaften in den Hochalpen als Naturschutzgebiete zu retten.'' - Das war die Keimzelle des heutigen ''Nationalparks Hohe Tauern''. | + | Der Verein erwarb dann auf Initiative von Prinzinger [[1913]] im hintersten [[Stubachtal]] 1.100 Hektar Almen. Die Absicht war, ''charakteristische Landschaften in den Hochalpen als Naturschutzgebiete zu retten.'' Das war die Keimzelle des heutigen ''Nationalparks Hohe Tauern''. |
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| − | [[1914]] kündige ein Rheinländer an, er wolle 41 km² Bergland um die [[Pasterze]] am [[Großglockner]] kaufen und ab [[1. August]] für den Touristenverkehr sperren. Er wollte Steinböcke zur Jagd ansiedeln. Drei Tage vor diesem Termin erledigte aber der Ausbruch des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] die Sache von selbst. | + | [[1914]] kündige ein Rheinländer an, er wolle 41 km² Bergland um die [[Pasterze]] am [[Großglockner]] kaufen und ab [[1. August]] für den Touristenverkehr sperren. Er wollte Steinböcke zur Jagd ansiedeln. Drei Tage vor diesem Termin erledigte aber der Ausbruch des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] diese Sache von selbst. |
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| − | Aber schon [[1918]] klärte der Villacher Holzindustrielle Albrecht Wirth die Verhältnisse für die Zukunft. Er kaufte um knapp € 4.000.-- (Geldwert 2006) 41 km² Ödland um die Pasterze und schenkte sie dem [[Alpenverein]] mit der Auflage, (...)''für ewige Zeiten als Naturschutzgebiet der spekulativen alpinen [[Fremdenverkehr|Fremdenindustrie]] zu entziehen...''. | + | Aber schon [[1918]] klärte der Villacher Holzindustrielle [[Albrecht Wirth]] die Verhältnisse für die Zukunft. Er kaufte um knapp € 4.000.-- (Geldwert 2006) 41 km² Ödland um die Pasterze und schenkte sie dem [[Alpenverein]] mit der Auflage, (...)''für ewige Zeiten als Naturschutzgebiet der spekulativen alpinen [[Fremdenverkehr|Fremdenindustrie]] zu entziehen...''. |
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| − | Als dann [[1935]] die [[Großglockner Hochalpenstraße]] eröffnet wurde, tauchten Visionen auf: vom Wasserfallwinkel am Ende des Gamsgrubenweges sollte eine Seilbahn auf den Fuscherkarkopf errichtet werden, (...)''als österreichisches Gegenstück zur Bahn auf das Jungfraujoch (Schweiz)...''. Doch der Grundbesitzer, der Alpenverein, gewann vor dem Höchstgericht gegen dieses Vorhaben und legte strenge Auflagen für den Bau des Gamsgrubenweges fest. | + | Als dann [[1935]] die [[Großglockner Hochalpenstraße]] eröffnet wurde, tauchten Visionen auf: vom Wasserfallwinkel am Ende des Gamsgrubenweges sollte eine Seilbahn auf den Fuscherkarkopf errichtet werden, (...)''als österreichisches Gegenstück zur Bahn auf das Jungfraujoch (Schweiz)...''. Doch der Grundbesitzer, der [[Alpenverein]], gewann vor dem Höchstgericht gegen dieses Vorhaben und legte strenge Auflagen für den Bau des Gamsgrubenweges fest. |
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| | Formal wurde die Errichtung des ''Nationalparks Hohe Tauern'' mit der Unterzeichnung der Dreiländer-Vereinbarung durch die drei Landeshauptleute von [[Kärnten]], Salzburg und [[Tirol]] in [[Heiligenblut]] am ([[21. Oktober]] [[1971]]) beschlossen. | | Formal wurde die Errichtung des ''Nationalparks Hohe Tauern'' mit der Unterzeichnung der Dreiländer-Vereinbarung durch die drei Landeshauptleute von [[Kärnten]], Salzburg und [[Tirol]] in [[Heiligenblut]] am ([[21. Oktober]] [[1971]]) beschlossen. |
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| | Die einzelnen Umsetzungsschritte dauerten in den drei Ländern unterschiedlich lang und zogen sich zum Teil über mehrere Etappen hin: | | Die einzelnen Umsetzungsschritte dauerten in den drei Ländern unterschiedlich lang und zogen sich zum Teil über mehrere Etappen hin: |
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| − | :[[1981]] begann Kärnten mit der Ausweisung von Gebieten in der Schober- und der [[Großglockner|Glocknergruppe]] - er war damit der erste Nationalpark Österreichs | + | :[[1981]] begann Kärnten mit der Ausweisung von Gebieten in der [[Schobergruppe|Schober-]] und der [[Großglockner|Glocknergruppe]] - er war damit der erste Nationalpark Österreichs |
| | :[[1984]] folgte Salzburg mit dem [[Pinzgau]] von [[Krimml]] bis [[Rauris]], weiters [[1986]] in Kärnten [[Mallnitz]] – Hochalmspitze | | :[[1984]] folgte Salzburg mit dem [[Pinzgau]] von [[Krimml]] bis [[Rauris]], weiters [[1986]] in Kärnten [[Mallnitz]] – Hochalmspitze |
| | :[[1991]] in Salzburg von [[Badgastein]] bis [[Muhr]] | | :[[1991]] in Salzburg von [[Badgastein]] bis [[Muhr]] |
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| | :[[2005]] in Kärnten Erweiterung Obervellach | | :[[2005]] in Kärnten Erweiterung Obervellach |
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| − | Die teilnehmenden Länder und Gemeinden verpflichten sich, die uralte Natur- und Kulturlandschaft nachhaltig zu nützen und zu erhalten. Touristen sollen die Attraktionen des einzigartigen Naturraums nähergebracht werden. | + | Die teilnehmenden Länder und Gemeinden verpflichten sich, die uralte Natur- und Kulturlandschaft nachhaltig zu nützen und zu erhalten. Touristen sollen die Attraktionen des einzigartigen Naturraums näher gebracht werden. |
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| | == Lage == | | == Lage == |
| − | Der ''Nationalpark Hohe Tauern'' ist mit 1.836 Quadratkilometern der zweitgrößte Nationalpark Europas. In ihm befinden sich Österreichs höchste Berggipfel, weite Gletscherflächen, alpine Rasen, Wasserfälle und Jahrhunderte alte Kulturlandschaften. Er erstreckt sich über die Bundesländer Salzburg, Tirol und Kärnten. | + | Der ''Nationalpark Hohe Tauern'' ist mit 1.836 Quadratkilometern der zweitgrößte Nationalpark Europas. In ihm befinden sich Österreichs höchste Berggipfel, weite [[Gletscher]]flächen, alpine Rasen, Wasserfälle und Jahrhunderte alte Kulturlandschaften. Er erstreckt sich über die Bundesländer Salzburg, Tirol und Kärnten. |
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| | Die Gesamtfläche von 1.836 km² verteilt sich wie folgt: | | Die Gesamtfläche von 1.836 km² verteilt sich wie folgt: |
| − | :Kärnten: 420 km² (Kernzone: 277; Aussenzone: 107; Sonderschutzgebiete: 36) | + | :Kärnten: 420 km² (Kernzone: 277; Außenzone: 107; Sonderschutzgebiete: 36) |
| − | :Salzburg: 805 km² (Kernzone: 507; Aussenzone: 266; Sonderschutzgebiete: 32) | + | :Salzburg: 805 km² (Kernzone: 507; Außenzone: 266; Sonderschutzgebiete: 32) |
| − | :Tirol: 611 km² (Kernzone 347; Aussenzone 264) | + | :Tirol: 611 km² (Kernzone 347; Außenzone 264) |
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| − | ''Sonderschutzgebiete'' gibt es in Kärnten zwei: [[Großglockner]] - [[Pasterze]], Gamsgrube und in Salzburg drei: Inneres Untersulzbachtal, Piffkar, Wandl | + | ''Sonderschutzgebiete'' gibt es in Kärnten zwei: [[Großglockner]] - [[Pasterze]], Gamsgrube und in Salzburg drei: Inneres [[Untersulzbachtal]], Piffkar, Wandl |
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| | Die ''Ost-West-Erstreckung'' beträgt 100 km und die ''Nord-Süd-Erstreckung'' 40 km. Der höchste Gipfel ist der Grossglockner mit 3.798 Metern und der niedrigste Punkt im Schutzgebiet liegt auf 1.010 Metern. | | Die ''Ost-West-Erstreckung'' beträgt 100 km und die ''Nord-Süd-Erstreckung'' 40 km. Der höchste Gipfel ist der Grossglockner mit 3.798 Metern und der niedrigste Punkt im Schutzgebiet liegt auf 1.010 Metern. |
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| | :1971: 67.280 | | :1971: 67.280 |
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| − | Mehr als ein Drittel aller in Österreich vorkommenden Pflanzenarten finden sich und rund 10.000 Tierarten leben im Nationalpark. Sie trotzen extrem äußeren Bedingungen wie Höhenlage, großer Kälte über einen Großteil des Jahres und felsiger und eisiger Landschaft. Murmeltiere, Steinadler, Steinbock, Bartgeier sowie Edelweiß, Arnika, Orchideen und Zirben sind heimisch. Diese beeindruckende Biodiversität resultiert aus den vielfältigen klimatischen, geologischen, geomorphologischen und hydrologischen Standortbedingungen im Hochgebirge und den differenzierten Anpassungstrategien der Plfanzen und Tiere. Wer von den Tälern zu den höchsten Gipfeln des Nationalparks wandert, durchquert in den Höhenstufen gleichsam alle Klimazonene von Mitteleuropa bis in die Arktis. | + | Mehr als ein Drittel aller in Österreich vorkommenden Pflanzenarten finden sich und rund 10.000 Tierarten leben im Nationalpark. Sie trotzen extrem äußeren Bedingungen wie Höhenlage, großer Kälte über einen Großteil des Jahres und felsiger und eisiger Landschaft. Murmeltiere, Steinadler, Steinbock, Bartgeier sowie Edelweiß, Arnika, Orchideen und Zirben sind heimisch. Diese beeindruckende Biodiversität resultiert aus den vielfältigen klimatischen, geologischen, geomorphologischen und hydrologischen Standortbedingungen im Hochgebirge und den differenzierten Anpassungstrategien der Plfanzen und Tiere. Wer von den Tälern zu den höchsten Gipfeln des Nationalparks wandert, durchquert in den Höhenstufen gleichsam alle Klimazonen von Mitteleuropa bis in die Arktis. |
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| | == Tourismus == | | == Tourismus == |
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| | ===Routenvorschläge=== | | ===Routenvorschläge=== |
| − | * Glocknerrunde – in 7 Tagen um den höchsten Berg Österreichs | + | * Glocknerrunde – in sieben Tagen um den höchsten Berg Österreichs |
| | :Das von Österreichischem Alpenverein, Ferienregion und den drei Nationalparkverwaltungen ausgearbeitete Trekkingangebot wurde hinsichtlich Service und Kundenorientierung verbessert und wird weiter angeboten. | | :Das von Österreichischem Alpenverein, Ferienregion und den drei Nationalparkverwaltungen ausgearbeitete Trekkingangebot wurde hinsichtlich Service und Kundenorientierung verbessert und wird weiter angeboten. |
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